Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

09.03.2014 The Boma, Entebbe, 395 km

Hippos und Fischer warfen uns wiederum zeitig aus dem Bett. Während wir beim Frühstück saßen, wurde unser Gepäck zum Wagen gebracht. Ich bezahlte noch die ausstehende Rechnung für Getränke, Lunch und Wäsche und nach herzlicher Verabschiedung machten wir uns gegen 07:30 Uhr auf den Rückweg nach Entebbe. In Kichwamba tankten wir (wie 2012) und die "Mauerkinder" guckten wiederum neugierig zu. Mein Vorrat an Ugandaschillingen war aufgebraucht, wir mussten unterwegs noch irgendwo einen funktionierenden ATM finden, denn die Tankmenge wird nicht bis Entebbe reichen. Außerdem mussten noch zwei Taschen gesorgt werden, um die Kunsthandwerkserzeugnisse des Toro Babies Home sicher nach Deutschland zu transportieren und Daniel sollte sein Trinkgeld auch in UGX erhalten, damit er nicht so viel Verlust beim Wechseln hat. Lena wird das Kunsthandwerk zugunsten der Mothers des Kinderheimes in Deutschland verkaufen.

 

Bei Rubirizi legten wir einen kurzen Fotostopp ein, denn der "Lake Africa" (er hat die Form des schwarzen Kontinents) bot ein wunderschönes Motiv am frühen Morgen. Diese Landschaft könnte man ebenso auch im Allgäu und im Bayerischen Wald vermuten. Eine zauberhafte, ruhige Stimmung!

Karte QE Bush Lodge, Entebbe, T4Africa
Kichwamba Tankstelle
Kichwamba Tankstelle
Kichwamba Tankstelle
zwischen Kichwamba und Rubirizi
zwischen Kichwamba und Rubirizi
zwischen Kichwamba und Rubirizi
zwischen Kichwamba und Rubirizi
zwischen Kichwamba und Rubirizi
Lake Africa, bei Rubirizi
Lake Africa, bei Rubirizi
Lake Africa, bei Rubirizi

Zwischen Rubirizi und Bushenyi durchfuhren wir Ugandas größtes Teeanbaugebiet. Giftgrüne Plantagen so weit das Auge reicht. Stefan Kluge hat vor Jahrzehnten beim Aufbau der Plantagen mitgewirkt.

 

So, und dann ging die Suche nach einem funktionierenden ATM los. Sämtliche Geldautomaten im Mbarara meinten es nicht gut mit uns.

 

Da Mr. Präsident Museveni in seinem Heimatort Mbarara weilte, sahen wir Fahrzeugkolonnen und auch häufige Polizeikontrollen bis nach Kampala.

 

In einer kleinen Stadt hinter Mbarara hatten wir dann Glück bei der Crane Bank und ich konnte mich dort mittels EC-Karte mit 1.000.000 UGX eindecken. Davon wurde gleich auch getankt und ein wenig Wegzehrung gekauft.

 

Wegen Speedings wurden wir durch eine der zahlreichen Check Points etwa eine viertel Stunde aufgehalten. Ich weiß nicht genau, wie sich Daniel um das Strafgeld herumgeredet hat...

Trotzdem kamen wir auf exzellenter Straße zügig voran. Kein Vergleich mehr mit der üblen langen Baustelle aus Oktober 2012.

zwischen Rubirizi und Bushenyi
zwischen Rubirizi und Bushenyi
Teeplantagen zwischen Rubirizi und Bushenyi
Teeplantagen zwischen Rubirizi und Bushenyi
zwischen Rubirizi und Bushenyi
zwischen Rubirizi und Bushenyi
zwischen Rubirizi und Bushenyi
zwischen Rubirizi und Bushenyi
Schlachterei zwischen Rubirizi und Bushenyi
Teeplantagen zwischen Rubirizi und Bushenyi
zwischen Rubirizi und Bushenyi
zwischen Rubirizi und Bushenyi
zwischen Bushenyi und Mbarara
zwischen Bushenyi und Mbarara
zwischen Bushenyi und Mbarara
zwischen Bushenyi und Mbarara
Sanga
Die pittoreske Schlachterei mit den lauernden Marabus gibt´s immer noch in Sanga.
Sanga
Sanga
zwischen Sanga und Masaka
zwischen Sanga und Masaka
zwischen Sanga und Masaka
zwischen Sanga und Masaka
Nun ist es offiziell... (ich hab´s ja seit langem gewusst!)
zwischen Masaka und Entebbe
zwischen Masaka und Entebbe

Kurz vor dem Äquator machte uns Daniel darauf aufmerksam, dass wir gerade durch sein Heimatdorf fuhren. Rechterhand liegt sein Elternhaus und seine Mum saß auf der Veranda. Da Daniel einfach weiter fuhr, griff ich ein und bat ihn zurück zu setzen und wenigsten seinen Eltern kurz guten Tag zu sagen. Daniel ist von seinem Chef (Douglas) angewiesen worden, private Unternehmungen während einer Tour mit Gästen zu unterlassen. Da aber ich die Route bestimmte...

