Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

08.10.2012 Fort Portal - Queen Elizabeth NP

114 km

 

Gewohnt früh sind Jochen und ich gegen 06:00 Uhr wach und staunen nicht schlecht, dass bereits eine Armee von Angestellten ihren Aufgaben nachgeht! Mariam, Stefans Frau verteilt und überwacht die Mitarbeiter, fasst aber auch selbst mit an. Respekt! Der Farmbetrieb und die Guestlodge sind gut organisiert!

 

Während des guten Frühstücks teilt Picco uns mit, dass er gegen 04.00 Uhr nachts durch ein leichtes Erdbeben geweckt wurde. Wir haben natürlich mal wieder nichts mitbekommen, sondern tief und fest geschlafen!

 

Eigentlich ist heute unsere Abfahrt Richtung Queen Elizabeth Nationalpark für 11:00 Uhr geplant...


Doch zuvor soll noch der Hilux repariert werden. Die Heckscheibe und die beiden hinteren Scheiben lassen sich nicht mehr schließen bzw. nur noch von Hand mühsam hoch und runter schieben.

 

Picco, Jochen und Stefan verziehen sich mitsamt dem Hilux in Stefans Werkstatt nahe des Privathauses. Ich pirsche mich mit der Kamera an Fauna und Flora heran und unternehme einen kurzen Spaziergang in den Wald hinunter. Hier gibt es einige Colobusaffen und im wunderschönen Garten mehrere Arten von schillernden Nektarvögeln und bunten Schmetterlingen. Vom gepflegten Rasen an der Lodge aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Rwenzori Mountains. Das zur Farm gehörende Sumpfgebiet mit wiederum anderen heimischen Tierarten habe ich nicht erkundet, da ja die Moskitos so auf mich fliegen.

Kluges Guestfarm, Fort Portal
Kluges Guestfarm, Fort Portal
Olivbauch-Nektarvogel / Olive-bellied Sunbird (Cinnyris chloropygius), Kluges Guestfarm, Fort Portal
Ziernektarvogel / Variable Sunbird (Cinnyris venustus), Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Ziernektarvogel / Variable Sunbird (Cinnyris venustus), Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Kluges GF, Fort Portal
Witwenstelze /African Pied Wagtail (Motacilla aguimp), Kluges GF, Fort Portal
Ziernektarvogel / Variable Sunbird (Cinnyris venustus), Kluges GF, Fort Portal
Ziernektarvogel / Variable Sunbird (Cinnyris venustus), Kluges GF, Fort Portal

Als die Männer zur vereinbarten Abfahrtszeit (nach nunmehr gut zwei Stunden) noch nicht wieder an Bord sind, mache ich mich mal auf die Suche. Das Ergebnis meiner Suche seht Ihr unten.

Men at work, Theo Riedke, Jochen, Picco, Stefan Kluge, Kluges Guestfarm

Sie haben sich sogar vermehrt! Stolz berichten sie, dass die „Autoreparatur" bereits in 15 Minuten erledigt war!
Ich warte und warte, und die Männer sind am saufen! Unglaublich!

 

Die Reproduktion wird mir als Theo Riedke vorgestellt, Manager der Great Lake Region für die Welthungerhilfe, eigentlich wohnhaft in Kampala. Er hat auf Stefans Grund ein Ferienhaus und ist öfter zu Besuch.

 

Stefan selbst ist übrigens Dipl. Ing. für Tropische Landwirtschaft und kam 1976 als Pflanzungsmanager für Tee, Kaffee und Chinchona (Chinarinde) für eine Braunschweiger Firma nach Ruanda.1982 ging er als General Manager einer bayerischen Investorengruppe nach Lomé/Togo, die dort die mechanisierte Landwirtschaft einführen wollte (Mais, Tieflandreis, Geflügelhaltung).
Von 1989 bis 2011 war er Senior Technical Advisor und Team Leader eines EU Projektes, welches Kleinbauern half den Tee in Westuganda zu rehabilitieren und staatliche Teefabriken zu privatisieren.
Nebenbei hat Stefan von 2003 bis 2009 als Programme Manager im Office des Prime Ministers gearbeitet und war verantwortlich für Karamoja und Norduganda und wohnte auch fünf Jahre in Moroto/Karamoja.

unser blitzeblanker Hilux

Das Auto steht nun blitzeblank bereit. Stefans Mitarbeiter haben es kurzerhand noch in ein Schmuckstück verwandelt. Vielen Dank dafür! Aber die Männer feiern fleißig weiter... Von Stefan werden wir noch zu einem sehr leckeren gemeinsamen Mittagessen eingeladen. So dass wir letztendlich erst gegen 13:00 Uhr wieder auf der Straße sind. Lieber Stefan, vielen Dank für Eure herzliche Gastfreundschaft und die informativen Gespräche. Wir kommen wieder und bringen das nächste Mal mehr Zeit mit!

 

Für das Doppelzimmer zahlen wir incl. Frühstück 195 US$.

Um zur Teerstraße Richtung Kasese zu gelangen, wählen wir diesmal den von Stefan empfohlenen viel kürzeren Weg, der südlich von Fort Portal abzweigt (GPS: N0 35 11.9 E30 12 30.6).

