Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

23.02.2014 Tumbili Campsite, Seronera, Serengeti, 84 km

Mit den ersten Vogelstimmen und den Begrüßungsrufen der Affen war ich gegen 04:30 Uhr wach und fühle mich nach der kurzen Nacht sehr zerknittert. Jochen beneide ích um seinen Schlaf. Kaum liegt er in der Horizontalen, kann er schlafen, schlafen, schlafen. Die erste Nacht ist wegen des ungewohnten Lagers immer etwas kritisch. Unsere neuen, daunengefüllten Schweizer Luftmatratzen haben gute Dienste geleistet, aber für unsere Schlafsäcke (angeschafft für den Winter im südlichen Afrika) war es doch zu warm und wir nutzten sie nur als Unterlage.

 

In stockfinsterer Nacht begaben wir uns zur Dusche. Die Wassertemperatur war noch von der Sonne des Vortags erträglich. Ich habe wirklich keine Ahnung, ob das Duschwasser hier mittels Donkey erwärmt wird. Falls es einen permanenten Camp Attendant gab, ließ er jedenfalls nicht die vom Hwange Nationalpark (Simbabwe) gewohnte Sorgfalt und Umsicht walten. Es lag schon überall Müll herum, den man mit einem Rechen prima mal hätte entfernen können.

 

Für unser leibliches Wohl war eine Stunde später mit einem sehr üppigen Frühstück gesorgt. Unsere beiden Küchenfeen hatten Berge von gebratenem Schinken, Pancakes, Eiern, Toast und herrlichem Obst gezaubert. Überhaupt begann jedes Frühstück mit einem hübsch dekoriertem Obstteller. Prosper hatte bestimmt sämtliche Mangos, Ananas, Bananen und Papayas Arushas aufgekauft. Viele Lodges konnten da nicht mithalten.

 

Der Rest des Camps war ebenfalls erwacht und wir waren froh, dass es um 06.00 Uhr auf Game Drive ging. Belohnt wurden wir mit einem zauberhaften Sonnenaufgang und wunderbarem Licht.

Seronera, Serengeti
Seronera, Serengeti
Karte Game Drive Seronera, 23.02.2014, T4Africa
Marabu-Baum, Seronera, Serengeti
Marabu-Baum, Seronera, Serengeti

Steffi, die ja noch nie in Afrika südlich der Sahara war, verfiel angesichts der Hippos und der sich sonnenden Pavianfamilie am Hippo Pool von Seronera in Verzückung und hätte hier sicherlich noch Stunden zubringen können.

 

Sikoyo hatte schnell raus, auf welcher Seite des Fahrzeugs wir nach Vögeln Ausschau zu halten hatten, damit das Licht stimmt. Ein kurzes Briefing meinerseits, Geschwindigkeit und Fokus wurden angepasst und ich finde, dass es sich heute Vormittag durchaus gelohnt hat. Bei Jochen bedanke ich mich für seine Geduld, vermutlich wäre er auch lieber auf Löwen, Leoparden und Elefantensafari gegangen, aber ich weiß ja, warum ich ihn geheiratet habe...

 

Gut, dass wir mit zwei Wagen unterwegs waren, so konnten jeder nach seiner Fasson glücklich werden.

Hippo Pool, Seronera, Serengeti
Hippo Pool, Seronera, Serengeti
Hippo Pool, Seronera, Serengeti
Hippo Pool, Seronera, Serengeti
Steffi, Axel, Andi, Hippo Pool, Seronera, Serengeti
Grünbaumhopf/Green Wood-Hoopoe (Phoeniculus purpureus), Seronera, Serengeti
Turmfalke/Rock Kestrel (Falco tinnunculus rupicolus), Seronera, Serengeti
Lappenstar/Wattled Starling (Creatophora cinerea), Seronera, Serengeti
Lappenstar/Wattled Starling (Creatophora cinerea), Seronera, Serengeti
Hildebrandtglanzstar/Hildebrandt's Starling (Lamprotornis hildebrandti), Seronera, Serengeti
Zistensänger, Seronera, Serengeti
Silberschnäpper/Silverbird (Empidornis semipartitus), Seronera, Serengeti
Silberschnäpper/Silverbird (Empidornis semipartitus), Seronera, Serengeti
Taitawürger/Teita Fiscal (Lanius dorsalis), Seronera, Serengeti
Taitawürger/Teita Fiscal (Lanius dorsalis), Seronera, Serengeti

Die Zufahrt zwischen Seronera River und Makoma Picnic Spot ist wegen der geeigneten Bäume der Leoparden Hotspot überhaupt. Außerdem befinden sich hier, nur erkennbar am hohen grünen Schilf, natürliche Wasserlöcher. Heute hatten wir jedoch kein Glück. Die Schlange der Safariautos war zwar noch lang, aber Leopold hatte den Voyeurismus satt und war durch das hohe Gras geflüchtet.

