Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

07.07.2014, Tandala Tented Camp, Ruaha Nationalpark, 29 km

In der Nacht hat es einen oder mehrere Löwen zwischen Axels und unserem Zelt gehabt berichtet Jochen. Ich hab´s verschlafen! Schnell geht´s in die Klamotten und zum Zähneputzen. Anschließend haben Jochen und ich den üblichen Zwist hinsichtlich des Zeltabbaus und Zusammenpackens. Sein Zeitmanagement ist in keinster Weise kompatibel mit meinem und so schnappe ich mir meine Kamera und gehe auf Vogeljagd! Und das hat sich durchaus gelohnt, denn schon vor ein paar Tagen konnte ich verschiedentlich auf der Campsite einen Graubrust-Paradiesschnäpper sehen, aber immer war das Licht zu schlecht. Bingo! Der Orangebrustwürger und der Trauenwürger fehlen ebenfalls noch in meiner Sammlung. Wir müssen wieder eine Hyäne im Camp gehabt haben, denn der Inhalt eines weiteren Müllsacks ziert die Gegend um die Ablutions...

Campsite No.1, Ruaha NP
Campsite No.1, Ruaha NP
Campsite No.1, Ruaha NP
Graubrust-Paradiesschnäpper/African Paradise-Flycatcher (Terpsiphone viridis) rufous morph.
Trauerwürger/Slate-colored Boubou (Laniarius funebris), Campsite No.1, Ruaha NP
Buntastrild/Green-winged Pytilia (Pytilia melba), male, Campsite No.1, Ruaha NP
Buntastrild/Green-winged Pytilia (Pytilia melba), female, Campsite No.1, Ruaha NP
Rotschwingenstar/Red-winged Starling (Onychognathus morio), Campsite No.1, Ruaha NP
Senegalamarant/Red-billed Firefinch (Lagonosticta senegala), female, Campsite No.1
Senegalamarant/Red-billed Firefinch (Lagonosticta senegala), male und female, Campsite No.1
Trauerwürger/Slate-colored Boubou (Laniarius funebris), Campsite No.1, Ruaha NP
Orangebrustwürger/Orange-breasted Bush Shrike (Telophorus sulfureopectus), Campsite No.1

So langsam wird es auf der Campsite richtig idyllisch, denn außer uns und Roy, dem Südafrikaner sind gerade überhaupt keine anderen Gäste mehr da. Und auch Roy reist heute Richtung Jongomero ab. Alle Neuankömmlinge werden ein kleines Paradies vorfinden. Es ist wirklich schade, dass wir heute schon nach Tandala wechseln. Hier könnte ich es gut und gerne zwei Wochen aushalten! Aber gebucht ist gebucht.

 

Nachdem die Ausrüstung in beiden Wagen verstaut ist starten wir gegen 09:30 Uhr zunächst Richtung nahegelegenem Park-Headquarter. Ich brauche noch Zigaretten! Der Shop im Headquarter ist recht gut sortiert und Axel und ich erstehen das Gewünschte. Anschließend widmen wir uns noch den weiblichen Siedleragamen, die sich zahlreich vor dem Shop sonnen.

Karte Ruaha Campsite - Tandala TC, 07.07.14, T4Africa
Tansanische Siedleragame (Agama dodomae dodomae), female, Ruaha NP, Tansania

Das Ruaha Airfield wird schon wieder von den Impalas in Beschlag genommen und auf dem Weg nach Tandala statten wir den einschlägigen View Points noch einen Besuch ab. Nenneswertes Wild sehen wir jedoch nicht. Auch an den Rapids gibt´s nichts Spektakuläres für die Augen. Erst kurz vorm Msembe Gate sichten wir in einem Tal eine Gruppe Kudus und Impalas. Ein kleiner Bach führt noch Wasser. Und genau ab hier beginnen uns wieder zahlreiche Tsetses zu verfolgen. Ich hasse diese gemeinen Kreaturen!

Ruaha River, Ruaha NP
Ruaha River, Ruaha NP
Kudus zwischen Ruaha River und Msembe Gate, Ruaha NP
Kudus zwischen Ruaha River und Msembe Gate, Ruaha NP
Kudus zwischen Ruaha River und Msembe Gate, Ruaha NP

Sikoyo checkt uns am Gate aus und während ich im ausliegenden Besucherbuch ein ausführliches Feedback schreibe, begibt sich Jochen auf Termitenjagd und Lazaro hält ein Schwätzchen mit dem Rangern.

 

Wir schließen unser Hubdach und sämtliche Fenster, denn die Bremsenplage verstärkt sich bis zum Abzweig nach Tandala doch massiv. Lieber riskieren Sikoyo und ich einen Hitzschlag. An Jochen gehen die Viecher eh nicht ran.

Msembe Gate, Ruaha NP
Termiten, Msembe Gate, Ruaha NP
Welcome back - Karibu tena, Msembe Gate, Ruaha NP

Wir biegen in die Zufahrt nach Tandala ab und registrieren, dass das Buschfeuer der vergangenen Tage erst an dieser Zufahrt gestoppt ist. Upps, da haben Dionysia und John aber noch einmal großes Glück gehabt. Im Camp halten sich Giraffen, Elefanten und Kudus auf.

