Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

04.08.12 Ngong Hills, Finch Hatton Monument

Elvira hat Annick, Jochen und mich gegen 09:00 Uhr von der Masai Lodge abgeholt und wir sind über Kiserian in die Ngong Hills gefahren, um das Grab von Denys Finch Hatton, dem Liebhaber von Karen Blixen, zu besichtigen. Die Anfahrt von Kiserian ist etwas abenteuerlich, nicht ausgeschildert und auch nicht in T4Africa verzeichnet. Wohl aber das Grab selbst. Und so sind wir eine gute Stunde herumgeirrt, bis wir es endlich gefunden haben. Steht wohl auch nicht auf jedem touristischem Programm, denn auch Elvira war zuletzt vor ca. 8 Jahren dort.

 

Das Grab, bzw. der Obelisk befindet sich auf einer privaten Farm. Eine Mitarbeiterin des Farmers öffnet uns ein verschlossenes Tor. Hinter einer hohen Hecke befindet sich das Grab, bzw. der Obelisk. Wären wir glatt dran vorbei gelaufen.

 

Der Eintritt beträgt 500 KSh pP. Viel zu sehen gibt es nicht. Ist also auch nur etwas nur eingefleischte „Jenseits von Afrika" Fans.

Finch Hatton Monument, Ngong Hills
Finch Hatton Monument, Ngong Hills
Finch Hatton Monument, Ngong Hills

Die junge Mitarbeiterin meinte traurig, dass sie gerne etwas mehr über die historischen Ereignisse wissen würde, aber sie hat weder den Film noch das Buch über Karen Blixen je gelesen.

 

Auf jeden Fall haben wir ihr eine kurze Info mit Wegbeschreibung entlockt. Wer´s also zukünftig besuchen möchte: Von Ngong aus ist es einfacher zu finden!

 

Anschließend sind wir durch die Ngong Hills über Ngong und zurück Richtung Karen/Nairobi gefahren. Im Karen Shopping Center haben wir noch einmal den ATM bemüht und siehe da, ich habe eine DVD des Films „Jenseits von Afrika" in englischer Sprache für 500 KSh erstanden und unserem Driver Samuel das Versprechen abgenommen, diese bei der jungen Frau vom Finch Hatton Monument abzugeben, wenn er in die Gegend kommt. Einen DVD-Player hat die Grabhüterin. Mal schauen, ob das klappen wird...

Ngong Hills
Ngong Hills
Ngong Hills

Nach unserer Shopping-Tour haben wir es uns im Garten des Talisman-Restaurants (Stadtteil Karen) gemütlich gemacht und ein ganz ausgezeichnetes Lunch genossen. Sehr empfehlenswert!

 

Auf dem Weg zu einer portugisisch-stämmigen Künstlerin, bei der Annick nach einem Souvenir schauen wollte, habe ich mir bei einem der vielen Möbelhändler zwei schöne, breite Safaristühle zugelegt. Auf der Armlehne kann man problemlos ein Whiskey-Glas abstellen. Natürlich echtes Mahagoni-Holz lt. Aussage des Tischlers...

 

Beide Stühle zusammen haben mich nur umgerechnet 75 € gekostet. Falls ich damit Schwierigkeiten bei Kenya Airways habe, wird unser Driver Ahmed sie als Geschenk erhalten!

 

Annick hat dann bei der Künstlerin auch noch ihre Reisekasse erleichtert, bevor uns Elvira noch ihr Heim in Nairobis samt tierischer Mitbewohner vorgestellt hat.


Dann war es auch wirklich Zeit zurück zur Masai Lodge aufzubrechen, denn Annick musste um spätestens 19:00 Uhr zum Airport aufbrechen. Der Verkehr in Nairobi ist berüchtigt. Wir verabschiedeten uns herzlich. War wirklich gut, mit Annick einen weiteren Reisepsychologen dabei gehabt zu haben!

 

Jochen hat anschließend zusammen mit James die Stühle zusammen gebunden und sie im vergitterten Büro der Lodge neben der Rezeption unter gestellt. Natürlich mit der Maßgabe, die um 05:00 Uhr morgens wieder an uns auszugeben. Hakuna matata! Die Rezeption ist doch 24 Stunden besetzt! Das Dinner haben wir uns erspart und sind ungewaschenen und fern der Heimat um 20:00 Uhr ins Bett gegangen, da unser Flieger um 08:00 Uhr Richtung Amsterdam starten wird.

 

Und genau das war ein falscher Fehler! Moskitoalram: Mücken im Zimmer, nicht geduscht und kein Autan aufgetragen! So haben wir mitten der Nacht erst noch das Moskitonetz entfaltet. Das rettete mich aber nicht vor drei wirklich fiesen Stichen.

