Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

27.07.12 Talek River, Masai Mara

Heute geht´s für uns wieder um 07:00 Uhr auf Game Drive. Gerd ist immer noch krank und so haben wir den Mzungu-Express immer noch für uns allein. Ein Bütterchen für die Lunchtime haben wir uns beim Frühstück selbst geschmiert und eingesteckt.

 

Direkt hinterm Camp läuft eine Hyäne durch die Savanne und die Ballons sind auch wieder da. Allerdings ist es heute wieder bedeckt, trüb und noch dazu relativ kühl. Die Fotos von gestern sind nicht zu toppen.

 

Schon wieder zwei Hyänen! Heute muss Hyänen-Tag sein!

 

Wir fahren zunächst zum Ol Doinyo Loldopai, dem kleinen Aussichtshügel, um zu schauen, wie weit die Wanderung der Gnus letzte Nacht fortgeschritten ist. Von hier oben hat man einfach den perfekten Überblick bis weit hinüber auf die Conservancy-Seite. Die Gnus und Zebras ziehen immer noch in langen Kolonnen parallel zum Mara River gen Norden. Und wir sichten einen kleinen Buschbrand, der mir ganz in der Nähe zu sein scheint. Sind dort vorhin nicht gewesen? 

Tüpfelhyäne, Masai Mara
Balloning in der Masai Mara
Tüpfelhyänen, Masai Mara
riesige Gnuherden versammeln sich am Ol Doinyo Loldopai, Masai Mara
Gnus, wohin das Auge blickt, Masai Mara

Noch in der Nähe des Aussichtshügels macht sich eine Geierschar an einem Kill der letzten Nacht zu schaffen. Wir können leider nicht erkennen, welches Tier dran glauben musste.

 

Ahmed möchte uns heute unbedingt noch einen Leoparden zeigen und so beschließen wir, das Talek-River-Gebiet zu erkunden. Denn das ist Leoparden-Land!

Geier am Kill, Masai Mara
Ohrengeier in der Nähe des Kills, Masai Mara
Detailkarte Talek River, Masai Mara, Karte: T4Africa

Wir werden auf unserem Weg von endlos langen Gnu-Trecks begleitet. Ist das ein Schauspiel!

 

Mitten in einer Herde muss sich ein Drama abgespielt haben, denn zwei Hyänen schlagen sich an einem Gnu-Kill die Bäuche voll!

die Gnu-Trecks in der Mara
lange "Gnustraßen", Masai Mara
Hyänen beim Frühstück, Masai Mara
Hyäne beim Frühstück, Masai Mara
Hyäne beim Frühstück, Masai Mara
Hyäne beim Frühstück, Masai Mara
Hyänen sehen doch eigentlich sehr hübsch aus..., Masai Mara
Hyänen beim Frühstück, Masai Mara

Nördlich vom Ashnil-Camp künden mehrere Tourbusse von einer interessanten Sichtung. Ein zwölfköpfiges Löwenrudel mit vielen Jungtieren hat an einem kleinen Tümpel ein Topi erlegt und nun wird die Beute einvernehmlich verspeist. Eine gute halbe Stunde verfolgen wir das Festmahl der Familie.


Es ist schon lustig, wie sie mit ihren vollen Bäuchen, die Tatzen nach oben im Gras Siesta halten. Meine drei Stubentiger machen es auch nicht anders, wenn es ihnen gut geht und sie satt und zufrieden sind. Entspannung pur!

12 Löwen am Topi-Kill, Masai Mara
12 Löwen am Topi-Kill, Masai Mara
Löwe am Topi-Kill, Masai Mara
Löwe am Topi-Kill, Masai Mara
vollgefressen und satt!
Löwe am Topi-Kill, Masai Mara
diese Löwin hat eine Verletzung an der linken Schulter
Kuscheln unter Löwens!

Zwischen diesem Kill und dem Airstrip des Intrepid Camps fahren wir durch endlos scheinende Grasebenen. Tiere sind hier nicht auszumachen. Erst auf Höhe des Airstrips stoßen wir auf eine Herde Topis, Impalas und Thomsons Gazellen. Ein Masai-Strauß und einige Warzenschweine lassen sich auch bklicken.

