Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

18.07.2014, Hippo Camp, Selous Game Reserve, 77 km

Plötzlich sitze ich senkrecht im Bett! Trotz Ohrstöpsel läuft es mir eiskalt den Rücken herunter! Direkt neben mir brüllt der Leopard. Es ruckelt noch an der Zeltleine... und ich kralle meine Fingernägel in Jochens Arm! Es ist 04:00 Uhr morgens. Gott sei Dank zieht der Leo Richtung Seeufer ab!

 

So wenig Tiere wie es hier tagsüber hat... Nachts ist auf der Tagalala Campsite der Teufel los!

 

Bis zum Sonnenaufgang dösen wir noch ein wenig auf unseren Schlafsäcken. Darin wäre es einfach zu warm.

 

Gegen 06:00 Uhr begebe ich mich - vorsichtig sichernd nach allen Seiten - Richtung Ablutions. Vom Leo keine Spur! Meine Zähne putze ich dann wie immer am Lagerfeuer sitzend. Schaue mich aber vorsichtshalber mehrfach um.

 

Meine Klamotten sind schnell zusammengepackt. Jochen braucht morgens wieder länger, um in die Strümpfe zu kommen!

 

Wir frühstücken, die Fahrzeuge werden beladen und wir erabschieden uns herzlich von Birgitt und Joachim, die noch eine weitere Nacht die nun leere Campsite ohne Ranger genießen dürfen. Von Claudio erben sie ein Porta Potti.

 

Ein letztes Gruppenbild und gegen 08:30 Uhr brechen wir auf Richtung Mbuyu. Claudio & Co. haben diese vielversprechende Gegend gestern schon erkundet. Ranger Deo wird uns sogar bis Dar Es Salaam begleiten, denn er hat Heimaturlaub.

Karte Lake Tagalala CS - Hippo Camp, Selous GR, T4Africa
Jochen, Prosper, Axel, Sikoyo, Claudio, Lazaro, Deo, Lake Tagalala CS
Marina, Sikoyo, Claudio, Foto: A. Köhler

Wir wählen den direkten Weg zur Main Road (hakuna matata) sehen neben den üblichen Impalas einige größere Gnuherden, hübsche Vögel im schmeichelhaften Morgenlicht und unsere erste Hyäne, die irgend etwas im Schilde führt. Ich nehme es mal vorweg: heute ist Hyänentag!

 

Wir fahren ein wenig off road, um das Tier verfolgen zu können. Schließlich verschwindet sie aber im dichten Busch.

 

Jochen sieht am Horizont viele Geier kreisen, von denen dann auch einige landen. Wir erkundigen uns bei Deo, ob es möglich ist, dort einmal nach dem Rechten zu schauen. Deo lotst uns durch die Savanne und wir schauen einigen vereinzelten Hyänen beim Frühstück eines Gnu-Kills zu. Die Hyänen sind niemals mit mehreren Tieren am Riß, sondern wechseln sich ab. Für mich ist es deshalb sehr schwer zu schätzen, wie groß der Clan ist. Alle Sorten Geier finden sich am Boden ein und liefern eine fantastische Flugshow.

 

Über uns kreist ein kleines Flugzeug und es dauert nicht lang, da klingelt Deos Handy. Wir sind von den Rangern während eines Kontrollfluges abseits der Pisten gesichtet worden. Die Ranger am Gate wurden informiert und haben irgendwie eine Verbindung zu Deo hergestellt, der vermeldet, dass er an Bord ist und somit alles in bester Ordnung!

Palmgeier/Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis), juvenil, Selous WR
Selous WR
Selous WR
Grautoko/African Grey Hornbill (Tockus nasutus), female, Selous WR
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Weißrückengeier/White-backed Vulture (Gyps africanus), Selous WR
Selous WR
Weißrückengeier/White-backed Vulture (Gyps africanus), Selous WR
Weißrückengeier/White-backed Vulture (Gyps africanus), Selous WR
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Weißrückengeier/White-backed Vulture (Gyps africanus), Selous WR
Palmgeier/Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis), Selous WR
Kappengeier/Hooded Vulture (Necrosyrtes monachus), Selous WR
Kappengeier/Hooded Vulture (Necrosyrtes monachus), Selous WR
Selous WR

Eine gute halbe Stunde später guckt ein Büffel um die Ecke und ich kann mir auch den schönen Mbuyu Picknickplatz anschauen, von welchem Axel und Claudio schwärmten. In einem alten, urigen Baobab hat man einen Hochstand mit Schattendach integriert und im hinteren Bereich mit (nicht funktionstüchtigen) Toiletten versehen. Auch hier wurde eine Baumaßnahme begonnen und nicht zu Ende geführt. Wirklich schade.

