Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

26.10.2013 Etosha Safari Camp

Wie immer waren wir mit Einsetzen der Dämmerung munter, packten rasch unser Gepäck in den Wagen und nach kurzem Frühstück und Begleichung unserer Rechnung begaben wir uns auf Pad. Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir uns diese eine Nacht auf Ai Aiba hätten sparen können und von Wüstenquell aus direkt in die Etosha hätten fahren sollen. Außerdem war unser Bedarf an Felszeichnungen noch durch den Besuch des grandiosen Matopo Nationalparks im Juni in Simbabwe gedeckt. Mit nur einer Nacht wird man dem Erongogebirge sicherlich nicht gerecht und außerdem hat uns die Atmosphäre hier überhaupt nicht gefallen. Auf einer unser zukünftigen Touren werden wir das Erongogebirge abseits großer Touristenströme auf eigene Faust erkunden.

 

Richtig viel Wildlife sahen wir dann endlich als wir gegen 07:30 Uhr vom Lodgegelände auf die D2315 einbogen. Eine Herde Giraffen lief kilometerweit vor unserem Wagen her. Kudus, Impalas, Warzenschweine – alles da! Auf der Gravelroad kamen wir gut voran, bogen in Omaruru auf die C13 ab und erreichten Outjo, mit seinen wunderschön blühenden Jacarandabäumen bereits gegen 10:00 Uhr. Jochen kaufte noch eine Flasche Glenfiddich im Bottle Store und auf geteerter Straße ging´s zügig bis zum Etosha Safari Camp, der Gondwanagruppe. Hier waren wieder zwei Übernachtungen zusammen mit meiner Hospitationsgruppe geplant. In der Rezeption erkundigten wir uns nur kurz nach unserer Raumnummer und starteten um 11:30 Uhr zum ersten Game Drive in die Etosha.

Ai Aiba, Erongo
Mahaliweber / White-browed Sparrow-Weaver (Plocepasser mahali), Ai Aiba
D2315 Erongo Concession Area
Outjo
Jacaranda, Outjo

Am Ombika Wasserloch tat sich nichts und so fuhren wir erst einmal nach Okaukuejo um unseren Parkeintritt zu entrichten. Im Vergleich zu den ostafrikanischen Nationalparks sind die Gebühren ein Schnäppchen. Mit 80 NS$ pro Person/24 Stunden und 10 NS$ für den Wagen fast geschenkt. Mittlerweile stand die Sonne hoch am Himmel und die Temperaturen tendierten gegen 40°! Oh wie angenehm war es doch an der Küste, bzw. auf Wüstenquell! Wir suchten die Toiletten auf und suchten das Restaurant nach unserer Hospitationsgruppe ab. In dieser wogenden Menschenmasse konnten wir niemanden der gruppe ausmachen. Der Pool war prall gefüllt mit Menschen und das Restaurant rappelvoll. Weekend in Etosha!!! Viele Wochenendtouristen, die sich augenscheinlich nur zwischen Restaurant, Okaukuejo-Wasserloch und Pool bewegen, füllen das Restcamp. Daher mein Rat: Wenn irgend möglich, sollte man die Wochenenden, speziell in der Hochsaison hier vermeiden.

 

Wir gönnten uns erst einmal einen kleinen Snack und ein kaltes Rock Shandy (Tonic Water, Ginger Ale, Angostura und viel Eis), bevor wir am Wasserloch eine große Elefantenherde mit Jungtieren beobachteten.

 

Der diesjährige Aufenthalt tagsüber hat uns doch sehr erschreckt. Im Fotounterstand war kaum ein Platz zu ergattern. Rücksichtslose Touristen, die einfach aufstanden, minutenlang fotografieren und dem Hintermann die Sicht nehmen. Wild gestikulierende und rufende Reisende, die mit ihrer Gruppe über einige hundert Meter versuchten zu kommunizieren. Die seltsamsten Kopfbedeckungen nahmen und die freie Sicht. Der Gipfel war dann das Klackern von High Heels, die wir schon vom PKW-Parkplatz aus hören konnten. Und natürlich musste sich die stämmige, verschwitzte Lady auch noch in den Hide quetschen. Jochen und ich guckten uns verständnislos an. Wo waren wir gelandet? Früher konnte man hier doch tagsüber wunderbar in relativer Einsamkeit zuschauen, wie sich die Tiere die Klinke in die Hand geben, weil alle Touristen die nahegelegenen Wasserlöcher abfahren. Vielleicht war auch die Hitze daran schuld, dass ich so allergisch auf die Menschenmassen reagierte...

