Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

05.11.2015, Buhoma Community Camp, Buhoma, Bwindi Nationalpark

Um 05:00 Uhr funkelten über dem Bwindi noch die Sterne am klaren Himmel. Keine Stunde später hatte der Himmel seine Schleusen schon wieder geöffnet. Die Wolken hingen tief, der feine Nebel nässte, von den dichten Blättern tropfte und rann das Wasser. Feuchtigkeit und Nebel legten sich zäh über das Tal. Sorry, aber ich beneidete gerade niemanden, der an diesem Morgen im Regenwald tracken wollte bzw. tracken musste und bedankte mich bei meinem Immunsystem für den Totalausfall.

 

Wir frühstückten gemeinschaftlich um 07:00 Uhr, da das Briefing über das Gorilla-Tracking an der benachbarten Ranger-Station auf 08:00 Uhr anberaumt war. Ich machte es mir anschließend mit mehreren Lagen verschiedenster Kleidungsstücke und heißem Tee samt Kameras auf der Veranda gemütlich und hielt Ausschau nach Federkleidern.

 

Und trotz des miserablen Wetters tummelte sich einiges Wildlife in und um das Camp. Da war zunächst ein Braunscheitelwürger und im Geäst eines hohen Baumes direkt vor der Veranda vergnügte sich eine Familie Sonnenhörnchen. Mit ihrem gestreiften Schwanz, sehen sie ein wenig anders aus, wir die mir bekannten Buschhörnchen. Sonnenhörnchen sind dämmerungsaktive Baumbewohner. Gelegentlich kommen sie auch auf den Waldboden, erklettern aber bei der ersten Störung schnell einen Baum. Vor Gefahren fliehen sie bis in die Baumkronen. Schutz suchen sie in Baumhöhlen, wo sie auch ihre Nester, meistens aus Blättern, bauen. Quelle: Wikipedia

Sonnenhörnchen/Sun-squirrel (Heliosciurus ruwenzorii), Buhoma, Bwindi NP, Uganda
zur Bestimmung frei gegebener Weber, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Grünkopf-Nektarvogel/Green-headed Sunbird (Cyanomitra verticalis)♂?, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Diademmeerkatze/Blue Monkey (Cercopithecus mitis), Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gelbbauchammer/African Golden-breasted Bunting (Emberiza flaviventris kalaharica)♂, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gelbbauchammer/African Golden-breasted Bunting (Emberiza flaviventris kalaharica)♀, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Hin und wieder hatte der Wettergott Erbarmen und so ging ich mit Nicolaus, einem jungen einheimischen Birder, der beim Ranger Post seine Dienste anbot, ein wenig die nähere Umgebung des Camps erkunden.

 

Es war einfach nur fantastisch, was wir hier im regennassen Wald auf kleinstem Gebiet und innerhalb kurzer Zeit an Vögeln entdecken konnten. Diese Ecke Ugandas stellt das östlichste Verbreitungsgebiet einiger westafrikanischer Arten dar, die nirgends sonst in Ostafrika beheimatet sind. So freute ich mich sehr über die Sichtung eines Kongoraupenfressers. Im Grunde sollte man hier wirklich alles fotografieren, was einem vor die Linse kommt. Auch wenn es im ersten Moment unscheinbar, klein, grau-braun ausschaut, tauchten bei näherer Betrachtung ungeahnte Schätze auf. Auf einem Foto minderer Qualität konnte Elvira, meine Birderin aus Nairobi für knifflige Fälle, ein Pärchen Schuppenbartvögel identifizieren, die lediglich noch bis zum Mt. Elgon in einem schmalen Streifen um den Viktoriasee herum in Wäldern anzutreffen sind. Ähnliches gilt für den Kletterweber, den Termitenspecht und den Mohrenweber.

 

Der Tag wurde trotz gesundheitlicher Defizite und trüben Wetters für mich zum Highlight, als ein Paar Great Blue Turackos einflog, welches wohl ganz in der Nähe sein Nest bauen wollte und eifrig Nistmaterial zusammentrug. Sie waren fast den ganzen Tag in unterschiedlichen Bäumen direkt von der Veranda des Camps aus zu beobachten. Offensichtlich beginnen viele Arten in der Regenzeit mit ihrem Brutgeschäft. Ann Marie, die Vogelfreundin und Managerin der Ndutu Lodge in Tansania, deutete dies letztes Jahr bereits an und empfahl auch den April in Ostafrika als ausgezeichnete Reisezeit für Vogelliebhaber.

