Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

12.10.2012 Ishasha/Queen Elizabeth NP - Lake Mburo

Karte Ishasha/QENP - Lake Mburo, T4Africa

261 km

 

Um 08:15 Uhr Piccozeit starten wir auf die permittfreie „weiße Mainroad" durch den Ishasha Sektor wieder Richtung Norden und schauen links und rechts in jeden größeren Baum. Hinterm Katkookye Gate überholte uns grüßend der Guide des Savannah Hotels, der mit seinen Gästen ebenfalls Richtung Kazinga Channel unterwegs ist, während wir im Maramagambo Forest noch einen blauen Riesenturako (immerhin ca. 75 cm groß) im dunklen Baumwipfel beobachteten und gleich anschließend noch einen wunderschönen rot-grünen Narinatrogon.

 

Wenige Kilometer weiter fuhren wir dann wieder auf den wartenden Guide auf, der links ca. 200 Meter von der Straße entfernt zwei Baumlöwen in einem großen Feigenbaum entdeckt hatte. Eines der Tiere machte sich gerade wieder auf den Weg Richtung Boden. Die verschlafene Kollegin räckelte sich genüsslich mal nach links, mal nach rechts. Das war jetzt richtiges Glück! Ohne den haltenden Tourguide hätten wir die Löwin in dieser Entfernung niemals selbst gesichtet. Wir verweilten noch gut eine halbe Stunde, in der Hoffnung ev. noch ein wenig Aktion zu sehen, bevor wir aus Zeitmangel weiter mussten. Definitiv sind diese Löwen ein ganzes Stück weiter nördlich anzutreffen gewesen, wie von den Rangern beschrieben (siehe grüner Punkt auf der o.a. Karte).

Riesenturako / Great Blue Turaco (Corythaeola cristata), South Maramagambo Forest, QENP
Narinatrogon / Narina Trogon (Apaloderma narina), South Maramagambo Forest, QENP
Baumlöwin, South Maramagambo Forest, QENP
Baumlöwin, South Maramagambo Forest, QENP

Im Wald zwischen Kisenyi und Kichwamba hatten wir dann noch das Vergnügen einen Elefanten auf der Piste anzutreffen, bevor es dann endgültig die Zivilisation auf der geteerten Mainroad Richtung Mbarara wieder hatte.

 

Wir fuhren durch grünes, dicht besiedeltes Gebiet, das sich durch intensive Landwirtschaft auszeichnet. Ab Ishaka ging´s durch giftgrüne Teeplantagen, bevor wir Mbarara, ein Zentrum der Rinderhaltung und Milchwirtschaft (sogar mit einer Käserei), erreichten.

 

Hier tankten wir, haben noch einmal den ATM der Barclays Bank um 2 x 500.000 UGX erleichtert, suchten verzweifelt ein Cafe und Jochen kassierte ein Ticket wegen Falschparkens. Ich nutzte den Handyempfang um in der neuen Rwakobo Rock Lodge am Lake Mburo NP zwei Zimmer für uns zu avisieren und wieder hatten wir Glück! 180 US$ kostet uns zwei das Doppel-Chalet mit Halbpension (Vollpension 200 US$).

Elefant, zwischen Kisenyi und Katunguru
Elefant, zwischen Kisenyi und Katunguru
Kichwamba
zwischen Kichwamba und Ishaka
zwischen Kichwamba und Ishaka
zwischen Kichwamba und Ishaka
zwischen Kichwamba und Ishaka
zwischen Kichwamba und Ishaka
Teeplantagen um Ishaka
Teeplantagen um Ishaka
Teepflücker bei Ishaka
Teeplantagen um Ishaka
auch Ananas wird hier angebaut und auf dem Rad tranportiert, Ishaka
Ishaka
Ishaka
Ishaka

Eine gute Stunde sind wir noch von Mbarara auf superguter Straße unterwegs. Die Landschaft hätte ebenso gut das Ällgau im Süden Deutschlands sein können.

 

Zwischen Sanga und Kagate geht´s rechts ab zum Nshara Gate des Mburo Nationalparks. Von hier aus sind es noch 8,7 km auf ruppiger Murrampiste bis zur Lodge. Ca. 1,5 km vor dem Nationalparkgate ist der rechte Abzweig zur Lodge nun durch zwei schwarz-weiße Totempfähle gekennzeichnet. Hier empfangen uns auch die ersten Zebras und Impalas.

zwischen Mbarara und Sanga
Sanga
Sanga
zwischen Sanga und Kagate
Abfahrt zum Nshara Gate, Lake Mburo NP
erste Zebras kurz vor dem Lake Mburo NP
erste Zebras kurz vor dem Lake Mburo NP
Abzweig zur Rwakobo Rock, Lodge, Lake Mburo NP

Von Katie werden wir herzlich empfangen und begrüßt. Wir sind die ersten offiziellen Gäste, denn am Unabhängigkeitstag wurde hier Lodgeeröffnung gefeiert. Aus diesem Grund sind auch die Eltern von Katie und Chris, einem jungen südafrikanisch-britischen Päarchen zu Besuch. Weitere Gäste sind nicht eingebucht.

