Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

02.06.2013 Kapula Private Camp, Hwange NP

Karte T4Africa Kapula - Lukosi River Loop - Sinamatella - Mandavu - Kapula

Die Löwen haben die ganze Nacht durch gebrüllt und Hyänen haben dem Camp einen Besuch abgestattet. Für Jochen und mich gibt es erst mal eine heiße Dusche! Anschließend bereiten wir im Küchenzelt unser Frühstück. Wie fast jeden Morgen mit viel Eiern und viel Speck für Jochen. Die Goldbugpapageien entern das Vogelbad und ein schöner Mewesglanzstar setzt sich auch in Positur.

 

Für unseren vormittäglichen Game Drive haben wir das Sinamatella Camp via Lukosi River Drive auserkoren. Am Lukosi River bestehen die besten Chancen Leoparden zu sichten. William bittet uns den Kapula-Mitarbeiter Lucky auf dem Rückweg mitzunehmen. Er war im Örtchen Hwange einkaufen und wartet nun auf einen Lift zurück ins Camp. Das machen wir doch gerne.

 

Zunächst aber stoppen wir am Masuma Dam und schauen den Wasserböcken und Hippos eine Weile zu. Der Pavian-Pascha genießt die wärmenden Sonnenstrahlen, die Kroks tun es ihm am Ufer des Dams gleich und eine große Herde Impalas stillt ihren Durst.

Goldbugpapagei / Meyer´s Parrot (Poicephalus meyeri), Kapula Camp, Hwange NP
Mevesglanzstar / Meves's Glossy-Starling (Lamprotornis mevesii), Kapula Camp, Hwange NP
Wasserböcke, Masuma Dam View Hide, Hwange NP
Wasserbock, Masuma Dam View Hide, Hwange NP
Pavian, Masuma Dam View Hide, Hwange NP
Impalas, Masuma Dam View Hide, Hwange NP
Heiliger Ibis / Sacred Ibis (Threskiornis aethiopicus), Masuma Dam, Hwange NP
Wasserböcke, Masuma Dam View Hide, Hwange NP
Masuma Dam View Hide, Hwange NP
Elefantenfriedhof, Masuma Dam View Hide, Hwange NP
Masuma Dam View Hide, Hwange NP

Am Lukosi River Drive schauen wir anschließend in jedem für Leoparden geeigneten Baum, aber bis kurz hinter Baobab Pan sehen wir keine Säugetiere. Teilweise gibt es einige steile, felsige Abschnitte um Baobab Pan zu bewältigen, für die die Bodenfreiheit eines normalen 2x4 nicht ausreicht. Erst in der Ebene vor Sinamatella kreuzt eine größere Zebraherde unseren Weg. Das war es dann aber auch schon mit Tiersichtungen. Unterhalb von Sinamatella treffen wir auch die drei Wagen der südafrikanischen Männertruppe, die uns schon in Deteema einen Besuch abgestattet haben. Wir unterhalten uns kurz und tauschen die bislang nicht vorhandenen Tiersichtungen aus.

 

Sinamatella selbst wirkt wie ausgestorben. Außer dem Camp Warden und „unserem" Lucky sehen wir nur noch eine weibliche Angestellte des Camps. Ein Lodgefahrzeug mit zwei Touristen an Bord kommt gerade eingefahren. Vor dem Tourist Office hängt eine sehr detaillierte Karte vom gesamten Hwange Nationalpark. Also auch von den Gegenden, die für den gemeinen Touristen nicht frei gegeben sind. Der Warden meinte aber, dass es diese Karte nicht als Papierkarte zu erwerben gibt. Also muss ein Foto davon reichen. Wir werfen noch einen Blick in den kleinen Shop... Naja, der Ausdruck Shop ist übertrieben. Es handelt sich eher um einen kleinen Lagerraum. In einigen verstaubten Regalen liegen Maismehl- und Reissäcke und der Kühlschrank ist gefüllt mit Cola, Fanta, Wasserflaschen und Bier. Also erstehen wir lediglich eine Palette Cola.

