Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

Namibia 2010

Edel, Butterblume, Oryx-Anja, Wumpi

Mit meinem Reisebericht möchte ich die schönsten Augenblicke unserer Tour durch Namibia festhalten. Ich freue mich über Fragen zu unserer Reise und gebe gern weiter Auskunft. Am besten erreicht man mich über das Kontaktformular.

Karte: Mit freundlicher Erlaubnis von Expert Africa; copyright reserved.

 

Unterkünfte:

1 Nacht Windhoek, Olive Grove

2 Nächte Mariental, Kalahari Anib Lodge

2 Nächte Fish River Canyon, Canon Lodge

3 Nächte Aus, Klein Aus Vista, Eagles Nest

2 Nächte Sesriem, Sossusvlei Desert Camp

3 Nächte Swakopmund, Cornerstone Guesthouse

3 Nächte Etosha, Vreugde Guestfarm

1 Nacht Etosha, Halali Restcamp

1 Nacht Etosha, Onguma Bushcamp

2 Nächte Otjiwarongo, Okonjima

1 Nacht Windhoek, Airportfarm

30.08.2010 Troubleshooting, Windhoek, Olive Grove

Die Reisetaschen voll mit warmen Klamotten, da es ja bekanntlich Anfang September noch recht frisch in Namibia sein kann, sind wir, Jochen (Wumpi) und Marina, Sonntagmittag via DB Richtung Hamburg zu unserem Zubringerflug nach München aufgebrochen. Am Münchener Flughafen haben wir uns mit Anja (Oryx-Anja) und Edeltraut (Edel) verabredet.

Die Ankunft mit Air Berlin in Windhoek erfolgte mit einer Stunde Verspätung. Auf den Zubringerflug aus Berlin musste noch gewartet werden! Dank der XXL-Seats hatten wir einen bequemen Flug.

 

Endlich wieder real auf afrikanischem Boden. Zwei Jahre waren arg lang. Da darf man dann auch mal ein Tränchen verdrücken.

 

Und liebe ich kleine, überschaubare Flughäfen!

 

In der Schlange der Visastempelabholenden standen wir recht weit vorne. Ich war ja super gut präpariert mit meinen bereits vor Wochen ausgefüllten Einreiseformularen aus dem Forum – dachte ich… bis wir an die Reihe kamen. Die Ziege mit dem Stempel hatte wohl eine schlechte Nacht. Sie nimmt nur Originalformulare an. Also wieder raus aus der Schlange, alles neu ausgefüllt und wieder eingereiht.

Mit diesem Formular wurden wir dann gnädig durchgewinkt.

 

Die anschließende Fahrzeugübernahme bei Europcar zog sich hin. Wir hatten einen Nissan X-Trail bestellt und einen Hyundai Tucson erhalten (KM-Stand ca. 11.000). Das Durchchecken nach Infoliste aus dem Forum und die Gepäckunterbringung dauerten 1,5 Stunden Uhr.

 

Dann plötzlich alles zurück marsch, marsch: Der Wagen hatte keine gültige Zulassung für Namibia (war in SA angemeldet, wie fast alle Europcar Fahrzeuge). Der Ersatzwagen war noch nicht einsatzbereit und sollte uns im Laufe des Tages in unsere erste Unterkunft, das Olive Grove geliefert werden.

 

Edel hatte ihren PKW bei Buchung an den falschen Flughafen (Eros) bestellt. Da stand er nun ganz einsam und allein. Endlose Lösungsmöglichkeiten und Verhandlungen wurden geführt. Letztendlich haben Edel und Anja einen Hyundai Atos erhalten.

 

Mittlerweile war so viel Zeit vergangen, dass unser Ersatzwagen dann auch sauber gereinigt und gewaschen war, von uns durchgecheckt und für gut gefunden wurde. Dieser Wagen hatte 33.000 km auf dem Tacho. Also alle Taschen wieder eingeladen und noch versucht das Nüvi in die Gänge zu bringen. Ist ja ein intelligentes Nüvi, das von alleine merkt, wenn es in Namibia ist und dann auch die entsprechende Karte anzeigt…. Wurde mir von den technisch begabten Herren der Schöpfung versichert! Hmmmh, keine POIs und auch keine Suche nach Adressen möglich und ca. 46 km auf der Suche nach der B6, obwohl wir mittlerweile bereits in Klein Windhoek angekommen waren!

Hatte doch schon in Deutschland so eine Ahnung, dass Nüvis nicht intelligenter wie Frauen sind!

Krise, Namibia nicht ohne mein Nüvi! Das geht gar nicht. Nun denn, das Olive Grove haben wir auch so gefunden. Habe dann schnell nur mit mir allein einen Krisenstab gebildet: Nachricht an das Forum gesendet und Experten für Nüvis in Windhoek angefordert. Hier werden Sie schnell geholfen. Nach gefühlten 5 Minuten bereits 4 Antworten erhalten. Fomis, Ihr seid klasse und auf Zack! Habe bei Bwana Tucke Tucke angerufen. Manuela hat mir Richard Hoff von Be-Local empfohlen und mir auch gleich seine Handy-Nr. gegeben. Richard kommt noch heute Nachmittag direkt ins Olive Grove und versucht das Nüvi zu verarzten. Bin glücklich! Zwischenzeitlich habe ich telefonisch mit Karen und Jens ein abendliches Date zur Übergabe der Spendentasche für das Soup Kitchen Projekt Havana in Katutura vereinbart. Wir treffen uns zum Dinner im Olive Grove.

Olive Grove

Nach Bezug der Zimmer und Katzenwäsche erst Mal alle ab ins Auto und Richtung Independance Av. zum Einkaufen und die mitgebrachten Telefonkarten (MTC) aufladen. Oh Freude, dank der magischen Hände von Johannes im großen MTC Laden in der Post Mall konnten beide Karten rasch aktiviert werden.

 

Gegen 15:30 Uhr wartete Richard bereits auf mich im Olive Grove. Also schnell zurück und das Nüvi den kompetenten Händen von Richard überlassen. Innerhalb von 10 Minuten war das Nüvi geheilt. Eine Datei war defekt/fehlerhaft und musste von meinem Netbook (auf dem ich alles was Frau so braucht gesichert hatte) neu auf das Nüvi gespielt werden. Lieber Richard, an dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Dich. Du hast mir den Urlaub gerettet. Be-Local hat übrigens eine Filiale direkt im Airport. Deshalb auch an dieser Stelle mein Tipp für alle Neulinge/Ersttäter mit T4A: Bitte checkt Euer Nüvi bereits auf dem Airport. Bei Schwierigkeiten könnt Ihr dort schnell und unkompliziert Hilfe erhalten. Dort soll man wohl auch Nüvis mieten können, wenn man kein eigenes mit Namibiakarte zur Verfügung hat.

 

Gegen 16:00 Uhr noch mal schnell in die Innenstadt zu NWR, da ich gerne noch die Permits für das Sossusvlei am 08.09. und für die Blutkuppe am 09.09. besorgen möchte, damit wir gleich um 07:00 Uhr in den Park können und nicht so lange in der Schlange stehen müssen. Am Tag vorher werden wir es wohl nicht mehr rechtzeitig zum Permitten schaffen, da wir von Aus über die D707 direkt durchfahren wollen und auch noch Stippvisiten in Duwisib Castle und Betta absolvieren möchten.

 

Bei NWR mussten wir ca. eine halbe Stunde warten, bis zwei Touristinnen aus D sich endlich entscheiden konnten, welche Campsites sie buchen wollten. Mittlerweile war es 16:45 Uhr. Und nein, Permits kann man hier nicht kaufen. Das müssen wir direkt vor Ort! Die „liebe“ Dame bei NWR kann nur Unterkünfte buchen. Das gibt es doch nicht! In jedem Reiseführer steht, dass ich in Windhoek bei NWR Permits kaufen kann?!

 

Also, Eva von Abenteuer in Namibia angerufen und um Unterstützung gebeten. Eva will sich gleich am nächsten Morgen mit NWR in Swakop in Verbindung setzen und mir das Permit zufaxen. Juhu, Eva Du bist ein Schatz! Allzeit (hilfs)bereit!

 

Lt. Namibia Forum hat sich das nun auch nach unserer Reise geklärt: Die Permits gibt es tatsächlich nicht bei NWR, sondern beim MET (Ministry of Environment & Tourism), Life Channel Tower, Post St. Mall, Windhoek. Für die Blutkuppe auch in Swakop oder Sesriem.

 

In der Zwischenzeit hat sich Edel im Olive Grove eine wunderbar entspannende Massage verpassen lassen und hat den herrlichen Garten mit Wellnessbereich zusammen mit Anja erobert.

Zimmer im Olive Grove
Christuskirche

 

 

Jochen und ich sind kurz durch den NWR gegenüberliegenden Park auf Fotosafari gegangen, haben die Christuskirche angeschaut.

 

Dort hatten wir auch ein interessantes Gespräch mit zwei DDR-Kindern von Namibia, die wir vor dem Goethe Institut getroffen haben. Sie haben gerade eine Ausstellung zu diesem Thema in Windhoek laufen und sammeln Spenden hierfür.

Feuerbaum

 

Nun, einen entsprechenden Artikel hierzu aus der AZ vom Februar 2010 habe ich auch erst nach unserer Rückkehr entdeckt. Hier ist also Vorsicht geboten.

Zum Sonnenuntergang sind wir beide noch auf die Heinitzburg gefahren - unseren ersten Sundowner auf afrikanischen Boden einnehmen. Die Farbe meines Cocktails entsprach dem prachtvollen Sonnenuntergang!

Heinitzburg

 

Nun aber schnell zurück ins Olive Grove, da wir ja eine Verabredung zum Dinner hatten. Dort angekommen haben wir schnell die Klamotte gewechselt und uns auf der Terrasse zum Dinner begeben. Karen und Jens, schön Euch persönlich kennen gelernt zu haben. Wir hatten einen wunderbar informativen und netten ersten Abend in Namibia.

 

 

Das Personal des Olive Grove hatte allerdings ein Problem mit diesen beiden nicht eingeplanten Dinnerteilnehmern. Der sauertöpfischen Mine konnten wir wenig Flexibilität entnehmen. Vor allem, als wir dann auch nicht früh die Stellung räumen wollten und noch bis ca. 23:00 Uhr auf der Terrasse klönten.

31.08.2010 Mariental, Kalahari Anib Lodge

Abfahrt in Windhoek Richtung Mariental aus Zeitgründen auf der geteerten B1. Natürlich mit dem ultimativen Fotostopp am Wendekreis des Steinbocks.

 

Wendekreis des Steinbocks

Gegen 13:00 Uhr haben wir im recht übersichtlichen Restaurant des Hardap Damms einen kurzen Lunchbreak gehabt. Außer uns war nur noch ein anderes Päarchen dort. Insgesamt wenig Besucher dort. Dann noch den Drive ins Hardap Damm Game Reserve gemacht und Springböcke, Kudus, Oryxe und Erdhörnchen gesichtet. Man muss aber nicht unbedingt dort gewesen sein. Hätten wir gewusst, wie schön es auf der Anib Lodge ist, wären wir dort gleich aufgeschlagen.

 

 

Ankunft auf der Kalahari Anib Logde mit herzlichem Empfang durch den Manager Jon und mit einem Drink gegen 16:00 Uhr. Für Jochen und mich lag keine Reservierung vor, was jedoch kein Problem darstellte. Sie hatten noch freie Zimmer und unser Voucher wurde anstandslos akzeptiert.

Kalahari Anib Lodge

 

In der Woche vor unserer Ankunft hatte es in der Nacht noch -4 Grad. Ich warte immer noch darauf, die warmen Klamotten aus der Reisetasche einweihen zu können. Immerhin hatten wir 28 Grad.

 

Das Zimmer war wunderbar eingerichtet und der Garten bzw. die ganze Anlage der Lodge ein Traum.

 

Der Service war erstklassig, die Atmosphäre relaxt. Auf dem Gelände wohnt ein Springbock, der das grüne Gras dort abonniert hat. Außerdem lebt dort Zoe, eine Golden Retriver Dame, die ganz wild darauf ist, die Gäste auf ihren walks zu begleiten. Da kann frau dann auch mal allein nur mit Hund in die Wildnis aufbrechen.

Allerdings…., wie sich Mädels in Namibia die Haare fönen ist mir ein Rätsel: Entweder gibt es Steckdosen ohne Spiegel in der Nähe, oder Spiegel ohne Steckdosen. Nun denn, habe also das Fönen aufgegeben und die Folgen im letzten Drittel der Reise zu spüren bekommen…

 

Übrigens: Hummeldumm lässt grüßen. In der Kalahari Anib Lodge kann man jetzt an der Rezeption Adapter kaufen. Dort stand ein ganzes Glas rum. Also Herr Jaud, Sie können gerne noch einmal mit Ihrer besseren Hälfte wieder kommen. Ev. kann sie eine Fortsetzung aus Sicht einer Frau zum Thema Spiegel und Föne schreiben.

 

Das Abendessen gestaltete sich aufgrund des hohen Gästeaufkommens und der damit verbundenen Lautstärke als nicht so angenehm. Am zweiten Abend wurde das Dinner in der Lapa serviert, dort war es für meine Ohren dann erträglicher. Die einzelnen Gänge des Menüs wurden in drei Sprachen erklärt: In englisch, deutsch und in khoisan.

