Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

11.10.2012, Kazinga Channel - Ishasha, Queen Elizabeth NP - Kihihi

98 km

 

In der Nacht wurde ich von lautem Hyänengeheul nahe beim Camp geweckt, während Jochen gegen 05:30 Uhr vier Hippos im „Vorgarten" unserer Zelte sichtete. Drei haben Picco umkreist, eines fand es bei uns amüsanter.Vom sehr netten Team des Bush Camps haben wir uns schweren Herzens verabschiedet. Bei dieser Unterkunft hat einfach alles gepasst! 

 

Da Männer ja chronisch unpünktlich sind, kamen wir erst gegen 07:15 Uhr los. Tatsächlich fanden wir auch die kleine No-Name-Tanke in Kichwamba, die sogar über genügend Diesel verfügte. Neugierige Kinder schauten uns Mzungus bei der Befüllung zu. 

 

Auf dem Weg Richtung Ishasha sichteten wir auf der guten Murramroad neben einigen Vögeln lediglich Wasserböcke, Elefanten und Baboons. Nicht mal die sonst allgegenwärtigen Uganda Kobs zeigten sich. Wie viel Platz wäre hier noch für wilde Tiere! Auf dem ersten Teilstück zwischen Bushcamp und Kisenyi lag jedoch eine Menge Elefantendung auf der Straße, die bis Kisenyi in etwa parallel zum Kazinga Channel verläuft. In diesem Gebiet haben wir bei der Bootstour recht viele Tiere sehen können. 

Über dem Lake Albert steigen wieder riesige Schwärme von Lake Flies auf.

Kichwamba
in Kichwamba
in Kichwamba
in Kichwamba
in Kichwamba
in Kichwamba
Richtung Ishasha zwischen Katunguru und Kisenyi, QENP
Richtung Ishasha zwischen Katunguru und Kisenyi, QENP
vor Kisenyi, QENP
vor Kisenyi, im Hintergrund der Lake Edward mit Lakeflies, QENP

Die fünf Brücken bis zum Katookye Gate, dem Eingang zum Ishasha Sektor, sind in erstklassigen Zustand. Die Murramroad ist völlig permittfrei zu befahren und sie wird auch reichlich von LKW´s genutzt.

 

Kurz vor dem Katookye Gate gerieten wir wieder in einen Road Block. Zwei große LKW´s haben sich im Matsch festgefahren und blockierten die Strecke. Ca. 10 weitere LKW´s stauten sich dahinter. Mit Lotsenhilfe der Fahrer konnten wir die Trucks links umfahren und bedankten uns mit eineinhalb Galonen Wasser und einer Schachtel Zigaretten.

Brücke Nr. 1 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP
Brücke Nr. 2 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP
Brücke Nr. 3 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP
auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP
Dominikanerwitwe / Pin-tailed Whydah (Vidua macroura), auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP
Brücke Nr. 4 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP
Elefanten, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP
Elefanten, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP
Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP
Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP
Uganda-Road-Block, zwischen Kisenyi und Katookye Gate, QENP
Brücke Nr. 5 auf dem Weg Richtung Ishasha, QENP

Auf Höhe der Ishasha Wilderness Lodge (ausgeschildert) biegen wir rechts ab zum Katookye Gate und den Game Tracks. Am Gate wird das Permitt sorgfältig kontrolliert. Der Ranger empfiehlt uns auf Nachfrage seinen Kollegen Benjamin als guten Guide, um rasch und effektiv die Baumlöwen zu finden. Also fuhren wir zunächst zum Ishasha River Camp, luden Benjamin ein und gegen 12:30 Uhr starteten wir mit einer Pirschfahrt durch den südlichen Circuit.

 

Gestern hielten sich die Löwen noch in dem kleinen Picknick-Pavillion in der Nähe des Camps im Schatten auf. Wir hatten jedoch kein Glück. Alle Fig Trees (Feigenbäume) im südlichen Sektor, in denen die Löwen sich sonst auch gerne aufhalten, waren unbewohnt. Sie Karte, die grünen Punkte.

 

Dafür sahen wir Uganda Kobs, viele Topis und Büffel.

Abfahrt zum Katookye Gate, Ishasha, QENP
Abfahrt zum Katookye Gate, Ishasha, QENP
Panorama beim Katookye Gate, hinter den ersten Hügeln liegt schon der Kongo
Katookye Gate, Ishasha, QENP
South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP
Uganda Kobs, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP
Palmgeier / Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis), Ishasha, QENP
im Hintergrund der Virunga NP im Kongo, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP
Fig Tree/Feigenbaum ohne Löwen! Ishasha
Benjamin, Jochen, Picco, Ishasha River Camp, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP
Ishasha River Camp, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP
Weißbrauenkuckuck / White-browed Coucal (Centropus superciliosus), South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP
Gewitterwolken, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP

So beschlossen wir erst einmal zum 16 km entfernten Savannah Resort Hotel in Kihihi zu fahren und einzuchecken. Die Zimmer hatte ich morgens per Handy schon reserviert. Wir entlohnten Benjamin für seine Dienste (50.000 UGX), der gab uns seine Telefon-Nr., denn ihn packte der Ehrgeiz und er wollte versuchen mit uns gegen 17:00 Uhr noch einmal die Baumlöwen zu finden. Mittlerweile verdunkelte sich der Himmel bedrohlich, es fing leicht an zu regnen und einige Pisten hier im südlichen Circuit sind auch ohne erneutes Nass von oben schon in erbärmlichen Zustand (muddy und sumpfig). Um 15:30 Uhr führte uns das Nüvi mit T4Africa an die mit Stacheldraht gesicherte Rückseite des Hotels. Also mussten wir die Murramroad komplett zurück fahren und die nächste Parallelpiste nehmen (ab hier ist das Hotel und das Airfield auch ausgeschildert).

