Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

16.07. Mt. Kenya - Naro Moru

Nach dem Frühstück nehme ich mir die Zeit und schaue an, was der Garten der Lodge so zu bieten hat.

Naro Moru RL
Naro Moru RL
Naro Moru RL
Naro Moru RL

Heute steht die Mt. Kenya-Besteigung an. Quatsch, nur ein walk bis zu den Riesenlobelien auf ca. 3500 m. Der Mt. Kenya ist mit 5199 m der höchste Berg Kenias und nach dem Kili der zweihöchste Berg Afrikas. Für viele Völker, die hier um den Berg siedeln, gilt der Mt. Kenya als heiliger Berg, auf dem Gott „Ngai" wohnt. Aus Respekt richten die Kikuyu ihre Hütten in Richtung Berg aus.


Um 08:30 Uhr holt uns unser Driver William an der Lodge ab. Wir nehmen noch pro Person zwei Flaschen Wasser mit und haben uns für 10 US$ ein Lunchpaket in der Lodge packen lassen. Upps, wie soll ich das neben Kameraausrüstung alles in den Rucksack bekommen? Doch William beruhigt uns. In Naro Moru wird unser Führer Bonface an der dortigen Tankstelle mit an Bord genommen. Bonface wird einen Teil der Verpflegung übernehmen.

 

Unsere Fahrt führt vorbei an kleinen Dörfern, durch grünes, fruchtbares Farmland Richtung Mt. Kenya Nationalpark. Überall säumt Vieh den Straßenrand und an einem kleinen Bach treibt ein Bauer seine Kühe und Schafe auf höher gelegene, saftige Wiesen. Kurz vor dem Nationalpark sichten wir auch erste Wildtiere. Die am Mt. Kenya auffällig dunkel gefärbten Buschböcke und Paviane tummeln sich hier.

Mt. Kenya, Richtung Naro Moru Gate
Mt. Kenya, Richtung Naro Moru Gate
Mt. Kenya, Richtung Naro Moru Gate
Mt. Kenya, Richtung Naro Moru Gate
Paviane, vor dem Naro Moru Gate
Buschbock vor dem Naro Moru Gate

In den Urwäldern des Mt. Kenyas lebt noch eine Elefantenpopulation von ca. 1000 Tieren. Auch Büffel, Leoparden, Hyänen und sogar Löwen haben hier eine Heimat. Spitzmaulnashörner, die scheuen Bongoantilopen, Riesenwaldschweine sind in den unteren Berglagen zuhause. Zebras und Elenantilopen dringen in Höhen bis 4000 m vor. Um es vorweg zu nehmen: haben wir alle nicht gesehen!

 

Auf 2400 m Höhe erreichen wir das Naro Moru Gate, wo 55 US$ Permit pro Person fällig werden.
Mit dem 4x4 fahren wir noch höher hinauf bis zur Meteorological-Station auf 3040 M. Dieses Wegstück ist mit 2x4 nicht mehr zu bewältigen.

Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP
Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP
Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP
Mt. Kenya zwischen Naro Moru Gate und Met Station
Mt. Kenya zwischen Naro Moru Gate und Met Station
Mt. Kenya zwischen Naro Moru Gate und Met Station

An der Met-Station gab´s noch einmal die Möglichkeit Toiletten in Form eines Plumsklos aufzusuchen.
Von hier haben wir zusammen mit Bonface unseren walk gestartet. Es dominiert dichter Bambuswald. Immer mal wieder konnte man Losungen von Büffeln und Elefanten auf dem Weg sehen.

 

Ich wusste ja, dass Jochens und meine Kondition miserabel bis nicht vorhanden ist, aber wenigsten möchten wir versuchen bis zu den Riesenlobelien vorzustoßen.

 

Obwohl wir pole pole (langsam, langsam) gegangen sind, bekam ich recht schnell einen internen Panikanfall. Die Luft ist schon recht dünn auf dieser Höhe und was hatte ich nicht alles gelesen über die Aklimatisierung am Berg (Picco lässt grüßen!). Gerd mit seinen 70 Jahren war uns schnell weit voraus und entschwand aus unserem Sichtfeld. Auch Annick hatten Bergziegenqualitäten.

