Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

16.07.2014, Lake Tagalala Campsite - Serena Mivumo River Lodge, 78 km

Wir frühstücken gegen 07:00 Uhr. Deo wird mit Lazaro & Co. auf Game Drive gehen, während Jochen, Sikoyo und ich heute die Serena Mivumo River Lodge am Rufiji aufsuchen möchten, in der Sikoyos Bruder Elieta als Manager arbeitet. Die Lodge ist nicht in der Parkkarte und im Nüvi eingezeichnet, aber ich lasse mir von Deo die ungefähre Lage erklären.

 

In der Nähe der Hot Springs hat sich ein hübscher Haubenzwergfischer in Positur gesetzt und die großen Krokodile tanken Sonne am Lake Tagalalaufer. Am Lake Makube begegnen uns zwei Safarifahrzeuge der Serenalodge. Die Wegstrecke beträgt noch gut eine Stunde. Größere Säugetiere halten sich versteckt. Erst bei Lizzy Hills, am breiten Rufiji hat´s ein paar Giraffen und vereinzelt mal hier und da einige Impalas. Der Weg parallel zum Rufiji führt durch eine sehr waldreiche Gegend und so haben wir gleich wieder mit Tsetses zu kämpfen.

Karte Game Drive Tagalala CS - Serena Mivumo, Rufiji River, Selous, T4Africa
Rotfußwitwe/Village Indigobird (Vidua chalybeata centralis), Lake Tagalala, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR
Schreiseeadler/African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer), Selous WR
Haubenzwergfischer/Malachite Kingfisher (Alcedo cristata), Selous WR
Mahaliweber/White-browed Sparrow-Weaver (Plocepasser mahali), Lake Tagalala, Selous WR
Lake Makube, Selous WR
Weißstirnspint/White-fronted Bee-eater (Merops bullockoides), Selous WR
Rufiji River bei Lizzy Hills, Selous WR
Rufiji River bei Lizzy Hills, Selous WR
Selous WR
Selous WR

Wir wählen den nächstmöglichen Abzweig nach links zum Rufiji River und landen beim Kidai Ranger Post. Zwei junge (vereinsamte) Ranger begrüßen uns herzlich und sind gerne bereit uns diesen paradiesischen Platz zu zeigen.

 

Gestern Nacht waren zwei Löwen und ein Eli im Camp und haben die Ranger auf Trab gehalten. Das Ufer unterhalb des Rangerposts besteht aus flachem Sandstrand, ebenso wie das gegenüberliegende Ufer. Die Spuren der Tiere, die zum Trinken an den Fluss kommen, kann man recht gut ausmachen. In der ausgelagerten "Küche" räuchern sich die Wildhüter gerade Fisch aus dem Rufiji und Impalafleisch, welches sie im gegenüberliegenden Huntingsektor erlegt haben. Für Patroullienfahrten und zum Fischen nutzen sie ein kleines Motorboot.

 

Unter einem großen Schattendach mit grandioser Fernsicht auf Fluss und Huntingsektor erledigen sie Büroarbeiten und haben alle Aktivitäten im Blick. In den kleinen Gebäuden neben dem Rangerpost hatte die International Rhino Foundation in früheren Zeiten ihr Headquarter. Alles hier verströmt die Atmosphäre von Out of Africa. Im ehemaligen Office finde ich noch einige vergilbte Fotos aus alten Tagen und allerlei Gebeine und Gehörn von Wildtieren.

 

Das etwas renovierungsbedürftiges Wohnhaus, direkt an der Uferböschung wäre ohne großen Aufwand wieder in Stand zu setzen. Jochen macht im Geiste schon Pläne... Sogar der Klositz aus Holz ist noch vorhanden.

 

Ich benutze die piccobello sauberen Ablutions der Ranger, während Jochen sie mit Zigarettennachschub und einer Zeitschrift versorgt. Fünf Wochen müssen sie hier ausharren, bevor Ablösung kommt. Allerdings schaut mehrmals die Woche ein Versorgungsfahrzeug der Main Gates nach dem Rechten. Wir verabschieden uns und einige Kilometer weiter finden wir endlich die Serena Lodge. Die Ausschilderung in diesem Teil des Parks ist mehr wie mangelhaft, T4Africa zeigt gar nichts mehr an und auf der veralteten Parkkarte ist keine Verbindung zwischen Kidai und Stieglers Gorge, geschweige denn eine Lodge, eingezeichnet.

Rufiji River, Kidai Ranger Post, Selous WR
Ranger, Kidai Ranger Post, Selous WR
Rangerboot, Kidai Ranger Post, Selous WR
Beobachtungsposten, Kidai Ranger Post, Selous WR
Rufiji River am Kidai Ranger Post, Selous WR
Kidai Ranger Post, Selous WR
bushmeet and fish, Kidai Ranger Post, Selous WR

Am Parkplatz der Serena Mivumo Lodge werden wir herzlich von Elieta, Sikoyos Bruder begrüßt. Die beiden haben sich zuletzt vor drei Monaten gesehen. Elieta arbeitet seit vielen Jahren für die Serenakette und lebt mit seiner Frau in Dar, die ebenfalls einen Job im Serenaimperium hat. Als Manager geht es ihnen finanziell recht gut. Wenn Elieta frei hat, fliegt er ebenso wie die Lodgegäste mit den kleinen Buschmaschinen zeitsparend ein und aus. Stolz erzählt er uns, dass ein Fly-in-package in dieser Lodge nur die Kleinigkeit von 1035 US$ pPT kostet...

