Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

15.11.2015, Chez Lando Hotel, Kigali, 137 km

Die Nacht in bequemen Betten war sehr erholsam und ruhig, trotz der nahen Hauptstraße. Im Anschluss an das sehr gute Frühstück erwartete uns ein optischer Leckerbissen in Form von mehrlagigem, rosa Tüllröckchen, kombiniert im dunkelblauen Adiletten! Dreimal dürft ihr raten, welcher Nationalität diese Touristin angehörte (Foto wird nicht veröffentlicht)!

Mackinnonwürger/Mackinnon's Shrike (Lanius mackinnoni)♂, Kisoro, Uganda
Weißschwanz-Haubenschnäpper/White-tailed Blue-Flycatcher (Elminia albicauda), Kisoro, Uganda
Askari, Travellers Rest, Kisoro, Uganda
Grauflügel-Rötel/Grey-winged Robin-Chat (Cossypha polioptera), Kisoro, Uganda

Ich beglich unsere Rechnung (Übernachtung 120,00 US$/Zimmer/Halbpension) und da Lydia zur vereinbarten Zeit nicht eintraf, fuhren wir den kurzen Weg zur Nkuringo Gorilla Junction runter. Die Überraschung war groß auch nochmals mit Agatha zusammen zu treffen. Lydia brachte gerade eine amerikanische Reisegruppe auf Safari, die Agatha als Guide begleitete. Mit von der Partie war eine 80jährige Dame. Lydia murmelte noch etwas davon, dass für Nkuringo gebuchte Gorilla-Tracking doch besser auf Rushaga umzubuchen, da die Primaten aktuell rascher am Ruvuma River zu erreichen waren.

 

Agatha brauste mit ihren Gästen davon und wir setzten uns noch ein wenig mit Lydia zusammen, reflektierten unseren Aufenthalt in Nkuringo und lernten Lydias kleine Tochter Ella kennen. Dann war es auch für uns Zeit sich zu verabschieden. Spätestens im März 2016 würden wir uns in Deutschland anlässlich der ITB wieder sehen und hinsichtlich des Projekts Nkuringo Health Unit per Email in Kontakt bleiben.

Staff, Jochen und Agatha, Nkuringo Gorilla Junction, Kisoro, Uganda
Lydia und Agatha, Nkuringo Gorilla Junction, Kisoro, Uganda
Lydia und Ella, Nkuringo Gorilla Junction, Kisoro, Uganda
Ella, Nkuringo Gorilla Junction, Kisoro, Uganda

Gegen 11:00 Uhr stoppten wir am kleinen Grenzübergang bei Kyanika. Auch trotz East-African-Visa benötigten wir für die ganze Prozedur etwa 45 Minuten. Offensichtlich sparten wir uns aber das Anstehen an einem der drei unterschiedlichen Gebäude.

 

Auf der geteerten mit  Schlaglöchern durchsähten Straße passierten wir nicht weit hinter der Grenze den Abzweig zum Volcanoes Nationalpark, wo ebenfalls Gorillas getrackt werden können (Permit 750 US$). Bei Ruhengeri sahen wir linkerhand das Office der Dian Fossey Gorilla Foundation und weiter gings auf der teilweise sehr kurvigen Main Road Richtung Kigali durch das Bergland. Der Landcrusier musste sich an einigen Steigungen ganz schön anstrengen. Und ja, die Straßenränder sind weniger vermüllt wie in Uganda, aber die Bevölkerung scheint nicht wohlhabender zu sein. Zumindest war dies unser Eindruck von außen. Insgesamt fanden wir sie ein weniger reservierter, wenn wir grüßten. Dafür war die Obrigkeit sehr entgegen kommend und geduldig mit Touristen. Nicht ahnend, dass in einigen Dörfern offensichtlich Tempolimit 40 km/h gilt, wurden wir mit 52 km/h geblitzt. Der junge Polizist beließ es nach Bekundung unserer Unwissenheit bei einer mündlichen Ermahnung.

Karte Route Kisoro-Kigali, T4Africa
Kyanika-Border
Kyanika-Kigali-Road, Ruanda
Kyanika-Kigali-Road, Ruanda
Kyanika-Kigali-Road, Ruanda
Kyanika-Kigali-Road, Ruanda

Durch das Bergland begleitete uns ein heftiges Unwetter mit Starkregen. Der Scheibenwischermotor der Beifahrerseite hatte passend den Geist aufgeben. Gerald, Douglas Fahrer für den Rücktransport des Landcruisers nach Kampala, erwartete uns schon im Chez Lando Hotel. Tanken konnten wir leider nicht mehr, da wir auf die Schnelle keine Tankstelle fanden, in welcher wir mit Kreditkarte zahlen konnten. Offensichtlich waren unwetterbedingt die Systeme ausgefallen und Ruandische Franc wollten wir nicht tauschen. So versorgten wir Gerald nach Ankunft am Hotel neben einem guten Trinkgeld mit ausreichend Uganda-Schilling für die Heimreise.