 

Deo berichtet, dass geplant ist, hier eine weitere Public Campsite einzurichten. Für Camper wäre es eine fantastische Übernachtungsmöglichkeit in schöner Gegend unweit der Hotspots.

Selous WR
Deo, Mbuyu Picnic Site, Selous WR
Mbuyu Picnic Site, Selous WR
Lazaro, Sikoyo, Axel, Mbuyu Picnic Site, Selous WR
Claudio, Mbuyu Picnic Site, Selous WR
Blick vom View Tower, Mbuyu Picnic Site, Selous WR
Prosper, Mbuyu Picnic Site, Selous WR
Mbuyu Picnic Site, Selous WR

Das Camp Manze hat von Axel und Claudio schlechte Noten erhalten, aber ich möchte unbedingt das Selous Mbuyu Safari Camp anschauen, welches über einen View Tower direkt am Rufiji River verfügt. Also nichts wie hin!

 

Im lichten Galeriewald zwischen Lake Manze auf der einen Seite und Lake Nzerakera hat´s wieder eine größere Gruppe Gnus und einen schönen Haubenbartvogel.

Dann erwischt es unseren Long Wheel. Der Wagen hat einen Puncher, der Reifen muss gewechselt werden und der High-Lift-Jack macht Zicken.

 

Gut eine halbe Stunde später erreichen wir das Selous Mbuyu Safari Camp. Vom jungen Assistant-Manager werden wir herzlich empfangen nachdem wir anfragen, ob wir uns das Camp noch einmal für zukünftige Touren anschauen dürfen. Aus dem Hintergrund vernehme ich jedoch kurz darauf eine lautstarke Diskussion auf Englisch zwischen dem Assistant-Manager und dem offensichtlichen weißen General-Manager aus Südafrika. Er verbittet sich Tagesbesucher im Camp. Hmmh, der Bursche macht mir keinen werbewirksamen und weitblickenden Eindruck.

 

Ich schnappe ihn mir unter vier Augen und erkläre ihm, dass sein Camp leider in keinem deutschen Reiseführer und auch nicht in der Selouskarte verzeichnet ist und wir aus Kostengründen deshalb auf die Campsite ausweichen mussten. Da es Axel und Claudio aber gestern so gut gefallen hat, möchte auch ich mir für zukünftige Touren einen Eindruck von dieser schönen Lodge verschaffen. Ich drücke ihm meine Karte in die Hand und verspreche Werbung für sein Haus zu machen (was ich hiermit tue...). Sikoyo und Lazaro lassen den Reifen flicken und der Assistant-Manager führt mich im Camp herum.

 

Die Lage direkt am Rufiji ist sensationell! Am gegenüberliegenden Ufer und auf den Sandbänken kann ich Büffel, Wasserböcke, Warzenschweine, Giraffen und allerlei Wasservögel ausmachen. Und das zur Mittagszeit. Da war am Lake Taggalala absolut tote Hose. Das Beste ist jedoch der hohe View Tower mit Schattendach am Ende der Chaletreihe mit grandiosem Blick auf den Fluss und ideal für Birder.

Selous WR
Haubenbartvogel/Crested Barbet (Trachyphonus vaillantii vaillantii), Selous WR
Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Silberreiher/Great White Egret (Ardea alba alba), Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Silberreiher/Great White Egret (Ardea alba alba), Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR

Einige der Tented Chalets sind direkt zum Fluss und den Sandbänken ausgerichtet. Sie verfügen über eine private Veranda. Die großzügigen Zelte sind mit Ensuite-Bad und Heißwasserversorgung ausgestattet. Frühstück, Brunch, High Tea und Dinner wird angeboten. Für Familien oder befreundete Paare lohnt sich das VIP-Chalet mit Sauna etc.

