Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

20.07.2014 Rückflug nach Hannover, 19 km

Unser Handywecker klingelt um 01.00 Uhr! Ratzfatz noch schnell unter die Dusche und pünktlich um 01:30 Uhr besteigen wir unser Shuttle zum Flughafen. Die Straßen sind wieder leer und nach einer knappen halben Stunde stehen wir schon vor dem International Airport.

 

Die Durchleuchtung des Gepäcks geht zügig voran, aber beim Check-in kann man die Daten unserer Pässe nicht erfassen, da das System ausgefallen ist und die Mitarbeiter nicht in der Lage sind, die Daten händisch einzutippen.

 

Gut 30 Minuten stehen wir am Desk bis sich ein kompetenter Flughafenmitarbeiter erbarmt und dem Szenario ein Ende bereit.

 

Wir frühstücken noch rasch eine Kleinigkeit im Flughafencafé und ich gebe noch einige Shillingis für Bücher aus. Pünktlich um 03:35 Uhr hebt unser Turkish-Air-Flieger Richtung Istanbul ab. Ich begebe mich sofort wieder ins Reich der Träume (was erstaunlich gut ohne Schlaftabletten klappt), während Jochen sich dem Bordprogramm widmet und gelegentlich Smalltalk mit den Stewardessen hält.

 

Gegen 11:00 Uhr schweben wir in Istanbul ein und müssen uns rasch von Axel verabschieden, der das große Glück hat einen sofortigen Anschlussflug nach Frankfurt zu erwischen. Die täglichen Verbindungen in die Mainmetropole sind einfach großzügiger wie ins kleine Hannover.

 

So suchen Jochen und ich in Ruhe die Raucherterrasse auf und lunchen dann gemütlich im Restaurant, bevor es um 14:50 Uhr Richtung Heimat weiter geht.

 

Meine Kollegin Kerstin erwartet uns am Hannover-Flughafen. Ich kaufe im dortigen Supermarkt noch einige Lebensmittelvorräte ein, denn heute ist Sonntag und unser Kühlschrank in Ottenstein ist leer. Gegen 19:00 Uhr erreichen wir wieder heimatliche Gefilde.

 

Jochen darf am folgenden Mittwoch schon wieder seine Koffer packen. Er muss sich einer dringend notwendigen Operation unterziehen.

 

Ein kleines Souvenir haben wir auch aus Tansania mitgebracht: Gut vier Wochen nach der Reise packe ich noch einige Dinge aus der Seitentasche von Jochens Reisegepäck. Üblicherweise sind dort nur Utensilien hinterlegt, die wir auf jeder Tour wieder benötigen.

 

Mich trifft beim Hineinfassen fast der Schlag, denn ich erspähe einen Dickschwanzskorpion, der es sich in der Tasche gemütlich gemacht hat. Gott sei Dank haben wir das Gepäckstück nicht sofort nach dem Urlaub ausgeräumt. Die vier Wochen ohne Nahrung und ausreichende Frischluftzufuhr hat das Spinnentier nicht überlebt. Allerdings kontrolliere ich nun alle paar Tage einmal, ob er immer noch an Ort und Stelle auf dem Wohnzimmertisch liegt und nicht doch wieder zum Leben erwacht.

Dickschwanzskorpion

Fazit

Diese dreieinhalbwöchige Tour mit Schwerpunkt auf nur vier Destinationen (Lake Tanganjika, Ruaha, Udzungwa und Selous) war eine grandiose Mischung aus Kultur, Landschaft und Tierbeobachtung mit ausreichend Zeit zum Relaxen, Genießen, Kontaktaufnahme mit der Bevölkerung und zur Informationsbeschaffung.

 

Die Nutzung von Inlandsflügen hat uns unterm Strich viel Zeit bei gleichem Budget gespart.

An- und Abreise in der Nacht ergaben einen Zeitgewinn beim Flughafentransfer. Der Slipway-Komplex in Dar ist perfekt für letzte Besorgungen von Reiseequipment geeignet.

 

Die Privatsafari mit zwei Fahrzeugen, Fahrern und Koch in Landcruisern mit Hatch-Roof war sehr intensiv. Dank der einheimischen Fahrer haben wir oftmals gute Kontakte knüpfen können, wenn kein Englisch verstanden wurde. Essenszubereitung, Einkauf und Wartung der Fahrzeuge lag bei den Drivern. So konnten wir uns während der Parkaufenthalte von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ganz auf die Tierbeobachtung konzentrieren und die Tage voll ausnutzen. Sikoyo war perfekt vorbereitet. Beide Wagen haben keinerlei Zicken gemacht, der Wasservorrat für den Selous war bis auf den letzten Tropfen genau berechnet und unsere Route wurde wie geplant umgesetzt.