 

Habe es noch nie erlebt, dass man vier Gänge innerhalb einer Stunde (19:10 bis 20:10 Uhr) servieren kann. Teilweise hatte ich den letzten Bissen noch auf der Gabel, da wurde mir bereits der Teller entrissen. Das Essen (Oryxrouladen) an sich war aber sehr lecker!

 

Um Punkt 21:00 Uhr lagen wir im wohlverdienten Tiefschlaf in unseren Betten, da wir am nächsten Morgen den 7 km langen Oryx Walking Trail bemühen wollten (der Wassereinlagerungen in unseren Füssen wegen).

 

 

01.09.2010 Kalahari Anib Lodge

Um 05:30 klingelte der Handy-Wecker und Jochen bließ zum Aufbruch. Außer ein paar Springböcken und zwei Gelbschnabeltokos haben wir keine weiteren Tiere auf dem Trail gesehen. Aber der Sonnenaufgang war bezaubernt. Jochen hat allerdings auf dem Rückweg noch Gepardenspuren gefunden.

 

Gelbschnabeltoko

Nach unserer Rückkehr haben wir erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Die freilaufenden Pferde der Anib Lodge haben inzwischen auch den bewässerten grünen Rasen der Lodge für sich erobert und ließen sich immer nur für kurze Zeit vom Personal verscheuchen. War lustig anzuschauen, wie sich die Gauner immer wieder still und heimlich angeschlichen haben…

Am späten Vormittag sind wir nach Mariental aufgebrochen, um dort u.a. eine Verlängerungsschnur für Föne, Netbooks etc. zu erstehen.

Auf dem Rückweg von Mariental wollte noch die „Superfarm“ fotografiert werden. Hierbei handelt es sich - glaube ich - um einen der größten Milchwirtschaftsbetriebe im Land.

 

Vom Manager Jon erhielten wir nach unserer Rückkehr ein Fax. Eva hat uns das gewünschte Permit fürs Sossusvlei am 08.09. gefaxt. Supi! Wieder eine Sorge weniger! Fange langsam an den Urlaub genießen zu können.

 

Pünktlich um 15:30 Uhr sind wir dann mit unserem Guide Deon zum Sundowner Drive aufgebrochen. Mit uns im Wagen waren u.a. Helge und Uwe aus Berlin, die dafür verantwortlich waren, dass unsere Air Berlin Maschine Verspätung hatte. Die beiden waren auf dem Zubringerflug von Tegel nach München. Wir waren eine nette Truppe auf dem Wagen und hatten viel Spaß.

 

Außer den obligatorischen Springböcken konnten wir Oryxe, Giraffen, Zebras, Warzenschweine, Erdhörnchen, Strauße und Trappen beobachten.

 

Diese roten Dünen in der gelben Grassavanne sind traumhaft schön.

 

Deon hat uns die Geologie, Flora und Fauna der Kalahari sehr kompetent erklärt. Für den Sonnenuntergang und den Sundowner hat Deon mit dem 4x4 eine der rDünen erklommen und ich habe mein erstes Savanna auf dieser Tour genießen dürfen.

Sundowner in der Kalahari

Das Abendessen in der Lapa haben wir mit Helge und Uwe verbracht. Es gab Oryx-Stroganoff. Wieder sehr gut gekocht, Mr. Cook! Anschließend folgte eine wirklich gelungene Vorführung von Traditionals des farbigen Personals.

 

Der Waschraum hinter der Bar war mit einer tollen Rooibos Wasch- und Bodylotion bestückt. Meine Mädels waren ganz hingerissen von dem Duft und Edel hat sich beim Personal erkundigt, wo man die denn in Namibia kaufen kann: In jedem SPAR Markt. Damit nahm das Unheil seinen Lauf. Man gut, dass ich das Nüvi (nun ja wieder funktionierend) dabei hatte. Bis zum Ende unserer dreiwöchigen Reise mussten wir jeden SPAR Markt anfahren, um die komplette Edition dieser Rooibos Körperpflegeserie für Edel zusammenzukaufen. Bei einer so engen Tourplanung spart ein Nüvi mit allen SPAR Märkten drin erheblich Zeit ein!!! Und ich darf Euch verraten: Am vorletzten Tag in Okahandja hatte Edel dann die volle Produktpalette ergattert!

Unsere Gesamtrechnung in der Anib Lodge haben wir noch direkt am Abend beglichen, so dass wir morgens früh aufbrechen können, denn die Strecke bis zum Fish River Canyon ist arg lang.

 

Deshalb haben wir uns in der Anib Lodge auch für den nächsten Tag Lunchpakete bestellt.

02.09.2010 Unser 22. Hochzeitstag – oder verschollen in Giants Playground

 

Jochen lässt den Weckruf um 06:00 Uhr erschallen. Um Punkt 07:30 Uhr ist Abfahrt.

 

Noch mal ein kurzer Stopp in Mariental, denn ich habe „Rücken“ und will die örtliche Apteek (Apotheke) aufzusuchen. Toller Hochzeitstag! Nach Rücksprache mit dem medizinisch-pflegerischen Personal (Edel ist Hebamme und Krankenschwester, Anja ist Kinderkrankenschwester) soll Diclofenac als Salbe und Tabletten eingekauft werden. Der ATM muss auch noch gemolken werden. Das Wort Pharmacy verstand übrigens kein Einwohner, den wir danach gefragt haben, aber dafür Apotheke!

 

Unterwegs haben wir den deutschen Radiosender (ich glaube es war NBC) auf 96.0 gefunden. Wir haben geschunkelt und mit gesungen. So einen Spaß hatten wir lange nicht mehr. Sonntags wird dort übrigens zeitversetzt das Hamburger Hafenkonzert des NDR übertragen.

B1 Tses Richtung Süden
B1 Richtung Süden

Gegen 11:00 Uhr erreichen wir den Köcherbaumwald auf der Farm Gariganus. Die Cheetahs haben wir dort leider nicht sehen können. Dafür aber die ersten Klippschliefer. Ich liebe diese Tiere, die mit den Elefanten verwandt sind. Helge und Uwe kommen auch gerade an (man trifft sich in NAM immer zwei, drei, vier … mal). Erdmännchen – wie auf der Homepage – haben wir dort leider nicht entdeckt.

Klippschliefer (Rock Dassie)
Köcherbaum

 

Dann sind wir die kurze Strecke auf der C17/M30 weiter Richtung Giants Playground gefahren.

Habe dort nur mit einem kurzen Rundgang gerechnet. Der Trail war aber doch länger wie erwartet. Jochen und Anja haben wir beide, Edel und ich, schnell abgehängt. Hinter uns befand sich nur noch eine amerikanische Reisegruppe. Plötzlich war auch keine Beschilderung mehr zu sehen. Naja, dann immer der Nase lang, dachten wir. Uns kann ja nichts passieren. Ich habe ja eine Flasche Wasser dabei. Insgeheim schwor ich mir jedoch nie mehr ohne mein Nüvi los zu gehen!

 

Hmmmmh, alle Steine sehen gleich aus, noch immer keine Wegweiser, 14:00 Uhr, sengende Hitze kein Parkplatz in Sicht. Die Amis hinter uns beschließen uns nicht weiter zu folgen und drehen um. Edel und ich werden uns am Zaun und an den Strommasten orientieren. Strom baut man nur in der Nähe von Strassen, meint Edel. „In Afrika ist alles anders“, denke ich. „Die bauen Strom auch mitten in der Pampa“! Stelle kurz danach mit Entsetzen fest, dass ich meine Wasserflasche nicht in den Rucksack gepackt habe! Schei…!!! Mein Adrenalinpegel schnellt nach oben, ob der Vorstellung der Schlagzeile in der AZ: Deutsche Touristin am Hochzeitstag in der Steinwüste verschollen. Sehe plötzlich vor meinem geistigen Auge schön weiß gebleichte Knochen dekorativ in Giants Playground verstreut…. Vor allem, was machen Anja und Jochen jetzt (Handy-Empfang gibt es hier übrigens nicht). Wo werden die uns stundenlang suchen, die werden sich auch verirren!

 

Also, zusammenreißen, entspannen und so die Dehydration drosseln. Nach ca. 30 Minuten (gefühlt 3 Stunden) über Stock und Stein haben wir immer entlang des Zaunes schließlich unseren Parkplatz wieder gefunden. Zur Belohnung gab´s erst einmal eine ausgiebige Wasserration. Und keine 20 Minuten später haben auch Anja und Jochen den Weg zu uns zurück gefunden.

 

Auch die beiden haben schließlich keine markierten Wegweiser mehr gesehen. Aber Jochen – als alter Fährtenleser – hat unsere Spuren im Sand gefunden und ist ihnen einfach gefolgt. Die Amis hat er auch getroffen. Die irren dort wohl immer noch rum. Habe meine Truppe dann gebeten, mich bitte immer daran zu erinnern ausreichend Wasser und vor allem das Nüvi mitzunehmen.

 

Tja, da Namibia ein Dorf ist trafen kurz nach uns auch Helge und Uwe hier ein.

 

 

 

 

Nun schnell ab in die Autos. Tanken in Keetmanns und dann auf der B4 und D545 Richtung Naute Damm.

 

Dort legen wir oben am Damm gegen 14:30 Uhr einen Picknickstopp ein und vertilgten die leckeren Lunchpakete der Anib Lodge. Der Naute Damm ist viel schöner anzuschauen, da grüner, als der Hardap Damm.

Canon Roadhouse

Anschließend geht’s über Schüttelpiste Richtung Canon Roadhouse, wo Anja und Edel ihr Quartier für zwei Nächte gebucht haben. Wir liefern die beiden Mädels dort wohlbehalten ab und beschließen uns gemeinsam zum Abendessen im Canon Roadhouse zu treffen. Den Reservierungstrouble hier könnt Ihr meinem Kurzbericht entnehmen.

Jochen und ich fahren ca. 21 km und 30 Minuten weiter Richtung Canon Lodge. Kurz vor der Lodge – es wird langsam dunkel – begegnen uns auf der Straße erste Kudus und wir können das Canon Village sehen, dass jetzt allerdings kurz vor Sonnenuntergang im Schatten liegt. Noch eine Kurve und wir sehen den Hausberg der Canon Lodge, wo sich gerade die Gäste zum Sundowner versammelt haben. Dort werden wir morgen auch stehen.

 

Ich habe mich ganz bewusst für die Unterkünfte der Gondwana Gruppe entschieden, weil mir deren ganzheitliche Philosophie zu Naturschutz und Ausbildung/Förderung der Mitarbeiter gefallen hat.

 

Ca. 6 km entfernt befindet sich das Selbstversorgungszentrum. Es besteht aus einem Farmbetrieb mit Gewächshaus, Hühnern, Schweinen und Rindern, sowie aus zwei Abteilungen der Weiterverarbeitung für Fleisch- und Milchprodukte. Der kleine Betrieb, gehört ebenso zum Konzept des Gondwana Canon Parks wie der Naturschutz und der Gastbetrieb. Denn hier werden die Küchenabfälle der Lodges in Form von Schweinefutter oder Kompost so weit wie möglich wieder verwertet. Auch zum Naturschutzgebiet steht der Betrieb nicht in Konflikt, nimmt er doch nur ein bis zwei Hektar Fläche ein. Grundwasser steht zudem in weitaus größerer Menge zur Verfügung als für Unterkünfte und Farmbetrieb benötigt wird.

 

Das SSC deckt den Bedarf der Canon Lodge, des Canon Village und des Cañon Roadhouse mittlerweile zu etwa 70 Prozent.

 

Im alten Farmgebäude, dass die Gebrüder Schanderl aus Bayern auf Ihrer Farm Karios 1913 erbaut haben, ist heute die Rezeption, die Bar und das Restaurant der Canon Lodge untergebracht. Alles wurde liebevoll mit Möbel und Relikten aus der Einwanderer- bzw. aktiven Farmzeit dekoriert.

 

Wer sich für die Geschichte der Canon Lodge bzw. der Farm Karios interessiert, dem sei das Buch „Vertrieben von geliebter Erde“ oder ein kurzer Abriss aus der AZ empfohlen.

 

Wir wurden sehr herzlich und familiär von Selma, der Rezeptionistin begrüßt. Sie hat uns die Anlage in hervorragendem Deutsch erklärt. Dann ging´s mit den Zimmerschlüssel ab Richtung Haus Nr. 12. Der Hammer, ein grandioser Traum! Alle Gästebungalows sind so einfühlsam mit Naturmaterialien zwischen den Felsen (Hinkelsteinen) platziert worden, dass ich von der Harmonie wirklich begeistert war. So schön hatte ich es mir nicht vorgestellt. Ich war glücklich. Von unserem Bungalow hatten wir einen wunderbaren Blick in die Weite. Wilder-Westen-Feeling pur.

 

Schnell die Taschen aufs Zimmer gebracht, die Kameras gezückt und versucht in der Dämmerung noch die ersten Fotos dieser prachtvollen Umgebung einzufangen und dann mussten wir aufbrechen um pünktlich um 19:30 Uhr zu unserer Dinnerverabredung im Canon Roadhouse zu sein.