 

Auch in den weiter südlich gelegenen Kopjes gab´s keine Löwen- oder Leopardensichtungen. Einzelne Giraffen und eine Elefantenherde tummelten sich in der Nähe des Picnic Spots, der regelmäßig auch von den Safariunternehmen angefahren wird. Die Toiletten sind sehr gepflegt und sauber. Mit einem Tip bedankte ich mich beim Attendant dafür. Der Platz liegt auf einem kleinen Hügel und wir konnten eine fantastische Rundumsicht genießen. Am Fuße des Hügels zog eine Mutterkuhherde mit jungen Elefanten durch die grüne Savanne.

Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti
Makoma Hill, Seronera, Serengeti

Etwas später sahen wir auf dem Rückweg noch eine besenderte Löwin mit zwei Jungtieren durch das hohe Gras streifen. Wir beobachteten sie eine ganze Weile und konnten dann aus der Entfernung sehen, wie sie sich einen umgestürzten Baumstamm als Ruhe- und Aussichtsplatz aussuchten. Auch hier befindet sich ein Wasserloch in der Nähe. Die Mittagspause verbrachten wir auf der Tumbili Campsite und ließen uns von Jessica und Prosper mit einem kleinen Lunchsnack verwöhnen. Die Campsite war erstaunlich leer. Hoffentlich bleibt das so.

juveniler Weißbürzel-Singhabicht/Eastern Chanting-Goshawk (Melierax poliopterus) Serengeti
Starweber/White-headed Buffalo-Weaver (Dinemellia dinemelli), Seronera, Serengeti
Starweber/White-headed Buffalo-Weaver (Dinemellia dinemelli), Seronera, Serengeti

Über Mittag wurde es sehr heiß und ich gönnte mir noch eine erfrischende Dusche, bevor Jochen und ich gegen 16:00 Uhr mit Sikoyo Richtung Seronera River aufbrachen. Ein anlandiger Hippobulle wechselte anscheinend das Revier und während Jochen und ich damit beschäftigt waren der Tsetsefliegen im Fahrzeug Herr zu werden, sah Sikoyo direkt vor dem Wagen einen Leoparden von links nach rechts den Weg kreuzen. Als wir dann guckten, war außer seinen Fußabdrücken (am Straßenrand) im hohen Gras natürlich nichts mehr zu sehen. Lediglich die Paviane stimmten ein Mördergeschrei an und postierten ihre Späher auf hohen Aussichtspunkten.

 

Erste große Tsetsefliegenschwärme enterten das Fahrzeug durch das Hubdach. Die Stiche taten höllisch weh und wenn man diese Fliegen (Bremsen) nicht richtig zerquetscht, erwachen sie erneut und gehen sofort zum Angriff über. Die Kombination von feuchtwarmer Luft, Wassernähe und dichtem Baum- und Buschbewuchs konnten wir im Laufe unseres Seronera-Aufenthalts als Lieblingsspot der Tsetses identifizieren. In den offenen Plains waren sie kaum bis selten anzutreffen.

Mohrensumpfhuhn/Black Crake (Amaurornis flavirostra), Seronera, Serengeti
Seronera, Serengeti
Seronera, Serengeti
Seronera, Serengeti
Seronera, Serengeti
Graumantelwürger/Grey-backed Fiscal Shrike (Lanius excubitoroides), Seronera, Serengeti
Graumantelwürger/Grey-backed Fiscal Shrike (Lanius excubitoroides), Seronera, Serengeti

Auf dem Rückweg zur Campsite beobachteten wir noch eine Impalamutter mit ihrem gerade geborenen Kalb. Sie hatte sich von der Herde separiert und das Junge sah nicht sehr gesund aus.

 

Das Camp hatte sich auf wundersame Weise wieder mit Touristenmassen gefüllt und man rückte uns immer nach auf die Pelle (an das Zelt). Nach einem fürstlichen Dinner, dass immer nur Sikoyo zusammen mit uns einnahm, unterhielten wir uns noch in der Gruppe über die Ereignisse des Tages. Am Short Wheel Landcruiser gab´s Probleme mit dem Anlasser. Ein Ersatzteil wird Morgen aus Arusha eingeflogen und sollte anschließend in der Seronera Garage verbaut werden.

 

Trotz Moskitorepellent (DEET 50%) hatten mich Mücken und Tsetses ganz schön erwischt und am Handgelenk gab´s erste Blasenbildungen. Wir fielen früh, begleitet von Hyänengeheul und quasselnden Touristen, auf die Luftmatratzen, denn die Nacht würde vermutlich wieder kurz werden.

Seronera, Serengeti
Seronera, Serengeti
Seronera, Serengeti
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© Marina Meger 2017