 

Begrüßt werden wir herzlich von Daniels Mum (75 Jahre), die sich sehr freute ihren Sohn zu sehen. Normalerweise kann Daniel nur etwa alle drei Wochen von Kampala aus nach seinen Eltern schauen und bringt dann auch Lebensmittel zur Versorgung der beiden mit. Daniels Vater hat bereits das stolze Alter von 102 Jahren erreicht. Allerdings ist er durch Grünen Star erblindet und eine teure Operation kann sich die Familie nicht leisten. Der alte Mann ist einer der wenigen Einheimischen, der Kisuaheli sprechen kann. Radebrechen tauschen wir einige Worte aus.

Nach gut 20 Minuten verabschieden wir uns wieder von den lieben, alten Leuten. Am Äquator wurde zum obligatorischen Foto wieder gestoppt. Außerdem aßen wir in einem der Restaurants ein schmackhaftes Lunch. Daniel erhält seine Mahlzeiten hier ebenfalls umsonst, wenn er zahlende Gäste bringt.

 

Am Straßenrand wurden in der Nähe des Lake Victoria frisch gefangene und geräucherte große Fische zum Verkauf angeboten. Mich fasziniert immer wieder, wie sorgsam und aufwändig das Obst und Gemüse jeden Morgen zu dekorativen Türmchen aufgestapelt wird. Da könnte sich jeder Supermarkt in Deutschland eine Scheibe von abschneiden.

Daniels Vater, 102 Jahre, Lukaya
Daniels Mutter, Lukaya
Daniel und seine Mutter, Lukaya
Nähe Äquator
Nähe Äquator
Äquator
Äquator
Die traditionellen Sitzgelegenheiten eignen sich gut für´s Birden und auch als Buschtoilette, da sie über ein Loch in der Mitte verfügen.
Der überschaubare Rest der großen Baustelle zwischen Masaka und Kampala

Dank Driver Daniel kennen wir nun die verkehrsarme und zeitsparende Abkürzung über die Dörfer nach Entebbe, ohne dass wir durch Kampala fahren müssen.

 

In Entebbe wird demnächst die Victoria Mall eröffnen. Das ist sicherlich eine gute Anlaufstelle, um sich nach Ankunft in Entebbe mit dem Notwendigsten einzudecken. Gegen 15:30 Uhr hatten wir das Boma Guesthouse erreicht. Wir luden unsere Gepäckmassen aus und Daniel erhielt ein großzügiges Trinkgeld in Uganda-Schilling sowie Benzingeld, um den Tank aufzufüllen. Wir verabschiedeten uns herzlich von diesem sehr korrekten und unaufdringlichen Fahrer. Daniel hat uns viel Zeit gespart, interessante Kontakte zu den Einheimischen geknüpft und war stets um unser Wohl besorgt und bemüht. Jederzeit gerne wieder mit dir zusammen auf Tour, Daniel!

 

An der Rezeption bat ich um ein ruhiges Zimmer und schilderte unser Erlebnis von 2012. Wir konnten zwischen Zimmer 7 und 8 wählen und entschieden uns für die 8, welches geschützt in einem Innenhof liegt. Dann testeten wir erst einmal die Dusche und Steffi anschließend das Bett.

Ich streifte noch ein wenig durch den wunderschönen Garten des Boma auf der Suche nach Vögeln. Die Kunsthandwerkerzeugnisse des Toro Babies Home wurden auf zwei unterwegs erstandene Chinataschen verteilt. Eine für mich, eine für Steffi.

 

Gegen 18.00 Uhr traf unser Autovermieter Douglas zusammen mit seiner Frau Prosp im Boma Guesthouse ein. Ich hatte beide zum Abendessen eingeladen, da Jochen und ich ein ganz wunderbares Geschenk von Douglas anlässlich unserer Silberhochzeit erhalten haben. Abgesehen davon sind Douglas und ich eigentlich in regelmäßigem Email-Kontakt und er wird uns zusammen mit Prosp auch dieses Jahr noch in Deutschland besuchen. Die beiden sind ganz außergewöhnlich nette Menschen. Um 22:00 Uhr mussten wir uns dann leider voneinander verabschieden, denn unser Flug wird früh am Morgen starten.