Anderson Gate, Etosha
Okaukuejo, Etosha
Okaukuejo, Etosha
FLP, Okaukuejo, Etosha
noch mehr FLP, Okaukuejo, Etosha
Okaukuejo, Etosha
stillender Eli, Okaukuejo, Etosha
Okaukuejo, Etosha

Wir hielten es hier nur gut eine dreiviertel Stunde auf und machten uns auf den Rückweg Richtung Auto, als uns mein Onkel Günther und seine Frau Edeltraud über den Weg liefen. Nach herzlicher Begrüßung und kurzem Austausch der Erlebnisse der letzten Tage und einem weiteren erfrischenden Rock Shandy begaben wir uns mit Edeltraud und Günther im Schlepptau nach Newbroni. Die gekälkten Elefanten Elis scheinen auch immer noch die gleichen zu sein. Nach gründlicher Inspektion der Kanalisation, in die sich öfter mal ein Löwenrudel in den Schatten zurückzieht, steuerten wir nach Gemsbokvlakte. Zebras und Springböcke bevölkern die silbrig graue Buschlandschaft, als Jochen plötzlich in die Bremsen trat. Direkt links am Straßenrand neben dem Wagen tat sich ein Schabrackenschakal an einem frischen Springbockkadaver gütlich und verteidigte ihn sicher gegen seine Schakalkollegen. Da keine Löwen in der weiten Ebene zu sichten waren und Edeltraud und Günther diese Strecke vor wenigen Stunden schon einmal abgefahren sind, vermuteten wir, dass der arme Springbock unter die Räder eines Autos gekommen war.

Nebrownii, Etosha
Springböcke zwischen Nebrownii und Gemsbokvlakte, Etosha
zwischen Nebrownii und Gemsbokvlakte, Etosha
C38 Nähe Nebrownii, Etosha
C38 Nähe Nebrownii, Etosha
C38 Nähe Nebrownii, Etosha

Zwischen Gemsbokvlakte und Ombika machten wir keine spektakulären Sichtungen mehr. Es war einfach immer noch brüllheiß und die Tiere leideten sichtlich unter der Hitze. Sogar kleine Vögel verkrochen sich unter Steinen und nutzten jedes Fleckchen Schatten. Erst mit Sonnenuntergang verließen wir den Park und holten an der urigen Rezeption des nahen Etosha Safari Camps den Schlüssel für unser Chalet Nr. 38 ab. Das Gondwana-Personal war gewohnt gastfreundlich, wir wurden herzlich willkommen geheißen und fühlten uns trotz der Größe dieser Unterkunft sofort wohl.

zwischen Gembokvlakte und Omibika, Etosha
Etosha Safari Camp
Etosha Safari Camp

Nach Bezug des schönen Zimmers, dem Genuss einer ausführlichen Dusche, verbrachten wir den weiteren Abend zusammen mit den Mädels und Jungs der Hospitationsgruppe.

 

Jochens erster Gang führte in die Küche, wo er sich bei der herzlichen Köchin einschmeichelte...

 

Der Hautgang des Dinners bestand aus einem Buffet, so dass hier jeder nach seiner Fasson glücklich werden könnte. Auch hier muss ich sagen: Obwohl das Camp rappelvoll war, hat man mit der netten, stylischen Restaurantgestaltung in einem großen Innenhof eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen.

 

Edeltraud und Günther möchten Morgen mit uns zusammen in einem Wagen auf Game Drive gehen. Ich weiß nicht, ob Günther sich durch uns bessere Tiersichtungen versprach, oder ob es lediglich der Wunsch war in einem Allradwagen zu fahren. Jedenfalls schaute er ein wenig säuerlich aus der Wäsche, als wir ihm mitteilten, dass um 06:15 Uhr Abfahrt ist. Und er nicht pünktlich ist, bleibt da! Mit Sonnenaufgang öffnet das Parktor und um diese Zeit sind für Mensch und Tier die Temperaturen noch erträglich und das weiche Licht verspricht schönere Fotos. Für Edeltraud ist diese frühe Stunde kein Problem. Zwar wird im Etosha Safari Camp bereits ab 06:00 Uhr Frühstück angeboten, aber das dauert mir alles viel zu lange. Deshalb orderte ich für den kommenden Morgen bei der netten Köchin vier Breakfastboxes.

 

Mich kippte heute Abend schon ein Glas Wein vollends aus den Puschen, so dass ich gegen 21:00 Uhr das gemütliche Bett aufsuchte.

Etosha Safari Camp
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