Serena Mivumo River Lodge, Rufiji River, Selous WR
Sikoyo und Elieta, Serena Mivumo River Lodge, Rufiji River, Selous WR
Jochen, Marina, Elieta, Serena Mivumo River Lodge

Auch hier hat man einen wunderbaren Blick über den Rufji, aber links und rechts des Flusses hat es felsige Steilufer, so dass direkt an der Unterkunft außer Leoparden kaum Säugetiere zu beobachten sind. Gegen Extraentgeld kann man das Dinner bei Kerzenschein von Hippos und Kroks umringt auf einer nahegelegenen Sandbank einnehmen. Die üblichen Rivercruises und Ausflüge zur acht Kilometer entfernten Stieglers Gorges sind ebenfalls möglich. Da gerade alle Gäste auf ganztägigen Gamedrives sind, können Sikoyo und ich in aller Ruhe Zimmer und Poolbereich besichtigen. Jochen, der Genußmensch, lässt sich derweil von Anna eine wohltuende Kopfmassage verpassen.

 

Elieta lädt Jochen noch auf einen kurzen Bootstrip auf dem Rufiji ein und anschließend genießen wir alle zusammen ein gutes Steak mit Blick auf den Fluss. Die Getränke gehen auf´s Haus, das Lunch für Jochen und mich übernehme ich. Sikoyo ist natürlich von Elieta eingeladen.

Rufiji River, Serena Mivumo River Lodge
Rufiji River, Serena Mivumo River Lodge
unsere Leopardensichtung an der Wand der Serena Lodge

Gegen 15:00 Uhr möchten wir aufbrechen und die Rechnung begleichen. Elieta verlangt doch tatsächlich 50 US$ pro Person für das Lunch! Ich gebe ihm 50 US$ insgesamt! Unsere Leopardensichtung haben wir dann in Eliettas Office an der Wand.

 

Fazit zur Serena Mivumo Lodge:

Abgesehen vom Klientel und Preis wäre die Lodge wegen der Lage am felsigen Steilufer in dieser tierarmen Gegend nichts für uns. Der Weg Richtung Lakes, Sand River und Main Road ist sehr weit und die Straßenverhältnisse sind nicht eben prickelnd.

 

Zügig geht´s durch den Tsetsewald in Richtung Lizzy Hills. Wir sehen noch einige Wasserböcke und freuen und mächtig eine kleine, aber sehr scheue Herde Elenantilopen flüchten zu sehen.

 

Das Licht ist ideal für die Vogelfotografie, aber Sikoyo hat es heute etwas eilig und viele Vögel sind eh nicht zu sehen.

Selous WR
Elenantilope, Selous WR
Elenantilope, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR
Lake Tagalala, Selous WR
Bronzeflecktaube/Emerald-spotted Wood-Dove (Turtur chalcospilos), Selous WR
Riesenfischer/Giant Kingfisher (Megaceryle maxima), Lake Tagalala, Selous WR

Zurück auf der Campsite freuen wir uns ausnahmsweise einmal sehr über ein neues, weiteres Zelt. Unsere verschollenen Freunde Birgitt und Joachim haben sich zum Forumstreffen im Selous eingefunden. Sie sind mit eigenem Fahrzeug in Nairobi gestartet, über Arusha, den Tarangire Nationalpark und den Ruaha gestern Abend am Matambwe Gate eingetroffen.

 

Joachim schimpft wie ein Rohrspatz über den Shortcut durch den Mikumi. Dabei haben die beiden nur gut sechs Stunden für die Strecke von Mikumi Headquarter bis zum Matambwe Gate benötigt (incl. zweimal Festfahrens). Wir waren doch etwas länger unterwegs.

 

Während des Dinners und kurz danach hören wir unweit des neuen Ablutionhauses die lauten Rufe von zwei Leoparden in love. Die Jungs bewaffnen sich mit Taschenlampen, können die Katzen aber nicht sehen. Hört sich wirklich bedrohlich an und man hat das Gefühl, jeden Moment eine Katze am Hals zu haben...

 

Das Spektakel zieht sich eine ganze Weile hin und anhand der Rufe können wir gut verfolgen, welchen Weg die Katzen um das Camp nehmen.

Unser Forumstreffen wird anschließend am Lagerfeuer standesgemäß wie immer mit Glenfiddich ordentlich begossen und wir tauschen das neueste Safarilatein aus. Gegen 22:00 Uhr verziehen Jochen und ich uns dann auch ins Zelt. Der Tag war lang und erlebnisreich.

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© Marina Meger 2017