Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

25.06.2011 Senyati Safari Camp, Leshoma Valley, Teil 2

Den Frühstücksstopp wollten wir in Serondela einlegen, da es hier ja bekanntlich Toiletten gibt. Über die Bordwand pillern ging ja schlecht.

 

Ich glaube, dass unsere Reisegesellschaft die Toiletten wirklich herbeigesehnt hat, denn alle waren ausgesprochen ruhig und konzentriert. Kann aber auch am scharfen, eiskalten Fahrtwind gelegen haben…

 

Vorbei ging´s in rasender Fahrt an namibischen Fischerhütten, der Chobe Game Lodge, der Chobe Savannah Lodge um die Puku Flats.

 

Unser Guide machte am Steilufer des Chobe vor Serondela fest und wir erklimmten das Ufer und enterten den Picknick Platz und die Toiletten, die auf wunderbare Wiese heute gesäubert waren. Der Generator zur Frischwasserversorung der WC´s lief und trübte die Ruhe ein wenig. Aber man kann bekanntlich nicht immer alles haben…

 

Schnell wurde das Frühstück ausgepackt und wir haben nun ganz entspannt die wärmenden Strahlen der Vormittagssonne genossen. So tauten auch Ute und Annette langsam wieder auf. Auch unserer Guide wurde mit Marschverpflegung durch uns versorgt. Der Arme hatte doch lediglich eine kleine Flasche Mineralwasser mitgenommen.

Frühstück in Serondela
Frühstück in Serondela

Kurz vor zwölf Uhr sind wir wieder Richtung Kasane aufgebrochen. Unterwegs noch dies und das gesehen und fotografiert und gegen 13:00 Uhr legten wir pünktlich an der Chobe Safari Lodge an. Ein Teil unserer Gruppe testete die Sanitärkeramik der CSL, während der andere Teil an der Bar für heiße Getränke sorgte. Wir müssen ausgesehen haben, wie die legendäre Südpolexpedition um Roald Amundsen. Der Kontrast zur Strand-/Poolbekleidung der Hotelgäste war bezeichnend.

 

Fazit: Wenn nur wenig Zeit in Kasane zur Verfügung steht, sollte man sich unbedingt exklusiv ein kleines Boot mit Führer mieten. Vom Wasser aus sieht man viel mehr als vom Auto aus und man kommt näher an die Tiere heran. Ich würde auch die Morgentour empfehlen, da man mit der aufgehenden Sonne den Fluss hinauf schippert und so im besten Licht fotografieren kann. Und wer Lust hat, kann nachmittags immer noch einen Game Drive im Wagen unternehmen. Dafür braucht auch nicht erneut permitten. Deshalb Quittung/Permit der Bootstour aufheben.

Aber Achtung: Bitte unbedingt viel, warme Kleidung und heiße Getränke mitnehmen. Ggfs auch Decken. Ausziehen kann man sich immer, wenn es wärmer wird.

 

Annette und ihr Abholservice Anton verabschiedeten sich hier von uns, da sie heute noch Richtung Nata aufbrechen wollten. Morgen dann back to Johannesburg. Annette und ich vereinbarten einen Fototausch und werden in Kontakt bleiben. Ev. treffen wir uns nächstes Jahr in Kenia wieder.

Heiliger Ibis, Boat Cruise Chobe NP
Graueisvogel, Chobe NP
Nilkrokodil, Boat Cruise Chobe NP
Nimmersatt, Boat Cruise Chobe NP
Löffler, Boat Cruise Chobe NP
Letschwe Antilopen, Boat Cruise Chobe NP
Wasserbüffel, Boat Cruise Chobe NP
Boat Cruise Chobe NP
Boat Cruise Chobe NP
Nilkrokodil, Boat Cruise Chobe NP
Blaustirnblatthühnchen, Boat Cruise Chobe NP
freche Meerkatze in der Chobe Safari Lodge

Zurück im Camp erwartete uns schon wieder eine große Herde Elefanten am Wasserloch. Wer hat die eigentlich bestochen? Oder ist das Wasserloch vielleicht mit O-Saft kontaminiert (Elefanten lieben ja bekanntlich Zirtrusfrüchte)? Klick, klick, klick. War das wieder schön anzuschauen. Zwischendurch schnell einen Teil Wäsche gewaschen, Bilder und Filme auf den Fototank gesichert und versucht ein wenig Reisetagebuch zu schreiben. Seit wir hier sind, habe ich noch keinen Satz schreiben können. Ich glaube, wir sind im Urlaubsstress!