 

Nach einer Weile konnte ich mich beruhigen und wir haben uns Zeit genommen die wunderschönen Fackellilien, die knorrigen Steineiben, Olivenbäume und Zedern zu bewundern. Häufig zieren lange Flechtenbärte und dickes Moos die Bäume und man hat das Gefühl in einem Märchen- oder Zauberwald unterwegs zu sein.

Met-Station, Mt. Kenya
Met-Station, Mt. Kenya
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Jochen mit unseren Lunchpaketen, Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
moosgrün!, Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station

Jochen und ich waren ein wenig höher als die KWS (Kenya Wildlife Service) Radio Station auf ca. 3400 m, bevor wir die Flügel gestreckt haben. Wir haben es uns dann auf einer schönen Lichtung mit unseren Lunchpaketen bequem gemacht und haben die anderen ziehen lassen.

 

Annick ist noch bis auf ca. 3600 m und Gerd bis auf ca. 3800 m vorgedrungen. Hier im Teleki Valley hat es im Frühjahr heftige, langanhaltende Waldbrände gegeben, so dass Gerd und Annick hauptsächlich verbrannte Erde zu sehen bekamen.

 

Nach ca. 45 Minuten kamen auch die anderen wieder zur Radio Station zurück, und nach kurzem gemeinsamen Lunch sind wir dann zurück zur Met Station gewandert. Diesmal Annick weit voraus, hatte sie doch ein Date an der Met-Station mit einer possierlichen Blue-Monkey-Familie.

Mt. Kenya, Radio Station
Annick, Jochen, Bonface, Gerd, Mt. Kenya, Radio Station
Riesen-Lobelien, Mt. Kenya, Radio Station
Riesen-Lobelien, Mt. Kenya, Radio Station
Fackellilien, Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Fackellilien, Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Gerd, Radio Station, Mt. Kenya
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Flechtenbärte an den Bäumen, Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Mt. Kenya, zwischen Met Station und Radio Station
Blue Monkeys, Met-Station, Mt. Kenya
Blue Monkeys, Met-Station, Mt. Kenya
Blue Monkeys, Met-Station, Mt. Kenya
Blue Monkeys, Met-Station, Mt. Kenya

Gerd und Annick beschlossen zum Naro Moru Gate zu wandern. Jochen und ich verbrachten noch eine gute halbe Stunde an der Met-Station um Dik Diks, seltene Vögel und die Monkey-Familie zu fotografieren und benutzen den Wagen zurück zum Gate.

 

Kurz vor dem Gate gab´s noch eine Herde Defassa-Wasserböcke zu sehen. 

 

Hier noch ein Hinweis zur Höhenkrankheit aus den Reise Know How: Viele Wanderer lassen sich die 18 km von Naro Moru zum Hauptgate oder zur Met-Station, die rund 10 km dahinter liegt, hinauffahren. Das mag bequem sein, rächt sich aber später durch die negativen Begleiterscheinungen der Höhenkrankheit. Da man auf Höhe der Met-Station ohnehin einen Tag zur Akklimatisierung verbringen sollte...

 

In den nächsten zwei Jahren würden wir allen empfehlen aufgrund der Schäden durch die Waldbrände eine andere Route zum Gipfel nehmen. 

Blue Monkeys, Met-Station, Mt. Kenya
Blue Monkeys, Met-Station, Mt. Kenya
Blue Monkeys, Met-Station, Mt. Kenya
Orangedrossel - Abyssinian Ground Thrush, Met Station, Mt. Kenya
Orangedrossel - Abyssinian Ground Thrush, Met Station, Mt. Kenya
Dik Dik, Met Station, Mt. Kenya
man at work! Met Station, Mt. Kenya
men at work! William in der Mitte, Met Station, Mt. Kenya
Wasserbock-Jungtier, Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP
Defassa-Wasserbock, Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP
Defassa-Wasserbock, Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP
Sechsbein (Suaheli: Sita-Miguu, Lat. Kobus Sexcrus)

Bei diesem Sechsbein (Suaheli: Sita-Miguu, Lat. Kobus Sexcrus) handelt es sich um einen Verwandten der Elipsen-Wasserböcke (Kobus ellipsiprymnus), die sich entgegen ersten Vermutungen eben nicht dem bergigen Terrain durch Zuwachs von weiteren Extremitäten in der Mitte des Körpers angepasst haben.


