Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

23.10.2013 durch das Swakop Revier und über die Welwitschia Plains nach Wüstenquell

Nach erholsamer Nacht, gemütlichem Frühstück und Begleichung unserer Schulden bei Manfred und Manuela machten wir uns zusammen mit Skadi und Klaus gegen 09:00 Uhr auf den Weg Richtung Wüstenquell durch den Namib Naukluftpark. Skadi und Klaus übernachten auf Ameib. Der direkte und schnellste Weg würde sie über die B2 führen. Wir überredeten sie zum Welwitschiagucken. Und obwohl die beiden nur einen 2x4 Wagen hatten, schlägt Skadi sich bravurös im sandigen Swakoprevier und hat den Wagen bestens unter Kontrolle. Mit unserem 4x4 bildeten wir das back up.

 

Goanikontes bietet sich wieder für einen kurzen Zwischenstop mit Kaffeepause an. In der grandiosen Mondlandschaft ist eine Bike-Gruppe unterwegs, denen unser Respekt gebührt. Eine Bikerin ist auf der Schotterpiste übel gestürzt, hat sich aber nicht ernsthaft verletzt und konnte die Tour fortsetzen. Der Besenwagen hielt sich immer in der Nähe der Biker auf.

 

Kurz hinter dem Abzweig D1991 Richtung Osten gab´s die ersten kleineren Welwitschias zu bestaunen, die in der Namib ab dem Kuiseb Revier bis nach Südangola endemisch sind.

Gut Richthofen an der D1901
Gut Richthofen an der D1901
Swakop Revier
Swakop Revier
Swakop Revier
Swakop Revier
Swakop Revier
Swakop Revier
Goanikontes
Goanikontes
Mondlandschaft, Namib-Naukluftpark
Biker in der Mondlandschaft
Jochen, Skadi und Klaus, Mondlanschaft, Namib-Naukluft NP
Jochen und Marina, Mondlandschaft, Namib-Naukluft NP
erste kleinere Welwitschias werden inspiziert, Namib-Naukluft NP

Wir bogen links Richtung Wüstenquell und Welwitschia Plains ab, durchquerten noch einmal das sandige Flussbett des Swakops und uns bot sich ein sensationelles Panorama. Riesengroße Welwitschias soweit das Auge reicht. Es handelt sich um die größte Konzentration dieser urtümlichen Pflanzen in Namibia. Hierhin müssen wir unbedingt noch einmal kommen, wenn die Sonne tiefer steht. Nur wenige andere Fahrzeuge kreuzten unseren Weg durch diese grandiose, einsame Gegend. Bleibt zu hoffen, dass diese einmaligen Pflanzen trotz der Ausweitung der Mining Industry eine Zukunft haben.

 

Für Mineraliensammler ist die Gegend ebenfalls ein Eldorado. Die Husab Mine liegt direkt am Wegesrand. Mit Erreichen des Farmtores der Wüstenquellfarm verlassen wir den Namib-Naukluftpark und werden standesgemäß von einer kleinen Herde Springböcke begrüßt.

 

Auf Höhe der Zufahrt Jakalswater machen wir mit den ersten Tafoni-Erosionen Bekanntschaft, für die Wüstenquell berühmt ist. Die Entstehung dieser markanten Gesteinsformen noch umstritten. Vermutlich tragen Feuchtigkeitsunterschiede im Gestein dazu bei. Sickerwasser verdunstet im Gestein und die Lösungsfracht setzt sich außen ab. In der Folge zersetzt sich das Gestein von innen und es bilden sich Hohlräume. Tafoni bilden sich in allen Klimazonen, häufiger jedoch an Küsten von Meeren mit deutlichen Gezeiten sowie in ariden und semiariden Trockengebieten.

