Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

04.07.2014, Vormittags-Game-Drive, Public Campsite, Ruaha NP, 76 km

The same procedure as yesterday: 05:00 Uhr Aufwachen, 05:45 Uhr Frühstück, 06:25 Uhr noch ein Foto der schönen Morgendämmerung an der Camsite gemacht und gegen 06:30 Uhr sitzen wir startklar in den Fahrzeugen. Am Morgen ist es durch den Fahrtwind im offenen Wagen noch recht frisch, so dass eine Fleecejacke, Dauenweste, Stirnband und auch Handschuhe gute Dienste im Sinne der Erkältungs-Prophylaxe leisten. Nach und nach kann ich mich dann bis gegen 09:00 Uhr aus dem Zwiebellook befreien und mit beginnender Wärme machen sich auch wieder die Mückenstiche bemerkbar. Hier in Flussnähe muss es einige tagaktive Moskitos geben, denen es nach einer Bluttransfusion gelüstet. 

Morgendämmerung am Ruaha River, Campsite No1

Jetzt am Morgen präsentiert sich der Ruaha in wunderschönen pastelligen Farben. Der Qualm der Buschfeuer verstärkt dies noch. Routenmäßig entscheiden wir uns für den Ruaha River Trail. Heute müssen endlich Löwen her fordern die Männer!

 

Wir tasten uns erst einmal vorsichtig heran und sichten einen Raubvogel (Schreiseeadler) bevor wir uns den Raubkatzen widmen. Unweit des Flusses gibt es eine größere Savannenfläche. Und tatsächlich sitzt dort doch in einiger Entfernung ein Gepard und hält Ausschau nach einem geeigneten Frühstück. Nach gut 10 Minuten entfernt er sich durch das hohe Gras. Wir können nicht folgen (da keine befahrbaren Wege) und lassen ihn in Ruhe. Vermutlich handelt es sich um den gleichen Cheetah, der am 02.07. auf der Campsite war.

 

Dann gab´s extra für mich wieder eine ganze Menge Vögel und in die malerischen Akazienwäldern hat man Impalas, Giraffen und Meerkatzen drapiert. 

Karte Game Drive Ruaha River Trail 04.07.14, Ruaha NP, T4Africa
Morgenstimmung am Mbuyo View Point, Ruaha NP
Schreiseeadler/African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer), Ruaha River Trail
Sonnenaufgang am Ruaha River Trail
Ruaha River Trail
Ruaha River Trail

Der Tansanische Rotschnabeltoko (Tockus ruahae) wurde erst Ende der 90iger Jahre als neue Art durch DNA-Analyse bestimmt. Er unterscheidet sich von den nördlichen und südlichen Rotschnabeltokos durch die schwarze Gesichtshaut rund um das Auge. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich ausschließlich auf Tansania. Das nördlichste Vorkommen ist die Serengeti. Dort habe ich den hübschen Hornvogel auch bereits im Februar 2014 vor die Linse bekommen. 

Tansanischer Rotschnabeltoko/Tanzanian Red-billed Hornbill (Tockus ruahae), Ruaha NP
Marina, Ruaha NP, Foto: A. Köhler
Grauglanzstar/Ashy Starling (Lamprotornis unicolor), Ruaha NP
Graufalke/Grey Kestrel (Falco ardosiaceus), Ruaha River Trail, Ruaha NP
Ruaha NP
Ruaha NP
Ruaha NP
Ruaha NP
Ruaha NP
Ruaha NP
märchenhafte Galeriewälder am Ruaha River

Lustig anzuschauen sind auch zwei männliche Graueisfischer (vermutlich der Papa mit seinem Nachwuchs). Papa möchte Sohnemann mal zeigen, wie man richtig große Fische fängt. Er hatte dabei allerdings nicht bedacht, dass mitunter ein großer Fisch zu groß für den eigenen Schnabel ist und mühte sich vergeblich den Fisch in den Hals zu bugsieren. Die Gedanken von Sohnemann Graufischer hätte ich jetzt gerne lesen mögen.

Graufischer/Pied Kingfisher (Ceryle rudis), Ruaha River Trail, Ruaha NP
Graufischer/Pied Kingfisher (Ceryle rudis), Ruaha River Trail, Ruaha NP

Weitere Raubtiere in Sicht! Ein Stück den Ruaha River hinauf zeigen zwei haltende Fahrzeuge an, dass es hier etwas Interessantes zu sehen gibt. Drei müde Löwinnen erholen sich von der Nachtschicht und lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen.