 

Das Hotel, ein Staatsbetrieb, mit seinem riesigen parkähnlichen Garten hat den Charme der 70ziger Jahre, erinnert ein wenig an DDR-Vorzeige-Hotels, aber die Gartenbandas sind sauber und preiswert, verfügen über 24 Stunden Strom und heißes Wasser. Man berechnet uns 115 US$ für die Banda/Double incl. Frühstück.


Während wir uns noch einen Kaffee gönnten, sprach uns der Guide des Savannah Hotel an. Er hatte auch am Morgen mit seinen Gästen Baumlöwen entdeckt und will gleich wieder raus. Wir könnten uns an ihn dranhängen. Da ich aufgrund des drohenden Unwetters lieber den Garten der Lodge nach interessanten Vögeln absuchen wollte, Jochen erst noch in Ruhe seinen Kaffee trinken wollte, vereinbarten die Männer, dass sie in ca. 15 Minuten hinterherkommen. Der Guide würde langsam fahren, so dass er eingeholt werden könnte.

 

So zogen die Männer Richtung Ishasha und ich erst mal Richtung Dusche. Dann brach ein Tropengewitter vom Feinsten herein. Ich sah zu, dass ich aus der Dusche kam...


Nach ca. einer Stunde hörte es langsam wieder auf zu regnen und ich nutzte die Zeit zum Reiseberichtschreiben und für die Beobachtung eines Senegalliestes.

Richtung Kihihi
Richtung Kihihi
Abzweig Sanannah Resort Hotel/Airfield
Savannah Resort Hotel, Kihihi

Als der Hotel-Guide gegen 18:00 Uhr mit seinen Gästen vom Game Drive wieder kam, berichtete er, dass er Jochen und Picco nicht mehr getroffen hat, sehr wohl aber die Baumlöwen. So zeigte ich der Bedienung Sharon Leonas bebilderten Reisebericht vom August, der uns auf dieser Tour gute Dienste geleistet hat und Sharon freute sich sehr über ihr Foto darin und konnte sich auch gut an Leona erinnern. Die entsprechende Seite wechselte natürlich den Besitzer.

Sharon, Savannah Resort Hotel, Kihihi
Senegalliest / Woodland Kingfisher (Halcyon senegalensis), Savannah Resort
Savannah Resort Hotel, Kihihi

Es wurde später und später und ich malte mir wildeste Szenarien von den im Schlamm feststeckenden Männern aus... Auf 20:00 Uhr war unser Dinner bestellt und Jochen wollte unbedingt vorher noch duschen. Mein Handy mit der ugandischen Telefonkarte hatte Jochen im Auto, damit sie sich mit Benjamin in Verbindung setzen konnten. Auf die Idee, mir einmal mitzuteilen, wo sie stecken, kommen die Männer nicht! Also bat ich die Rezeptionistin auf meinem Handy anzurufen. Die Freude war auf beiden Seiten groß: Jochen und Picco haben eine Löwenfamilien mit Jungen gesichtet und sie haben gerade den Rückweg angetreten.

 

Kurz vor 20:00 Uhr erreichten sie noch pünktlich zum Dinner das Hotel. Die erfolgreiche Sichtung von sieben Löwen inklusive spielender Cubs wurde ausführliches Thema beim Essen. Allerdings hielten sich die Löwen am Boden und nicht in den Bäumen auf. Man kann nicht alles haben!

 

Dadurch, dass Jochen und Picco den Ranger Benjamin erst wieder zum Ishasha River Camp bringen mussten und das Gelände durch den Regen sehr schwergängig war, auf der Hauptpiste in der Dunkelheit die Menschen und Tiere nur schwer zu erkennen waren, hat sich ihre Rückkehr verzögert.

Löwen, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP
Löwen, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP
Löwen, South Kigezi Circuit, Ishasha, QENP

Mit dem netten Barkeeper klärte ich noch unsere Route für die morgige Fahrt Richtung Lake Mburo. Er empfahl uns den Weg zurück durch den Park bis zum Kazinga Channel und von dort auf der geteerten Mainroad über Ishaka und Busjeni zum nächsten Etappenziel. Die direkte Strecke über Rukunieri benötigt schon allein bis Rukunieri 2,5 Stunden über kleine, ausgewaschene Serpentinenstraßen und außerdem soll auf der Strecke eine Brücke zerstört sein. Bis Kichwamba am Kazinga Channel benötigt man bei zügiger Fahrt auch nur maximal 1,5 Stunden auf sehr guter Piste.

 

Völlig erledigt fallen wir heute in unsere Betten.

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© Marina Meger 2017