 

Wir bezogen ein schönes, klimatisiertes Zimmer und begaben uns zunächst zum späten Lunch in das angeschlossene, sehr gute Restaurant, bestellten einen Flughafenshuttle für 21:00 Uhr und checkten die Emails via Wifi im Rezeptionsbereich. Für eine ausgedehnte Ruhepause, Dusche und ein Dessert reichte die Zeit auch noch. Der Shuttle benötigte am Abend nur etwa 10 Minuten bis zum Flughafen, der sehr viel moderner präsentierte wie der ugandische. Unsere Maschine der Brussels Air hob überpünktlich ab, leider galt dies jedoch nicht für den Anschlussflug nach Hannover. Mit mehr als einer Stunde Verspätung erreichten wir wieder heimatliche Gefilde.

 

Die Regenzeit hatte Überraschendes zu bieten: Bis auf Entebbe und Kampala gab´s keine Moskitos! Die Temperaturen bewegten sich im Bereich bis maximal 24°. Die einzige Ausnahme bildete der tiefer gelegene Queen Elizabeth NP, wo es an die 30° ging. Schwüle Wärme mit Luftfeuchtigkeit an die 100% hatten wir zu keiner Zeit. In der Regenzeit waren extrem wenig Schmetterlinge unterwegs, dafür ließ sich die Vogelwelt aufgrund der beginnenden Brutzeit sehr gut beobachten.

 

Im direkten Vergleich zu drei Reisen in der Trockenzeit werde ich auf jeden Fall nach Möglichkeit für zukünftige Touren die Regenzeit vorziehen, da der Himmel/die Luft klar ist und regelmäßig grandiose Landschaftsaufnahmen zulässt. In der Trockenzeit hat man in der Regel von morgens bis abends durchgehend mit viel Dunst und Staub in der Atmosphäre zu kämpfen, im Wald wird´s dadurch noch dunkler und die Vogelausbeute reduziert sich in der Trockenperiode auf 1/4.

 

In der Regel sind die Vormittage trocken, so dass man die Transferfahrten kurz halten und in den Morgen legen sollte. Die meisten Aktivitäten werden eh in der ersten Tagehälfte angeboten.

 

Einige Unterkünfte waren im November (Nebensaison) komplett ausgebucht. Mit ein wenig Flexibilität und Zeit kann man trotzdem ohne Reservierung noch das ein oder andere Schnäppchen weit unter den offiziellen Preisen erhalten.

 

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Uganda kein Land für klassische Campingtouren mit eigenem oder gemietetem Equpiment ist. In der Trockenzeit ist´s mir mittags im Zelt zu heiß, in der Regenzeit schimmelt das Zelt, man versinkt im Matsch, kann wegen Regens nichts kochen und die Versorgung mit adäquaten Lebensmitteln ist zeitaufwändig. Die Kombination von Lodge, Tented Camp und Lazy Camping ist für uns, vor allem ohne Vorbuchung, eine preiswerte und komfortable Alternative, bei der sich jede Menge Schnäppchen machen lassen und interessante Kontakte zu Einheimischen knüpfen lassen.

 

Eigentlich waren noch drei Tage Lake Kivu in Ruanda geplant, bzw. bei gutem Wetter der Virunga Nationalpark. Nachdem wir den ugandischen Seen viel Zeit gewidmet hatten, war uns nicht mehr nach einem weiteren See und unser Herz hängt offensichtlich an Uganda. Das Wagnis im kongolesischen Virunga Nationalpark aufgrund der klimatischen Verhältnisse viel Geld zu versenken, war uns zu groß und zu kompliziert. Dieser Park steht in der Trockenzeit auf dem Programm.

 

Wir möchten uns herzlich bei allen Personen bedanken, die zum Gelingen dieser speziellen Reise beigetragen haben. Unser besonderer Dank gilt Stefan und Mariam Kluge für die sensationelle Gastfreundschaft und die Unterstützung beim Waisenhausprojekt, Lydia Nandudu, die für mich aktuell wieder eifrig Organisationsaufgaben in Uganda erledigt und an Sabine Pühl, die schon wieder neue Medikamente und Ausstattung für die Health Unit zusammengetragen hat.

 

Da mein Visum noch bis Ende Januar gültig ist, habe ich spontan beschlossen, mir Silvester das Feuerwerk im Flieger über Ostafrika anzuschauen und die Spenden persönlich abzugeben…

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© Marina Meger 2017