 

Die Fahrt dorthin mussten wir schon im Dunkeln absolvieren. Tja, und wer war auch schon da? Helge und Uwe aus Berlin (man trifft sich in NAM immer zwei, drei, vier … mal)! Also hatten wir ein wunderbares a lá Carte zu sechst. In einer riesigen, restaurierten Garage ist die Rezeption und das Restaurant des Roadhouse untergebracht. Das spezielle daran sind die Oldtimer, die die Herzen aller Autobegeisterten und Fotofreaks höher schlagen lassen.

 

 

Anschließend haben wir in dem sehr guten Curio Shop noch erste Mitbringsel und vor allem Bettlektüre eingekauft.

 

Schließlich konnten wir auch Edel und Anja dazu überreden ihre Zelte hier abzubrechen und am nächsten Morgen in die Canon Lodge zu wechseln, um diese Magie des Ortes auch genießen zu können. Das Haus Nr. 5 ganz in unserer Nähe war noch frei und die beiden mussten lediglich den Aufpreis zum Roadhouse bezahlen.

 

Am späten Abend haben Jochen und ich uns wieder aufgemacht Richtung Bett und sind die 20 km schön vorsichtig zurück gefahren.

 

 

03.09.2010 Fish River Canyon

Heute haben wir erst mal richtig ausgeschlafen. Edel und Anja sind erst nach dem Frühstück mit Sack und Pack hier eingetroffen und danach sind wir alle zusammen in einem Auto zum Fish River Canyon (ca. 40 km entfernt) aufgebrochen, der im !Garib Transfrontier Park bzw. Ai-Ais Richtersveld Transfontier Park liegt. Der Park ist seit dem 1. August 2003 ein landesübergreifender Nationalpark zwischen Namibia und Südafrika. Am Hobas Camp haben wir das ultimative Permit hinterlassen.

 

Wir waren recht spät dran mit 11:00 Uhr, aber das hatte den Vorteil, dass wir an allen Aussichtspunkten relativ allein ohne große Menschenmengen fotografieren konnten. Der FRC ist schon echt beeindruckend.

 

 

 

 

An einem der Aussichtspunkte haben wir einen Motorradfahrer mit Leipziger Kennzeichen getroffen und ihn natürlich gleich angequatscht. Er ist von Deutschland aus über Marokko an der afrikanischen Westküste runter gefahren und seit fünf Monaten unterwegs. Echt irre! Nun geht’s für ihn noch bis Kapstadt und von dort aus samt Motorrad per Flieger zurück in die Heimat.

 

 

 

 

 

Zurück vom Canyon haben wir in der Canon Lodge auf der Terrasse ein spätes Mittagessen genossen und dem Treiben der diebischen „Elstern“ zugeschaut.

Dann hielt uns nichts mehr. Ab in die Badesachen und raus zum Pool, der ganz am Ende der Lodgeanlage versteckt hinter den Felsen lag. Wauh, was für ein Anblick! Vom Poolrand hat man einen unendlichen Blick in die „Prärie“ eingerahmt durch die Tafelberge der großen Randstufe. Einfach nur dekadent! 

 

 

Gegen 16.30 Uhr sind wir dann mit Selma zum kostenfreien Abendspaziergang auf den Hausberg aufgebrochen. Sehr empfehlenswert, da Selma auch interessante Details über die Flora und Geologie zum Besten gab. Vom kleinen Hausberg hat man einen atemberaubenden Blick auf das Lodegelände.

 

Tja, und wen treffen wir dort oben: Annette und Jürgen (Haifisch-Jürgen) mit ihren Eltern. Jürgen ist begeisterter Fotograf und hat sich in Gansbaai beim Fotografieren zu weit aus dem Käfig gewagt. Deshalb ist sein Arm nun ein wenig angeknabbert und wir haben ihn liebevoll in Haifisch-Jürgen umgetauft. Annette habe ich übrigens schon im Forum kennen gelernt und wir hatten uns hier bzw. auch im Eagles Nest auf ein Gläschen verabredet.

Nach dem Abendessen sind wir noch mit dem Manager der Lodge, einem Berliner, ins Gespräch gekommen. Mögliche Kommunikationsprobleme mit der zentralen Reservierung von Gondwana in Windhoek wurden eingeräumt.

 

Da im Forum vor einiger Zeit die Frage nach der Buchbarkeit des Rhino Trackings im Gondwana Canon Park gestellt wurde, habe ich diese Frage gleich weiter geleitet: Das Tracking ist buchbar, wird  angeboten und auch durchgeführt. Kostet pP 500 N$. Ab 01.11.2010 pP 600 N$. Dieses Angebot war auch in der Rezeption ausgeschrieben.

Leider konnten wir es nicht mehr in Anspruch nehmen, da wir am nächsten Tag schon wieder Richtung Aus weiter wollten.

 

 

04.09.2010 Aussenkehr, Oranje, Rosh Pinah, Aus, Eagles Nest

 

Mal wieder früh aus den Federn. Schweren Herzens verlassen wir diesen schönen Ort. Gegen 07:30 Uhr sind wir auf der C37 Richtung Aussenkehr. Die Straße ist gute Gravelroad. Eine Stippvisite in Ai-Ais lassen wir aus, da wir eh keine Zeit haben, um die heißen Quellen in Anspruch nehmen zu können. Wir kommen einfach noch mal wieder!

an der C37 Richtung Aussenkehr, falsch geparkt

 

 

In Aussenkehr suchen wir pflichtbewusst den örtlichen SPAR Markt auf. Ausserdem verspürten die Notwendigkeit den Morgenkaffee weg zu bringen.

 

Wen treffen wir anschließend vor dem SPAR Markt? Den Motorradfahrer aus Leipzig, der sich hier sein Frühstück gekauft hat. Er hat irgendwo zwischen Canon Lodge und Aussenkehr wild gezeltet.

 

Die Farm Aussenkehr grenzt direkt an den Oranje und das Grün der Weinstöcke ist ein belebendes Element nach der recht eintönig gelb-grauen Landschaft aus der wir kamen. 20.000 Menschen leben hier in teils primitiven Strohhütten. Auf Aussenkehr wurden kürzlich neue, umfangreiche Diamantenvorkommen entdeckt.

 

Nachdem wir dem Motorradfahrer Hals- und Beinbruch gewünscht haben, sind wir auf der D212, die als eine der schönsten Strecken Namibias bezeichnet wird, wieder in den Ai-Ais-Richtersveld Transfrontier Park eingefahren.

Diese Strecke,  immer am Oranje lang, ist wirklich wunderschön und nur zu empfehlen. Mit normalem PKW zu dieser Jahreszeit überhaupt kein Problem. Die Ufer sind mit dichtem Schilf bewachsen. Ab und zu sahen wir ein paar Angler, Klippspringer, Paviane und Adler.

 

An der Mündung des Fish River in den Oranje haben wir eine ausführliche Fotopause eingelegt.

Gegen Mittag war dann schließlich Rosh Pinah erreicht. Hier mussten wir tanken und haben auch kurz den  mittäglichen Hunger im Wimpi gestillt. Der ATM im Shopping Center funktionierte leider nicht. Dafür aber der ATM an der Tanke.

 

Weiter ging´s auf der geteerten, landschaftlich aber recht unspektakulären C13 Richtung Aus.

C13 von Rosh Pinah Richtung Aus

Um 16:00 Uhr enterten wir die Rezeption von Klein Aus Viasta. Diese Lodge gehört der Familie Swiegers und wird nur in Marketingkooperation mit Gondwana als Gondwana Sperrgebiet Rand Park betrieben.

 

Auch hier wurden wir sehr herzlich begrüßt und eingewiesen.

Im Restaurant des Desert Horse Inn haben wir erst mal schön Kaffee getrunken und Annette, Jürgen und ihre Eltern begrüßt (man trifft sich in NAM immer zwei, drei, vier … mal).

 

Anschließend sind wir zusammen mit den Vieren mit ausführlicher Karte Richtung Eagles Nest aufgebrochen, das noch ca. 10 km entfernt vom Desert Horse Inn am Rande der Berge liegt.

 

Unterwegs sahen wir wieder Straußen, die unseren Weg säumten. Die aus Bruchsteinen gemauerten Chalets sind um einen großen Granitfelsen gebaut und verfügen über eine Kitchenette, Kamin und Veranda. Die Chalets sind von den Nachbarchalets ausreichend weit entfernt, so dass man wirklich seine Privatsphäre genießen kann. Wir durften das Chalet „The Boulders“ beziehen, dass über zwei separate Schlafzimmer und in der Mitte einem Wohnbereich verfügt. Wir waren und sind eigentlich immer noch sprachlos was dieses Unterkunft angeht. Der Blick in die untergehende Sonne und in die Weite der „Prärie“ ist unbeschreiblich schön. Ein absolutes Highlight! Wildwest-Romantik pur.

 

The Boulder, Eagles Nest
The Boulder, Eagles Nest
The Boulder, Eagles Nest
Sonnenuntergang, Eagles Nest

Eifrig hielten wir Ausschau nach den Revolverhelden, den Postkutschen, Butch Cassidy und Sundance Kid. Im Geiste hörten wir „Spiel mir das Lied vom Tod“. Unsere Hütte sah jedenfalls genau so aus wie im Film!

 

Das Abendessen haben wir im Restaurant des Desert Horse Inn genießen dürfen, wo wir dann auch auf Helge und Uwe gestoßen sind (man trifft sich in NAM immer zwei, drei, vier … mal).

 

Das Essen war sehr, sehr gut.

05.09.2010 Bogenfels-Pomona-Tour im Diamanten Sperrgebiet

 

Gegen 07:00 Uhr sind wir in Aus bei 25 Grad (!) zu unserer ganztägigen Bogenfels-Pomona-Tour mit Coastways Safaris Richtung Lüderitz aufgebrochen. Die Tour ins Diamantensperrgebiet 1 lag uns am Herzen, da wir uns im Vorfeld in die (deutsche) Geschichte der weltgrößten Diamantenfunde in Südwest und August Stauch eingelesen haben. Als begleitende oder vorbereitende Literatur empfehle ich: Diamanten im Sand. Ist sehr spannend!

B4 Richtung Lüderitz

 

Iris hat uns gegen 08:30 Uhr am Costways Office in Lüderitz bei nunmehr nur noch 14 Grad (!) in Empfang genommen und in ihren Tourbus geladen. Hier in Lüderitz war es nebelig und frisch.

 

Wir sind dann zunächst auf der B4 wieder ein Stück Richtung Aus bis Grasplatz gefahren. Dort führt rechts ein Weg ins Diamantensperrgebiet 1. Nach einigen Kilometern auf dieser Pad erreichten wir Rotkop-Gate, einen Kontrollposten. Iris regelte die Formalitäten im Office, wir hatten Zeit für Fotos.

 

Alle weiteren Infos zu dieser Tour sind ausführlich im o.a. Link beschrieben.

Iris hat ein enormes Wissen auch über die Flora des Gebietes. U.a. haben wir die Fensterblume und die Buschmannkerze/Sarcocaulum Marlothii (riecht arg nach Kirche, wenn man die anzündet) kennen und erklärt bekommen. Würde man ohne fachkundigen Guide glatt übersehen.

Fensterblume
Buschmannkerze

Pomona

Am Bogenfels

Gegen 17.00 Uhr erreichten wir nach langem Rückweg (sind schon enorme Strecken im Sperrgebiet zurück zu legen, da man nicht den direkten Weg nehmen darf/kann) wieder Lüderitz und machten uns gleich auf Richtung Aus.

 

Einen kurzen Zwischenstopp haben wir noch bei den wilden Pferden der Namib an der Bahnstation in Garup eingelegt. Leider waren nicht viele Pferde zu sehen bzw. nur in einiger Entfernung. Dafür durften wir wieder einen wunderschönen afrikanischen Sonnenuntergang genießen.

Andere Reisende, die mit Unterbrechungen einen ganzen Tag bei den wilden Pferden verbrachten, sagten uns, dass die Pferde mit Äpfeln anzulocken sind und tatsächlich auch bis an die Autos der Touristen kämen, um sich die besagten Leckerlis abzuholen.

 

Übrigens, an der Bahnlinie von Aus nach Lüderitz wird demnächst weiter gebaut. Es ist wohl wieder Geld da. Darüber wofür die Linie wirklich genutzt werden soll, gehen die Meinungen auseinander. Für den Erzabbau jedenfalls nicht, da zu unrentabel.

 

Auch heute Abend haben wir das exzellente Abendessen im Desert Horse Inn mit großem Appetit verspeist.

06.06.2010 Kolmanskuppe und Lüderitz

Nach ausführlichem Frühstück im Desert Horse Inn bedauern wir noch Helge und Uwe an der Tankstelle der Namib Garage in Aus (nichtsahnend, dass wir hier auch bald aufschlagen werden). Die beiden haben einen Platten. D.h. eigentlich eher zwei, denn das Reserverad war auch nicht zu gebrauchen.

 

 

Namib Garage in Aus

Sodann sind wir auf der B4 wieder Richtung Lüderitz aufgebrochen, um gegen 11:00 Uhr die zweite Führung in Kolmanskuppe mitmachen zu können (die erste Führung startet gegen 09:00 Uhr). Heute ist es sehr windig und durch die Sandverwehungen kommen wir nichts so schnell voran wie gedacht.