Rotschnabelfrankolin / Red-billed Francolin (Francolinus adspersus), Lukosi River Loop, Hwange NP
Baobab Pan, Lukosi River Loop, Hwange NP
Sinamatella Camp, Hwange NP
Wüstenrosen (Adenium), Sinamatella Camp, Hwange NP
Wüstenrose (Adenium), Sinamatella Camp, Hwange NP

Ein Rundgang durch das Camp verstärkt unseren Eindruck vom bröckelnden Charme dieses einst gut gebuchten Camps. Strohdächer ohne Stroh, milchige Fensterscheiben, rund um das ehemalige Restaurant liegt viel Müll. Nichtsdestotrotz hat eine hier eine grandiose Aussicht in die Ebene. Aber auch von hier oben sieht man zurzeit keine Tiere. Wir laden Lucky und seine Einkäufe in unserem Wagen, spendieren ihm eine Cola und sind froh, dass wir hier nicht übernachten.

Blick vom Sinamatella Camp, Hwange NP

Auf dem Rückweg stoppen wir am Mandavu Dam. Das Camp ist offensichtlich komplett belegt durch eine größere Gruppe, die nur in Schlafsäcken in den Hides nächtigt. Überall liegen Ihre Utensilien und ein Haufen Müll herum. Der Attendant des Camps ist nicht sehr gesprächig, erklärt mir jedoch auf Nachfrage, dass der Mandavu Dam, das größte Gewässer natürlichen Urspungs im Hwange ist und deshalb hier Fischen erlaubt ist. Am gegenüberliegenden Ufer können wir einige Einheimische oder Ranger sehen, die ihren recht eintönigen Speiseplan um eiweißreiche Kost erweitern.

 

Außer einigen Kudus, der im See lebenden Hippofamilie und einigen possierlichen Klippschliefern sind wir auch hier durch keine großartigen Tiersichtungen verwöhnt worden. So geht´s dann weiter mit kurzem Zwischenstopp in Masuma Dam (Tiersichtungen: Nilwaran, Impalas).

Klippschliefer, Mandavu Dam, Hwange NP
Mandavu Dam, Hwange NP
Klippschliefer, Mandavu Dam, Hwange NP
Mandavu Dam, Hwange NP
Skink, Mandavu Dam, Hwange NP
Mandavu Dam, Hwange NP
Mandavu Dam, Hwange NP

Zurück im Kapula Camp wird der verlorene Mitarbeiter Lucky herzlich von William und Taurai begrüßt. Jochen und ich gönnen uns erst einmal einen Kaffee und ein paar Kekse. Unser Brot, welches ich natürlich nicht im Kühlschrank, sondern im Regal in einer Tüte gelagert habe, ist an einer Ecke angeknabbert. Ich habe die dreiste Buschhörnchenkolonie in Verdacht... Also wandert die Brottüte nun doch in den Kühlschrank (Buschhörnchensafe)!

 

Den Nachmittag verbringe ich auf der Veranda mit Blick zur Vogeltränke und Jochen auch auf der Veranda ohne Blick, dafür mittagsschlafend. Ganz besonders freue ich mich über die hübschen Haubenbartvögel, die in meiner Sammlung noch fehlen.

Trauerdrongo / Fork-tailed Drongo (Dicrurus adsimilis), Kapula Private Camp, Hwange NP
Buschhörnchen, Kapula Private Camp, Hwange NP
Mahaliweber / White-browed Sparrow-Weaver (Plocepasser mahali), Kapula Camp, Hwange NP
Buschhörnchen, Kapula Camp, Hwange
Buschhörnchen, Kapula Camp, Hwange
Haubenbartvogel / Crested Barbet (Trachyphonus vaillantii). Kapula Camp, Hwange NP

Gegen 16:00 Uhr fahren wir dann noch einmal zum nahen Masuma Dam, wo sich unsere 12-köpfige südafrikanische Männertruppe häuslich eingerichtet hat. Drei Flaschen Gin und Unmengen Tonicwater müssen innerhalb kürzester Zeit hier vernichtet worden sein. Wir unterhalten uns kurz, bevor eine 35 köpfige Eli-Herde das kleine Wasserloch in Beschlag nimmt.