 

Ja was krabbelt denn da in massivem Verband auf den Löwen rum? Zunächst denke ich an Fliegen, aber die Vergrößerung der Fotos offenbart eine Zeckeninvasion! Mich schüttelt´s bei der Vorstellung, dass diese Spinnentiere so auf mir rumkriechen könnten. Vielleicht sollten die Löwen noch einmal überlegen und eine Allianz mit den Pavianen eingehen, die ihnen das Ungeziefer aus dem Fell sammeln und als Gegenleistung mit Protein versorgt werden.

Ruaha River Trail, Ruaha NP
Ruaha River Trail, Ruaha NP
alles voll Zecken!!! Ruaha River Trail, Ruaha NP

Die kleinen, bunten Zwergspinte sind im südwestlichen Tansania mit Abstand die am häufigsten zu sichtende Bienenfresserart und immer für ein Foto gut. Das gleiche gilt für die Gabelracken, die mit Pattex an jedem dritten Baum extra für die Touristen angeklebt wurden.

Zwergspint/Little Bee-eater (Merops pusillus), Ruaha River Trail, Ruaha NP
Graufalke/Grey Kestrel (Falco ardosiaceus), Ruaha River Trail, Ruaha NP
Gabelracke/Lilac-breasted Roller (Coracias caudatus), Ruaha NP
Dik Dik, Ruaha River Trail, Ruaha NP
Mohrenklaffschnabel/African Openbill (Anastomus lamelligerus), Ruaha NP

Im weiteren Verlauf des Ruaha River Trails gibt es einen großen, sehenswerten Baobabwald. Die charakteristischen Affenbrotbäume sind im Ruaha-Gebiet wirklich sehr zahlreich vertreten. Der Stammumfang der Baobabs (auf Kisuaheli: Mbuyu) Bäume hat immer wieder dazu geführt, dass das Alter dieser Baumart überschätzt wird. Umfangreiche Studien in Ostafrika haben jedoch ergeben, dass nur wenige Baobabs älter wie 400 Jahre sind. Im Übrigen sagt der Stammumfang nichts über das Alter des Baobabs aus. Bei einem Baobab mit lediglich 4,5 Metern Umfang könnte ein Alter von über 1.000 Jahren nachgewiesen werden.

 

Heute Vormittags sichten wir zum ersten Mal die sonst so häufig vorkommenden Warzenschweine. Ab und zu kreuzt eine Giraffe unseren Weg und langsam wird es Zeit für eine Kaffeepause. Lt. Nüvi gibt es kurz vor dem Zusammenfluss mit dem Mwagusi Sand River einen Picnic Spot.

Leider ist er nicht so schön gestaltet, wie der andere Picnic Spot direkt am Mwagusi, weshalb ich in mal in Old Picnic Spot umbenenne. Mangels geeigneter Sitzgelegenheiten dient die Motorhaube des Grünen Landcruisers als Abstellfläche. Die Toilettenbude ist von Tierkot total verdreckt, aber immerhin hat´s eine verschließbare Tür. Auch der Blick Richtung Fluss ist nur eingeschränkt möglich, da alles total zugewachsen ist. Dafür entdecken die Männer wieder eine hübsche grüne Buschschlange im Geäst. Ein weiteres Safarifahrzeug spuckt eine Großfamilie mit Kindern aus. Wir weisen die Eltern darauf hin, ein Auge auf die Schlangen in den Büschen zu haben, denn im Moment konnten wir die Art ja noch nicht als ungefährlich bestimmen. Ruckzuck sitzen alle wieder im Auto und suchen den "neuen Picnic Spot)" am Mwagusi auf.

Baobabwald, Ruaha NP
Ruaha NP
Old Picnic Spot, Ruaha River Trail/Mwagusi River, Ruaha NP
Jochen, Old Picnic Spot, Ruaha River Trail/Mwagusi River, Ruaha NP
Lazaro und Axel, Old Picnic Spot, Ruaha River Trail/Mwagusi River, Ruaha NP
Claudio, Old Picnic Spot, Ruaha River Trail/Mwagusi River, Ruaha NP
Lazaro, Old Picnic Spot, Ruaha River Trail/Mwagusi River, Ruaha NP
Spotted Bush Snake (Philothamnus semivariegatus), Old Picnic Spot, Ruaha River Trail
Old Picnic Spot, Ruaha River Trail

