Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

17.07.2014, Lake Tagalala Campsite, Selous Game Reserve, 35 km

Das Kopfkino wird auch bedient: nachts brüllen die Löwen.

 

Aaaah, die die Franzosen bauen ab!!! Doch während wir gegen 07:30 Uhr beim Frühstück sitzen, traue ich meinen Augen nicht und mir fällt benahe der Toast aus der Hand. Ich schaue auf einen nackten Franzosenhintern, der sich gute 30 Meter vor uns im Gebüsch erleichtert und mit seiner weißen Toilettenpapierfahne wedelt. In aller Seelenruhe verrichtet er danach auch noch sein kleines Geschäft! Ich bin wirklich fassungslos, wie sich manche Mitmenschen benehmen!

 

Lazaro & Co. sind schon früh mit Ranger Deo zum Game Drive aufgebrochen. Jochen und ich lassen es gemütlich angehen, halten noch ein kleines Schwätzchen mit Birgitt und Joachim, bevor wir gegen 09:00 Uhr starten. Claudio berichtete, dass die Gegend um den Lake Manze wesentlich tierreicher ist wie hier. Sikoyo erkundigt sich noch kurz beim Ranger der Franzosen nach dem Weg.

 

Der Himmel ist heute sehr zugezogen und das Licht nicht so besonders. In langsamen Tempo geht´s Richtung Beho Beho, ohne nennenswerte Sichtungen. Ich frage Sikoyo noch, warum er nicht den direkten Weg von der Campsite zum Lake Manze nimmt und er antwortet, dass der Ranger ihm gesagt hat, dass dieser Weg in schlechtem Zustand sei. So bliebe nur die Alternative über Beho Beho.

 

Wir sichten einige Gnus, die fluchtartig das Weite suchen, wir haben Tsetses im Schlepptau, in einem Palmenwald gibt´s endlich mal wieder fünf Elefanten und mein Hals wird dicker und dicker!

Karte Game Drive Selous 17.07.2014, T4Africa
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Selous WR
Höhlenweihe/African Harrier-Hawk (Polyboroides typus), Selous WR
Gabelracke/Lilac-breasted Roller (Coracias caudatus), Selous WR

Gegen 11:30 Uhr bitte ich Sikoyo, dass Ganze abzubrechen und sofort und schnell (!) zur Campsite zurück zu fahren. Ohne Ranger fühlt er sich auf unbekanntem Terrain nicht sicher und in mich, das Nüvi und die Karte hat er offensichtlich kein Vertrauen. Wobei ich zugebe, dass die klare Ansage von mir fehlte und ich Sikoyo nicht unter Druck setzen wollte.

 

Dies ist so ein Tag, wo ich mir wünschte als Selbstfahrer unterwegs zu sein. Wir  hätten den direkten Weg zumindest versucht. Umkehren kann man im Zweifelsfall immer noch.

 

Prosper zauberte für uns einen kleinen Snack. Birgitt und Joachim sind auch ausgeflogen und so nutze ich die Zeit, um mein Reisetagebuch zu vervollständigen. Am frühen Nachmittag schnappen Jochen und ich uns Stühle und setzen uns eine Weile ans Seeufer. Außer den üblichen Verdächtigen, den Hippos und einigen kleinen Kroks ist nichts von Interesse zu beobachten.

 

Gegen 16:00 Uhr kommen auch Lazaro & Co. vorzeitig vom Game Drive zurück, da  es Claudio nicht gut geht. Wir beschließen kurzerhand noch einmal mit Lazaros Fahrzeug die Laundry in Form der Hot Springs aufzusuchen. Jochen, Claudio, Sikoyo und Prosper hüten die Campsite. Unterwegs begegnen wir Birgitt und Joachim, die sich den Tag in der Garage der Beho Beho Lodge vertrieben haben. Ihre Auspuffleitung hat geschwächelt und wurde dort repariert. Die beiden können ein Bad gut gebrauchen und schließen sich an.

 

Auf der Fahrt zu den Springs klage ich Lazaro und Axel mein Leid hinsichtlich des missglückten Tages. Sie haben natürlich den direkten Weg Richtung Lake Manze genommen und mussten lediglich einmal eine kleine Umfahrung wählen. Das verbessert meine Laune nicht gerade. Diese hebt sich erst wieder in der wunderbaren Quelle!

Lake Tagalala, Selous WR
Nimmersatt/Yellow-billed Stork (Mycteria ibis), Lake Tagalala, Selous WR
Palmgeier/Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis), adult, Selous WR
Palmgeier/Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis), juvenile, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR

Während wir uns dekadent in den Hot Springs lümmeln, stattet Jochen den Fledermäusen auf der Campsite einen Besuch ab. Sie hausen tagsüber unter den Strohdächern der Picnic Spots.

 

Herrlich erfrischt trudeln wir am frühen Abend auf dem Campground ein und Deo bietet uns an noch einen Gang an den See zu unternehmen. Einige Wasservögel suchen sich bereits Schlafplätze für die Nacht. Die Hippos starten ihre abendliche Gähnorgie.

Public CS, Lake Tagalala, Selous WR
Public CS, Lake Tagalala, Selous WR
Public CS, Lake Tagalala, Selous WR
Heiliger Ibis/Sacred Ibis (Threskiornis aethiopicus), Lake Tagalala, Selous WR
Silberreiher/Great White Egret (Ardea alba alba), Lake Tagalala, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR
Deo, Marina, Axel, Lake Tagalala, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR

Das letzte von Prosper gekochte Abendessen steht auf dem Tisch, die letzte Nacht im Zelt steht bevor, die letzten Stunden mit Birgitt und Joachim... Das drückt ein wenig die Stimmung.

 

Nichtsdestotrotz sitzen wir anschließend noch ein wenig zusammen und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

 

Die Leoparden liefern uns gegen 21:00 Uhr wieder ein Konzert!

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