Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

01.03.2014 Rivertrees Country Lodge, Usa River, 188 km

Gewohnt früh war ich wach und genoss noch eine Weile den Komfort des gemütlichen Bettes, während Jochen die letzten Träume träumte. Mein Blick von der Veranda ging noch in absolute Finsternis, also schlich ich zunächst ins Bad unter die heiße Dusche. Gegen 07:00 Uhr zauberte die aufgehende Sonne ein wunderbares Licht und der Morgendunst verflüchtigte sich langsam über den Ngorongoro Highlands. Vor unserem Zimmer suchte ein Buschbock sein Frühstück und wir suchten und fanden ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet im Restaurant. Schade, dass wir unseren Aufenthalt hier nicht länger geplant hatten.

 

Nachdem beide Autos gepackt waren, reichte die Zeit noch gerade für ein letztes gemeinsames Foto. Wir mussten pünktlich am Lodare Gate sein und die Conservancy verlassen, denn sonst heißt es noch einmal Permit für einen ganzen Tag zahlen. So sputete sich Sikoyo, der alle Papiere an Bord hatte, während Lazaro mit seinen Gästen noch Zeit für Sonnenaufgangsfotos am View Point zum Krater fand.

 

Gerade zur rechten Zeit trafen wir am Parkgate ein und das Ausschreiben ging sogar heute recht flott.

 

Nun hatten wir wieder Teer unter den Reifen. Bei bestem Wetter durchfuhren wir die saftig grüne Mbulu Hochebene und ließen die Wildnis nun endgültig hinter uns. Uns allen war es sicherlich ein wenig wehmütig um Herz...

 

In Karatu wollte Sikoyo noch Geld auf sein Konto einzahlen, so legten wir hier eine halbstündige Pause ein, bevor es zügig Richtung Arusha ging.

Karte Ngorongoro - Usa River, T4Africa
Blick auf die Ngorongoro Highlands, Rhino Lodge, NCA
Rhino Lodge, Ngorongoro Krater
Buschbock, Rhino Lodge, Ngorongoro Krater
Rhino Lodge, Ngorongoro Krater
juveniler Bergdrongoschnäpper/White-eyed Slaty-Flycatcher (Melaenornis fischeri), Rhino Lodge, Ngorongoro Krater
Sikoyo, Marina, Jochen, Axel, Lazaro, Jessica, Steffi, Rhino Lodge, Ngorongoro Krater
Andi, Axel, Rhino Lodge, Ngorongoro Krater
Lodoare Gate, Ngorongoro CA
Karatu
Karatu
Karatu
Karatu
Karatu
Jessica, Karatu
Mbulu Hochebene
A140 zwischen Mto wa Mbu und Arusha
In solch einem Kraal wird das Vieh nachts eingesperrt.
A140 zwischen Mto wa Mbu und Arusha
Afrikanischer Baumarkt, A140 zwischen Mto wa Mbu und Arusha

In einem Craftshop stoppte Sikoyo dann noch einmal für den obligatorischen Toilettengang und ich konnte nicht widerstehen und habe für meine Mutter einen ungefassten, aber geschliffenen kleinen Tansanit erstanden (mit Zertifikat - aber was wird das schon heißen). Außerdem einen Satz Postkarten, denn da mussten noch etliche Freunde und Verwandte schriftlich aus Tansania gegrüßt werden (normalerweise hat man ja Heutzutage fast nur noch Werbung und Rechnungen im Briefkasten).

 

Natürlich erhalten die Driver-Guides in diesen Shops Provision, wenn sie ihre Gäste dort absetzen. Die Verkäuferin an der Kasse bestätigte dies, denn warum auch sonst wird zum Bezahlen um Name des Tour Operators und der Kundenname gebeten. Auf Nachfrage bestätigte mir Sikoyo diese gängige Praxis.

 

In den staubtrockenen Ardai Plains lässt die Regierung aufgrund des Wassermangels von Studenten große Wasserauffangbecken für "schlechte Tage" anlegen. Mensch und Vieh haben hier ganz schön zu kämpfen.

 

Gegen 14:00 Uhr erreichten wir das quirlige und bunte Arusha, wo wir in das Ice Restaurant mitten in der Stadt einkehrten. Das Restaurant mit angeschlossenem Hotel (Arusha Tourist Inn) macht einen sehr ordentlichen und sauberen Eindruck. Es befindet sich um Besitz von Sikoyos Bruder. Hier steigen vor allem vor allem preisbewusste Backpacker oder Bergsteiger ab. Für mich wäre Arusha als Übernachtungsort aufgrund der Lautstärke und der vielen Menschen keine Option.

 

Im vorderen Bereich saß eine Gruppe Masais, die begierig einer Soap Opera im penetrant lauten TV folgte. Ist schon sehr amüsant zu sehen, wie gestandene Masai-Krieger in vollem Stammes-Ornat wie gebannt den seichten indischen Bollywood-Produktionen folgen.

Nach kurzer Absprache beschlossen wir Sikoyo, unseren Fahrer Lazaro und Jessica aus der Gemeinschaftskasse zum Mittagessen einzuladen.

 

Nachdem alle ihre Menüwünsche an die nette Bedienung weiter gegeben hatten, stellte Sikoyo mir und Steffi seine Schwester vor, die ebenfalls im Gebäudekomplex wohnt. Sehr nett, das familiäre Umfeld unseres Tour Operators!