 

In nachfolgender Galerie habe ich Fotos aller Federkleider eingestellt, die ich noch nie vorher gesehen habe, aber deren Qualität zu wünschen übrig lässt. Ein Grund Buhoma nochmals aufzusuchen...

Vangaschnäpper/Black-and-white Shrike-flycatcher (Bias musicus musicus)♀, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Vangaschnäpper/Black-and-white Shrike-flycatcher (Bias musicus musicus)♂, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Kleinelsterchen/Bronze Mannikin (Spermestes cucullatus), Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Riesenturako/Great Blue Turaco (Corythaeola cristata), Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Riesenturako/Great Blue Turaco (Corythaeola cristata), Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Riesenturako/Great Blue Turaco (Corythaeola cristata), Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Lappenschnäpper/Brown-throated Wattle-eye (Platysteira cyanea nyansae)♀, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Preussnektarvogel/Northern Double-collared Sunbird (Cinnyris reichenowi reichenowi)♂, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Vangaschnäpper/Black-and-white Shrike-flycatcher (Bias musicus musicus)♀, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Weißkehlprinie/White-chinned Prinia (Schistolais leucopogon), Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Waldnektarvogel/Collared Sunbird (Hedydipna collaris garguensis)♂, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Es wurde 13:00 Uhr, es wurde 14:00 Uhr, es wurde 15:00 Uhr. Unsere Truppe war immer noch nicht zurück. So langsam begann ich mir Sorgen zu machen, denn das älteste Mitglied unserer Gruppe war 65 Jahre alt und hatte eine kardiologische Vorgeschichte.

 

Mittlerweile war das Wetter sogar wieder recht schön. Ab und zu zeigte sich die Sonne. Nach Rücksprache mit meinen KollegInnen am gestrigen Abend war der Beadrf an Regenwald gedeckt. Da eh alle total erschlagen waren von den vielen Eindrücken in kurzer Zeit, Lake Mburo strategisch günstiger in Richtung Entebbe liegt, setzte ich mich mit Violet, zuständig für die Reservierungen bei Nature Lodges in Verbindung und fragte nach, ob wir ohne zusätzliche Kosten einfach die zwei Tage im Travellers Rest/Kisoro umbuchen können auf Eagles Nest am Lake Mburo Nationalpark. Kein Problem, teilte Violet mit und arrangierte die Umbuchung für den kommenden Tag. Somit hatte die Gruppe auch noch einmal die Gelegenheit Tierarten zu sehen, die in den anderen Nationalparks nicht heimisch sind (Zebras, Impalas, Elanantilopen). Die Big Five konnten sie auf dieser klassischen Rundreise bereits in Ishasha komplettieren. Ganz in der Nähe des Gates konnten sie einen Baum-Leoparden bewundern. Die Löwen gab´s in Murchison, Elefanten ebenfalls in Murchison und Queen Elizabeth und die Rhinos eben in Ziwa.

 

Endlich gegen 15:30 Uhr stiefelten total verdreckt, klatschnass aber freudestrahlend Jochen, Angela, Matthias, Angelica und Daniel völlig erschöpft ins Restaurant des Camps.

Aussicht Buhoma Community Camp, Bwindi NP, Uganda

Nun lasse ich aber Jochen berichten:

 

Ich werde wach und alles in meinem Kopf dreht sich ums Gorillatracking. Also hüpfe ich schnell ins Bad und kümmere mich danach um meine Ausrüstung: Die in Fort Portal erworbenen Gummistiefel müssen noch präpariert werden. Zwei Einlagen hinein und zwei Socken übereinander gezogen und schon sitzen sie wie angegossen. Gamaschen drüber und unten rum ist fertig.

Regencape und Gummihandschuhe, um die fiesesten Dornen und den Regen (ja es regnet natürlich) abzuhalten. Rucksack auspacken, jedes Gramm weniger Gewicht kann nur gut sein.

