Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

20.10.2013 Sophia Dale, Kuiseb Revier Tour

Wie immer in Afrika, sind wir vor Sonnenaufgang wach und genießen gegen 07:00 Uhr den ersten Kaffee und ein gutes Frühstück im Restaurant von Sophia Dale. Das Camp ist zwar auf Selbstversorger ausgelegt, aber dazu haben wir am Beginn des Urlaubs gerade keine Lust.

 

Pünktlich gegen 08.00 Uhr stehen wir bei Konny in Swakopmund vor der Tür. Wir bepacken ihren Landcruiser mit lecker Picknickverpflegung. Konny, vielen lieben Dank für die Arbeit, die Du Dir gemacht hast!

 

Anschließend holen wir Gerd bei MET ab, der dort noch die Permits für den Naukluftpark und Dorob NP besorgt hat.

 

Auf der Küstenstraße ging es Richtung Walvis Bay und anschließend nach Rooibank. Irgendwo hier wollten wir auf Jens-Uwe treffen, der sich von Gobabeb kommend nach Westen treiben lassen wollte.

 

Der Himmel war durch die morgendliche Feuchtigkeit noch sehr bedeckt, als wir die kleine, gelb gestrichene Kirche von Rooibank (früher Scheppmannsdorf) besichtigten. Über das genaue Baujahr der Kirche gibt es unterschiedlichste Informationen. Die Missionsstation Scheppmannsdorf wurde 1845 von Heinrich Scheppmann, einem Missionar der Rheinischen Missions gegründet und war ein wichtiger Sammelplatz für die Ochsenwagengespanne auf ihrem Weg in den Osten. Sicher ist, dass sich in Scheppmannsdorf die älteste Druckerei Namibias befand.

 

Das heutige Rooibank mit seiner Wasserstation versorgt Walvis Bay mit dem wichtigen Trinkwasser. Rooibank verdankt seinen Namen den roten Granitfelsen auf dem dortigen Plateau.

 

Der Ort und dazugehörende Küstenstreifen wurde und wird jedoch schon seit vielen Jahrhunderten von den Topnaar-Buschleuten bewohnt, die verwandt sind mit den Khoisan. Sie leben von der Jagd und von dem was sie an der Küstenlinie sammeln können. Ihre Hauptnahrung stellt die !Nara-Melone dar, die Pflanze der stillenden Frauen, denn sie regt u. a. die Milchbildung an. Die Topnaars sind der einzige Buschmann-Stamm, der sich noch auf diese Weise an der Westküste ernährt. Insgesamt existieren noch etwa 500 Topnaar in 12 Gemeinden entlang des Kuiseb-Reviers und in der zentralen Namib.

Der 560 km lange Kuiseb-Fluss gehört zu den wichtigsten Flüssen Namibias und entspringt im Khomas-Hochland. Die meiste Zeit ist er nur ein Trockenfluss mit unterirdischem Wasserlauf, der in den hohen Dünen vor Walvis Bay versandet. Vom Flugzeug aus kann man allerdings sehr genau das grüne Band des Kuiseb in der Namib ausmachen, der eine scharfe Trennlinie zwischen der Sandnamib und der Geröllnamib darstellt. Es ist mir immer noch ein Rätsel, warum die hundertemeterhohen Sanddünen nicht vom Wind über das flache Flussbett hinweg nach Norden geweht werden. Im regenreichen Jahr 2011 floss der Kuiseb dann wieder durch das Sandmeer bis in den Atlantik südlich von Walvis Bay.

B2 Richtung Walvis Bay
Kirche Rooibank
Kirche Rooibank
Konny und Jochen, Kirche Rooibank
Kirche Rooibank
Kirche Rooibank
Blüte der !Nara Melone - Das Brot der Wüste

Und als wir uns dann so das Kirchlein anschauten, sehen wir in der Ferne eine Staubwolke. Jens-Uwe war ebenfalls sehr früh aus dem Bett (Zelt) gefallen und schon weit gekommen. Wir begrüßten uns herzlich, freuten uns aufrichtig, dass wir einige Zeit zusammen verbringen können und stautnen, wie klein doch mal wieder die Welt war bzw. wie sich die Reiseplanungen gleichen. So erkundeten wir nun mit zwei Fahrzeugen das untere Kuiseb Revier.

Jochen, Konny, Gerd, Jens-Uwe, Kirche Rooibank
Kuiseb Revier
Kuiseb Revier
wilder Tabak - eingeschleppt aus Südamerika
wilder Tabak
Jochen auf der Suche nach der kleinen Fauna
Tok Tokkie
Kuiseb Revier
Gerd, Kuiseb Revier
Kuiseb Revier

Ein schöner, schattiger Picknickplatz unter einem großen Kameldornbaum war auch schnell gefunden. Wie kann das Leben doch schön sein! Und weil es so schön war, durfte der Tok Tokkie auch partizipieren!

 

Im Übrigen waren die Temperaturen hier um diese Uhrzeit wider Erwarten durch die Nähe zum Atlantik sehr angenehm. Allerdings verabschiedeten sich die letzten dekorativen Wölkchen doch recht schnell.

im Kuiseb Revier
Tok Tokkie beim Lunch
ein Schakal schleicht sich über die Dünen
Kuiseb Revier
Kuiseb Revier
die Eselbande der Topnaar
Mt. Swartbankberg, Dorob NP
Mt. Swartbankberg, Dorob NP
Mt. Swartbankberg, Dorob NP
Mt. Swartbankberg, Dorob NP
Marloth´s Lavrania (Larryleachia marlothii), Mt. Swartbankberg
Marloth´s Lavrania (Larryleachia marlothii), Mt. Swartbankberg
Konny, Mt. Swartbankberg
Systoechus, Mt. Swartbankberg, Dorob NP
Mt. Swartbankberg, Dorob NP
Dorob NP

Am Nachmittag überließen wir Jens-Uwe wieder der Einsamleit der Namib und unsere Wege trennten sich für heute. Auf dem Rückweg Richtung Walvis Bay hatten wir noch das Vergnügen einen Desert Train durch die Wüste fahren zu sehen.

 

In der Muschel, einem netten Cafe in Swakop mit angeschlossener Buchhandlung gönnten wir uns zusammen mit Konny und Gerd einen Kaffee bevor Jochen und ich noch ein paar Einkäufe in der Stadt erledigten.

 

Da die Küche heute auf Sophia Dale kalt blieb, suchten wir zum Dinner das Lighthouse auf und ergatterten nur noch einen zugigen und sehr lauten Platz in der Mitte des Restaurants ohne guten Sea View. Das Essen war o.k., aber nichts Besonderes. Jochen freute sich jedoch sehr über Rippchen!

 

Meine Hospitationsgruppe bestehend aus 11 KollegInnen war mittlerweile aus dem Süden kommend auch in Swakopmund eingetroffen und hat ihre Zimmer in diversen Gästehäusern bezogen. Die Gruppe war bereits eine Woche vor uns eingeflogen und hat auf der klassischen Rundreise zunächst den Süden Namibias erkundet. Wir verabredeten uns für morgen Abend im Ocean Basket Restaurant. Meine Freundin Skadi und Klaus werden erst Morgen mit der SAA-Maschine in Walvis Bay eintreffen.

Dorob NP vor Walvis Bay
Swakopmund Leuchtturm
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Marina Meger 2017