 

Wir erreichen Kolmanskuppe mit ein paar Minuten Verspätung, zahlen unser Permit und schließen uns der laufenden Führung noch an. Die Führung ging lediglich in die wenigen renovierten Gebäude und endete bereits schon wieder um 11:45 Uhr.

 

Jochen holte zum ersten Mal seine Sandbrille raus, denn aufgrund des heftigen Sturmes durften wir ordentlich Sand schlucken.

Anschließend sind wir in Lüderitz auf die Haifischinsel gefahren, haben uns vom heftigen Wind wegpusten lassen und waren froh, als alle Bilder vom Lüderitz- und Vogelsangdenkmal im Kasten waren.

 

Der Name Waterfront ist in Lüderitz nicht wirklich anwendbar und kann getrost als nichtbesichtigungswürdig vernachlässigt werden.

Dafür ist der alte Eisenbahnwaggon am Bahnhof ein Foto wert. Um nachmittags ein Lokal mit Essbarem zu finden haben wir länger suchen müssen! Sind dann aber doch in einem Cafe mit lekker Kuchen fündig geworden. Schnell noch ein Foto von Felsenkirche, Diamantberg Straße und den schön renovierten und bunten Häusern aus deutscher Kolonialzeit, dann gings schon weiter Richtung Achatstrand.

 

Sehenswert waren auf dem Weg dorthin die Orxy- und Springbockherden, die hinter der Kläranlage auf saftig grünen Wiesen weideten. Diese Wiesen sind wohl dem Sickerbecken der Kläranlage zu verdanken und weit und breit das einzige Grün!

 

Mit dem PKW konnte man direkt an und auf dem Strand fahren (wäre in D glatt verboten). Von Achaten keine Spur, aber wunderschöne, große Miesmuscheln in allen lila Tönen.

 

Leider reichte unsere Zeit nicht für „mehr“ Lüderitz, aber ich würde jederzeit wieder Aus (Eagles Nest) als Unterkunft wählen und von dort Abstecher Richtung Küste machen.

 

Auf der Rückfahrt hatten wir dann erste Probleme mit dem Hyundai Tucson. Das Gas setzte immer mal wieder aus. Wir schoben das auf den Benzin- oder Luftfilter. Hat ja ordentlich gesandet heute.

 

In Garup haben wir noch einmal angehalten, da ich die Bahnstation bei toller Abendstimmung fotografieren wollte. Das Wolkenspiel war traumhaft.

Wieder zurück im Desert Horse Inn, berichteten wir dem Manager von unseren Problemen mit dem PKW. Er hat sofort einen Mitarbeiter angefunkt, der mit Jochen eine Probefahrt unternommen hat. Auch er tippte auf den Benzinfilter.

 

Für den nächsten Morgen, unserem Abreisetag, war also erst einmal ein Besuch in der Namib Garage in Aus geplant. Warum traten die Probleme nicht schon in Lüderitz auf? Dort gibt es eine Europcar-Vertretung.

Verdammt: Der Weg nach Sesriem ist lang! Hoffentlich kann das Problem schnell gelöst werden.

07.09.2010 Aus: Mr. McBee oder may be – may be not!

Hmmmh, nachdem wir gaaaanz früh aus den Federn gekrochen sind, weil ja noch ein Besuch der Namib Garage in Aus ansteht, hat es nun beide PKW´s erwischt. Edels Hyundai Atos sagt keinen Mucks mehr!!!!

 

Mein lieber Jochen, der als alter Pfadfinder auf alles vorbereitet ist, zieht cool ein Seil aus dem Rucksack und schleppt den Atos erst mal zurück auf die Pad vor unserem Chalet. Mit Starthilfe und den anschließend gefahrenen Kilometern bis zur Rezeption vom Desert Horse Inn hatte sich die Batterie vom Atos wieder etwas gefüllt. Unser letztes Frühstück im Desert Horse Inn haben wir uns aber trotzdem nicht vermiesen lassen.

 

Gegen 08:30 Uhr (perfekter Sitz fürs Haar durch Drei Wetter Taft) haben wir einen Teil unserer Postkarten in den Briefkasten des Desert Horse Inn geworfen, haben uns herzlich verabschiedet und sind Richtung Namib Garage aufgebrochen.

Dort angekommen wurde uns mitgeteilt, dass der Mechaniker der Garage heute leider in Keetmanns ist. Grrrrrrrh, Krise! Aber der örtliche Butcher (Schlachter, eigentlich aber gelernter Gärtner!) kennt sich auch mit Autos aus! Nach ca. einer halben Stunde ist Johan, der Butcher von Aus zur Stelle und diagnostiziert bei Edel eine mausetote Batterie, für die in Aus kein Ersatz vorhanden ist und bei uns einen Kupplungsschaden, der natürlich hier auch nicht behoben werden kann.

 

Man könnte aber durchaus noch mit dieser Kupplung weiter fahren! Nur wollten wir in einem Rutsch durch das Funkloch D707 bis Sesriem durchfahren! Das Risiko war uns denn nun doch zu groß. Also haben wir die Schadensfälle erst einmal an Europcar in Windhoek gemeldet. Auch Johan hat dort mit dem einzigen „Callboy“ Mr. McBee ausführlich telefoniert und ihm die Lage erklärt. Mr. McBee wollte sich wieder mit einer Lösung der Probleme bei uns melden.

 

Also haben wir den Biergarten der Namib Garage zu unseren Headquarter erkoren. Hier sitzen wir nun vor dem idyllischen Hühnerstall und haben endlich Zeit auch die restlichen Postkarten zu schreiben und das Tagebuch zu vervollständigen. Ist doch auch mal schön. Übrigens: Im Shop der Namib Garage gibt es wieder Briefmarken! Die waren in Klein Aus Vista aufgrund unserer ersten Schreibattacke aus!

Nach zwei Stunden konnte immer noch nicht geklärt werden, wie ein Austausch der PKW´s erfolgen soll. Mr. McBee schlug vor, dass wir unser Bett im Sossusvlei Desert Camp stornieren und stattdessen nur bis zum Maltahöhe Hotel fahren. Dort sollten wir den Ersatzwagen aus Windhoek übernehmen. Also Eva von Abenteuer in Namibia angerufen und gebeten, zwei Zimmer im Maltahöhe Hotel zu reservieren und im Desert Camp zu stornieren. Grrrrrh!

Für Edels Auto hatte er keine Lösung. Und überhaupt: Dafür ist Hyundai zuständig, da auf den Atos noch Garantie ist. Johan bot uns darauf hin an, dass der Mechaniker der Namib Garage eine neue Batterie aus Keetmanns mitbringt, die wir dann aber selbst bezahlen müssen!

 

Zeit fürs Tagebuchschreiben ist unendlich vorhanden – schade, dass ich die Zukunft nicht vorhersehen kann, habe meine Glaskugel leider nicht mit auf Tournee genommen!

 

Nach ca. 4 Stunden fragte die Europcarzentrale, in Form von Mr.McBee zum ersten Mal nach, wo genau in Aus wir uns befinden. Erste Hoffnung keimte auf.

 

Mittlerweile warten wir nun – es ist mittags und brüllheiß – im Bahnhofhotel, da sich erste Hungerzeichen bei allen zeigen. Eine Batterie soll uns nun doch aus Lüderitz gebracht werden. Wir beschließen, dass wir heute auf gar keinen Fall mehr nach Maltahöhe fahren werden, da ja auch niemand weiß, wann genau die Batterie hier eintreffen wird.

 

Also Eva telefonisch gebeten, die Zimmer in Maltahöhe wieder abzusagen. Dafür haben wir uns dann im Bahnhofhotel von Aus einquartiert. Mr. McBee wurde dazu verdonnert, unseren Ersatzwagen nach Aus bringen zu lassen. Konkretes konnte er uns aber nicht versprechen – may be, my be not – ist der Wagen heute Abend da!

 

Nun verhungern werden wir jedenfalls nicht. Immerhin gibt es im Bahnhofhotel lekker, lekker Kuchen und Bratwurst für Jochen. Johan gesellte sich zu uns und wir lernten Aus ausführlich kennen.

 

Mittlerweile ist es 14:00 Uhr (Zwischenstopp Bahnhofhotel: es ist ziemlich windig – perfekter Sitz durch Drei Wetter Taft), die Batterie ist immer noch nicht da. Mr. McBee wird von uns zum Master of Desaster ernannt.

 

 16:00 Uhr: Weiterflug nach Aus, wieder in den Biergarten der Namib Garage, die Sonne brennt. Perfekter Schutz (durch Drei Wetter Taft).

 

Jochen fragt sich, ob wir hier weg sind, bevor die Küken im Hühnerstall der Namib Garage schlüpfen.

 

P.S.: Der Schokoladenkuchen im Bahnhofhotel war köstlich!!!

 

Also, man weigert sich nun nur eine Batterie aus Lüderitz zu liefern! Wir haben ja noch die Batterie, die 1300 N$ kosten wird aus Keetmanns. 10 Minuten später: Ein neues Auto für Edel soll aus Lüderitz gebracht werden. Mr. McBee would phone us back, may be….(may be not)! Anstatt Sossusvlei ein Tag in der Namib Garage in Aus. Und das völlig ohne Permit! Das darf nicht jeder genießen!

 

Also haben wir unsere Sachen gepackt und sind wieder rüber zum Bahnhofhotel. Gegen 17:30 Uhr kam dort dann auch Edels neuer Wüstenferrari an. Der war doch irgendwie noch kleiner wie der erste Atos, aber dafür halt in ferrari-rot. Ist doch auch was! Unser Ersatzwagen sollten erst gegen 21:00 hier in Aus eintreffen.

 

Also haben wir unser Dinner auf der Terrasse des Bahnhofhotels zusammen mit Johan, dem Butcher und seiner dreijährigen Tochter Beatrice (BeeBee) eingenommen.

 

Bei einem (oder mehreren) Whiskies konnte Johan uns viel über Aus und seine Bewohner erzählen.

Hier noch einmal das Stellenangebot aus meinem Kurzreisebericht:

 

STELLENANGEBOT für Auswanderer
Das örtliche Krankenhaus in Aus sucht dringend eine Krankenschwester, die die örtliche Klinik in Aus alleinverantwortlich leitet. Ein Arzt schaut nur ca. einmal im Monat vorbei. Das sind paradiesische Zustände für Pflegeberufe. Die letzte KS aus Kuba ist nicht mehr tragbar. Zu viele Leute sterben an Lungenentzündung etc., da die Dame bei allen Krankheiten nur Vitamin C verschreibt. Also, wer sich beruflich umorientieren möchte, wende sich vertrauensvoll an den örtlichen Butcher (Fleischer) Johan de Beer in Aus, direkt neben der Namib Garage. Bei Johan kann man auch Frauen gegen Wild eintauschen. Für unsere Anja wollte er 40 Oryx geben.

 

BeeBee, des Butchers Tochter hat Jochen schließlich als Wumpi (Onkel) adoptiert. Wir haben ja auch viel Zeit miteinander verbracht. So einen www (wild white wumpi) hat auch nicht jeder in seinen Reihen.

 

Gegen 21:15 Uhr traf dann auch endlich unser neuer Hyundai Tucson ein. Die Übergabe erfolgte schnell und reibungslos, da der Fahrer noch zurück nach Keetmanns wollte, um dort die Nacht zu verbringen.

 

Um 22:00 Uhr lagen wir völlig fix und foxi nach einem ereignisreichen und nervenaufreibenden Tag in den Betten. Im Grunde haben wir noch Glück im Unglück gehabt, da die Autos so nett waren und beide am gleichen Tag den Geist aufgaben.

Fazit:

08.09.2010 D707 Richtung Sesriem

Wir sind gegen 08:00 Uhr mit sauberen Autos gestartet und auf der D707 völlig ohne Probleme mit einigen Fotostopps zu vorangekommen. Leider konnte ich mich nicht auf die wundervolle Landschaft einlassen, da ich damit beschäftigt war unseren nunmehr arg verkürzten Aufenthalt in Sesriem/Sossusvlei zu organisieren. Unterwegs haben wir immer wieder Löffelhunde, Strauße und Oryxe sehen können.

Kurz vor Betta haben wir Haifisch-Jürgen und Annette überholt (man trifft sich in NAM immer zwei, drei, vier … mal). Haifisch-Jürgen war mal wieder in der Botnik zum Fotografieren verschwunden.

 

In Betta haben wir einen Tank und Pippistopp eingelegt und kurz mit Annette und Jürgen sprechen können, die aber gleich weiter Richtung Sesriem gefahren sind. Wir wollten unsere geplante Tour durchziehen und noch den Abstecher nach Duwisib Castle in Angriff nehmen. Dort trafen wir dann auch gegen Mittag ein. Permitten, Fotos, obligatorischer Toilettengang, noch zwei interessante Bücher als Bettlektüre erworben und nach einer Stunde waren wir wieder auf Pad.

 

Die Fahrt bis Sesriem verlief ereignislos. Gegen 16:00 Uhr erreichten wir den Parkeingang und sind direkt bis zum Sesriem Canyon durchgefahren. Hier trafen wir wieder auf Annette und Haifisch-Jürgen (man trifft sich in NAM immer zwei, drei, vier … mal), die uns wärmstens das Buffet in der Sossusvlei Lodge empfohlen haben.

