Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

03.03.2014 Entebbe, Fort Portal, Kluges Guestfarm, 338 km

Gegen 03:00 Uhr klingelte der Handywecker - Sch...zeit! Quälte mich aus dem großen Prince-Charles-Bett und wankte hinüber in das handtuchhalterlose Bad... Vor dem River Cottage wartete bereits ein Kofferträger. Steffi und ich warten in der Lounge auf den schon am Vorabend bestellten Kaffee. Fehlanzeige! Kein Mensch lässt sich blicken. Lazaro war gegen 05:30 Uhr pünktlich am Parkplatz der Lodge und auf freier Straße fuhren wir in weniger als 30 Minuten zum Flughafen. Wir verabschiedeten uns herzlich von Lazaro und begaben uns zur Abflughalle. Am Precison-Air-Schalter teilte uns eine unfreundliche Lady mit, dass es für uns keinen Flug nach Dar Es Salam gibt, bzw. dass wohl auch von Dar heute keine Maschine nach Entebbe fliegen wird. Wir sollten uns doch bitte gegen 08:00 Uhr wieder am Check-in einfinden. Und für diese Aussage haben wir uns so früh aus dem Bett gequält? Ich war am Kochen. Steffi, die als Kinderkrankenschwester im Schichtdienst auch senkrecht an die Wand gelehnt jederzeit und überall schlafen kann, machte es sich auf den harten Sitzgelegenheiten im kleinen Kili-Airport gemütlich. Gott sei Dank ist der Restaurantbereich open-air und verfügt über eine kleine Raucherecke. Ansonsten haben alle Cafes und Geschäfte geschlossen. Na gut, wir haben eine Woche Zeit, um Europa wieder zu erreichen.

 

Pünktlich um 08:00 Uhr standen wir am Precision-Air-Schalter - allerdings allein. Kein Personal von Precision Air ließ sich in den folgenden 60 Minuten blicken. Völlig entnervt wendete ich mich an den Air-Kenya-Schalter nebenan und schilderte der Mitarbeiterin mein Anliegen. Sie versprach sich zu kümmern. Air-Kenya hat eine Kooperation mit Precision und ein Angestellter würde für beide Airlines hier am Kili-Airport arbeiten. Erst gegen 09:00 Uhr kam die freundliche Air-Kenya-Dame wieder auf uns zu und teilte uns mit, dass nun jemand von Precision Air im Booking Office, außerhalb des Flughafengebäudes auf uns warten würde.

 

Auch in diesem Office durften wir noch 20 Minuten warten bis uns ein neues Ticket mit Air Kenya via Nairobi nach Entebbe ausgestellt wurde. Die Ankunft in Entebbe würde sich nur ca. 30 Minuten verspäten, gegenüber der geplanten Zeit. Na, hoffen wir das Beste, denn wir müssen heute noch vor Anbruch der Dunkelheit Fort Portal erreichen. Leider funktionierte weder in Usa River noch am Kili-Airport mein Handy mit deutscher D1-Simkarte und die tansanische Airtime war aufgebraucht. So konnte ich unseren Autovermieter Douglas in Entebbe nicht über den Wechsel der Airline informieren.

 

Steffi und ich gaben unser Gepäck beim Check-in der Kenya Air auf und man kontrollierte meinen Impfausweis auf eine gültige Gelbfieberimpfung. Steffis Impfausweis wollte man Gott sei Dank nicht mehr sehen (ihre letzte Impfung hätte lange aufgefrischt werden müssen).

 

Irgendwann gegen 11:00 Uhr saßen wir schließlich in einem recht leeren Flieger Richtung Nairobi und konnten endlich mal einen Blick ohne Wolken auf den Kilimanjaro und Mt. Meru werfen. Links von uns hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Ngorongoro Highlands und den im Sonnenlicht glitzernden Lake Natron, rechts von auf das West-Kilimanjarogebiet.

 

Gegen 12:00 Uhr standen wir bereits wieder in Nairobi auf dem Airport und hier funktionierte dann das Handy. Ich teilte Douglas die Flugplanänderung mit. Daniel, unserer Driver würde uns pünktlich am Airport erwarten.

 

Um 13:00 Uhr ging´s dann weiter über den Victoriasee nach Entebbe, wo wir pünktlich gegen 14:15 Uhr landeten. Die Visaangelegenheiten waren recht schnell erledigt, da leider die Einreiseformulare aus gegangen waren...

