Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

24.10.2015, Papyrus Guesthouse, Entebbe

Am 23.10.2015 ging´s zum dritten Mal nach Uganda. Unter dem Motto Uganda intensiv waren fünf Tage Arbeitseinsatz im Toro Babies Home in Fort Portal und sehr ausführlich der Bwindi Nationalpark im Dreiländereck Uganda/Kongo/Ruanda mit Schwerpunkt Vogelbeobachtung geplant. Die Einladung zur Hochzeit unserer Nichte am 25.10.2015 in Düsseldorf erfolgte erst nachdem ich mein Flugticket bei Brussels Air (war ca. 200 € preiswerter wie meine favorisierte Airline Turkish) schon gebucht hatte. Jochens Teilnahme an der Familienfeier stand nichts im Wege. Über eines der zahllosen Buchungsportale konnte ich ihm ein Ticket von Brussels Air, Chodeshare Lufthansa ab Frankfurt via Nairobi nach Entebbe buchen, so dass er ca. 24 Stunden später an meiner Seite zur weiteren Verfügung als Bauaufsicht, Fahrer und Kindergärtner stehen konnte. Den Rückflug würden wir dann gemeinsam von Kigali/Ruanda im gleichen Flieger mit Brussels Air antreten.

 

Insgesamt packten wir vier große Reisetaschen, denn jede Menge Special Needs wurden in Uganda benötigt: Badezimmerarmaturen für das Waisenhaus, Kinderkleidung, Verbandsmaterial und Medikamente (eine Sachspende im Wert von 500 € unseres Apothekers in Ladbergen) für zwei Health Units, Fachbücher über Fauna und Flora für Kluges Guestfarm, Gastgeschenke. Das Wurfzelt für unseren Autovermieter Douglas mussten wir leider wegen Überschreitung der Freigepäckgrenze in Deutschland zurück lassen. Er wird es mitnehmen, wenn er uns im März 2016 besuchen kommt.

 

Da der Zubringerflieger nach Brüssel am 24.10. bereits morgens um 07:00 Uhr abflog, brachte mich Jochen am Freitagnachmittag zum Leonardo Hotel an den Hannover Flughafen. Nach Einchecken im Hotel gaben wir eine nicht benötigte, schwere Reisetasche zur Aufbewahrung im Flughafen ab und aßen gemütlich im Mövenpick Restaurant des Airports zu Abend. Am späten Sonntag würden wir uns in Entebbe wieder sehen.

 

Die erste Nacht im Hotelbett verbrachte ich erstaunlich gut. Pass- und Personenkontrolle am Flughafen verliefen reibungslos. Lediglich mein Fotokoffer durfte sich mal wieder einem kostenlosen Sprengstofftest unterziehen.

 

Pünktlich landete die Maschine in Brüssel und ich konnte rasch feststellen, dass mir dieser Flughafen von der Atmosphäre her total unsympatisch war. Der interkontinentale Flieger nach Entebbe hob mit über einer Stunde Verspätung ab, da offensichtlich zwei Personen mehr im Flieger saßen wie gebucht. Das Flugpersonal musste dreimal durchzählen…

 

Nach unauffällig reibungslosem Flug wiederholte sich das Zahlenspiel bei der Zwischenlandung in Kigali. Auch hier wies die Passagierliste Abweichungen zur tatsächlich an Bord befindlichen auf, welches zu einer weiteren Verspätung von 45 Minuten führte, bis die Maschine endlich Richtung Uganda abheben konnte. Letztendlich traf ich erst gegen 23:00 Uhr in Entebbe ein und das hatte zur Folge (Gesetz der Serie!), dass bereits einige andere Maschinen einen Haufen Passagiere entladen hatten, die in langen Schlangen zur Passkontrolle und Visaerteilung anstanden. Ich war genervt und erkundigte mich bei einem Flughafenmitarbeiter, ob ich mit dem East Africa Visum im Pass an den Schalter für Citizens wechseln könnte. Hakuna matata, kein Problem! Haraka haraka (schnell, schnell) hatte ich diese Hürde genommen. Während des Wartens am Gepäckband tauschte ich 100 € im Forex Büro in Uganda Schilling, die Simkarten für Handy und Tablet hatte Lydia, die Inhaberin des Papyrus Guesthouse für mich besorgt. Um meine Verabredung mit den Moskitos auf ein Minimum zu beschränken, hatte ich mich bereits schon im Flieger mit DEET präpariert.

 

Vor dem Flughafen erwartete eine ganze Armee von Fahrern die neu angekommenen Fluggäste, um sie auf ihre Zielunterkünfte zu verteilen. Jeder hielt ein weißes Blatt Papier mit mehr oder weniger gekritzelten Namen darauf in die Höhe. Leise bedauerte ich, nicht doch im 2Friends Beach Hotel abgestiegen zu sein, denn dieses Schild konnte ich rasch identifizieren. Also erst mal raus auf den Parkplatz, in Ruhe eine Zigarette gequalmt und versucht im Papyrus Guesthouse anzurufen – mit dem Ergebnis, dass meine deutsche Simkarte hier am Flughafen nicht funktionierte. Das ist mir bis auf den Kilmanjaro Airport noch nie mit der Telekom passiert! Die Menschen in Afrika sind jedoch sehr hilfsbereit und eine nette Parkplatzwächterin rief mit ihrem Mobile Phone im Guesthouse an und erhielt die Nachricht, dass der Shuttle-Fahrer Elias bereits hier auf mich wartete. Wir vereinbarten als neuen Treffpunkt den Parkplatz. Das Shuttle stellte sich als normales Taxi heraus, der Zettel mit meinem Namen war tatsächlich einer der hundert auf weißem Kopierpapier erstellten. Guckt sich weg!

 

Im Guesthouse wurde ich von Anett herzlich willkommen geheißen, checkte in meinen großen Garden Room ein und quatsche auf der Veranda noch bis weit nach 01:00 Uhr mit Sabine, die gemeinsam mit ihrer Freundin Gabi im Auftrag unseres Vereins Partnerschaft Gesunde Welt e.V. in Kampala war, um das Ausladen eines Containers mit gespendetem Equipment für das Naggalama und das Lubaga Hospital zu überwachen. Da der Zoll erstmals massive Probleme bereitete, saßen die beiden Mädels seit Wochen untätig herum und wir verabredeten, die morgige Mabamba Swamp Tour gemeinsam zu unternehmen. Eine von mir alle zwei Jahre organisierte  Hospitationsgruppe, bestehend aus sechs KollegInnen des medizinisch-pflegerischen Bereichs, hatte sich bereits am Montag auf die Socken gemacht und am Mittwoch im Rahmen einer klassischen Uganda-Rundreise das staatliche Lubaga Hospital in Kampala besichtigt. In Fort Portal war das Zusammentreffen mit uns geplant.

 

Noch ein kurzer Anruf bei Jochen, dass ich gut gelandet bin (erstaunlicherweise funktionierte das Handy hier im Guesthouse), der Geräuschpegel auf der Hochzeitsfeier ließ vermuten, dass dort alle viel Spaß hatten und rasch begab ich mich in das Reich der Träume.

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© Marina Meger 2017