 

Wir beschlossen, den Canyon nicht runter zu steigen, da sich gerade eine ganze Busladung Touris den Canyon hinab wälzte. Also mussten einige wenige Fotos von oben genügen und Plan B, die Elim Düne wurde in Angriff genommen.

 

Das mussten wir bis zur Schließung des Parks um 18:30 Uhr doch schaffen. Am Gate habe ich mein gültiges Permit für diesen Tag vorgelegt, nach kurzer Diskussion, dass wir ja nur bis zur Elim Düne wollten, wurden wir gnädig rein gelassen.

 

Das war ja mal ein Glück. Wir hatten die Düne und die Fairy Circles (unerklärliche Feenkreise, von denen man bis heute nicht weiß, wie sie entstehen – ich tippe mal auf einen Pilz) ganz für uns allen. Erst beim Abstieg kam uns dann die besagte Busgruppe entgegen.

 

Es war eine eindrucksvolle Abendstimmung, da sich am Himmel bedrohliche Wolken zusammenbrauten.

 

So, nun schnell ab in die Autos, da wir ja noch im Sossousvlei Desert Camp einchecken mussten. Das Camp ist lediglich 3 km vom Parkeingang entfernt und besteht aus ca. 25 Zelten.

Die Rezeption war Gott sei Dank noch besetzt und wir orderten auch gleich einen Tisch in der Sossusvlei Lodge fürs Dinner. Die Zelte stehen auf einem Betonsockel und sind teilweise ummauert. Jede Einheit verfügt über einen kleinen Küchenbereich und ein Bad mit Dusche. Die Wände sind allerdings Zeltwand.

 

Mittlerweile haben sich die Wolken verdichtet und es hat angefangen zu blitzen und zu donnern. Gewitter zum Sonnenuntergang im Sossusvlei! Hat man ja auch nicht alle Tage! Im Desert Camp sind nur ein paar wenige Tropfen runtergekommen. Drei Kilometer weiter in der Sossusvlei Lodge haben sie aufgrund des Regens alle bereits eingedeckten Tische auf der Terrasse abdecken müssen.

Der Gewitterschauer hielt aber nicht lange an und wir konnten/mussten (da die Lodge komplett ausgebucht war) unseren Tisch unter freiem Himmel belegen.

Ein grandioses Abendessen in Buffetform versöhnte uns mit dem stressigen Tag. Es gab bestimmt zehn verschiedene Sorten Wild, die vor unseren Augen gegrillt wurden und das Dessertbuffet war der Hit (bin nämlich eine Süße). Jochen fand das Warzenschwein am besten. Wer möchte kann auch selbst braaien (grillen) und sich mit diesem Formular sein Fleisch fürs Grillpaket aussuchen/bestellen.

 

Für den nächsten Morgen haben wir uns einen Breakfast Basket in der Sossusvlei Lodge bestellt, den wir kurz vor 07:00 Uhr abholen werden, denn unser Zeitplan ist straff geplant – wir haben nur einen halben Tag für das Vlei.

 

Am späteren Abend sind wir dann mit dem Heulen der Schakale in die besten Betten unserer Namibia-Tour gefallen. Africa feeling pur. Hier werden wir auf jeden Fall noch einmal längere Zeit verbringen.

 

09.09.2010 Sossusvlei, Solitäre, Kuiseb Pass, Swakopmund

 

Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker. Katzenwäsche, Autos packen und schnell in der Sossusvlei Lodge unseren riesigen breakfast basket abgeholt. Da wir zu viert mit dem Tucson ins Vlei fahren wollen, erleiden Edel und Anja auf der Rückbank eine Leberquetschung durch den riesigen Korb. Schnell ans Parktor und in die Schlange der Wartenden eingereiht. Es besteht auch keine Chance zu Fuß zur Sossusvlei Campsite zu gelangen, um schon einmal vorab permitten zu können.

 

Punkt 07.00 Uhr wird das Parktor geöffnet. Haifisch-Jürgen und Annette sind vier Fahrzeuge vor uns in der Reihe (man trifft sich in NAM immer zwei, drei, vier … mal).

 

Im Permit-Office der Sesriem Campsite ist die Schlange elend lang und das Office ist nur mit einer Person besetzt. Das kann ja ewig dauern bis ich dran komme. Beschließe genervt mal wieder Plan B: Werde am Kontrolltor auf die Tränentube drücken und mit unserem Permit vom gestrigen Tag Einlass erbitten.

 

Jippiiiiiiieh!!! Es hat geklappt! Habe von unserem Malheur mit den Autos erzählt und dass wir eine Nacht in Aus verloren haben…. Wir durften tatsächlich rein fahren. Geil! Jetzt ab mit Volldampf auf der geteerten Pad ins Vlei.

 

Doch was war das? Schon nach wenigen Metern stellten wir fest: Nix goldene Dünen, sondern Nebel, Nebel, Nebel! Man sieht die Hand vor Augen nicht. An Düne 45 sind wir glatt vorbeigebraust. Man hat nicht einmal das Schild am Straßenrand sehen können.

 

Angekommen am 2x4 Parkplatz haben wir deshalb sofort den einzigen noch freien Picknicktisch in Beschlag genommen und unseren dekadenten, opulenten Picknickkorb ausgepackt. Der hässliche Betontisch wurde mit zwei Stofftischdecken verschönt. Jochen hat sich die cremenfarbene Stoffservierte um den Hals gehängt, die drei (!) großen Einweckgläser mit frischem Obstsalat würden auf dem Tisch dekoriert, ein riesiger Wurst-Käseteller aus dem Korb gezaubert, echtes Porzellan, frischer Kaffee und Tee…. Es war einfach nur mal wieder sensationell! Dafür nimmt man gerne eine Leberquetschung in Kauf! Mit den Unmengen von Obstsalat hätten wir glatt einen Handel auf dem 2x4 Parkplatz aufmachen können, um unsere Reisekasse aufzubessern.

 

Pünktlich nach unserem grandiosen Mahl riss der Himmel auf. Schnell einen der Shuttles bestiegen, die einen vom 2x4 zum 4x4 Parkplatz gegen geringe Gebühr bringen. Unterwegs erhielten wir reichlich Erklärungen und Informationen von unserem Guide. Auch hat er immer wieder gestoppt, wenn sich interessante Fotoszenen boten. Strauße und Oryxe waren dankbare Motive vor den traumhaft schönen Dünen. Ebenso die langen Touristenschlangen, die sich die Big Daddy Düne hinaufquälten.

 

Eine kleine Zwangspause mussten wir einlegen, da sich ein Touri mit seinem 4x4 festgefahren hat und den Weg blockierte. Unser Guide hat geholfen, erst einmal die Luft aus allen vier Reifen gelassen und hat den beiden dann den Wagen sicher aus dem Sand befreit.

 

Am 4x4 Parkplatz haben wir den Weg ins Dead Vlei von unserem Guide erklärt bekommen und  dieses auch nach ca. 20 Minuten Fußweg auf Anhieb gefunden.

Landschaftlich ein weiteres Highlight unserer Tour durch Namibia! Für mehr als das Dead Vlei reichte die Zeit leider nicht, deshalb suchten wir gegen 11:00 Uhr bereits wieder unseren Guide am 4x4 Parkplatz auf. Der war dann so nett und machte noch eine Rundfahrt mit uns zum Sossusvlei und zum Nama Vlei und gab uns viele wertvolle Erklärungen. Unserer Trinkgeld an den Guten fiel entsprechend aus.

 

Nachdem wir dann am 2x4 Parkplatz unseren PKW bestiegen haben, waren wir gegen 12:00 Uhr an der Tankstelle in Sesriem: Voll tanken, den breakfast basket in der Sossudvlei Lodge abgeben und sind dann gegen 13:00 Uhr Richtung Swakopmund aufgebrochen, da wir dort eine Verabredung zum Abendessen in The Tug haben. Übrigens, jeweils kurz vor und kurz hinter Sesriem  war die Pad C19 recht gut (frisch abgezogen). Einen ersten Stopp haben wir dann in Solitäre eingeschoben: Fotos, Apfelkuchen, Kaffeetrinken!

 

Kurz vor dem Kuiseb Canyon haben wir uns schon gefreut: Teer Pad – mitten auf dem Berg! Aber nur ca. 150 Meter!!! Und Handyempfang gibt es auch! Die Zeit für ein paar Fotos haben wir uns dort genommen. Dann noch schnell bei Eva von Abenteuer in Namibia angerufen und die Tischreservierung im The Tug zwei Stunden nach hinten verschoben.

 

Aufgrund des Zeitmangels haben wir die geplante Route über die Blutkuppe gestrichen und sind mit 120 km über die sehr gute Wüstenpiste Richtung Walvis Bay gebraust. Unterwegs noch kurz den Vogelfederberg als denselbigen aufgrund seiner Form identifiziert und geknipst.

 

Dort sind wir schließlich gegen 18:00 Uhr am Cornerstone Guesthouse herzlich von Peter, dem Eigentümer begrüßt worden. Wir hatten ein sehr geräumiges Zimmer mit Kühlschrank und eigener Veranda im Ostküstenstil. Anja und Edel waren im La Mer untergebracht.

 

Zusammen mit Gerd, Gerlinde, Eva und Tom haben wir einen schönen Abend im The Tug verbracht.

10.09.2010 Living Desert Tour in Swakopmund

Das Zimmer von Anja und Edel im La Mer ist feucht und muffig! Lüften geht nicht, da das Zimmer im Erdgeschoss zur Straße raus liegt.

 

Um 08:00 Uhr werden wir von Douglas, einem Guide der für Living Desert Adventure fährt, zur „Little five Tour der Namib“ abgeholt. Insgesamt ist Chris mit drei Wagen und 17 Teilnehmern gefahren. Das waren für meinen Geschmack einfach zu viele Personen. Ansonsten genossen wir die sehr kurzweiligen, kompetenten Ausführungen von Chris, an dem sicherlich ein TV-Moderator á la Ranga Yogeswhar verloren gegangen ist. Wir haben viel gesehen und gelernt. Allein den versprochenen Adrenalin-Kick durch die Fahrerei quer über die Dünen hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen.  Zumal Chris auch selbst auf die Fragilität dieses Ökosystems mehrfach hingewiesen hat.

 

Nach der Tour haben wir in Swakop am Ankerplatz eine kleine Mittagspause eingelegt. Wer spazierte an uns vorbei? Helge und Uwe (man trifft sich in NAM immer zwei, drei, vier … mal)! Uwe war auf dem Weg zum Arzt. Auf der D707 hatten die beiden einen fürchterlichen Autounfall. Durch einen Felgenbruch (bei Tempo 70?!) haben sie sich mit dem Wagen überschlagen. Gott sei Dank tragen sie  keine ernsthaften Verletzungen davon und ein Farmer, der ca. 40 km entfernt von der Unfallstelle wohnt, hat sich rührend um die beiden gekümmert und alle Formalitäten geregelt. Uwe war nun im Swakop auf dem Weg zum deutschen Doc, um sich gründlich durchchecken zu lassen.

 

Wir Mädels sind anschließend unserer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen: Shoppen! Dann haben wir auch noch das im Forum gelobte Restaurant Ocean Basket (viel sehr guter frischer Fisch zum kleinen Preis) getestet. Fazit: Sehr empfehlenswert – das Forum hat mal wieder Recht!

 

Am Abend war Kultur angesagt: Gerd hat Karten für den Mascato Chor, einen sehr bekannten namibianischen Jugendchor besorgt: Voete van ‘n Gemsbok heißt die musikalische Geschichte die auf Afrikaans gesungen und teilweise erzählt wurde. Einige Passagen waren auch in Englisch, so dass wir folgen konnten. Es war wunderschön.

Der Mascato Youth Choir wurde 1996 gegründet und hat schon Gastspiele in Kanada, Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal gegeben.

 

So durften wir auch noch eine Portion Kultur zur Abrundung unserer Reise genießen. Herzlichen Dank, Gerd, für den tollen Tipp und für das Besorgen der Karten.

 

Wer immer die Möglichkeit hat, diesen Chor zu hören, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

 

Anschließend wurden wir noch von Eva und Gerd in die Desert Taverne geschleppt. Hier erlebte ich dann meinen Kulturschock: Die Blaskapelle Frankenland aus Deutschland spielte. Vom 13-jährigen Teenager, über den 90-jährigen Opa und den seriösen Arzt hingen alle in einer laaaangen Polonaise fest und sind total abgefahren auf diese Musik! Jetzt weiß ich wieder, warum ich um unser Zeltfest in Ottenstein immer einen großen Bogen mache! Nur mit Mühe und Not konnte ich meinen Wumpi aus dieser Lokalität loseisen.

11.09.2010 Walvis Bay, Delfin-Tour mit dem Katamaran

Und schon wieder stand ein Highlight an: Die Katamaran-Tour mit Laramon Tours startete gegen 09.00 Uhr in Walvis Bay. Die Route führt u.a. zum Pelican Point, wo wir eine große Robben-Kolonie bewundern durften. Kormorane, Pelikane, Flamingos, Möwen, Robben, große Tümmler, einen Mola Mola (Mondfisch) und eine kleinere Delfinart konnten mit der Kamera eingefangen werden. Interessant war auch die Austernzucht. Die namibianischen Austern gehören zu den besten und aufgrund der Wasserqualität zu den am schnellsten wachsenden Austern der Welt.