Topis am Talek River, beim Intrepids Camp, Masai Mara
Thomsons Gazellen, Talek River, beim Intrepids Camp, Masai Mara
Masai-Strauß, Talek River, beim Intrepids Camp, Masai Mara
Topis und Impalas am Talek River, beim Intrepids Camp, Masai Mara
Impalabock am Talek River, beim Intrepids Camp
Impalabock am Talek River, beim Intrepids Camp
Impalas am Talek River vor dem Airfield des Intrepid Camps

Ahmed lenkt den Wagen direkt an den Fluss und wir schauen in jede Baumkrone, um ja keinen Leoparden zu verpassen. Leider haben wir kein Glück.

 

Lediglich ein einsamer Elefantenbulle, eine Tse-Tsefliege am Auto, einige Kroks und ein paar wunderschöne Wasserböcke auf einer Sandbank lassen sich blicken.

Talek River beim Intrepid Camp
Talek River, Masai Mara
am Talek River, Masai Mara
Talek River, Masai Mara
Tse Tsefliege, Talek River, Masai Mara
Talek River
Krokodil am Talek River, Masai Mara
Krokodil mit Nilenten am Talek River
Wasserböcke, Talek River

Der Hippo Pool am Talek River ist landschaftlich sehr schön und eine große Nilpferd-Familie dümpelt entspannt in diesem Wellnesstempel.

 

Auch Ahmed genießt die Szenerie!

Hippo-Pool am Talek River
Hippo-Pool am Talek River
Hippo-Pool am Talek River
Hippo-Pool am Talek River
wir werden aufmerksam beobachtet, Hippo-Pool am Talek River
Ahmed, Hippo-Pool am Talek River
Jochen, Hippo-Pool am Talek River
Talek River

Keine Viertelstunde später – wir sind auf dem Weg Richtung Fig Tree Camp – folgt völlig unerwartet das Highlight des heutigen Tages: Lions in Love! Nur ein weiteres Safarifahrzeug teilt diese Pornovorstellung mit uns. Welch ein wunderschöner, dunkelmähniger Pascha mit seiner Lady!

 

Und tatsächlich, wir konnten die Uhr danach stellen: Löwen paaren sich im Abstand von 10 bis 15 Minuten mehrmals. Das Paar separiert sich vom Rudel und der Paarungsvorgang kann sich vier bis sieben Tage hinziehen. Was für ein anstrengender Job!

 

Wir konnten zwei Paarungen verflogen, bis die beiden die Nase voll von den Spannern hatten und sich weiter entfernt vom Weg in die Büsche zurückzogen.

Lions in Love, Nähe Fig Tree Camp, Talek River
Lions in Love, Nähe Fig Tree Camp, Talek River
Lions in Love, Nähe Fig Tree Camp, Talek River
Lions in Love, Nähe Fig Tree Camp, Talek River

15 Minuten später erreichten wir das Fig Tree Camp. Jochen und ich gönnten uns hier einen Toilettengang und anschließend einen Kaffee in der Bar.

Das Camp ist sehr schön am Talek River gelegen. Eine kleine Fußgängerbrücke führt vom Parkplatz direkt in den Bar-Rezeptionsbereich. Die Zelte stehen auf der anderen Seite des Talek direkt am Steilufer mit Flussblick. Die Aussicht vom Zelt ist besser, wie beim Ashnil Camp.

 

Als wir uns nach einer halben Stunde wieder Richtung Tourbus und Ahmed aufmachten, war dieser umzingelt vom gefühlt kompletten Personal des Fig Tree Camps. Ahmed saß im Van und erklärte stolz das Auto-TV (mein Nüvi, das ja immer mit dabei war). Er war eindeutig der Star! Wir unterhielten uns noch eine Weile und gaben Erklärungen ab, was so ein Navigationsgerät alles kann (oder auch nicht!) und machten uns dann auf den Rückweg Richtung Mara River.