Vielmehr wird vermutet, dass die vierbeinigen Wasserböcke aus eben diesem Sechsbein entstanden sind, da der noch im Wasser lebende (deshalb nennt man sie noch immer 'Wasserböcke') gemeinsame Vorgänger ebenfalls über sechs Beine, aber ein völlig anderes Aussehen verfügte, leider war zu seinen Lebzeiten die Fotografie noch nicht mal in den Kinderschuhen...deshalb kein Bild!


Dieses mittlere Beinpaar verhilft den scheuen Tieren sehr mit dem schwierigen Terrain fertigzuwerden, da es beim Gang alternierend immer mit drei Hufen gleichzeitig auftreten kann, was einen sehr stabilen Gang ergibt.


Warscheinlich ist das Gleichgewichtsorgan bei dieser frühen Form der Wasserbockartigen noch nicht genügend ausgebildet, um auf lediglich 4 Beinen (alternierend 2 und 2!!!) nicht umzukippen. Diese Entwicklung dauerte noch Jahrhunderttausende, in denen die Sechsbeine deutlich leichter den Löwen zum Opfer fielen (die Löwen konnten ja aus sechs statt vier Beinen auswählen, um zuzubeissen!!!), als die sich daraus entwickelnden heute ausgestorbenen Fünfbeine, geschweige denn die aus den Fünfbeinen sich entwickelten vierbeinigen Elipsen-Wasserböcke.

 

Die Tiere wurden kaum je gesichtet und es wird vermutet, dass sie nicht nur im Mt. Kenya-Massiv, sondern auch an den Tansanianischen Vulkanen beheimatet sind.


Um das zu klären und weiteres über diese faszinierenden, aber kaum erforschten Tiere zu erfahren werde ich im Januar eine Studienreise auf drei Berge in Tansania machen, in der Hoffnung eines dieser Tiere zu entdecken. Quelle: Prof. Dr. C. Picco, Mox Plick Institut für Artenschutz, wissenschaftl. Leiter und Direktor Zoo Rheineck 

William und eine KWS-Rangerin, Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP

Nachdem auch Annick und Gerd zurück gekehrt sind, haben wir William gebeten uns noch das kleine Städtchen Naro Moru zu zeigen. Wir benötigen einen Geldautomaten und Annick ein Internet-Cafe. Das pittoreske Städtchen bot jede Menge bunte Fotomotive.

Bonface, Gerd und Annick, Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP
Annick, Gerd, Bonface, Naro Moru Gate, Mt. Kenya NP
Naro Moru
Friseur-Salon, Naro Moru
der örtliche Fischladen, Naro Moru
der Abschleppwagen von Naro Moru
ein Baumarkt, Naro Moru
Naro Moru
Naro Moru
Naro Moru
das örtliche Hotel,Naro Moru
noch ein Baumarkt, Naro Moru
Baumarkt, Naro Moru
Baumarkt, Naro Moru
der Schlachter, Naro Moru
vor der Post wird gegrillter Mais verkauft, Naro Moru
Bonface und William, Naro Moru RL

Gegen 17.00 Uhr öffnete der Himmel seine Schleusen und es schüttete wie aus Kübeln.

 

Zurück in unserem Cottage bemerkte ich, dass das Dach undicht ist. Mein Bett (nicht Jochens!!!) war nass. Habe dem Nachtwächter Bescheid gegeben.

 

Beim Dinner – zurück in der Naro Moru RL – haben wir gemeinsam beratschlagt, welche Aktivitäten für Morgen auf dem Plan stehen. Wir entschieden, dass wir unseren heutigen Driver William bitten uns einige schöne Plätze in der Nähe zu zeigen. Annick hat telefonisch mit ihm Kontakt aufgenommen und William hat zugesagt.

 

Zurück im Cottage war mein Bett frisch bezogen, es hatte eine neue Matratze und war an eine regensichere Stelle gerückt worden. Das ging ja mal flott.

 

Im Übrigen haben wir trotz self catering hier einen Zimmerservice, der jeden Tag die Betten richtet und frische Handtücher etc. bringt. Hatte ich so nicht erwartet.

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© Marina Meger 2017