 

Durch die zwei Fahrzeuge waren wir so flexibel, dass jede Partei ihr eigenes Ding durchführen konnte. Sikoyo, Lazaro und Prosper gehören für uns nun fast schon zur Familie und sind sehr angenehm und unaufdringlich. Und so lange keine zuverlässigen, gut ausgerüsteten Campingfahrzeuge mit Hatch-Roof zu adäquaten Preisen angeboten werden, wird diese Art des Reisens in Tansania die unsrige sein.

 

Auch als Selbstfahrer hatten Jochen und ich in der Vergangenheit die ein oder andere Unstimmigkeit untereinander.

 

Ein richtiger Glückfall war der "aufgezwungene" Ranger Deo im Selous WR, den man als Campender engagieren muss. Nicht alle Ranger sind so kompetent und gut ausgebildet. Er hat uns viel Sucherei und unnötige Wege im Selous erspart. Die Möglichkeit mit Ranger off-road fahren zu dürfen ist - neben den Informationen aus erster Hand - sowieso unbezahlbar.

 

Hinsichtlich der Unterkünfte war die Public Campsite im Ruaha NP (nachdem sie sich etwas geleert hat) das Highlight der Tour. Weniger wegen der Ausstattung, als wegen Lage und tierischer Besucher.

 

Für die Zukunft haben wir viele Tipps, Ideen und neue Anregungen mitgenommen, die wir in unsere Tourplanung einbeziehen werden. Besonders wertvoll und hilfreich sind die nun geknüpften Kontakte in den Süden.

 

Liebe Erika, die Lake Shore Lodge war perfekt geeignet, um für die anststehenden Safaritage zu relaxen. Die Touren mit dem Kayak und die unkomplizierten Begegungen mit den Menschen dort, haben unsere Tour sehr bereichert.

 

Ganz besonderen Dank an Hippie und Topobär für die Empfehlung des Shortcuts Mikumi-Selous.

 

Herzlichen Dank und auf ein baldiges Wiedersehen an Sikoyo, Lazaro, Prosper und Deo!

 

Mittlerweile haben auch unsere Fotos ihre Empfänger in Tansania gefunden. Als kleinen Dank für die Erlaubnis zum Fotografieren, lassen wir hochwertige Papierabzüge anfertigen, die dann via Bote überbracht werden. Die Überraschung und Freude ist jedesmal groß, wenn die Fotos eintreffen: 

Hi Marina,

 

Was so nice having you here at Hondo Hondo.

To let you know that we got the photos from Mike and Jana.Staff photos for HH were given to them and everyone was so happy,we passed the Magombero people photos to the in-charge of Magombero forest man to go and distribute them.

 

On behalf of Hondo Hondo team, thank you very much.

 

Godfrey.

Noch ein Wort zu Mashoka Tours

Sikoyo, der Inhaber dieses einheimischen in Arusha basierten kleinen Unternehmens, hat sich als erfahrener Guide vor einigen Jahren mit zwei Landcruisern selbstständig gemacht. Wenn er keine Touren auf eigene Rechnung hat, fährt er für Wigwam, Diamir, die Hatari Lodge und die Meru View Lodge (meistens mit seinen eigenen Fahrzeugen). Unsere Fahrzeuge waren gut gewartet und so hatten wir keinerlei Zeiteinbußen in Werkstätten und Garagen! Wir hatten unser eigenes Zelt dabei (welches nun in den Besitz von Mashoka übergegangen ist), eigene Luftmatratzen (einfache Matratzen, Kopfkissen und Laken können auch über Mashoka gestellt werden) und unsere eigenen Schlafsäcke.

 

Mit einem (wie von internationalen Reiseagenturen) ausgefeilten 10-seitigen Hochglanzangebot und der entsprechenden Reiseabsicherung über Reisesicherungsschein kann man bei Mashoka Tours aktuell noch nicht rechnen. Natürlich erhält man jedoch per Email ein fixes Angebot auf Englisch. Deposits haben wir per Auslandsüberweisung auf Sikoyos Konto überwiesen. Ca. innerhalb einer Woche meldete er uns per Email den Zahlungseingang.

Da haben wir mit einigen Lodges ganz andere Erfahrungen machen müssen...

 

Mashoka ist etwas für Leute, die ihre Touren selbst zusammenstellen, keinen deutschsprachigen Fahrer benötigen und kalkulieren können. Sikoyo steht gerne mit Rat und Tat bei der Reiseplanung zur Verfügung. Durch Ausschaltung der Zwischenhändler konnten wir die Kosten der Reise extrem drücken.

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© Marina Meger 2017