 

Das Camp verfügt außerdem über einen Pool. Neben Bootstouren werden Walking-Safaris und Angeltouren angeboten. Nicht weit entfernt kann man am Mbuyu Airstrip von Dar aus einfliegen.

 

Das Beste jedoch ist der Preis. Man hat uns die Übernachtung im Camp für 250 US$ fulloard, inklusive zwei Aktivitäten pro Tag (Game Drive und/oder Boat Cruise) angeboten. Das ist nun wirklich ein Schnäppchen, wenn wir mit anderen Unterkünften im Selous vergleichen! Für Selbstfahrer ohne Game Drives ist es sogar noch günstiger. Das Camp ist auch über booking.com buchbar und gehört zur Eclipse Hotel Gruppe.

 

Die Jungs gönnen sich an der Bar ein kühles Bier und wir unterhalten uns noch ein wenig mit dem herzlichen Assistant-Manager, der sich sichtlich über unsere Begeisterung freut und stolz ist auf seinen Arbeitsplatz. Er ist intelligent und weiß, dass man mit Speck Mäuse fängt.

Tented Chalet, Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Zwergspint/Little Bee-eater (Merops pusillus), Selous WR
Deo, Jochen, Axel, Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Deo, Axel, Jochen, Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR
Assistant Manager, Selous Mbuyu Safari Camp, Selous WR

Wir verabschieden uns nach gut eineinhalbstündigen Aufenthalt im Camp. Nicht weit entfernt nehme ich aus den Augenwinkeln eine ruhende Hyäne wahr und Sikoyo tritt in die Eisen. Das Tier ist auf einem Auge blind und lässt sich durch uns nicht in seiner Mittagsruhe stören.

 

Weiter geht´s vorbei am wunderschönen Ufer der Lake Nzerakera. Wie außerordentlich schade, dass wir keine Zeit mehr für diese Ecke des Wildreservats haben.

 

Wir biegen ab auf die Main Road Richtung Mtemere Gate und als uns zwei Fahrzeuge von rechts entgegenkommen bitte ich Sikoyo doch einfach mal anzuhalten und nachzufragen, ob es in der Richtung aus der sie kommen etwas Interessantes zu sehen gab. Der Fahrer vereinte, aber am Morgen hätten sie unweit der Main Road, etwa auf Höhe der Impala Lodge Wildhunde gesehen. Naja, wirklich Hoffnungen machen wir uns ja nicht, denn von der ehemals größten Wildhundpopulation Afrikas sind aktuell gerade mal 200 bis 250 Tiere übrig geblieben. Diese halten sich lt. Deo ausschließlich im Fotosektor des Selous auf. Deo lässt sich den Sichtungsort genau beschreiben. Einen Versuch ist es allemal wert.

Selous WR
Selous WR
Selous WR
Lake Nzerakera, Selous WR

An der beschriebenen Sichtungsstelle fahren wir off road ein Stück ins Unterholz und sehen zunächst nichts. Auch ein weiteres Safarifahrzeug sucht vergeblich nach den Hunden, die durch ihr geflecktes Fell außerordentlich gut getarnt sind und kaum unter den schattigen Büschen mit dem Lichtspiel des Blattwerks zu sehen sind. Schließlich entdecken wir sie doch. Verteilt unter mehreren niedrigen Bäumen liegen insgesamt 11 müde Wildhunde. Ab und an bewegt sich mal einer, steht auf und wechselt die Schlafposition. Eine gute halbe Stunde beobachten wir diese seltenen und extrem bedrohten Tiere. Wir möchten sie nicht weiter stören, denn sicherlich haben sie heute schon genug Touristenbesuch genossen. 

Selous WR
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Axel, Selous WR
Claudio, Selous WR
Selous WR
Selous WR

Mit diesem Highlight zum Abschluss verlassen wir das Selous Game Reserve am Mtemere Gate, wo wir noch eine Pause einlegen und erst einmal den Inhalt unserer Lunchbox verzehren. Der angrenzende Airstrip wird gerade von einer größeren Elefantenherde mit Mutter- und Jungtieren überquert. Zwei nette Ranger oder Parkmanager berichten, dass sich diese Herde im Umfeld des Gates sicher fühlt und immer zwischen Rufiji River Lodge, Airfield und dem nahen Village ihre Runden zieht. Im Dorf schätzt man die Tiere und lässt sie in Ruhe, denn sie schaffen für viele der hier sehr ärmlich lebenden Menschen eine verlässliche Einkommensquelle im Tourismusgeschäft.