 

Natürlich standen wir um 05:00 Uhr allein in der Rezeption und unsere Stühle waren eingeschlossen! Nach ca. 10 Minuten fand sich dann jemand mit einem Schlüssel. Ahmed schlug, ob unserer Gepäckmengen die Hände über dem Kopf zusammen, versprach aber am Airport zu warten, falls er die Stühle mit Heim nach Mombasa nehmen muss...

 

Nach 45 minütiger Fahrt waren wir schon am Flughafen (es ist Sonntagsmorgen). Für 10 US$ haben wir beide Stühle mit „Frischhaltefolie" zusammen binden lassen. Bei der Lady von der Gepäckaufgabe drückte ich auf die Tränentube: „The chairs are our memory to Kenya. When we´re back in rainy Germany, we would think everytime to Kenya when we´ll sit on our balcony"! Sie hat gelacht und bestand lediglich darauf, dass die sperrigen Ecken noch mit Schaumstoff umwickelt werden. Dann ging mein 19,8 kg Paket auf Reisen in den Bauch des Fliegers. Jochen war natürlich mal wieder total angenervt von dieser Aktion. Ich jedoch überbrachte Ahmed die Nachricht triumphierend!

 

Ahmed haben wir herzlich mit einem dicken Danke Richtung Mombasa verabschiedet. Neben einem Trinkgeld haben wir vereinbart, dass er von uns ein Garmin Nüvi, den aktuellen Reise Know How und einige laminierte Karten zugesandt bekommt, die er dann im Auto mitführen kann. Ein Mitarbeiter unseres deutschen Reisebüros wird die Sendung Anfang September persönlich in Mombasa übergeben.

 

Wehmütig krabbelten wir in den Kenya Airways Flieger, noch ganz benommen von den grandiosen Erlebnissen, den vielen Kontakten, die wir geknüpft haben und von diesem fantastischen Land. Wieder mal sind drei Wochen Urlaub viel zu schnell vorbei gegangen.

Jomo Kenyatta Airport, Nairobi
Jomo Kenyatta Airport, Nairobi

Im Flieger hatten wir das große Glück, den Gipfel des Mt. Kenyas noch einmal ohne Wolken zu sehen... der Service an Bord der Maschine war ausgezeichnet. Vor allem hatten wir in der Holzklasse ausreichend Beinfreiheit. Hatte ich vor der Abreise noch mit einem Upgrade geliebäugelt, war ich nun froh, mir dieses Geld gespart zu haben.

 

Mit einer Stunde Verspätung (die Maschine von Amsterdam nach Hannover konnte angeblich wegen eines Streiks in Amsterdam nicht pünktlich starten) sind wir dann gegen 18:00 Uhr in Hannover gelandet. Meine Stühle waren auch mit dabei und der Zöllner sagte lediglich: „Ist doch kein Mahagoni, oder?" „Nein, natürlich nicht. Hat nur 75 € gekostet und wurde mit Schuhcreme rötlich eingefärbt!"

 

Kwaheri Kenya - Auf Wiedersehen Kenia!

Mt. Kenya
Mt. Kenya

Fazit

Bevölkerung:


Die unglaublich netten, herzlichen und hilfsbreiten Menschen Kenias haben mich beeindruckt. Wir haben viele bereichernde Gespräche geführt, neue und bleibende Kontakte geknüpft. Wenn man den Menschen auf Augenhöhe begegnet, sich anständig und höflich verhält, legen sie einem ihr Herz zu Füßen (die meistens jedenfalls).

 

Mischung der Reiseziele:

 

Für uns war es eine sehr abwechslungsreiche Tour, die sowohl ihren Safarihöhepunkt in der Great Mirgration fand, die aber auch Platz ließ für Kunst und Kultur und Kommunikation. Die landschaftliche Vielfalt hat uns begeistert. Nach Möglichkeit haben wir immer zugesehen, dass wir mindestens drei Übernachtungen an einem Ort haben. Das nimmt zum einen den Stress aus der Tour und lässt einem auch die Möglichkeit mal einen Nachmittag in der Lodge zu verbringen, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst zu haben.

 

Klima:

 

Bis auf unseren Aufenthalt in Samburu, haben wir immer lange Hosen angehabt. Es war kälter als im deutschen Sommer Zuhause! Nachts fallen die Temperaturen jedoch fast nie unter 10°.
Für mich ist das die absolut ideale Jahreszeit. Die Trockenzeit hat begonnen (mit einzelnen Schauern/Gewittern ist trotzdem immer zu rechnen), die Tagestemperaturen sind moderat, so dass man gut den ganzen Tag seinen geplanten Aktivitäten nachgehen kann. Warmer Zwiebellook ist angesagt, da es im offenen Safariwagen morgens und abends empfindlich kühl werden kann. Ein Vliesstirnband, Handschuhe und eine Daunenweste gehören zu meiner Standardausrüstung für Afrikareisen.