 

Nach und nach finden sich auch Zebras, Büffel, Kudus, Wasserböcke, Impalas und die Paviane ein. Kurze Zeit später, die Südafrikaner sind schon abgereist, trifft das Lodgefahrzeug, dass wir am Vormittag in Sinamatella getroffen haben ein. Sie sind ca. eine halbe Stunde nach uns in Sinamatella aufgebrochen und haben doch tatsächlich an der Straße dort ein siebenköpfiges Löwenrudel entdecken können. Jaja, so ist das.

 

Kurz danach berichten zwei südafrikanische Päarchen von einer Leopardensichtung kurz hinter dem Main Camp bei Nyamandhlovu. Mitunter ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort...

Masuma Dam, Hwange NP
Masuma Dam, Hwange NP
Masuma Dam, Hwange NP
Masuma Dam, Hwange NP
Masuma Dam, Hwange NP
Kudus, Masuma Dam, Hwange NP
Büffel, Masuma Dam, Hwange NP
Rotschwingenstar / Red-winged Starling (Onychognathus morio), Masuma Dam, Hwange NP
Masuma Dam, Hwange NP

Ab 17:30 Uhr haben wir den Masuma Dam dann wieder ganz für uns allein und werden zwanzig Minuten später mit dem Brüllen der Löwen (close to the hide) belohnt.

Masuma Dam, Hwange NP
Mevesglanzstar / Meves's Glossy-Starling (Lamprotornis mevesii)
Masuma Dam, Hwange NP
Masuma Dam, Hwange NP

Zurück in Kapula berichtet uns Tauri, dass kurz nach unserem Aufbruch zwei Hyänen im Camp waren und dass die Löwen in der Nähe gebrüllten. Es war vermutlich das gleiche Rudel, das wir auch am Dam gehört haben. 

 

Mit zwei T-Bone-Steaks verziehen wir uns erst einmal im Küchenzelt. Jochen brutzelt vor sich hin und ich bereite den Salat. Während wir so köcheln hören wir vor dem großen Zelt Hyänengeschrei und gleich anschließend wieder Löwengebrüll. Ein Check mit der lichtstarken Taschenlampe ergibt 8 Hyänen, die sich zielstrebig auf das offene Dining Tent zubewegen. Oh, oh, Jochen möchte seine Steaks sicher nicht teilen. Wir beschließen sie allein zu genießen und verbarrikadieren uns in der Küche. Ein aufgebrachter Elefant trompetet laut in der Nähe. Das Dinner dauert nicht lange und der Abwasch ist in Rekordzeit erledigt. Dann geht´s zügig nach allen Seiten sichernd Richtung Chalet No. 3.

 

Die Hyänen haben ihrem Standort vor unser Chalet verlagert. Von unserer Veranda aus können wir beobachten, wie sich je zwei Paare direkt auf uns zu, zwei nach links und zwei nach rechts verteilen. Die anderen beiden verlieren wir aus den Augen. Ich habe das Gefühl, dass die unheimlich neugierig sind. Bis auf 10 Meter ließen wir sie herankommen, dann beschloss ich erst einmal im Zelt die heiße Dusche zu testen... Später genossen wir dann noch auf der Veranda unsere Abendzigarette. Drei leuchtende Augenpaare im Hintergrund in der Nähe des Wasserlochs – vermutlich zurückgelassene Jungtiere des Hyänenrudels – waren noch lange zu sehen. Und wieder fällte ein Eli in der Nähe des Camps einen Baum. Scheint hier auch Gewohnheit zu sein. Jochen und ich krabbeln in das gemütliche, breite Doppelbett mit Federbettzeug und träumen schnell von Afrika...

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© Marina Meger 2017