Short Cut zwischen Buwama und Entebbe
Short Cut zwischen Buwama und Entebbe
Short Cut zwischen Buwama und Entebbe
Lake Victoria, Entebbe
Lake Victoria, Entebbe
Nicht uninteressant, um sich in Zukunft nach Ankunft mit dem Notwendigen einzudecken, Victoria Mall, Entebbe
The Boma, Entebbe
Bindenlärmvogel/Eastern Grey Plantain-eater (Crinifer zonurus), Entebbe
Steffi, The Boma, Entebbe
Steffi, Prosp, Douglas, The Boma, Entebbe
Prosp, Douglas, The Boma, Entebbe

Ich reservierte noch unsere Sitze und machte einen Online-Check-in, bestellte den Weckdienst für 03:00 Uhr, das Shuttle zum Flughafen für 03:30 Uhr und beglich unsere Rechnung (Übernachtung 140$/Double). Unter normalen Umständen hätte ich hier in Entebbe wieder kein Auge zugetan, denn irgendwo in der Nachbarschaft dröhnte laute Musik. Aber Steffi hatte den großen Ventilator eingeschaltet und bei geschlossenen Fenstern und mit Ohropax hatte mich das gleichmäßige Brummen schnell in das Land der Träume gesandt. Gegen 03.00 Uhr wurde ich wach, Weckdienst Fehlanzeige und Steffi würde heute noch im Hotelbett liegen, wenn ich sie nicht energisch aus dem Bett gescheucht hätte.

 

Total zerknittert erreichten wir den Entebbe International Airport, in welchem es auch mitten in der Nacht unerträglich heiß war. Ich war noch keine 10 Minuten im Flughafengebäude, da hätte ich schon wieder Duschen können. Unser Flug mit Turkish Air startete pünktlich um 05:10 Uhr und entspannt genossen wir die hervorragende Beinfreiheit, die bequemen Sitze und den Service in der neuen Boing 737-900.

 

Am späten Vormittag trennten sich im nasskalten Istanbul Steffis und meine Wege, da Steffi innerhalb einer Stunde ihren Weiterflug nach Stuttgart erwischt hatte. Ich musste noch drei Stunden länger warten bis die Maschine Richtung Hannover abhob. Steffi, du warst eine sehr angenehme Reisepartnerin und die Mädelstour in Uganda hat mir sehr viel Freude bereitet. Hoffentlich kannst du dich 2015 für die Uganda Hospitation wieder freischaufeln. Die Kiddies im Babies Home würden sich sicherlich auch sehr freuen.

 

Gegen 17:30 Uhr schwebte ich bei angenehmen 20° in Hannover ein, wo mich mein lieber Jochen am Flughafen in Empfang nahm und nach Hause kutschierte.

 

Nun liegt wieder jede Menge Arbeit vor mir: Reiseberichtschreiben, Fotobearbeitung, die versprochenen Abzüge für unsere ostafrikanischen Fotomodels bestellen... und die Koffer packen für unsere Südtansaniatour im Juni! Es wird Zeit, dass wir mal Urlaub vom Urlaub machen!

 

Noch ein Wort zu Mashoka Tours

Sikoyo, der Inhaber dieses einheimischen in Arusha basierten kleinen Unternehmens, hat sich als erfahrener Guide vor einigen Jahren mit zwei Landcruisern selbstständig gemacht. Wenn er keine Touren auf eigene Rechnung hat, fährt er für Wigwam, Diamir, die Hatari Lodge und die Meru View Lodge (meistens mit seinen eigenen Fahrzeugen). Unsere Fahrzeuge waren gut gewartet und so hatten wir keinerlei Zeiteinbußen in Werkstätten und Garagen! Wir hatten unser eigenes Zelt dabei (welches nun in den Besitz von Mashoka übergegangen ist), eigene Luftmatratzen (einfache Matratzen, Kopfkissen und Laken können auch über Mashoka gestellt werden) und unsere eigenen Schlafsäcke.

 

Mit einem (wie von internationalen Reiseagenturen) ausgefeilten 10-seitigen Hochglanzangebot und der entsprechenden Reiseabsicherung über Reisesicherungsschein kann man bei Mashoka Tours aktuell noch nicht rechnen. Natürlich erhält man jedoch per Email ein fixes Angebot auf Englisch. Deposits haben wir per Auslandsüberweisung auf Sikoyos Konto überwiesen. Ca. innerhalb einer Woche meldete er uns per Email den Zahlungseingang.

Da haben wir mit einigen Lodges ganz andere Erfahrungen machen müssen...

 

Mashoka ist etwas für Leute, die ihre Touren selbst zusammenstellen, keinen deutschsprachigen Fahrer benötigen und kalkulieren können. Sikoyo steht gerne mit Rat und Tat bei der Reiseplanung zur Verfügung. Durch Ausschaltung der Zwischenhändler konnten wir die Kosten der Reise extrem drücken.

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© Marina Meger 2017