 

Am kleinen Parkplatz werden wir von den Masais begrüßt und eine besorgte Dionysia umarmt uns herzlich. Sie haben uns bereits gestern erwartet! Oh Mist, in meine Tabelle hatte sich ein Datumsfehler eingeschlichen, den ich leider vergessen hatte zu korrigieren. Ist aber alles hakuna matata. Sie sind frei und wir dürfen trotzdem drei Nächte bleiben. Von unseren drei Begleitern kann lediglich Prosper hier im Camp kostenfrei übernachten. Sikoyo und Lazaro müssen sich im ca. 10 km entfernten Tungamalenga ein Quartier suchen.

 

Während der bürokratische Einschreibkram erledigt wird, gesellt sich John, Dionysias Ehemann zu uns und auch die beiden Töchter samt son in law stellen sich vor. Eine sehr nette, familiäre und lockere Atmosphäre. John warnt uns vor den hier sehr zahlreich vorkommenden Schlangen. Erst gestern hatten sie wieder eine schwarze Mamba im Camp. Während der Dunkelheit werden die Gäste zur Sicherheit von den patroullierenden Masais zum Zelt begleitet. Gestern Nacht waren Löwen auf dem Ground. Leoparden und Hyänen sind auch nicht selten anzutreffen. Das klingt doch schon sehr vielversprechend!

 

Bevor wir die Zelte mit unserem Gepäck füllen, lümmeln wir uns zunächst auf den saubequemen Sofas im Barbereich und mümmeln unsere von Prosper exzellent bestückten Lunchboxes. Dazu gibt es richtiges Rock Shandy, in riesengroßen Gläsern, mit Eis und echtem Angostura! Genial!!!

Lazaro, Prosper, Sikoyo, Jochen, Tandala Tented Camp

Dionysia begleitet uns anschließend zu unseren Zelten. Axel hat Zelt No. 8 ohne direkten Blick auf das Wasserloch, Claudio No. 2 mit Blick auf den trocken liegenden Bachlauf und wir No. 3 mit Blick auf das Wasserloch, wenn man ein wenig von der Terrasse um die Ecke schaut. Da die Zelte nun bereits 10 Jahre alt sind hat Dionysia in Südafrika neue bestellt, die in den nächsten Wochen hier eintreffen sollen. Dann werden alle Zelte 1-5 (?) mit Veranda zum Wasserloch ausgerichtet.

 

Besonders gut gefällt uns nach fünf Tagen Camping der rustikale Badbereich. Die Solaranlage liefert tatsächlich 24 Stunden warmes Wasser. Irgendwie muss da eine Speicherbatterie drin sein. Die technischen Details kennt unser Fachmann Claudio, aber leider hab´ ich es wieder vergessen... Für das Laden der Akkus gibt es im Bar-/Loungebreich eine großzügige Docking-Station. Für Double/Fullboard zahlen wir 280US$, das Single/Fullboard kostet 170 US$.

 

Jedenfalls genießen Jochen und ich erst einmal ausführlich die Nasszelle, bevor wir das weitere Campgelände erkunden.

 

Der Pool ist recht großzügig. Claudio übernimmt als Fachmann den ausführlichen Test. Bevor es das separate Wasserloch auf der anderen Seite der Bar gab, nutzten vor allem die Elis den Pool gerne zur Wasserversorgung. Da sich leider kein Eli einfindet um Claudio Gesellschaft am Pool zu leisten, verzichte ich auf Fotos vom Test!

Axel und ich schauen uns das großzügige Wasserloch aus der Nähe an und John schickt uns einen Masai zur "Bewachung" hinterher. Einige wenige Vögel und eine Pavianfamilie können wir sichten.

Bar und Lounge mit Blick auf´s Wasserloch, Tandala TC
Axel mit Masai, Tandala Tented Camp
Schmetterlingsastrild/Red-cheeked Cordonbleu (Uraeginthus bengalus), Tandala Tented Camp
Kardinalspecht/Cardinal Woodpecker (Dendropicos fuscescens), female, Tandala Tented Camp

Mit Sikoyo setze ich mich noch zusammen und bastele eine Antwort auf eine Touranfrage für asiatische Kunden auf Englisch zusammen. Sikoyo hat nämlich nun ein neues Laptop, welches ihm ein Kunde vermacht hat (und in Dar wartet nun noch ein weiteres Laptop und ein PC auf ihn).

 

Das sehr leckere Dreigang-Dinner wird für die Gäste unterm Sternenhimmel direkt neben dem Lagerfeuer serviert. Alle Parteien sitzen an separaten Tischen. Dionysia und Familie speisen en Familie im Restaurant. John ist großer Fussballfan und unterstüzt nun die Deutsche Mannschaft. Hier informiert man sich allerdings via Internet (Vodacom). TV gibt es nicht. Bei John erkundige ich mich noch nach möglichen Aktivitäten für den morgigen Tag. Der von Peter warm empfohlene Bush-Walk bringt lt. Aussgae von John im Moment nichts. Es ist zu trocken und nur wenige Tiere in der Gegend. Also beschließen wir wieder im Park auf Game Drive zu gehen. Sikoyo wird die Parkgebühren mit seiner Safaricard begleichen und erhält das Geld dann von uns zurück, da es sich ja um außerplanmäßige Kosten handelt. Axel und Claudio möchten um 06:30 Uhr aufbrechen, Jochen und ich lassen es gemütlich angehen und bestellen unser Frühstück für 07:30 Uhr.

 

Gegen 21:00 Uhr zieht es uns zum Bettentest in unsere Zelte (und noch einmal unter die himmlische Dusche)!

Tandala TC
Tandala TC
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