 

Ach so. Für ‘nen schnellen Kaffee hat´s auch noch gereicht. In einer Ecke des Restaurants sehe ich noch Wanderstöcke und überlege, ob ich die brauchen könnte. Ich entschließe mich einen Stock mitzunehmen (weise Entscheidung Nr. 1).

 

Und dann geht´s los zum Briefing. Nachdem die Teilnehmer aller Tracking-Gruppen vollzählig versammelt sind, teilt uns ein Ranger Regeln und Verhaltensmaßnahmen mit.

 

Beim Briefing werden uns auch Porter angeboten, die den Rucksack tragen. Ich überlege, ob ich wirklich jemanden für meinen Rucksack brauche, da der Porter 15 US$ kosten soll. Bin halt ein bisschen geizig. Ich studiere die Gruppe und stelle fest, dass ich der zweitälteste der Gruppe bin. Fitness und Jochen sind nicht unbedingt in einem Atemzug zu nennen. Also entscheide ich mich einen Porter zu engagieren. Ist ja auch direkte Entwicklungshilfe und verhilft einem Einheimischen zu einem kleinen Zubrot (weise Entscheidung Nr. 2).

 

Gegen 08:30 Uhr stiefeln wir los. Natürlich mit Regencapes, da es schon wieder oder immer noch  regnet. Die Übergänge sind - im wahrsten Sinne des Wortes – fließend (na klar, heißt ja auch Regenwald und nicht Sonnenwald)!

Gorilla Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Die ersten 1,5 km sind entspannt; nicht zu steil und auf angelegten Wegen. Danach geht’s steil den Berg hoch und ab hier kann man sehen, dass der Weg von den Trackern, die ca. eine Stunde vor uns los sind, um die Gorillas zu finden, präpariert wurde.

 

Unterm Regencape ist es aufgrund der Hitze nicht auszuhalten, also runter damit und lieber nass werden! Obwohl; mittlerweile regnet es nur noch ganz leicht. Vielleicht liegt´s auch daran, dass der Regen es nicht mehr bis ganz unten schafft. Fies sind die dicken Tropfen, die von den Bäumen direkt in den Nacken fallen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich schon nass bis auf die Knochen und es geht immer weiter berghoch.

 

Erstaunlicherweise bin ich gut drauf und immerhin einer der schnellsten in der Gruppe. Wobei ich alles was ich sehe unheimlich spannend und aufregend finde: die stacheligen Bäume, Schlingpflanzen, Urwald, umgestürzte Bäume, Bergbäche, sogar der Regen gehört dazu.

 

Ja, das ist das Afrika, das ich mir als kleiner Junge immer vorgestellt hatte, wenn ich die Tarzanbücher las. Euphorisch klettere ich den Berg hoch.

 

Teile der Gruppe werden schon seit geraumer Zeit von den Portern bergauf geschoben oder gezogen.

 

Ungefähr eine halbe Stunde vorm Ziel ist die erste aus unserer Truppe körperlich fertig und kann nicht mehr weiter. Wir überlassen sie der Obhut eines Porters und eines Guides und verabreden, dass sie so lange ausruht, bis sie sich erholt hat und weiter aufsteigen kann. Alternativ holen wir sie auf dem Rückweg wieder ab.

 

Dann bleibt der Guide (ja, wir haben mehrere) stehen und bedeutet uns Rucksäcke und Wanderstöcke abzulegen und die Kameras fertigzumachen.

 

Ich habe zwei Kameras dabei, meine Lumix und Marinas Canon. Mir wurde aufgetragen mit der Canon Fotos und mit der Lumix Filme zu machen.

Tracking-Gebiet, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Wir gehen ca. 10 Meter um ein Gebüsch herum und stehen unvermittelt in nur etwa drei Meter Entfernung vor einer Gorilladame, die mit ihrem Jungen auf dem hüfthohen Gebüsch liegt. Ich filme und fotografiere mir die Finger wund und kriege das mit den zwei Kameras irgendwie nicht auf die Reihe. Noch dazu entdecke ich zwei weitere Gorillaladies mit ihren Babys. Mir fällt auf, dass die Jungen so ziemlich gleichaltrig sind.

Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Und um die nächste Biegung sehe ich den Hausherrn. Ein riesiger Silberrücken der uns den Rücken zudreht. Unglaublich ist für mich der Unterschied zu den Gorillas die ich in Zoos gesehen habe. Hier passt der Ausdruck „Kreuz wie ein Scheunentor“ vortrefflich. Der Bursche wiegt mindestens 200 kg.

 

Da er weiterhin mit dem Rücken zu uns sitzt, versucht der Guide ihn zum Umdrehen zu bewegen, was ich nicht für eine gute Idee halte, da ich nur etwa fünf Meter entfernt stehe.

Wenn dem Silberrücken nicht gefällt, was der Guide da treibt, dann lässt er sicherlich an mir seinen Frust ab.

 

Aber das Familienoberhaupt ist recht entspannt, beschließt sich etwas zu essen zu holen und schwingt seine vier Zentner ohne Probleme in den nächsten Baum, wo er mal kurz mit drei Fingern und dem Daumen einen armdicken Ast abbricht. Danach klettert er runter, setzt sich neben den Ast und pflückt sich die Früchte ab.

Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Ich konnte derweil meine Lumix an Angela abgeben, die dann die Aufgabe des Filmens übernommen hat (wobei alle Bilder und Filme etwas unscharf geworden sind). Die Objektive beschlagen aufgrund der hohen Feuchtigkeit. Trockenwischen ist nicht, da ich keinen trockenen Faden mehr am Leib habe. Jetzt fotografiere ich den Silberrücken beim Essen. Die Lumix ist schon wieder bei den Damen.

 

Grad als gefilmt wird, beschließt ein Gorillaweibchen sich diese komische Verwandtschaft mal aus der Nähe anzugucken und marschiert auf die Filmerin zu.

Absolut bewundernswert! Angela ist das erste Mal in Afrika und filmt unerschrocken weiter, obwohl die Gorilladame allerhöchstens einen Meter entfernt vorbeigeht.

 

Ach ja, unser zurückgelassenes Gruppenmitglied hat es dann auch noch geschafft. Sie gesellt sich etwa 30 Min. später zu uns.

Daniel, Julia, Esther, Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Julia, Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
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glücklich: Esther und Julia, Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Silberrücken und Silberrücken, Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Gorilla-Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Nach ungefähr einer Stunde treten wir den Rückweg an.

Auf einer Lichtung nehmen wir unser Lunch ein und ich denke „OK“ das war´s dann mit dem Gorillatracking! Aber das war´s dann doch noch nicht, denn jetzt folgt der extrem steile Abstieg.

 

Vor uns schlagen die Tracker einen schmalen Pfad durchs immer dichter werdende Unterholz. Das Gefälle ist atemberaubend. Alles ist glitschig wie Schmierseife. Man rutscht ständig aus.

 

Am besten geht´s noch indem man den Wanderstock talwärts in den Boden rammt, mit dem Stiefel dagegen rutscht, mit dem anderen Fuß Halt sucht, dann wieder den Stock einen halben Meter tiefer wieder in den Boden rammt und so weiter. Schnell geht anders! Meinen Porter bitte ich, sich um Ulrike zu kümmern und sie zu unterstützen.

 

Teile der Gruppe werden auf einem weniger gefährlichen Weg ins Tal geführt.

Natürlich gibt es auch Stürze und Gott sei Dank sind nur leichte Blessuren davon zu tragen.

 

Mittlerweile sind alle Porter und Guides damit beschäftigt die Gruppenmitglieder einigermaßen heil den Berg runterzubringen. Und ich? Ich bin immer noch gut dabei und wundere mich über mich selbst. Bin echt gut drauf und immer ganz vorne dabei. Vor allem darum, weil ich sehen will, wie die Tracker  den Weg freischlagen.

 

An einem nicht ganz so steilen Abschnitt legen wir eine Pause ein, um die Gruppe wieder zusammenzuführen. Dann geht´s durch Teeplantagen (immer noch steil) den Berg runter, wo wir von unserem Fahrer Hassan abgeholt werden.

