Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

27.10.2013 Etosha Safari Camp

Herrlich ausgeruht und erfrischt suchten Jochen und ich kurz vor 06:00 Uhr den Restaurantbereich auf. Da ich ohne Kaffee am Morgen kein Mensch bin, setzten wir uns mit selbigen und den vier Frühstückspaketen auf die Veranda vor die Rezeption und warteten auf unsere Mitfahrer. Wir wollten gerade den Wagen besteigen und ohne die beiden abfahren, als eine fröhliche Edeltraud und ein griesgrämiger Günther um die Ecke kamen. Diese frühe Stunde ist wohl einfach nicht seine Zeit!

Am Anderson Gate wurden wir jedoch belohnt, mussten nicht lange auf die Einfahrt warten und hatten unser erstes Highlight des Tages in Ombika. Am Wasserloch lag verstreut ein Rudel Löwen, welches sicherlich hier in der Nähe einen nächtlichen Riß verdaute. Eine der Löwinnen war besendert. Immer wieder mal bewegten sich die Tiere ans Wasser um zu trinken.

 

Eine der Löwinnen war besendert. Immer wieder mal bewegten sich die Tiere ans Wasser um zu trinken. Fast eine Stunde lang beobachteten wir die Tiere. Gott sei Dank kam es nicht zu einem Safariwagen-Großaufgebot.

 

Das nächste Highlight folgte auf dem Fuß. Bei der Weiterfahrt Richtung Okaukuejo entdeckten wir direkt links neben der Teerpiste im Mopanebusch ein Spitzmaulnashorn, welches letztendlich direkt vor unserem Wagen die Fahrbahn kreuzte.

vor dem Anderson Gate, Etosha
Ombika, Etosha
Nähe Ombika, Etosha
Nähe Ombika, Etosha
zwischen Ombika und Okaukuejo, Etosha
Edeltraud, zwischen Ombika und Okaukuejo, Etosha

Ansonsten tummelten sich auf der freien Ebene vor Okaukuejo die Springböcke und kurz vor dem Restcamp machte uns ein anderes Fahrzeug linkerhand auf einen Giraffenkill aufmerksam, der in einiger Entfernung zur Straße lag und von den Schakalen von innen aufgezehrt wurde.

 

In Okaukuejo mussten wir noch unsere Mitfahrer auf unser Permit eintragen lassen, bevor wir dem dortigen Wasserloch einen Besuch abstatteten. Es war wieder recht voll mit Tieren und auch Touristen. Sehr gefreut habe ich mich über den hübschen Kurzzehenrötel, der in meiner Vogelsammlung noch fehlt.

 

Gut anderthalb Stunden verbrachten wir am Okaukuejowasserloch, wo sich Oryx, Kudus, Giraffen, Springböcke und Gnus die Klinke in die Hand gaben, um ihren Durst zu löschen.

Giraffenkill mit Schakal vor Okaukuejo
Okaukuejo, Etosha
Okaukuejo, Etosha
Okaukuejo, Etosha
Okaukuejo, Etosha
Kurzzehenrötel / Short-toed Rock-Thrush (Monticola brevipes), Okaukuejo
Okaukuejo, Etosha

Da Skadi und Klaus am Vorabend berichteten, dass sie das Wasserloch am westlich gelegenen Charl Marais Dam als sehr tierreich und gleichzeitig touristenarm empfunden haben, entschieden wir uns dorthin einen Abstecher zu unternehmen. Und während wir so dahin fahren, aufmerksam in und unter jeden Baum schauen, bemerke ich, dass wir uns schon in Natco befinden. So ein Mist! Nicht richtig aufgepasst! Die kurze Grassavanne ist staubbedeckt, knochentrocken und von recht vielen Oryx und Springböcken bevölkert, die Richtung Okondeka ziehen, den Natco ist ausgetrocknet. Wir nutzen die Gelegenheit und suchen vor Okondeka die umzäunte Toilette auf, deren Sauberkeit arg zu wünschen übrig lässt.

 

Jedes Fleckchen Schatten wird ab ca. 09:00 Uhr ausgenutzt und alle Tiere drängeln sich unter den wenigen Bäumen.

Nähe Okondeka, Etosha
Nähe Okondeka, Etosha
Nähe Okondeka, Etosha

Unser Glück, dass wir in die falsche Richtung abgebogen sind. Im einzigen größeren Baum bei Okondeka hat es sich ein Löwenrudel gemütlich gemacht. Auch hier ist eine der Löwinnen mit einem Funkhalsband versehen. Sie ist trächtig.