 

Die Gäste haben sich auf dem großen Katamaran gut verteilt und man kam sich auch beim Fotografieren nicht ins Gehege.

 

Sherry, Sekt, Kaltgetränke waren in ausreichender Menge vorhanden. Das kalte Fingerfood Buffet mit frischen Austern war schon wieder als dekadent zu bezeichnen. Insgesamt passt hier das Preis-Leistungsverhältnis.

 

Diese Tour werden wir auf jeden Fall noch einmal mitmachen. Von den fliegenden Pelikanen konnte ich gar nicht genug bekommen.

Im Hafen hat Jochen dann ordentlich Souvenirs bei den zahlreichen fliegenden Ständen der Einheimischen erhandelt. An ihm ist ein Araber verloren gegangen. Teilweise waren 90% Rabatt drin!

 

Nach dem unser Kofferraum gut gefüllt war, haben wir noch eine Fahrt um die Lagune gedreht. Die Flamingos wollten noch fotografiert werden, die Salzgewinnungsanlagen waren sehenswert und für einen kurzen Abstecher an den Strand reichte die Zeit auch noch. Sehr gut gefallen haben uns die Flamingo Cottages in Walvis Bay. Hier gibt es übrigens keine hohen Zäune um die Grundstücke, was den Wohlfühlfaktor steigen lässt. Diese Cottages werden wir auf jeden Fall einmal als Urlaubsdomizil in Erwägung ziehen.

 

Pünktlich zur Teatime sind wir in Swakop in der Immenhof Kitchen Farm gegenüber dem Leuchtturm eingefallen. Unten an der Mole gibt es einen offenen Markt, auf dem allerlei Schnitzereien und Souvenirs angeboten werden. Allerdings waren die Verkäufer recht aufdringlich. In den Shops der  Fußgängerzone geht es doch etwas entspannter zu.

 

Der liebe Gerd konnte Edel mit weiteren Produkten aus der Rooibos-Schmiere-Linie beglücken. Hatte wahrscheinlich alle Sparmärkte in der näheren Umgebung abgeklappert. Jedenfalls haben Edels Augen ordentlich gefunkelt.

Zum Abendessen hatten wir uns ein Tisch im Restaurant Zur Kupferpfanne reserviert. Das Restaurant ist in einem Gebäude aus dem Jahr 1902 untergebracht und dient gleichzeitig als privates Museum. Möbel und Informationen aus der Zeit um 1900 sind in den Räumen des Restaurants ausgestellt. Das Gebäude diente damals unter dem Namen "Haus Altona" als Hauptquartier für die Hamburger Reederei Woermann, die später in Swakopmund die "Deutsch-Südwestafrikanische Handelsgesellschaft Damara und Namaqua Handelsgesellschaft mbH" gründete.

 

Das Essen war ausgezeichnet, das Personal allerdings etwas unmotiviert. Da fehlte uns das Lächeln auf dem Gesicht.

12.09.2010 Richtung Etosha, Vreugde Guestfarm

 

Da wir heute keine Lust auf Schüttelpiste hatten, entschlossen wir uns die ganze Strecke auf Teer zu fahren und nicht über die C33 abzukürzen. In Okahandja haben wir nur einen kurzen Tankstopp eingelegt und erreichten gegen Mittag Otjiwarongo.

 

Da wir eine Kleinigkeit essen wollten, haben wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden wollen und der Crocodile Farm einen Besuch abgestattet. Um es vorweg zu nehmen: Diesen Besuch kann man sich sparen. Weder das Essen noch die Farm waren sonderlich interessant. Deshalb ist sie wohl auch nicht in seriösen Reiseführern erwähnt!

Am späten Nachmittag wurden wir dann herzlich von Dani auf Vreugde begrüßt. Vreugde ist eine Rinderfarm ca. eine halbe Stunde Fahrt vor dem Anderson Gate und verfügt noch über ca. 200 Stück Vieh, von denen der Betrieb aber nicht ausschließlich existieren kann. Der Gästebetrieb ist existenziell wichtig für die Farm, wie für so viele andere in Namibia auch.

 

Unsere Unterkünfte waren sehr große strohgedeckte Bungalows in einem wunderschönen Farmgarten mit allerlei tropischen Gewächsen. Dies ist ein Ort zum Wohlfühlen.

 

Einen Großteil seines ehemaligen Farmlandes hat Dani verpachtet. Außerdem werden hier Damaraschafe zur Fleischgewinnung gezüchtet (ich mag absolut kein Lamm). Diese Schafrasse zeichnet sich dadurch aus, dass das Fleisch kaum Fett aufweist.

 

Am frühen Abend versammelten wir uns mit allen Gästen der Farm am Lagerfeuer. Mit einem österreichischen Päarchen haben wir uns auf Anhieb gut verstanden. Der junge Mann hatte leider vergessen in Okaukuejo Zigaretten zu kaufen und Morgen wollten sie weiter Richtung Vingerklip. Der war schon ganz zappelig. Nun, Jochen hat gerne mit einer Schachtel ausgeholfen.

 

Auch wir Deutschen helfen gerne in Not geratenen Touristen. Anschließend wurde uns ein köstliches Essen mit viel Wild und gaaaanz leckeren Kürbisröstis in der Lapa serviert. Dani hat uns viele interessante Geschichten über Land und Leute berichten können.

 

Die beiden Österreicher haben übrigens am Vortag ca. 300m hinter dem östlichen Abzweig von Ombika einen Elefantenkadaver gesehen. Den und die dazugehörenden Löwen wollen wir Morgen suchen! Aber erst mal Ausschlafen!

 

 

13.09.2010 Etosha – die Erste

Das Frühstück haben wir erst gegen 08:00 Uhr eingenommen. Heute lassen wir´s gemütlich angehen.

 

Jochen hat tapfer seine Stiefel angezogen (Männer! Mir kann sich der Sinn darin nicht erschließen, denn Aussteigen darf man in der Etosha eh nicht). Bei mir kommen die Flip Flops an die Füße.

 

Hier oben in der Etosha liegen die Tagestemperaturen nun immer zwischen 35 und 38 Grad!

 

Gegen 10:00 Uhr sind wir durch das Anderson Gate in den Etosha NP eingefahren. Kurz hinter dem Gate durften wir einer putzigen Zebramangustenfamilie bei ihren vormittäglichen Beschäftigungen zuschauen. Unheimlich viele Zebras, Kudus, Springböcke und Oryxe waren am Wasserloch und ließen sich willig mit der Kamera abschießen.

 

Am östlichen Abzweig von Ombika haben wir keinen Elefantenkadaver, dafür aber sofort drei Löwen entdecken können – zwei Weibchen und einen männlichen Artgenossen, die nicht weit entfernt von der Pad ein Nickerchen machten. Einer der Löwen war mit einem dicken aufgemalten roten Kreuz versehen. Wauh, noch keine halbe Stunde im Park und schon die ersten Highlights!

 

Danach sind wir erst mal nach Okaukuejo zum Permitten. Vor Okaukuejo kreuzten Zebras, Gnus, diverse Antilopenarten und einige Schakale die Straße Richtung Wasserloch. Die große Wanderung der Tiere in klein.

 

Okaukuejo ist der Name einer ehemaligen deutschen Polizei- und Militärstation im Süden des Nationalparks. Der Ort hieß ursprünglich Okakwiya, „die Frau, die jedes Jahr ein Kind gebiert”. Heute haben dort die Parkverwaltung und das ökologische Institut ihren Sitz. Nach dem Ausbruch der Rinderpestepidemie 1897 wurde hier eine Kontrollstelle zum Abgrenzen des ganzen nördlichen Landes errichtet, um die weitere Verbreitung der Seuche aus den nördlich gelegenen Ovambo-Gebieten zu verhindern. 1901 wurde sie ein befestigter Militärposten und ein paar Jahre später nach dessen Zerstörung wurde eine Polizeistation mit einem runden Kalksteinturm errichtet. Der heutige Turm wurde erst 1963 erbaut. 1953 wurde hier der erste Wildhüter im Etosha-Gebiet stationiert. Zu dieser Zeit lebten noch Hai//kom-San als einzige Menschen innerhalb des Parkgeländes. (Quelle: Wikipedia)

 

Im Camp waren die Erdhörnchen (Grey Squirrels) die Stars, die sich willig in Positur setzten. Natürlich nur, wenn sie entsprechend bestochen wurden.

 

Anschließend haben wir uns für gut 1 ½ Stunden an das berühmte Wasserloch von Okaukuejo gesetzt und die Auslöser der Kameras standen nicht mehr still. Unglaublich, wie viele verschiedene Tiere sich hier die Klinke die die Hand geben. Den überdachten Unterstand hatten wir ganz für uns allein. Überhaupt waren wir sehr erstaunt, dass so wenig Touristen tagsüber am Wasserloch waren. Im Grunde hätte man sich hier morgens nur hinsetzen müssen, schön gemütlich mit Sitzkissen und Marschverpflegung und einfach nur Abwarten müssen. Früher oder später kommen die Tiere alle. Die Fahrerei und Warterei bei 37 Grad im PKW (wenn der Motor nicht läuft, funktioniert auch die Klimaanlage nicht…) ist schon ein ganz schöner Schlauch. Bemerkte dann auch schon das erste Kratzen im Hals.

 

Nach kurzer mittäglicher Kaffeepause mit Restaurant von Okaukuejo sind wir Richtung Gemsbokvlakte aufgebrochen. Unterwegs haben wir die ersten Giraffen gesichtet. In Gemsbokvlakte hatten wir dann auch unseren ersten Elefanten umrahmt von dekorativen Springböcken und kontrastigen Zebras und vor der Linse.

 

Das Kratzen in meinem  Hals nahm zu, das Kribbeln in der Nase auch. Wie kann man bei dieser Hitze auch noch eine Erkältung durchstehen (habe leider keine Ricolas zur Verbeugung genommen – das ist jetzt die Strafe)!

 

Zwischen Gemsbokvlakte und Olifantsbad haben sich wieder Giraffen aufgestellt. In Olifantsbad gab es leider keine Elefanten, dafür aber ein Buschklo! Man ist ja auch mit wenig zufrieden.

 

Und die Verrenkungen der Giraffen am Wasserloch haben Anja und Edel beglückt.

 

Außerdem haben wir hier Gesellschaft durch eine wunderschöne Schar Perlhühner, Kuhantilopen (Red Hartebeest), Schwarznasenimpalas, Oryxe, Straußen und Kudus.

 

Schließlich haben wir uns auf den Rückweg Richtung Nebrowni gemacht, da wir am späten Nachmittag eine Verabredung mit Dani zur Farmrundfahrt auf Vreugde geplant haben.

 

In Nebrowni hat ein älterer Elefantenbulle wohl Erbpacht auf ein Schlammloch. Der war total weiß und wir haben ihn in der kleinen Pfütze auch an allen folgenden Tagen wieder gesehen. Auch hier haben uns die Springböcke ein wundervolles Fotomotiv geliefert.

 

Die Farmrundfahrt war sehr informativ. Dani erzählte uns von den Sorgen und Nöte der namibischen Farmer. Im Moment hat er Probleme mit dem  Nachbarn. Dort leben sechs Elefanten, die immer durch alle Zäune gehen, um an Danis bzw. das Wasserloch seiner Rinder zu gelangen. Auf der Nachbarfarm gibt es wohl nicht ausreichend Wasser für die Elis.

 

Ein kühles Savanna gab´s dann zum Sonnenuntergang bei den hübschen Damaraschafen.

 

Das Damaraschaf stammt aus dem Siedlungsgebiet des Damaravolkes, das sich von südlich Keetmannshop bis nördlich Windhoek erstreckt. Verschiedene Quellen sprechen davon, dass dieser Schaftyp ursprünglich aus Ägypten stammt und von dort aus mit nomadischen Viehhaltern in andere Regionen Afrikas gelangt sei.

 

Das Damaraschaf ist ein klein bis mittelrahmiges Haarschaf mit einem ausgeprägten Fettschwanz, der bis über die Sprunggelenke herabhängt und sich nach unten verjüngt. Der größte Anteil des Körperfettes ist in diesem Fettschwanz gespeichert, weshalb der Schlachtkörper meist fettarm ist. Das Fleisch ist wohlschmeckend.

 

Abends hat Dani wieder ein Lagerfeuer für und angezündet und das Lamm kam auf den Teller. Ich habe also das erste Mal in meinem Leben mit Genuss Lamm gegessen. Es war wirklich köstlich. Ist schon ein enormer Unterschied zu dem, was einem hier in Europa geboten wird.

14.09.2010 Etosha – die Zweite

Heute Morgen haben wir uns um 05.00 Uhr aus dem Bett gequält. Wir möchten pünktlich um 07:00 Uhr im Park sein. Auf der Farm haben wir nur einen kurzen Wachmacher-Kaffee getrunken. Dani hat uns das Frühstück in einer Kühlbox mitgegeben.