 

Gesättigt nach gutem und preiswertem Lunch kletterten wir in die Wagen. Völlig fasziniert war ich von den vielen Hochzeitsgesellschaften, die in aufwändig geschmückten Fahrzeugen auf den Straßen unterwegs waren. Samstags ist ein idealer Tag für Familienfeiern, damit auch die zahlreichen weit entfernt lebenden Familienmitglieder an der Feier teilhaben können.

 

In aller Regel fährt dem Fahrzeug mit dem Brautpaar ein Pick-up voraus, auf dem bereits während der Fahrt eine komplette Band musiziert und ein Fotograf versucht von den folgenden Wagen verwacklungsfreie Aufnahmen zu schießen. Diese Art Hochzeitsumzüge erinnern ein wenig an Karneval in New Orleans.

Arusha
mit diesen Maschinen geht´s u.a. in die Serengeti, Arusha Airstrip
eine Schlosserei, Arusha
eine Möbeltischlerei, Arusha
direkt neben dem Reifenhändler befindet sich ein Schuhladen, Arusha
Arusha
die Maissäcke lecken, das Vieh bedient sich gerne, Arusha
die Schule ist aus, Arusha
Arusha
Kinder werden getragen, Arusha
Kanister werden getragen, Arusha
Grünzeug wird getragen, Arusha
der Klamotten- und Bananenladen wird getragen, Arusha
Jessica und Steffi, Ice Restaurant, Arusha
Axel und Andi, Ice Restaurant, Arusha
Lazaro, Ice Restaurant, Arusha
Jochen, Ice Restaurant, Arusha
Straßenverkauf, Arusha
Hochzeitsband auf Pickup, Arusha
Hochzeitsgesellschaft, Arusha
noch eine Hochzeitsband auf Pickup, Arusha
Arusha
Arusha
Usa River

Gegen 17:00 Uhr bogen wir wieder in die Allee zur Rivertrees Country Lodge ein. Die Lodge war immer noch komplett ausgebucht und da wir mit insgesamt fünf reservierten Nächten zu den VIPs zählten, kamen Andi und Steffi (Room No. 2) und Jochen und ich (Room No. 1) ohne Aufpreis in den Genuss des großen und teuren River Cottages. Mit stolzgeschwellter Brust teilte uns der Rezeptionist mit, dass in unserem Bett bereits Prince Charles und Lady Di sowie unser Exbundespräsident Horst Köhler geschlafen haben. Axel durfte sich mit Standard Room No. 19 begnügen. In seinem Bett haben vor zwei Wochen Jochen und Marina aus Ottenstein geschlafen! Ist das etwa nichts?

 

Wir waren noch in der Lounge als uns Sikoyo Johannes Schimann vorstellte, dem Ziehvater von Jessica. Johannes betreibt zusammen mit Jessicas Schwester Happy ein kleines Guesthouse in Ngongongare und da es bei Hannes gutes deutsches Brot, anständige Mettwurst und genießbaren Käse gibt, bestellten wir bei ihm für 10$ pP unsere Lunchboxes für den morgigen Ausflug in den Arusha Nationalpark. Wir schwätzten eine Weile über Land und Leute und verabredeten uns dann für Morgenfrüh gegen 08:00 Uhr.

 

Das rustikal, gemütliche River Cottage verfügt jeweils über ein riesiges Schlafzimmer mit offenem Bad und ist durch einen gemeinsamen Wohnbereich mit Kamin, offener Küche und Galerie prima für eine Großfamilie auch zur Selbstversorgung geeignet. Sehr gut gefallen hat mir die großzügige, breite Terrasse, die sich rund um das ganze Haus zog und auf der gemütliche Sofas und Sitzgruppen zum Lümmeln einluden.

 

Der Wow-Effekt verflog aber recht schnell, denn ich nahm vor dem Dinner noch eine erfrischende Dusche und suchte verzweifelt nach einem Haken für das nasse Handtuch. Die Luftfeuchtigkeit hier in Arusha war immer sehr hoch und wer keine Lust hat, sich am folgenden Morgen mit einem klammen, kalten Handtuch abzutrocknen zu müssen, hängt das Selbige am besten gut zum Trockenen auf. Der einzig vorhandene Haken fiel sogleich von der Wand... Auch fehlte im Bad ein Mülleimer oder Papierkorb. Die Standard Rooms waren dagegen tip top ausgestattet. Aber das hatte ja nun Axel bezogen.

 

Für Steffi und Andi war das offene Bad mit Toilette auch nicht angenehm, denn lediglich aus Kostengründen haben sie sich ein Zimmer geteilt.

 

Ich legte noch rasch meine dreckige Kleidung zum Waschen bereit, denn für Uganda soll´s sauber sein. Jochen musste daheim waschen lassen (habe ich dann nach meiner Rückkehr aus Afrika gemacht). Unser Campingequipment wurde zwecks Aufbewahrung bei Sikoyo für die Südtour (bis auf die Schlafsäcke) in einer unserer leichten Reisetaschen verstaut. Und dann ging´s zum Dinner.

 

Die Planung für den folgenden Tag sah für Axel, Jochen, Sikoyo und mich einen weiteren Tag im Arusha Nationalpark vor, denn wir hatten dort noch so viel zu entdecken. Steffi und Andi wollten sich zusammen mit Lazaro ab 10:00 Uhr Arusha anschauen. Mit Steffi verabredete ich, dass sie bitte morgen Vormittag noch beim Lodgemanager unsere Flüge mit Precision Air nach Entebbe für den 03.03. rückbestätigen lässt.

 

Total müde verabschiedeten Jochen und ich uns dann zeitig, um das Prince-Charles-Himmelbett zu testen.

Zufahrt Rivertrees, Usa River
Iris, Rivertrees, Usa River
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