Ulrike, Barbara, Daniel, Angelica, Angela, Matthias, Gorilla Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Ulrike, Gorilla Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda
Matthias, Gorilla Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Fazit:

Das Gorillatracking war grandios. Wir waren mehr als sechs Stunden unterwegs.

Ich kann jetzt verstehen, warum alle die ein Tracking mitgemacht haben voller Euphorie davon berichten.

 

Für mich machte das Gesamtpaket das Tracking aus: der Regenwald, der etwa drei Stunden dauernde Aufstieg in den Berg, natürlich die Gorillas, das Schneisenschlagen der Tracker, der schon als gefährlich zu bezeichnende Abstieg, die feucht-schwüle Witterung und natürlich die Realisierung von Kindheitsträumen.

Julia, Gorilla Tracking, Buhoma, Bwindi NP, Uganda

Die Tour an diesem Tag war aufgrund der Wetterbedingungen und der zu zu legenden Strecke heftig!

Alle in Buhoma möglichen Trackings zu den drei verschiedenen Familien waren komplett ausgebucht und meine Leute hatten die am weitesten entfernte Mubare-Familie erwischt. Sie wurden allerdings belohnt mit drei Babies in der Familie. Daniel berichtete, dass die zwei Pforzheimer Selbstfahrer letzte Woche hier in Buhoma ad hoc kein Permit erhalten konnten und morgens um 05:00 Uhr per Shuttle nach Ruhija zum Tracking gefahren wurden. Entschädigt wurden sie für das frühe Aufstehen damit, dass sie nur 10 Minuten laufen mussten, bis sie ihre Gorillafamilie gefunden hatten.

 

Da Buhoma für die meisten Touroperator strategisch am besten in die Tourplanung passt (Anfahrt von Ishasha ca. 1,5 bis 2 Stunden), ist dieser Tracking-Point rasch ausgebucht. Auch während der Regenzeit. Mittlerweile hat sich international rumgesprochen, dass die Trackings im November, April und Mai auf 350 US$ reduziert sind. Aus diesem Grund haben sich auch zwei Hildesheimer Selbstfahrer hier in Buhoma den Luxus geleistet jeden Tag eine andere Familie zu besuchen. Hier eine Übersicht der habituierten Gorillafamilien, die an vier verschiedenen Orten (Buhoma, Ruhija, Rushaga und Nkuringo) im Bwindi besucht werden können. Im Mgahinga Nationalpark an der Grenze zu Ruanda, lässt sich nach Absprache mit der ruandischen Wildlife Authority auch grenzüberschreitend die Nyakagezi-Gruppe tracken.

 

Bedingt durch die unvorhergesehene Arbeitsteilung (Jochen-Gorillas, ich-Vögel) haben wir die zwei Nächte Buhoma unter diesen Wetterbedingungen optimal ausgenutzt. Vor allem wegen der exzellenten Birding-Möglichkeiten, den zur Verfügung stehenden Field Guides und dem netten Personal ist das Buhoma Community Camp zu einem meiner Favoriten in Uganda avanciert. Wir werden der feuchtesten Ecke des Bwindis unter diesem Aspekt mit ein wenig mehr Zeit und in Kombination mit dem Tracking Point Ruhija in der Trockenzeit nochmals einen Besuch abstatten.

 

Hassan freute sich ebenso wie Angela und Matthias, dass am folgenden Tag schon die Hälfte der Strecke in Richtung Entebbe unter die Räder genommen werden kann. Mit dem tiefliegenden Van war die Fahrerei auf den Schlammpisten um den Bwindi kein Zuckerschlecken.

 

Nach heißer Dusche, die sich alle redlich verdient hatten, ließen wir die Ereignisse des Tages Revue passieren und den Abend bei gutem Essen ausklingen.

 

Auf dem Pfad zum Zelt mussten wir Slalom laufen, denn der feuchte Waldboden hatte zahlreiche Große Achatschnecken aus ihrem Versteck gelockt. Mit einer Gehäuselänge von bis zu 20 cam und einer Körpergröße von bis zu 30 cm ist diese ostafrikanische Schneckenart eine der größten Landschnecken der Welt. 

Große Achatschnecke/Giant African Snail (Achatina fulica), Buhoma Communita Camp
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© Marina Meger 2017