 

Gesundheit:


Durch sorgfältige Auswahl der Unterkünfte und der Jahreszeit reduzierte sich das Moskitorisiko auf einen Faktor nahe null. Auf eine Malariaprohylaxe haben Jochen und ich verzichtet. Allerdings habe ich mich jeden Spätnachmittag noch einmal geduscht und anschließend mit Autan eingesprüht. Eine Mücke hat mich irgendwo dann doch erwischt, weil einfach die die Bluse gestochen. Und natürlich die Attacken in der letzten Nacht in der Masai Lodge. Wir haben uns beide eine Gelbfieberimpfung verpassen lassen, da es passieren kann, dass der Flieger in einem Nachbarland notlanden muss, und wir dann möglicherweise in Kenia ohne Impfung nicht einreisen dürfen. Außerdem benötigen wir die Impfung auch für unseren Uganda-Trip. Die Impfung haben wir gut vertragen und die TK hat sie voll übernommen. Jochen und ich hatten keinerlei Probleme mit Durchfallerkrankungen. Ich habe auch immer das Leitungswasser zum Zähneputzen benutzt.


Tsetse-Fliegen haben wir nur eine gesichtet, die uns aber in Ruhe gelassen hat. Dies kann je nach Jahreszeit aber ganz anders sein. Im Januar und Februar 2012 sind zwei europäische Touristen, die in der Mara waren, von Tsetsefliegen gestochen worden und erkrankten an der Schlafkrankheit.

 

Verkehr/Mietwagen:


Auf der von uns gewählten Route war ein 4x4 absolut nicht notwendig. Die Hauptverkehrsstraßen sind alle geteert, völlig schlaglochfrei und sehr verkehrsarm. Es waren mit die besten Straßen, die wir in Afrika erlebt haben. Einzig in der Mara mussten wir einige, kleine Umwege fahren, die jedoch m. E. die hohen Mietkosten für einen 4x4 nicht rechnen. Ein höher gelegter 2x4 sollte ausreichen im Juli/August.

 

Wenn man seine An- und Abreise taktisch geschickt plant, kann man auch den gefürchteten Staus ins Nairobi entfliehen. Wir sind Samstagabend um 21:00 Uhr vom Airport aus Richtung südlicher Nairobi NP gefahren (Fahrtzeit ca. 1 Stunde) und Sonntagnacht gegen 05:00 Uhr waren eh noch alle in der Disco bzw. lagen in den Betten.


An einen Wagen mit Dachluke (Pop Up-Dach) könnten wir uns wirklich gewöhnen. Ist eine gute Unterstützung beim Fotografieren. Warum werden die nicht im südlichen Afrika angeboten? Ist doch eine prima Idee für ein Business!


Wir werden nur noch als Selbstfahrer in Afrika unterwegs sein und bei Notwendigkeit gezielt vor Ort tageweise einheimische Guides anheuern.

 

Navigation/Karten/Reiseführer:


Das Nüvi mit T4Africa hat kleine Lücken, vor allem in der Mara, hat uns aber letztendlich viel Zeit gespart und auch unseren Drivern öfter mal den richtigen Weg (gezeigt). Witzigerweise war diesmal nicht die große Reise Know How Karte die genaueste, sondern die Kunth Fleximap. Mit dem sehr detaillierten Kartenmaterial im 1000seitigen Reise Know How sind wir aber ausreichend gut versorgt gewesen. Die neue Auflage des Reiseführers ist für April 2013 angekündigt.

 

Gruppenreise:


Wenn wir diese Tour nicht aufgrund der Gruppentarife so günstig erhalten hätten, wären wir dieses Jahr vermutlich wieder in Namibia gelandet. Straßenzustand, Selbstfahren, geführt oder nicht, sind ganz subjektive Erfahrungen, die jeder selbst machen sollte. Was für den einen gut fahrbar ist, ist für den anderen der blanke Horror. Da wir schon im April ahnten, dass drei Wochen mit sechs Personen in einem Wagen eine Zumutung darstellen, bin ich allen Mitreisenden dankbar, dass sie zustimmten, nach der ersten Reisewoche noch einen zweiten Tourbus anzumieten und die Kosten dafür zu teilen. So konnten Jochen und ich das geplante und lange im Voraus bekannt gegebene Programm auch durchziehen, viele Dinge ausblenden und trotzdem war für alle damit ein Stück Flexibilität möglich.


Mit unserem Driver Ahmed könnte ich mir sogar noch einmal eine Tour im Minivan vorstellen, allerdings nur mit sorgfältig ausgesuchter Begleitung. Und ob das überhaupt möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Nirgends lernt man sich so gut kennen, wie auf einer dreiwöchigen Rundreise!