 

Auf unser Gepäck mussten wir auch nicht lange warten und nach raschem Toilettengang nahm uns der sympathische Daniel von Alpha Rent-a-car vor dem Airport in Empfang. Und es war brüllheiß in Entebbe! Ich hatte bei Douglas einen Landcruiser mit Hubdach und Driver für 120$ pro Tag gebucht, da mein Driver Jochen wieder zurück nach Deutschland musste und wir Mädels heute noch zügig die lange Strecke bis Fort Portal hinter uns bringen müssen.

 

In Kampala stoppten wir noch kurz, damit Patrick, der verlängerte Arm von Douglas die Automiete in Empfang nehmen konnte, bevor es auf relativ leerer Straße Richtung Westen ging. Steffi hatte es sich auf der Rückbank schon wieder bequem zum Schlafen gemacht, während  unterwegs ein kleines Gewitter für kurze Abkühlung sorgte. Zwischendurch kaufte uns Daniel als kleinen Snack von einer Straßenhändlerin einige der köstlichen, gebratenen Bananen.

 

Wir waren aufrichtig froh, als wir gegen 19:00 Uhr bei entsetzender Dämmerung in Fort Portal links in die 7 km lange Zufahrt zu Kluges Guestfarm Richtung Kabahango einbogen. Dieses Mal war die Murram Road in erstklassigem Zustand.

Karte Usa River, Fort Portal, T4Africa
Hi Picco, das Schild steht immer noch..., zwischen Entebbe und Kampala
zwischen Entebbe und Kampala
zwischen Entebbe und Kampala
Leere Straßen(!!!) zwischen Entebbe und Kampala
zwischen Entebbe und Kampala
zwischen Entebbe und Kampala

Welcome Home! Sehr herzlich und total erleichtert fallen wir Stefan Kluge in die Arme! Von unterwegs hatte ich bereits bei Mariam (Stefans Frau) Avocado-Vinaigrette und seine köstlichen Steaks zum Dinner bestellt. Ich stellte Stefan unseren Driver Daniel vor, fragte Daniel, wo er heute schlafen möchte. Daniel entgegnete, dass er in Fort Portal nächtigen würde, da für ihn die Driverunterkunft auf Kluges Guestfarm zu teuer sei und sein Driver-Kollege mit meinem Freund Wolfgang Fischer bereits ebenfalls in Fort Portal nächtige. Weil Daniel ein ganz Netter ist und ich ihm die Fahrt nach Fort Portal nicht mehr zumuten möchte, handelte ich mit Stefan aus, dass Daniel hier bleibt und ich die Kosten für seine Unterkunft und Verpflegung übernehme. Und selbstverständlich werden wir auch gemeinsam essen. Außer uns waren heute nur zwei weitere Gäste anwesend, die aber morgen abreisen werden. Dann haben wir die ganze Farm für uns allein.

 

Stefan zeigte uns noch rasch unsere Bleibe für die heutige Nacht, denn er hatte meine Buchung hinsichtlich des Lazy Tents in den Emails übersehen. So bezogen wir für die kommende Nacht erst einmal einen der Bungalows in der Nähe des Restaurants.

 

Die Avocados, frisch gepflückt aus Stefans Plantage waren eine geschmackliche Sensation und wir orderten diese auch gleich für die kommenden Tage zum Dinner. Daniel hatte einen fangfrischen gegrillten Tilapia aus dem farmeigenen Teich auf dem Teller, der ebenfalls einen köstlichen Duft verströmte. Zufrieden genossen wir das hervorragende Mahl und tauschten währenddessen die letzten Neuigkeiten mit Stefan aus.

 

In 2013 hat auch in Uganda die Kriminalität im Bereich touristische Einrichtungen stark zugenommen. Vor allem in den Städten und touristischen Hotspots haben organisierte Banden wiederholt Zimmer der Gäste ganz gezielt während der Dinnertime gegen 19:30 Uhr ausgeraubt. Einer recht bekannten Lodge im Kibale Forest ist dies gleich dreimal passiert. Nun verstehe ich auch, warum die Queen Elizabeth Bush Lodge mich bat die Übernachtungskosten nicht in bar zu begleichen, sondern kurz vor Ankunft direkt in einer Bank in Fort Portal auf deren Bankkonto einzuzahlen. Noch im Oktober 2012 war Uganda in dieser Hinsicht ein kleines Paradies. Aber auch hier geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander.

 

Nach kurzem Telefonat mit Wolfgang Fischer von Partnerschaft Gesunde Welt e.V. verabredeten wir uns am morgigen Tag im Ruwenzori Travellers Inn gegen 09:00 Uhr zu treffen, um dann gemeinsam das Toro Babies Home zu besuchen. Ohne sichtbare Zeichen eines nächtlichen Erdbebens schlummerten wir früh in unseren bequemen Betten.

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