 

Der Parkmanager, ein moderner Masai aus Arusha und sein Rangerkollege sind sehr an unserem Feedback über den Selous interessiert. Wir unterhalten uns lange. Sie sind ebenfalls recht euphorisch und voller Tatendrang, weil sich der Selous nun selbst verwalten und eigene Entscheidungen treffen kann.

 

Wünschenswert wären aus meiner Sicht folgende Verbesserungen:

Homepage zum Selous mit Newsticker und aktueller Parkkarte, die ständig unabhängig vom Druck aktualisiert werden könnte,

Unterkunftsverzeichnis mit Kontaktdaten der Camps,

Beschilderung des Reservats,

Reparatur und Pflege des Shortcuts zwischen Kisaki und Lumanga Ranger Post,

Instandsetzung und Ausbau der Campsites mit einer Wasserversorgung,

regelmäßige Müllabfuhr und Kontrolle der Campsites und Picnic Spots,

bessere Ausrüstung und Ausbildung der Ranger,

Einbeziehung und Aufklärung der lokalen Bevölkerung in das Naturschutzprojekt.

 

Wir besprechen noch die Modalitäten der Special Campsites (50 US$ pP zuzüglich 20 $ für den bewaffneten Ranger).

 

Tatsächlich sind die meisten Tiere hier extrem scheu. Der Elefantenbestand hat in den letzten vier Jahren von ca. 50.000 bis 60.000 Tiere auf nur noch 13.000 Exemplare abgenommen. Die Wilderei ist ein riesengroßes Problem und die Notwendigkeit zum sofortigen Handeln ist nicht zu übersehen. Im Juni 2014 setzte das UNSECO-Welterbe-Komitee das Selous
Game Reserve auf die Liste der bedrohten World Heritage Sites aufgrund der Auswirkungen der ausufernden Wilderei! The elephant killing fields of Selous

 

Die FZG (Frankfurter Zoologische Gesellschaft) wird ihre Partnerschaft mit dem Selous intensivieren und das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit wird im nächsten Jahr 8 Millionen € für den Selous und den Naturschutz in Tansania zur Verfügung stellen. Damit dürfte dann auch die erfolgreiche Partnerschaft mit der GIZ wieder aufleben. Inzwischen (03.2016) nahm ein Anti-Wilderei-Flugzeug, gesponsert durch das deutsche Entwicklungshilfeministerium, seinen Dienst im Selous auf.

 

Speziell zum raschen Schutz der Elefanten wurde dieses Jahr auf Initiative von Dr. Rolf Baldus das Selous Elephant Emergency Project gegründet.

Partner sind:

Selous Game Reserve/Ministry of Natural Resources and Tourism,
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ),
Frankfurt Zoological Society (FZS) und
International Council for Game and Wildlife Conservation (CIC).

 

Eine wirklich unterstützenswerte Foundation, die unerlässliche Nothilfe leistet, um wieder ausreichend Scouts für Tag- und Nachtpatrouillen zu bekommen.

 

Die Tansanische Regierung einschließlich des Präsidenten ist offiziell ebenfalls fest entschlossen zu handeln. Der ehemalige Game Warden des Selous ist bereits auf seinen Posten zurück gekehrt und alte Rückhaltesysteme sind wieder an Ort und Stelle. Wir drücken dem Selous, seinen Mitarbeitern und den Tieren die Daumen und werden ein ganz besonderes Augenmerk auf die zukünftigen Entwicklungen des Reservats haben.

 

Mit den Rangern tauschen wir noch Email-Adressen aus. Man weiß ja nie, wie rasch wir wieder kommen!

 

Fazit Selous Wildlife Reserve:

Da der Selous mit seinen Eintrittspreisen zu den teuersten Reservaten/Parks in Tansania gehört (Mahale und Gombe nehmen wegen der Schimpansen und Kili wegen des Massenauflaufs am Berg eine Sonderstellungen ein) hier noch ein offenes Wort: Für manche Dinge scheint mir der verklärende Blick bzw. die Passion zu fehlen. Finanzielles Missmanagement und eine aus dem Ruder gelaufene Wilderei haben den Mythos Selous zerstört.