Ein kleiner Tipp noch für Gruppenreisende. Es kann nie schaden, wenn man versucht sich im Vorfeld der Tour mit Land, Leuten und den touristischen Zielen vertraut zu machen. Niemals würde ich mich komplett auf einen Driver verlassen.

 

Unterkünfte:


Mein Eindruck ist, dass man jede Menge Geld sparen kann, wenn man ähnlich wie im südlichen Afrika, über einheimische Buchungsbüros reserviert. Dass das Guesthouse des Kenya Wildlife Clubs und Fisherman´s Camp nicht jedermanns Geschmack getroffen hat, kann man nicht dem Reisebüro anlasten. Die Unterkünfte habe ich ausgesucht und die Links zu den entsprechenden Homepages standen über ein Jahr lang auf meiner Homepage und waren für alle Mitreisenden vor Buchung einsehbar. Ebenso die geplanten Aktivitäten und Ausflugsziele. Hinsichtlich der Überbuchung des KWC-Guesthouses in Nakuru bleibt offen, wer dafür verantwortlich ist (deutsches RB, kenianischer Reiseveranstalter oder KWC).

 

Finanzen:


Da unsere Unterkünfte und die Park Entrys bereits im Großen und Ganzen vor der Reise beglichen waren, kamen wir gut mit unseren Kreditkarten und den gezogenen KSh zurecht. Alle Kosten können vor Ort auch in KSh beglichen werden! Alle der von uns besuchten Lodges akzeptieren VISA und/oder seltener Mastercard.

 

Parkeintritte:


Wie schon an anderer Stelle erwähnt, finde ich das System der Nationalparks und Reserves im Vergleich zum südlichen Afrika undurchschaubar, unlogisch und sehr teuer! In den drei Wochen haben wir 1000 € nur allein für Nationalpark- und Reserveeintritte bezahlt. Das war ein Drittel der gesamten Reisekasse (ohne Flug, zweiten Wagen und die Ersatzunterkunft in Nakuru). Die anderen zwei Drittel entfielen auf Unterkunft, Verpflegung, Fahrzeug und Driver. Und damit hat sich die Art der Erstreise nach Kenia dann doch wieder gelohnt.

 

Schade, dass Kenia in den letzten Jahren etwas aus der Mode gekommen zu sein scheint (subjektives Empfinden meinerseits). Das hat dieses vielfältige, tierreiche und landschaftlich abwechslungsreiche Land nicht verdient.

 

Ich bin bereits wieder in heftigste Keniareiseplanungen verfallen, denn es gibt noch so viele Ecken, die ich mir unbedingt noch anschauen muss... So haben wir lediglich ein Drittel der Masai Mara gesehen, der jadegrüne (!) Lake Turkana ist ein großer Wunsch von mir und Tsavo/Amboseli/Shimba Hills ist eine eigene dreiwöchige Tour, die mich reizen würde. Außerdem muss ich ja auch noch den Vulkanismus und die Flamingos am Lake Bogoria und Lake Baringo bestaunen und in Umjoa/Samburu ist sowieso ein Wiederholungstrip geplant...

 

Es wird Zeit, dass Jochen Frührente einreicht!

 

Dank:


Ganz herzlich möchte ich mich bei Birgitt, Joachim und Elvira bedanken, dass ich Euch über so lange Zeit Löcher in den Bauch fragen konnte. Auch dem geduldigen Mitarbeiter von unserem deutschen Reisebüro danke ich sehr für sein jederzeit offenes Ohr.

 

Danke an alle Keniareiseberichtschreiber im Namibia- und im Kenia-Forum. Ich habe sie verschlungen und mir viele Ideen und Anregungen daraus geholt!

 

Und außerdem Dank an Chrigu, der irgendwo in den Tiefen meines Nüvis in einem Archivordner die Route gefunden hat (und auch noch eine Botswanaroute vom Vorjahr), die er mir dann umgewandelt für Base Camp und die Nachbearbeitung der Reise zur Verfügung gestellt hat. Ich stehe ja mit dieser kleinen Schachtel regelmäßig auf Kriegsfuß, kann aber nicht von ihr lassen!

 

Danke an meinen Mann Jochen, der meine Eskapaden immer so kritiklos mitmacht und sich via meiner Homepage darüber informiert, wo es demnächst hingeht!

 

Mir persönlich macht es unheimlich viel Spaß eine Reise nicht nur vorzubereiten, sie zu erleben, sondern auch für unsere Verwandten, Freunde und in erster Linie für uns selbst nachzubereiten. Deshalb und aufgrund der vielen sensationellen Erlebnisse ist dieser Bericht leider ein wenig länger geworden, als geplant...

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© Marina Meger 2017