Blütenständer der männlichen Welwitschie, Namib Naukluft NP
Ammocharis coronica, Welwitschia Plains, Namib Naukluft NP
Welwitschia Plains, Namib Naukluft NP
Tafoni-Erosion, Wüstenquell

Gegen 13:00 Uhr erreichen wir das Farmhaus von Wüstenquell und wurden von Oliver Rust, der die Gästefarm seit einigen Jahren zusammen mit seiner Frau Verena bewirtschaftet, herzlich begrüßt. Wir machten es uns zusammen mit Skadi und Klaus bei kühlen Erfrischungsgetränken auf der Veranda gemütlich und genoßen Manfreds selbsthergestellte Frikadellen, die er uns als Wegzehrung mit gegeben hatte. Skadi und Klaus mussten weiter, denn das übelste Stück der Piste mit 13 zu öffnenden und schließenden Farmtoren über die D1914 bis zur B2 stand ihnen noch bevor. Wir waren aber sicher, dass sie das gut meistern würden.

 

Für uns stand das Red Rock Chalet auf einem Felsen bereit. Es ist das hintere der zwei Mountain-Chalets und bietet eine irre Aussicht direkt auf den Langen Heinrich und den Naukluftpark. Zu unseren Füßen lag ein kleines Trockenflusstal, welches sich hervorragend für Wanderungen eignet. Von dieser erhöhten Position schaut man in westlicher Richtung auf die Campsite Papierbaum.

 

Ein großer Felsen wurde in das Chalet integriert, so dass ein wenig Eagles-Nest-Atmosphäre aufkommt. Dusche, Bad und WC kann/darf man unterm Sternenhimmel der Namib genießen. Laut Oliver sind die hier lebenden Leoparden menschenscheu. Na, hoffen wir mal das Beste! Ich verbringe ja Gott sei Dank nie viel Zeit auf dem Klo... Zum Service gehört, dass man sich das Frühstück zum Chalet bringen lassen kann. Dies gilt in gleicher Weise für ein Braaipaket. Für Flitterwöchler also gerade die richtige Unterkunft.

Chalet Red Rock, Wüstenquell
Chalet Red Rock, Wüstenquell
Chalet Red Rock, Wüstenquell
Bad mit Aussicht, Chalet Red Rock, Wüstenquell
Chalet Red Rock mit Blick auf den Langen Heinrich, Wüstenquell

Am Nachmittag ging´s mit Oliver, der Betsy, dem alten Farmlandcruiser und einem weiteren Gästepaar auf eine Farmrundfahrt. Die hier zu findenden Gesteins- und Felsformationen sind wunderschön und wir haben jede Menge Spaß, die verschiedenen Formen zu interpretieren. Aufgrund der Trockenheit sahen wir leider nur sehr wenige Tiere aus weiter Entfernung. Die hier lebenden Hartmann-Bergzebras (Equus zebra hartmannae) sind leider bereits in wasserreichere Gebiete weitergezogen.


Sehr interessant fanden wir das Gebiet um Swakop Fontein, in einem kleinen Tal. Hier lohnt sich in der Zukunft ein längerer Aufenthalt.


Das leckere Dinner nahmen wir am Abend gemeinsam mit den anderen Gästen und Oliver auf der Veranda des Farmhauses ein. Die Gemüsereste der Farmküche locken einen hübschen Kapfuchs in die Nähe der Veranda. Sternenfotograf und Forumsfreund Jens-Uwe ist mittlerweile auch eingetrofen und es es sich auf der Campsite Aussicht gemütlich gemacht. Vielleicht laufen wir uns Morgen über den Weg. Wir beschließen uns zeitig in die Einsamkeit unseres Chalets zu begeben und machten uns auf den ca. 3 km langen Rückweg zu unseren Aussichtsfelsen. Im Scheinwerferlicht sichteten wir noch einen Springhasen. 

Wüstenquell
Wüstenquell
... ein Elefant? Wüstenquell
Langer Heinrich, Wüstenquell
Wüstenquell
Wüstenquell
Swakop Fontein, Wüstenquell
Wüstenquell
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Marina Meger 2017