 

Also richten wir uns hier gemütlich ein und harren der Dinge. Heute ist L-Tag (Löwen und Lerchen)! Eine Zirplerche und eine Rotkappenlerche werden in meine Sammlung aufgenommen. Einige andere Safariautos haben die Löwen unterm Baum nicht einmal bemerkt und sind schnell wieder verschwunden. Aber Okondeka, am Rande der Salzpfanne hat uns noch nie enttäuscht. Nach einiger Zeit erhebt sich die besenderte Löwin und begibt sich zum Wasserloch um ihren Durst zu stillen.

 

Die ganze Ebene Richtung Osten ist voll mit Tieren, die ihren Blick aufmerksam auf die Löwin richten. Doch für irgendwelche Jagdgedanken ist es einfach zu heiß und sie begibt sich rasch wieder zu den anderen Rudelmitgliedern in den Schatten. Die ganze Episode hat nur ungefähr 15 Minuten gedauert, aber unser Auge und unsere Geduld hatten sich ausgezahlt. Edeltraud und Günther sind happy.

 

Wir beschloßen den diesjährigen Etoshabesuch unter das Motto "Such die Löwen" zu stellen.

 

Insgesamt verbachten wir hier knapp eine Stunde. Kurz hinter Okondeka lag ein weiterer Giraffenriß (vermutlich der nächtliche Kill des Okondekalöwenrudels), der von neun Schakalen in Beschlag genommen wurde. Einer der Gesellen nutze den Kadaver als Schlafplatz mit bequemer Polsterung, andere nutzen ihn als Schattenspender und wieder andere betrachteten ihn als Nahrungsquelle.

Rotkappenlerche / Red-capped Lark (Calandrella cinerea), Okondeka, Etosha
Zirplerche / Spike-heeled Lark (Chersomanes albofasciata) pale, Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha
Okondeka, Etosha

In der Hoffnung vielleicht eine Braune Hyäne in Wolfsnes zu sichten, haben wir auf dem Rückweg einen Abstecher dorthin unternommen. Zurückgekommen sind wir mit einem Foto von einem Kalahariheckensänger. Der fehlte mir auch noch.

 

Am Okaukuejo Waterhole hielten sich in der Mittagszeit heute nur einige Elefantenbullen auf. So legten wir eine Pause mit Erfrischungsgetränken und Snack im Restaurant ein. Hier trafen wir auch auf einige andere Mitglieder unserer Reisetruppe.

 

Aufgrund der Hitze, der nun spärlichen Tiersichtungen beschloss ich eine kurze Siesta im Etosha Safari Camp einzulegen und am späten Nachmittag noch einmal in den Park zu fahren. Die Löwenbande von heute Morgen lag immer noch hechelnd verstreut unter den Bäumen am Ombikawasserloch, so dass wir hier sicherlich nichts verpassen.

Kalahariheckensänger / Kalahari Scrub-Robin (Cercotrichas paena), Wolfsness, Etosha
Okaukuejo, Etosha
Ombika, Etosha
Ombika, Etosha
Ombika, Etosha

Im Vorgarten des Etosha Safari Camps lassen sich prima Vögel sichten.

 

Der Mittagsschlaf und eine erfrischende Dusche waren herrlich und gegen 17:00 Uhr fuhren wir noch einmal in die Etosha. Diesmal schlossen sich auch Skadi und Klaus im eigenen Wagen an. Den Löwen am Ombikawasserloch war´s immer noch zu heiß. Wir unternahmen noch einen Schlenker über Gemsbokvlakte und Gaseb zurück nach Ombika. Es gab einige Trappen zu sehen und die Löwen schwitzen immer noch.

 

Im Etosha Safari Camp gibt es linkerhand hinter den Chalets einen kleinen Hügel, wo wir noch die schöne Sonnenuntergangstimmung genossen, als plötzlich drei Giraffen auf dem Campgelände neben uns auftauchten. Am Abend konnten wir noch einer Party bewohnen. Einer der Gäste hatte Geburtstag und das gesamte Personal hat zusammen mit den Musikern ein recht lange und fröhliche Showeinlage dargeboten.

 

Ich arrangierte Selbiges für den nächsten Morgen, weil meine Freundin Ulrike dann ebenfalls Geburtstag hat. Allerdings hat sie erst um 08:00 Uhr zum gemeinsamen Frühstück eingeladen. Da werden Jochen und ich schon auf Löwensuche Richtung Halali sein. Die Hospitationsgruppe wird geschlossen für eine Nacht in das Okaukuejo Restcamp umziehen. Halali war leider schon ausgebucht. Um 06:00 Uhr hätten wir gerne auf Geburtstagsfrühstück teilgenommen.

Akaziendrossel / Groundscraper Trush (Psophocichla litsitsirupa), Etosha Safari Camp
Etosha Safari Camp
Etosha Safari Camp
Etosha Safari Camp
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