 

Der Hilux ist innerhalb kürzester Zeit wieder eingesaut, denn es entlädt sich ein heftiges Gewitter. Doch pünktlich am Äquatordenkmal, hinter Kasese strahlt schon wieder die Sonne und wir können feine Fotos machen. Hier geht´s auch rechts ab zur Demokratischen Republik Kongo. Die Grenze ist lediglich 38 km entfernt.

Richtung Kasese bei Rubona
Richtung Kasese bei Rubona
Richtung Kasese bei Rubona
schnell wech...!
Richtung Kasese bei Kibito
Richtung Kasese bei Kibito
Richtung Kasese bei Kibito
Tropengewitter kurz vor Kasese
im Spülgang durchs Tropengewitter kurz vor Kasese
Tropengewitter kurz vor Kasese
Rwenzori Mountains vor Kasese
Rwenzori Mountains vor Kasese
Lake George im Hintergrund
hinter Kasese geht´s in den Kongo
bei Kikorongo
hier geht´s zum Äquator!
am Äquatordenkmal bei Kikoringo
am Äquatordenkmal bei Kikoringo
am Äquatordenkmal bei Kikoringo, Foto: C. Comolli

Die Teerstraße ist immer noch in gutem Zustand, die Frisur hält, die Kandelabereuphorbien nehmen zu, die Moschee in Katanguru wird noch von sich hören lassen, wir überqueren den Kazinga Channel und biegen kurz dahinter rechts ab zur Queen Elizabeth Bush Lodge. Stefan Kluge hat dort für die nächsten drei Nächte Betten (ausdrücklich mit guter Aussicht) organisiert.

 

Um 15:30 Uhr fahren wir vor und werden herzlich vom Camp-Manager George, Peter und Julia empfangen. Wir gönnen uns erst einmal in der Launge ein Tässchen Kaffee, bevor uns die nebeneinander liegenden Tented Bandas „Fish Eagle" und „Giant Forest Hog" zugewiesen werden. Natürlich ohne guten View!!! Ansonsten passt aber alles wunderbar. Das Camp ist nicht eingezäunt und wir sind schon sehr gespannt, wer nachts so zu Besuch kommt! Morgen erhalten wir Zelte mit besserer Aussicht, denn im Moment ist alles ausgebucht. Die Ugander nutzen das lange Wochenende, um dem Trubel der morgigen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten in Kampala zu entfliehen.

Moschee von Katunguru
Kazinga Channel bei Katunguru
Abfahrt zur QE Bush Lodge
Hammerkopf / Hamerkop (Scopus umbretta), QE Bush Lodge
Queen Elizabeth Bush Lodge, Katunguru, QENP
Queen Elizabeth Bush Lodge, QENP, Foto: C. Comolli
Agame, QE Bush Camp

Das Tent selbst verfügt über keinen Strom. Akkus etc. müssen an der Rezeption aufgeladen werden. Dort gibt es auch noch Sanitäranlagen (Wassertoiletten, Waschbecken, Stromanschluss für Rasierer etc.). Das Tent verfügt lediglich über Plumsklo und Outdoor-Dusche. Die Bush Lodge ist zwar auf den offziellen Park-Karten als im Parkgebiet liegend eingezeichnet, aber in der Realität liegt sie außerhalb des Parks. Die Grenzen wurden wohl verschoben..., denn ganz in der Nähe hat sich der Staatspräsident eine große Privatlodge errichten lassen.

 

Um 17:00 Uhr entscheiden wir doch noch einen kleinen Game Drive in das Kasenyi Gebiet (siehe Park-Map) zu unternehmen und die dort oft anzutreffenden Löwen zu suchen. Hinter Katunguru führt eine kleine Piste zum Gate II (Katunguru Gate) des QENP. Bei der sehr netten Rangerin versuchen wir für drei Tage unser Eintrittsgeld los zu werden. Ihr fehlt der Quittungsblock und nun müssen wir ca. 10 Minuten warten, bis der Ober-Ranger kommt.

 

Es ist bereits 18:00 Uhr, als wir im Kasenyi-Gebiet an einem Ranger-Posten kontrolliert werden. Außer einem schönen Geierbaum und einigen Kronenkranichen bleiben wir aber erfolglos.

 

Gegen 19:15 Uhr sitzen wir pünktlich zum leckeren 4-Gang-Dinner in der Bush Lodge. Mit dem Ex-Nationalpark-Ranger und nun Nachtwächter im Bush Camp, Emanuel unterhalten wir uns noch eine Weile, bevor er uns zu den Zelten eskortiert. Hippos, Leoparden, Löwen, Büffel und Elefanten statten dem Camp öfter mal einen Besuch ab. Lt. Stefan Kluge ist Emanuel auch ein guter Guide um Löwen aufzuspüren.

 

An Schlaf war bis Mitternacht nicht zu denken, da einige Gruppen am Lagerfeuer laut in den Unabhängigkeitstag feierten (grrrr) und ich auch immer den sehr nahen Rufen der Hyänen lauschte.

 

Colobusaffe, QE Bush Camp
Colobusaffe, QE Bush Camp
Kazinga Channel, im Hintergrund die Rwenzori Mountains
Kazinga Channel
Richtung Katunguru Gate
Queen Elizabeth NP
Kasenyi-Gebiet im QENP
Grauhals-Kronenkranich / Grey Crowned-Crane (Balearica regulorum), Kasenyi-Gebiet, QENP
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