Fig Tree Camp, Talek River
Fig Tree Camp, Masai Mara
der Fig Tree Camp mit Bar, Talek River
Fig Tree Camp, Talek River
Fig Tree Camp, Talek River

Als wir den kleinen Galeriewald am Talek River verließen sahen wir sofort die große Rauchwolke eines riesigen Buschbrandes! Genau in Richtung Ashnil Camp. Oh schiet!!! Ich war mir relativ sicher, dass ich heute niemals im Stehen geraucht habe... Mehrmals unterzog ich Jochen einem Verhör, ob er vielleicht bei geöffnetem Dach im Büsli glühende Asche verloren hat. Aber auch Jochen verneinte das energisch.

 

Ich sah uns schon in einem kenianischen Knast unter Anklage wegen Abfackeln der schönen Masai Mara! Ahmed versicherte mir, dass es auch nicht an den PKW´s liegen könne, die ev. durch Katalysatoren etc. das hohe Gras in Brand gesteckt haben. Leider war über Funk nicht Genaues rauszukriegen. Hmmh, die anderen müssten ja inzwischen wieder im Camp sein... Hoffentlich haben sie sich retten können! Funkkontakt zu Gulu besteht nicht. Die sind bestimmt schon alle kohlrabenschwarz!

 

Die Szenerie wurde immer bedrohlicher, je näher wir Richtung Mara River kamen! Lediglich die Gnus in den Plains schienen noch einigermaßen entspannt.

Masai-Strauß, im Hintergrund Buschbrände, Masai Mara
Buschbrände am Mara River
Buschbrände am Mara River
Buschbrände am Mara River
Buschbrände am Mara River
Buschbrände am Mara River
Buschbrände am Mara River
Buschbrände am Mara River

Da wir wegen des dichten Qualms nicht den direkten Weg zum Camp nehmen konnten, beschloss Ahmed zunächst zum Ol Doinyo Loldopai zu fahren, damit wir uns einen Überblick verschaffen können. Am Lookout trafen wir auf einige Ranger des Narok County Council, die mir auf mehrfache Nachfrage versicherten, dass die Brände auf der Conservancy-Seite, direkt am Mara River wüten. Aber wer sie gelegt hat und warum, konnten die Ranger auch nicht sagen. Sie wären halt nur für das Narok County Council Reserve zuständig. Den Tansaniern konnte man das nun auch nicht wirklich in die Schuhe schieben und Somalia ist zu weit weg! Ich bin aber erstaunt, dass die Ranger der beiden verschiedenen Reserves in so einer Situation nicht miteinander in Kontakt stehen.

 

Mir fiel ein großer Felsbrocken vom Herzen! Auf der anderen Seite war es aber recht windig. Was, wenn der Wind glühende Asche über den Fluss in das Ashnil Camp weht?

 

Ahmed konnte Gulu schließlich per Handy erreichen und zurzeit sind alle noch am Leben und nicht geflüchtet!

 

Wir drehten noch eine Runde am Mara River entlang. Der Himmel war quittegelb und überall regnete es Asche! Je weiter wir Richtung Camp kamen, umso stickiger wurde die Luft.

Buschbrand auf der Conservancy-Seite, Masai Mara
im Vordergrund der Mara, Buschbrand auf der Conservancy-Seite
Mara River mit Buschbrand
Bergspint (Merops oreobates), Masai Mara
Giraffe im Qualm, Masai Mara

Als wir gegen 16.00 Uhr den Parkplatz der Ashnil Lodge erreichten, war ich doch sehr erleichtert, dass alle noch am Leben waren! Sie brachen gerade wieder auf zum Nachmittags-Game-Drive und ich versprach für die Evakuierung des Gepäcks zu sorgen, falls sich die Lage hier verschlimmern sollte!

 

Der Wind drehte dann aber zum Abend, so dass wir auch keine Atemmasken bei den Japanern ausleihen mussten. Der Feuerschein auf der anderen Flussseite war gut zu sehen und ich hoffe, dass die hier im Camp gute Notfallpläne haben!

 

Annick erzählte mir dann am Abend, dass sie vom Lookout genau sehen konnten, wir auf der anderen Mara-Seite ein Rangerfahrzeug so alle hundert Meter Feuer gelegt hat. 

 

War das wieder ein aufregender Tag!

die Conservancy fackelt ab! Ashnil Camp, Masai Mara
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© Marina Meger 2017