 

Da niemand die Zukunft voraussehen kann, sollte man sich beeilen, bevor möglicherweise von diesem ehemals grandiosen Weltnaturerbe nichts mehr übrig ist. Touristenmassen und Aufläufe wie in den nördlichen Parks sind hier eher selten an der Tagesordnung. Wir haben kaum andere Fahrzeuge gesehen. Und ja, hier hat man noch die Möglichkeit einsamer Nächte mitten im Busch, aber das Reservat benötigt aufgrund der Größe und langen Distanzen Zeit! Fünf Tage waren für uns viel zu kurz, um alle interessanten Ecken zu erkunden.

Deo, Mtemere Gate, Selous WR
Sikoyo, Lazaro, Prosper, Mtemere Gate, Selous WR
Ranger, Mtemere Gate, Selous WR
Dampfmaschine, Mtemere Gate, Selous WR
Mtemere Gate, Selous WR
Mtemere Gate, Selous WR
Mtemere Gate, Selous WR

Da wir keine Lust haben für nur eine Nacht das ganze Campingequipment wieder aus den Autos zu holen, suchen wir uns direkt am Gate eine der preiswerteren Unterkünfte. Das Hippo Camp in Kwangwazi Village wird sowohl im Reiseführer wie auch im Internet sehr empfohlen. Die kurze Zufahrt führt durch dichten Wald und reichlich Elefantendung zeugt von der Anwesenheit der Dickhäuter. Das Camp selbst liegt wunderschön in direkter Lage am Rufiji River. Wir schauen uns mehrere Unterkunftsoptionen an. Claudio und wir entscheiden uns für je eines der großen Zelte. Die Ausstattung ist sehr einfach und das Bad stark renovierungsbedürftig, aber sauber. Axel favorisiert für sich so eine Art Baumhaus mit großem Badezimmer ganz am Ende des Camps.

 

Da das Abendessen nicht für uns alle gesichert ist, beschließen Sikoyo, Lazaro und Deo sich eine Unterkunft in Kwangwazi zu suchen. Prosper wird auf der kleinen Rasenfläche vor dem Restaurant im Zelt übernachten und hat bei der Küchencrew auch sofort Anschluss und Unterhaltung gefunden. Drei weitere Zelte zieren bereits den winzigen Campground und damit ist die Camping-Kapazität bereits voll ausgeschöpft.

 

Aufgrund der nicht gesicherten Dinnerversorgung kann Jochen den Preis für die Übernachtung auf 85 US$ fullboard runter handeln. Auf der Homepage des Camps ist die Rede von HIPPO CAMP - The Selous Game Reserve Luxury Tented Camp. Von Luxery sind sowohl die Unterkünfte, wie Restaurant, Bar und Küche meilenweit entfernt... Aber für uns ist es o.k. Wir haben keine großen Ansprüche.

Hippo Camp, Rufiji River
Jochen, Hippo Camp, Rufiji River
Claudio wird versenkt!, Hippo Camp, Rufiji River

Nachdem wir uns eingerichtet haben, brauche ich erst einmal eine erfrischende Dusche, die ich mit einigen Tausendfüsslern teile. Wir sind zwar zur kältesten Jahreszeit im Selous, aber das bedeutet aufgrund des Höhenniveaus und der Nähe zum Indischen Ozean schwülwarme Temperaturen. Im November oder Dezember würde ich hier sterben!

 

Wider Erwarten fällt das Dinner dann doch recht üppig aus, leider sind wir alle aber nicht sehr hungrig. Die Softgetränkeauswahl beschränkt sich auf Wasser, Cola, Fanta und Bier. Alles andere ist sold out.

 

Da wir redlich erschöpft sind, geht´s früh unter Begleitung der Rufe von Hippos, Hornbills und Affen in die Betten.

Hippo Camp, Rufiji River
Tented Chalet, Hippo Camp, Foto: C. Comolli
Tented Chalet, Hippo Camp, Foto: C. Comolli
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Marina Meger 2017