 

Direkt hinter dem Anderson Gate haben wir schon wieder erste Giraffen und zwischen Ondeka und Okaukuejo ein Löwenrudel bewundern dürfen, die sich gerade ab in die Büsche gemacht haben.

 

Hmmmh, insgesamt war in Ondeka zur dieser frühen Stunde im Vergleich zum Vortag nichts bis gar nichts los. Lediglich eine Gnuherde säumte den Weg Richtung Okaukuejo. Von Okaukuejo sind wir schnurstracks gen Norden zum Okondeka Wasserloch durchgefahren. Dort lagen fünf junge Löwen in einiger Entfernung von der Pad im Gras. Um vernünftige Fotos schießen zu können reichte die Distanz leider nicht. Da es dort auch weiter draußen Richtung Pfanne einige Wasserquellen gibt, haben sich auch die wenigen anderen Tiere nicht nah genug an uns (und die Löwen) herangewagt. In einiger Entfernung haben wir aber zwei Tüpfelhyänen kommen und gehen sehen. Also haben wir erst mal gemütlich unsere Frühstückseier verspeist. Am Wolfsnes Waterhole waren gar keine Tiere.

 

So sind wir erst einmal zurück nach Okaukuejo und wurden nach stürmischem Empfang durch die Erdhörnchen am dortigen Wasserloch nicht enttäuscht. Haben uns wieder fast zwei Stunden dort aufgehalten und die Elis haben uns sensationelle Bilder geliefert.

 

Dann sind wir nach kurzem Lunch noch einmal zum Gemsbokvlakte Waterhole gefahren. Unterwegs haben wir Elis und Giraffen sehen dürfen, aber auch an diesem Wasserloch war heute wenig bis nichts los. Ein paar trinkende Giraffen, das war´s! Das gleiche in Olifantsbad und Aus.

 

So unterschiedlich kann es von Tag zu Tag sein.

 

Mir geht’s immer schlechter. Kopfschmerzen und Halsschmerzen plagen mich.

 

Auf dem Rückweg von Gemsbokvlakte Richtung Ombika hat Jochen jedoch mit seinen Adleraugen eine Falbkatze im Baum entdeckt. Na, das hat die Stimmung wieder gehoben.

 

Das wunderbare Abendessen mit vorangegangenem Sundowner am Lagerfeuer hat uns wieder versöhnt.

15.09.2010 Halali

 

Wache mit Gliederschmerzen und erhöhter Temperatur auf. Da kann ja heiter werden!

 

Nach herzlicher Verabschiedung von Dani und seinen liebenswerten Mitarbeitern brechen wir Richtung Halali auf.

 

In Okaukuejo waren wieder drei Elefanten, die das Wasserloch zu ihrer Bühne gemacht haben.

 

Anschließend haben wir Nebrowni einen lohnenswerten Besuch abgestattet. Unser weißer Eli nahm wieder seine Fangopackung und eine Löwin kam aus Richtung Pad zum Wasserloch um ihren Durst zu stillen. Sie blieb dann auch die ganze Zeit am Wasserloch liegen.

 

Wir wunderten uns schon, warum so viele Autos auf der C38 parken. Kurz hinter Nebrowni ist eine Brücke unter der sich der Rest des Löwenrudels häuslich eingerichtet hatte. Leider waren sie aber nicht in Fotostimmung. Bei diesen Temperaturen (37 Grad) sucht man sich auch besser ein schattiges Plätzchen.

 

So haben wir unseren Weg auf der C38 am Rand der Etosha Pfanne dann fortgesetzt. In Kapupuhedi und Ondongab waren keine Tiere zu sehen. In Charitsaub hatt´s dann wieder trinkende Giraffen, Springböcke und Riesentrappen gehabt. Verabschiedet worden sind wir von einer Herde Zebras, die die Straße nur widerwillig räumen wollten.

 

In Rietfontein, einem schönen Wasserloch war die Tierausbeute auch nicht berauschend. Einzig ein paar Ohrengeier und ein Gelbschnabeltoko konnten eingefangen werden. So haben wir uns mit einigen Fotos vom Dorslandtrekkergrab zufrieden gegeben.

 

Immer mehr grüne Bäume beleben das Landschaftsbild.

 

Gegen 15:00 Uhr erreichten wir Halali.

 

Die Namensgebung erfolgte in Anlehnung an den aus der Jägersprache stammenden Begriff „Halali” zur Beendigung der Jagd.

 

Ganz in der Nähe von Halali sind die einzigen Berge im östlichen Teil des Parks zu sehen. Von einem der Hügel beim Camp (Halalikoppie) können die Tiere am Moringa-Wasserloch beobachtet werden. Auf einem Hügel in der Nähe betrieben die deutschen Truppen einen Heliographen, um den Kameraden in Fort Namutoni zu signalisieren, daher kommt der Name des zweiten Wasserloches in der Nähe des Camps, „Helio”. (Quelle: Wikipedia)

 

Das Camp wirkte recht ausgestorben. Die Rezeptionistin war äußerst lustlos und unfreundlich. Einige Reisenglanzstare verkürzten mir die Wartezeit, bis Jochen und Edel die Formalitäten erledigt hatten.

 

Ich sehnte mich nach einem Bett. Wir bezogen die preiswerteste Kategorie, die Zimmer Nr. 31 und 32. Sie waren sehr schön, sauber, neuwertig und mit Klimaanlage versehen.

 

Habe mich von Edel mit Umckaloabo und Doxy gegen meine Nasennebenhöhlenentzündung versorgen lassen und bin erst mal ins Bett gekrabbelt. Jochen ist mit den Mädels Richtung Moringa Wasserloch aufgebrochen.

 

Dort wartete auch gleich schon ein Elefant, der sich mit einem Spitzmaulnashorn anlegen wollte und dabei den Kürzeren zog.

 

Das Dinner in Buffetform haben wir abends im Restaurant eingenommen. Es war das schlechteste auf unserer Reise auch was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht (150 N$).

 

Dafür war ich nun endlich mal in der Rhino Bar, liebe Cécile. Hier der Beweis.

 

Nach dem Essen haben wir uns noch einmal Richtung Wasserloch aufgemacht. Davor und dahinter war es rappelvoll. Sämtliche Gäste des Camps waren auf den Sitzplätzen versammelt und insgesamt haben dort ca. 10 Spitzmaulnashörner ihre Visitenkarte abgegeben. Auch ein Babyrhino war mit seiner Mama auf Stippvisite.

 

Wir sind dann aber doch hundemüde gegen 23:00 Uhr ins Bett gefallen. Hier war es auch abends so warm, dass keine Jacke notwendig war. Aber die Klimaanlage funktionierte. Es war übrigens die einzige, die wir nachts bemüht haben auf unserer Tournee.

16.09.2010 westlicher Etosha NP

Jochen und Anja haben morgens dem Moringa Waterhole noch einen Besuch abgestattet. Außer Perlhühnern und einigen Rotschnabeltokos war dort wenig los.

Nach ausgiebigem Frühstück haben wir uns gen Etosha Lookout verabschiedet.

 

Kurz hinter Halali, in der Nähe der Helio Hills hatten wir dann mal wieder unverhofftes Glück. Ein Elefantenkindergarten mit Kühen und kleineren Elis in allem Größen direkt neben dem Auto. Vor Nuamses stellte sich noch ein Kudupaar in Positur, als wir dann den sagenhaften Blick über die 5000 qkm große Etosha-Pfanne - eine trockene Salzpfanne, die sich nur in seltenen niederschlagsreichen Jahren mit Wasser füllt, genießen durften. Einfach magisch diese weiße, wüste Leere bis zum Ende des Horizonts.

Der nächste Höhepunkt folgte am Goas Waterhole. Dieses Wasserloch besteht aus zwei Wasserbecken und ist gut zum Fotografieren geeignet, da der Parkplatz im Halbkreis um die Wasserstelle angelegt ist.

 

Hier wurde gerade eine Poolparty mit Schlammanwendungen gefeiert. Bade- und Wellnesstag für Elefanten ist angesagt. Vor allem die kleinen Elis haben das Rumtoben und Necken genossen.

 

Ach ja, und davor haben sich in sicherer, gebührender Entfernung von den Elis zwei junge Löwenmännchen drapiert. Nachdem die Elis abgezogen sind, wurden die beiden Löwen auch etwas aktiver. Das übrige Wild hielt sich vorwiegend am unteren zweiten Wasserloch auf. Es waren hauptsächlich Kudus und Kuhantilopen.

In Kalkheuvel gab´s außer einer Herde Schwarznasenimpalas  und ein paar Giraffen nichts zu sehen.

 

Am Chudop Waterhole waren dann wieder viele Giraffen, Kudus und Zebras zu Besuch. Noch kurz in Koinachas vorbeigeschaut und Giraffe und Warzenschwein guten Tag gesagt, bevor wir dann das Camp und Fort Namutoni erreichten.

 

Namutoni ist ebenfalls eine ehemalige Polizei- und Militärstation im Ostteil des Nationalpark, 123 km von Okaukuejo entfernt. Der Name leitet sich von dem Hererowort Omutjamitinada ab und bedeutet „von oben herab stark fließendes Wasser”. Heute wird sie als Besucherzentrum des Nationalparks verwendet. Das Wasserloch bei Namutoni wurde von John Andersson und Francis Galton 1851 als ersten Europäern entdeckt.

 

Namutoni wurde wie Okaukuejo 1897 als Kontrollstelle gegen das Vordringen der Rinderpest errichtet. Später wurde eine befestigte Station – Fort Namutoni – daraus.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg verfiel die Anlage. Erst mit Gründung des Etosha-Nationalparks bekam das verfallene Fort wieder Bedeutung; es wurde 1957 wieder aufgebaut und zunächst als Stützpunkt der Parkverwaltung und sehr einfaches, nur in den Wintermonaten geöffnetes Rastlager für Besucher des Nationalparks verwendet. Das Fort selbst wurde teilweise zum Museum umgestaltet und ist heute offizielles Nationaldenkmal Namibias. Die touristische Infrastruktur wurde nach und nach erweitert und verbessert, so dass ein ganzjähriger Beherbergungsbetrieb ermöglicht wurde. Das Camp befindet sich in der Nähe der Fischer-Pfanne und zieht viele Vögel an. Sie bildet die Verbindung zwischen Etosha-Pfanne und den prähistorischen Zuflüssen Omuthiya und Omuramba-Owambo.(Quelle: Wikipedia).

 

Eine knuffige Meute Zebramangusten kreuzte unseren Weg. Hier haben wir erstmal den Durst unserer Autos und den unsrigen gestillt. Mittlerweile hatten wir 38 Grad im Schatten! Puuuh!

Gegen 15:00 Uhr sind wir Richtung Klein Namutoni Wasserloch gestartet. Dort konnten wir insgesamt 14 Giraffen und viele junge Kapgeier sehen. Zu dieser Zeit waren wir die einzigen Touristen an diesem Wasserloch bzw. in dieser Gegend.

 

Aber ein Tier fehlte mir noch in meiner Sammlung: Ich wollte unbedingt mein bestelltes DikDik sehen! Also auf zum Dik-Dik-Drive.

 

Und tatsächlich, Jochen hat sie mit seinen Adleraugen in einiger Entfernung von der Pad im Gebüsch entdeckt. Leider waren die beiden nicht gut zu sehen. Schade! Aber keine 10 Minuten später, standen zwei Dik-Diks wie angenagelt und für uns Touris bestellt direkt am Straßenrand. Jipiiiiih! Mit ihren großen bewimmerten Kulleraugen sehen die Diks-Diks aus wie zu heiß gewaschene und im Trockner eingelaufene Bambis! Ein weiteres Highlight unserer Tour, freu, freu, riesig freu.

 

Hier noch eine nützliche Beschreibung der Wasserlöcher auf Deutsch, die ich im Netz gefunden habe. In den Shops der Restcamps gibt es aber auch ein empfehlenswertes kleines Büchlein, das alle Waterholes ausführlich bebildert beschreibt. Das war mir für den Reisebericht und die Beschriftung der Fotos hier Zuhause eine große Hilfe.

 

Alles hat mal ein Ende. Schließlich mussten wir uns von Etosha verabschieden und erreichten unser weiteres Etappenziel: Das Onguma Bushcamp, ca. 13 km direkt hinter dem von Lindequist Gate in einem privaten Naturschutzgebiet gelegen.

 

Die Anlage liegt wunderschön in einem privaten Wildschutzgebiet. Wir hatten die Zimmer Nr. 4 im alten Farmhaus und Nr. 2 in einem neueren Rondavel. Sehr geschmackvolle Einrichtung. Die Atmosphäre dieser Lodge macht aber das ausschließlich schwarze/farbige Personal aus. Sandra, die hochschwangere Rezeptionistin hat uns sehr herzlich empfangen und uns die ganze Anlage ausführlich erklärt. Matheus der Restaurantchef?/Barkeeper hat uns adoptiert und wir ihn!

 

Jochen hat gleich einen Kurs in kreativen Servierten-Falten bei Matheus belegt und sich mit einer Serviertenkreation aus Deutschland - dem Schiff - revanchiert.