 

Wir haben mal wieder Glück und erhalten das Chalet „The Rock" mit fantastischem Panoramablick über den Nationalpark und das hügelige Land mit seinen vereinzelten Felsformationen. Auch die Rwakobo Rock Lodge liegt auf einem solchen Felsen. Uns erinnert es ein wenig an Namibia. Das Chalet ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, verfügt über ein großzügiges Bad, private Terrasse, ein Doppel- und ein Einzelbett. Im großen Fig Tree daneben lebt ein Buschbaby. Das Moskitonetz ist leider ein wenig zu kurz geraten, aber hier ist auch kein Malariagebiet. Weiterhin gehören zur Lodge ein zahmes Buschbock-Junges namens Ock und ein Wasserböck-Mädchen namens Angie.

Panoramaview von der Rwakobo Rock Lodge
Rwakobo Rock Lodge
Blick von der Rwakoboa Rock Lodge
Angie, das Wasserbock-Mädchen
Ock, Rwakobo Rock Lodge

Als wir gegen 16:00 Uhr noch zum Game Drive in den Nationalpark aufbrechen möchten, kommt Katie Ehemann Chris mit seinem Vater Nick vorgefahren und begrüßt uns ebenfalls noch. Wir lassen uns von ihm noch erklären, dass die größten Chancen auf Leoparden am Research Track bestehen und Katie versorgt uns netterweise mit einer Parkkarte. Und das war auch gut so, denn man Gate waren die Karten leider aus und es könnte sehr lange dauern, bis wieder neue geliefert werden, erklärte die sehr nette Rangerin. Ich zahlte die Nationalparkgebühr von 35 US$ pro Person und die Gebühr für das Auto wieder komplett in Ugandashilling.

 

Der 260 km² große Nationalpark zeichnet sich durch offenes Grasland, Akazienwälder, Sümpfe, Seen und Felsen aus.

 

Im Park sehen wir zunächst eine große Herde Ankole-Rinder. Den Himahirten der an den Park grenzenden Farmen ist es erlaubt, ihr Vieh im Park zu weiden. Am Lake Mburo versucht man die Interessen der ländlichen Bevölkerung und den Naturschutz unter einen Hut zu bekommen. So sind die angrenzenden Gemeinden zu einem Teil an den Tourismuseinnahmen beteiligt.

 

Anfänglich erhöhte sich die Zahl der Wildtiere nach Einführung der kommerziellen Trophäenjagd in diesem Gebiet, da das Wild nun für die Bevölkerung einen Wert darstellte. Neueste Bestandszählungen lassen aber wieder einen Rückgang der Tierdichte vermuten.

 

Wir sichten im Park Zebras, Impalas, Topis, Büffel, Meerkatzen, und Elenantilopen. Der Leopard zeigte sich wieder nicht!

 

Der grüne Park ist landschaftlich wunderschön und ich kann jedem nur empfehlen, hier einige Tage zu investieren. Wir haben leider in dieser kurzen Zeit die meisten Tracks und auch das Gebiet um den See nicht erkunden können. Die Tiere zeigen Fahrzeugen gegenüber kaum Scheu und sind gut aus der Nähe zu beobachten.

Impala, Lake Mburo NP
Topis und Impalas, Lake Mburo NP
Impala, Lake Mburo NP
Ankole-Rinder im Lake Mburo NP
Topis, Lake Mburo NP
Wasserbock, Lake Mburo NP
Grünmeerkatze, Lake Mburo NP
Büffel, Lake Mburo NP
Büffel, Lake Mburo NP
Elenantilopen, Lake Mburo NP
Buschbock, Lake Mburo NP
Buschbaby / Greater Galago, Rwakobo Rock Lodge, Lake Mburo

Im rasendem Tempo ging es bei einbrechender Dunkelheit zurück Richtung Gate. Die Distanzen haben wir unterschätzt und das Vorankommen auf den teilweise matschigen und tierreichen Pisten braucht seine Zeit. Zurück bis zur Lodge sind es 24 Kilometer. Das Gate erreichten wir erst mit 10 minütiger Verspätung. Die Rangerin hat es aber mit einem Lächeln quittiert. Wir beschließen gleich am folgenden Morgen um 07.00 Uhr noch vor dem Frühstück einen weiteren Game Drive in den Park zu unternehmen.

 

Das Dinner um 19:30 Uhr nehmen wir zusammen mit der ganzen Familie am großen Tisch ein. Christ erzählt, dass er und Katie früher als Manager der nahen Mahingo Lodge gearbeitet haben, bevor sie sich hier ihr Stück vom Paradies aufgebaut haben. Er war der erste, der die Rückkehr der Löwen in diesen Park beobachtet hat. Ein totes Rind wurde eindeutig als von einem Löwen erlegt identifiziert. Wenig später hat er auch Pfotenabdrücke der Löwen sichten können. In der Bauphase der Lodge hat er die Löwen oft in der Nähe brüllen hören. Ebenso treibt ein Leopard in der Nähe sein Unwesen.

 

Nick, Chris Vater macht uns auf das Graue Buschbaby aufmerksam und wir können es tatsächlich im Feigenbaum entdecken. Mit allen verfügbaren Lichtquellen bewaffnet, gelingen Jochen sogar einige unscharfe Aufnahmen.

Die sehr informativen Gespräche im Familienkreis der Lodgeinhaber genießen wir sehr, sind dann aber trotzdem gegen 22:00 Uhr im Bett.

Chris, Chris, Nick, Rwakobo Rock Lodge
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