Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

29.05.2015, Zicksee/Neusiedlersee

Wer eine Reise nach Rumänien plant, benötigt ein dickes Fell: Vampirwitze, Ratschläge zur Höhe der mitzuführenden Knoblauchration und Diebstahlwarnungen gibt es umsonst dazu!

Dabei hat dieses dünn besiedelte Land doch so viel zu bieten: Berge, Meer, Flüsse, Delta, dichte Wälder, Kunst und Architektur und vor allem die herzliche Gastfreundschaft der Menschen unterschiedlichster Kulturen. Die Tier- und Pflanzenwelt Rumäniens ist die artenreichste Europas. Hier lebt mit ca. 5500 Exemplaren Europas größte Braunbärenpopulation und je 40% aller europäischen Wölfe (ca. 3000) und Luchse (ca. 1500).

 

Auf dem Hinweg haben wir bei Edeltraud und Günther nahe Regensburg übernachtet Mit ihnen sind wir dann gemeinsam am Freitagmorgen, den 29. Mai über Linz und Wien an den Neusiedlersee aufgebrochen sind. Mein Onkel und seine Frau haben uns bereits 2013 nach Namibia begleitet und Jochen würde von Günther als Lieblingsschwiegerneffe adoptiert!  Die Straßenmaut für Ungarn und die Rovinette für Rumänien hatte ich bereits per Internet bestellt und per Kreditkarte bezahlt. Wie praktisch und zeitsparend! Die Daten unseres Fahrzeuges wandern direkt in den PC der jeweiligen Staaten und werden per Kamera mit dem Kennzeichen abgeglichen. Die Maut-Dokumente führten wir zur Sicherheit aber dennoch mit. Das Pickerl für Österreich haben wir an der Tankstelle kurz vor der Grenze erworben.

 

Die Pannonische Tiefebene begrüßt uns mit sehr angenehmen, sommerlichen Temperaturen. Kurz vor unserer geplanten Unterkunft, Campingplatz am Zicksee in St. Andrä, musste Jochen etwas sehr robust wegen eines Fußgängers bremsen. Danach hatte unser Landrover unüberhörbar eine Bronchititis bzw. Lungenentzündung links.  Während Edeltraud und ich mit einer Rangerin des Nationalsparks  gegen 14:00 Uhr in Weiden auf eine Bienenfresserexkursion gingen (Günther hat liebenswerterweise den Shuttleservice für uns übernommen) richteten die Männer unser Heim für die nächsten Tage auf dem schön gelegenen Campingplatz her. Dann wurde der Notarzt (ADAC) informiert. Die nächste Landroverwerkstatt ist Denzel in Wien. Der Krankentransport wird Sonntagmittag erfolgen. So wird auch die Diagnose, Organtransplantation und die Entlassung nicht vor Montagabend auf dem Plan stehen!

 

In der Gemeinde Weiden lassen sich die Bienenfresser oberhalb der Weinhänge in einer Beobachtungshütte ausgesprochen gut vor ihren Bruthöhlen observieren. Sichten konnten wir auch Dohlen, die ebenfalls in den Steilwänden brüten, sowie die in diesem Gebiet reichlich vertretenen Turmfalken Während ihres Rüttelfluges bleiben die Turmfalken in der Luft ca. 10 bis 20 Metern über dem Boden „stehen“, um nach Beute Ausschau zu halten. Somit ergaben sich einige gute Fotomöglichkeiten. Die geführte Exkursion kostete 10,00 € pro Person, die wir aber sparten, da wir bei Einschreibung auf dem Campingplatz eine Tourist-Card bekamen, die zahlreiche Rabatte im Nationalpark und verschiedenen Gewerbetrieben ermöglichte.

Europäischer Bienenfresser/European Bee-eater (Merops apiaster), Weiden, Neusiedlersee, Austria
Turmfalke/Common Kestrel (Falco tinnunculus tinnunculus), Weiden, Neusiedlersee, Austria
Turmfalke/Common Kestrel (Falco tinnunculus tinnunculus), Weiden, Neusiedlersee, Austria

Nach der Bienenfressertour stillten Edeltraud und ich unseren Durst in einem Gartenlokal an der Bundestraße und Günther holte uns alsbald mit seinem T5 am vereinbarten Treffpunkt „Betriebsgebiet Jochen“ wieder ab.

 

Auf der Campsite inspizierten Edeltraud und ich die Häuslebauarbeiten der Männer und befanden sie für sehr gut. Als Entschädigung gab´s ein gutes Barbecue und Ziesel-Wildlife-TV, denn der Campingplatz am Zicksee ist berühmt für seine große Zieselkolonie (Verwandte der Erdhörnchen), die sich direkt an den Zelten und Wohnwagen recht gut beobachten lassen und sehr zutraulich sind.

Weiden, Neusiedlersee, Austria
unsere Parzelle, Zicksee Camping, Austria
Zicksee, Austria
Ziesel/European ground squirrel (Spermophilus citellus), Zicksee, Austria

Ein kleines Unwetter mit Sturm und Regen zieht auf und Jochen ist aufrichtig froh um unsere Markise. Der Kühlschrank hängt bereits am Campingplatzstrom und wurde in unserem kleinen Vorzelt platziert.

 

Mückenschutz ist für mich hier in Seenähe unerlässlich. Die österreichisch-ungarischen Mossis fliegen ebenso wie die afrikanischen auf mich! Da eine längere Fahrt mit dem Landrover sehr ermüdend ist, fallen wir bereits gegen 21:30 Uhr in unser Zelt und Edeltraud und Günther in ihren T5 nachdem wir den ausgezeichneten sanitären Anlagen einen Besuch abgestattet haben.

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