Mittlerweile ist es schon wieder so heiß geworden, dass alles was vier (und zwei Beine) hat träge geworden ist und Schatten unter Busch und Bäumen aufsucht. Für uns also Zeit zur Campsite zurück zu fahren. Dafür wählen wir zunächst eine parallel verlaufende Strecke, bevor wir wieder auf den River Trail gelangen und dann schließlich auf Höhe des Mbuyu Lookouts rasch Richtung New Park Bandas, bzw. "Elephant Valley" abbiegen. Am Wegrand stehen mehrere Fahrzeuge. Ein räudiger Löwenpascha hat es sich mit seinen Damen unter einem schattigen Baum gemütlich gemacht. Sein Gesundheitszustand ist nicht der Beste. Möglicherweise hat er die Hundestaupe oder ist einfach nur sehr alt.

Ruaha NP
Impalas, Ruaha NP
Ruaha NP
Ruaha NP
Ruaha NP
Ruaha NP
Schlafende Löwen im Schatten!!! Ruaha NP

Bevor wir zur Campsite abbiegen, möchte ich noch die neuen Park Bandas (Cottages! - nicht zu verwechseln mit den alten Park Bandas für 20 US$ pP in der Nähe der Campsite und des Headquarters) auf dem Hügel als zukünftige Übernachtungsoption in Augenschein nehmen. Leider findet man im Internet bislang nur eine wenig informative Quelle hierzu. Auf dem Gelände ist ein kleines Nationalpark Office installiert und vom Manager werden wir herzlich begrüßt. Er ist gerne bereit uns mehrere Haustypen zu zeigen. Viele Buchungen sind aktuell eh nicht vorhanden.

 

Es gibt kleine Doppelcottages mit nur einem Schlafzimmer, aber auch größere mit mehreren Schlafzimmern für Familien, sowie für Selbstversorger sogar mit kleiner Küche. Alles ist sehr sauber und noch neuwertig, aber einfach eingerichtet. Die Schlafzimmer verfügen über Moskitonetze. Jedes Cottage hat einen eigenen Kühlschrank, eine kleine Veranda mit Blick zum Ruaha River, Elektrizität und warmes Wasser. Wir sind wirklich erfreut. Vor allem Sikoyo hat für künftige Reise eine preiswerte Alternative für Nichtcamper in der Hinterhand. Die Übernachtung kostet 50US$ pro Person/Nacht. Egal ob man ein Cottage allein oder mit mehreren Personen nutzt. Auf jeden Fall ist man hier sehr nah an den Wildlife-Hotspots und muss nicht lange Anfahrtswege am Morgen und Abend in Kauf nehmen. Wenn man bedenkt, dass die Camping Fee 30 US$ beträgt, sind die Cottages ein absolut luxuriöses Schnäppchen. Sehr erfreulich fand ich die Möglichkeit im angeschlossenen Restaurant auf dem großem TV das heutige WM-Spiel Frankreich gegen Deutschland während des Dinners sehen zu können. Die Preise halten sich in moderatem Rahmen. So kostet zum Beispiel ein Frühstück nur 5.000 TSh (2,20 €) und das Dinnerbuffet 12.000 TSh (5,30 €). Auch für einen Lunchstopp bietet sich das Restaurant an, denn von der rückwärtigen, schattigen Terrasse hat man einen fantastischen Blick über den Ruaha River. Außerdem ist ein Schwätzchen mit den Nationalparkangestellten immer eine wichtige Informationsquelle.

 

Direkt neben dem Restaurant gbit es einen kleinen Shop, in welchen man kalte Getränke, Zigaretten, Toilettenartikel, Süßigkeiten und Streichhölzer erwerben kann.

 

Reservierungen über: ruaha@tanzaniaparks.com

Während uns Prosper zum Lunch mit lecker Nudelsalat (lt. Claudios Aufzeichnungen) verwöhnt, schildere ich meine Eindrücke von den New Parks Bandas und demokratisch beschließen wir, Prosper den restlichen Tag frei zu geben und die Jungs zum Dinnerbuffet mit Fußball im Parkrestaurant einzuladen. Prosper und Lazaro sind nämlich große Fußballfans und drücken Deutschland die Daumen!

Blaukopfastrild/Blue-capped Cordonbleu (Uraeginthus cyanocephalus), male, Campsite No1, Ruaha NP
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