 

Das Onguma Bush Camp verfügt übrigens über die kompletten Weine von Fairview, dem Weingut, dass wir 2008 in SA besucht haben, wo es uns so ausgesprochen gut gefallen hat und dessen Weine wir uns auch nach Deutschland liefern lassen. Den La Beryl White haben wir leider auf Fairview nicht probieren können. Das haben wir dann nach dem Dinner ausführlich nachgeholt. Den Fairview Merlot gab´s zum Essen.

 

Das Dinner und Frühstück wurden unter freiem Himmel direkt vor dem beleuchteten Wasserloch eingenommen. Mal wieder Dekadenz pur. Ein nicht weiter identifizierbar großer Uhuvogel hat sich in einem Baum am Wasserloch niedergelassen.

17.09.2010 Onkonjima

Zum Frühstück kamen uns Giraffen, Impalas und Zebras besuchen! Auch die Erdhörnchen ließen sich wieder gerne verwöhnen. Der Craft-Shop des Camps ist sehr zu empfehlen und hat mal wirklich geschmackvolle Mitbringsel zu bieten.

 

Hier haben wir auch gerne die Bushman-Tax i.H.v. 10 N$ pP/Nacht bezahlt. Die Bushmänner, auf deren Gebiet die Etosha liegt, sind übrigens in keinster Weise an den Einnahmen des Nationalparks beteiligt.

 

Schade, dass wir hier nur eine Nacht gebucht haben. Wir werden auf jeden Fall für einen längeren Aufenthalt zurückkommen.

 

Schließlich mussten wir uns verabschieden und sind auf der B1 Richtung Tsumeb und Otjiwarongo aufgebrochen.

 

Einen kurzen Stopp haben wir am Lake Otjikoto eingelegt. Uns fehlten ja noch die Eland Antilopen….

In Tsumeb mussten wir natürlich wieder den Sparmarkt bemühen wegen der Rooibos-Kosmetik-Serie für Edel.

 

 

 

Da ich in weiser Vorausahnung bei der Tourplanung damit gerechnet habe, dass uns in der Etosha das große Glück der Geparden bzw. Leopardensichtung nicht beschieden sein wird, habe ich vorsorglich Onkonjima und die Africat Foundation in unsere Route eingebaut.

 

Den Film im deutschen Fernsehen über die Hansen Familie und die Foundation hatte ich schon mehrfach gesehen.

 

Kurz vor 16:00 Uhr erreichten wir die Farmpad Richtung Okonjima. Um 16:30 Uhr sollte die Gepardentour starten. Hoffentlich schaffen wir das noch bis zum Main Camp. Aber der Weg zog sich doch sehr lang über die sieben Berge zu den sieben…. Natürlich schafften wir es nicht!

 

Im Camp angekommen wurden wir sehr herzlich von Jeanette begrüßt und eingewiesen. Eigentlich hatten wir nur die günstigste Zimmerkategorie in Main Camp gebucht und waren schier begeistert, dass wir die erst im August 2008 fertig gestellten View Rooms Nr. 2 und 3 erhielten. Die View Rooms liegen etwas abseits vom Main Camp, dem ehemaligen Farmgebäude und bestehen aus ca. 10 Bungalows, die im Halbkreis mit ausreichend Abstand zum Nachbarn und mit traumhaftem Blick in die Savanne und Berge errichtet wurden.

 

Der Bungalow verfügt über eine private nicht einsehbare Veranda. Alles andere darin ist riesig: Das Schlafzimmer, das Bad (sogar mit Frisierecke!), die Dusche, die separate Toilette. Und erst das Bett: 3x2 Meter!!!! Meinen Wumpi konnte ich darin nicht mehr ertasten. Der Hit war aber der 4x2 Meter große Flatscreen Bildschirm direkt vor dem Bett. Es handelte sich hierbei um eine große Panoramascheibe mit direktem Blick auf die Savanne. Da kannst du ganz dekadent im Bett liegen und die Oryxe, Warzenschweine, Kudus und Schakale laufen vor Deinem Bett auf und ab! Einfach Grandios!

 

Da wir nun nicht am abendlichen Gamedrive teilnehmen, hatten wir ausführlich Zeit das Lodgegelände mit seinem wunderschönen tropischen Garten zu erkunden, die Seele baumeln zu lassen und das ganz besondere Ambiente hier zu genießen.

 

Das Abendessen bestand aus einem Dreigang-Menü und war für unseren Geschmack übersichtlich und überkandidelt.

 

Unser sehr herzlicher Guide Michael, der auch das morgendliche Leopardentracking mit uns fahren würde, hat uns gegen 21:30 zu einem kurzen walk an das beleuchtete Wasserloch des Main Camps geführt. Mit den Gemüseabfällen der Lodge werden die Stachelschweine gefüttert, die gleich zahlreich zur Stelle waren. Manchmal kann man hier auch Honigdachse sehen. Dieses Glück blieb uns jedoch verwehrt.

 

Alles in allem hatten wir wieder einmal einen wundervollen Tag. Mit dem Geheul von Scha und Kal und dem Röhren der Oryxe sind wir selig eingeschlummert im Riesenbett.

18.09.2010 Leopardentracking und Geparden auf Okonjima

Um 06.00 Uhr telefonischer Weckruf durch die Rezeption. Eine kurze Katzenwäsche musste genügen, denn eine halbe Stunde später erwarteten uns in der Lapa noch warme, frisch gebackene Muffins und köstlich duftender Kaffee. Lekker, lekker!

 

Warm eingepackt, denn meine Erkältung war noch nicht vollständig auskuriert, begaben wir uns nur zu viert mit Michael auf Tour. Die beiden zuerst angepeilten Leoparden könnten wir leider nicht sehen. Sie waren zwar ganz nah, aber der Busch bzw. das Unterholz war zu dicht, um direkt an sie heran zu kommen. Nach ca. einer Stunde – hatte mich innerlich schon von den Leos verabschiedet – haben wir dann noch eine Leopardendame aufgespürt. Sie lag neben einer der Buschmannhütten, die auf dem Bushman Walks zu Fuß besucht werden. In ihrer Nähe lag ein frischer Riss.

 

Wir hatten ausreichend Zeit für viele Fotos und Michael hat sehr interessante Informationen zu Okonjima und der Africat Foundation geliefert. Weder die Geparden und schon gar nicht die Leoparden werden während der Drives mit den Gästen gefüttert.

 

Irgendwann wurde es der Leopardin zu heiß und sie siedelte in besagte Buschmannhütte um. Hmmmh, hoffentlich vergessen die Walk-Touristen nicht zu klingeln, bevor sie in die Hütte gehen!

 

Gegen 09:00 Uhr waren wir dann zurück im Main Camp und freuten uns über ein sensationelles Brunch mit frisch gebackenen Brötchen und köstlichem Buschmann-Omlett !

Danach hatten wir Freizeit bis 16:00 Uhr, Kaffeetrinken in der Lapa und Aufbruch zur Gepardentour mit Michael und einigen norwegischen Gästen, die schon öfter auf Okonjima waren.

 

Sofort, innerhalb von 10 Minuten hatte Michael drei Geparden, ein Bruderpaar mit adoptierten Gefährten aufgespürt.

 

Zum Sundowner hat Michael schließlich einen schönen Platz gefunden, an dem wir unsere Drinks genießen konnten und das Schauspiel dieser einmalig schönen Sonnenuntergänge in Afrika mal wieder in vollen Zügen genießen konnten.

19.09.2010 Abenteuer, Abenteuer

 

Zum Frühstück um 08:00 Uhr gibt es leider noch keine frisch gebackenen Brötchen. Der Tisch ist noch nicht richtig eingedeckt. Heute Morgen lässt der Service zu wünschen übrig.

 

Nun, denn, es geht auch ohne frische Brötchen. Das Hüftgold hat sich im Laufe der Reise eh angesammelt.

 

Auch hierhin werden wir zurückkehren!

 

Nach kurzem Zwischenstopp im Sparmarkt in Okahandja, zwecks Vervollständigung der Rooibos-Kosmetikprodukte, ereichten wir gegen 13:00 Uhr Windhoek und die Tankstelle in Klein Windhoek.

Anschließend hat uns Janet Trümper sehr lieb und herzlich auf der Airport Farm begrüßt. Janet ist eine echte Berliner Göre aus Prenzelberg und hat ihren Uwe erst im Mai 2010 geheiratet. An dieser Stelle noch einmal: Alles Glück der Welt dem frisch vermählten Paar.

 

Uwe ist gerade noch mit zwei Jagdgästen aus Bayern unterwegs, um auf  der Nachbarfarm ein unerwünschtes Gnu aufzuspüren, das dort nicht hingehört.

 

Nach ausführlichem Klönschnack mit Janet, die ihren Uwe auf ihrer ersten Afrikareise vor drei Jahren kennen und lieben gelernt hat (Uwe war ihr Reiseführer), haben wir unsere schönen Zimmer bezogen.

 

Janet schmeißt hier für die Farm und den Gästebetrieb das Büro. Uwe hat die Farm von seinen Eltern Max und Rotraud übernommen, bastelt gerne an Autos rum und stellt in seiner riesigen Scheune (Garage) unter anderem Fahrzeuge der Fomis unter. Außerdem verfügt die Farm über ein eigenes Schlachthaus, welches Jochen natürlich als gelernter Fleischer ausgiebig begutachtet hat.

 

Sollten wir einmal auswandern wollen, fragen wir hier zuerst nach einem Job!

 

 

Nachmittags gab´s Kaffee und Kuchen in der Lapa. Max und Rotraut Trümper gesellten sich zu uns und auch Uwe und seine beiden Jagdgäste konnten wir nun kennenlernen.

 

Kaum ist der letzte Kuchenkrümel verdrückt, klingelt das Telefon: Feueralarm, Buschbrand auf der Nachfarm Seeis!!!

 

In den Augen aller Männer konnte ich ein seltsames Funkeln entdecken: Endlich mal ein richtiges Abenteuer. Natürlich wollten alle mit auf den Löschwagen und helfen den Brand in Grenzen zu halten.

 

Max holt seinen Löschwagen aus der Garage und Uwe fährt mit dem Geländewagen und den Männern an Bord zur Nachbarfarm. Kurz nach Anbruch der Dunkelheit hatten wir sie alle wieder wohlbehalten zurück auf der Airport Farm. Der Brand war unter Kontrolle. Jochen konnte tatkräftig helfen, was man ihm und seinen verrußten Hosen auch ansah! Die Männer hätten wir glatt als Biltong verkaufen können. Bin stolz auf meinen tüchtigen Gatten! Die Farm Seeis gehört übrigens dem Manager von Air Berlin für das südliche Afrika…..

 

Warum hat Jochen nicht fallen lassen, dass wir am nächsten Morgen mit seiner Airline zurück Richtung Deutschland fliegen? So ein kleines Upgrade in die Business Class als Dankeschön wäre nicht schlecht gewesen….

 

Nach dem gemeinsamen, ausführlichen und erstklassigem Abendessen haben wir noch lange zusammen gesessen und geklönt.

20.09.2010 Abschied von Namiba

Eigentlich konnten wir ausschlafen. Das Frühstück hatten wir gegen 06:15 Uhr und sind erst gegen 07:00 Uhr von der Airport Farm zum Flughafen aufgebrochen.

 

Liebe Trümpers, wir sagen Danke für den herzlichen Empfang bei Euch: Als Fremde gekommen, als Freunde gegangen. Wir haben uns sehr wohl bei Euch gefühlt und kommen nächstes Jahr wieder!

 

Innerhalb einer halben Stunde hatten wir sowohl den Mietwagen abgegeben wie auch eingecheckt.

 

Am Gate treffen wir Patrick, den Air Berlin Manager von Seeis, der sich noch einmal bei Jochen bedankt und uns eingeladen hat, ihn bei einer unserer folgenden Reisen in Namibia zu besuchen.

 

Wie irrsinnig schnell ist die Zeit vergangen. Die Tour war gigantisch, erlebnisreich, teilweise dekadent und am Ende abenteuerlich.

 

Nun sind wir schon wieder zurück im Alltag und haben diese drei Wochen noch gar nicht richtig verdaut. Aber ab und zu können wir diese wunderbare Magie Afrikas wieder in unsere Gedanken zurückholen.

 

Insgesamt sind wir 5016 km in Namibia gefahren.

 

Übrigens ist Jochen doch tatsächlich bedauert worden: Ein Mann und drei Frauen für drei Wochen in Namibia! Wie kann man das nur aushalten? Eigentlich doch recht gut, nicht war Wumpi?

 

P.S.: Eine Reise ist ja erst zu Ende, wenn man Zuhause angekommen ist. Edel war derart relaxt, dass sie in München in ihren Diesel-PKW Super-Benzin getankt hat. Das war teuer! Der ADAC hat sie abschleppen müssen und die Werkstatt hat 600 Euronen in Rechnung gestellt.

Fazit

  • Namibia ist ein Dorf! Jeder kennt jeden und jeder hilft jedem!
  • Nambia ist das ideale Einsteigerland für Afrika-Ersttäter, da im Vergleich zu z.B. Südafrika die Straßen sehr viel besser sind, die Beschilderung wie in Deutschland gewohnt ist und man hier auch mit Deutsch recht weit kommt.
  • Auf der klassischen Route reicht ein normaler und damit preiswerter PKW.

 

Ich fürchte, wir kommen wieder!!!!

 

 

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© Marina Meger 2017