 

Ute und Werner sind kurz nach uns im Camp eingetroffen. Sie haben in Kasane im Supermarkt die Vorräte für ihre morgige Abreise Richtung Ihaha Campsite im Chobe NP augefüllt.

 

Unser Braaifeuer wurde heute etwas früher entzündet. Ich habe noch einmal eine heiße Dusche genommen, da ich das Gefühl hatte, überhaupt nicht mehr richtig warm zu werden. Noch dazu war es heute Abend wieder sehr kalt.

 

Unser Dinner gehörte wieder zu den herrlichen Momenten, die wir hier gemeinsam vor unserem Chalet genießen konnten.

 

Channel 1 Bush TV – die Elefantenbande, Teil 3:

Bis wir abends gegen 22:00 Uhr zu Bett gingen, riss der Zustrom von Elefanten am Wasserloch nicht ab. Es mussten heute weit über 250 Tiere gewesen sein. Zählen war unmöglich. Mir fiel jedoch auf, dass tagsüber hauptsächlich die Kühe mit ihrem Kälbern in das Leshoma Valley kamen, die vereinzelten Bullen sich vornehm zurück und abseits hielten, bis die Damen ihren Durst gestillt hatten. Je später es wurde, umso häufiger tauchten auch die Bullen auf.

 

Antilopen oder Katzen wurden hier und heute nicht gesichtet. Zur Late Night Show sind wir fröstelnd bei gefühlten Minusgraden ins Bett gekrochen. Eine unserer mollig warmen Decken fand einen dankbaren Abnehmer in Ute.

 

Wasserloch, Senyati Safari Camp
Wasserloch, Senyati Safari Camp
Wasserloch, Senyati Safari Camp
Gabelracke, Senyati Safari Camp
Wasserloch, Senyati Safari Camp
Zug der Elefanten zum Senyati Wasserloch
Zug der Elefanten zum Senyati Wasserloch
Zug der Elefanten zum Senyati Wasserloch
Senyati Wasserloch
Senyati Wasserloch
Senyati Wasserloch, fotografiert von der Bar
Rüssel leider noch zu kurz, Senyati Wasserloch
Senyati Wasserloch
Senyati Wasserloch
Senyati Wasserloch

Jochen:

Stehe um kurz vor fünf auf, dusche und begebe mich auf Wecktour. Was ich nicht bedacht habe, es ist stockfinster! Nehme mutig – was bleibt mir anderes übrig – Taschenlampe und großes Messer und mache mich auf den weg. Utes und Werners Camper ist schnell gefunden. Den Weg kannte ich vom Vortrag. Als ich auf mein Kratzen am Dachzelt Antwort erhalte ziehe ich weiter. Wo war noch mal Annettes und Antons Zelt? Ich suche immer nach allen Seiten mit der Taschenlampe sichernd Antons Jeep. Auch den finde ich. Nur das Zelt nicht. Anton hatte das Zelt auf der von Schilfmatten umsäumten Terrasse aufgeschlagen. Es dauerte doch einen Moment, bis ich es finde und die Beiden wecken kann.

 

Bin froh, wieder in meinen eigenen, festen vier Wänden zu sein. Wir packen Getränke und ein paar Brote ein. Dann geht’s los Richtung Kasane. Annette wird ohne Nationalpark Permitt auf das Boot geschleust. Schon bald tauchen die ersten Hippos auf. Unglaublich, wie nah man an die Tiere ran kommt.

 

In der Ferne sehe ich einen einsamen Wasserbüffel am Ufer, als links von mir auf einmal Bewegung entsteht. Impalas rasen am Ufer in wilder Flucht an uns vorbei, gefolgt von einem Rudel Wilder Hunde. Ich sehe einen Impalabock, der sich in Panik und Angst in den Chobe stürzt. Auch ein zweiter Bock entkommt den Hunden nur durch einen Sprung ins Wasser. Für ein drittes Impala, ein weibliches Tier, ist es jedoch zu spät. Ein wilder Hund hat sie erwischt und schon stürzt sich der rest der Meute gierig auf das Frühstück. Unser Guide hat schnell das Boot gewendet und ich knipse mit meiner Kamera - was das Zeug hält – wild drauflos, um die Jagdszenen festzuhalten. Natürlich ohne durch den Sucher zu schauen. Ein der Impalaböcke, der sich in den Chobe  gerettet hat, schwimmt um unser Boot und schafft es zurück ans Ufer. Der zweite Bock hat Pech gehabt. Unser Guide konnte beobachten, wie er in einem Krokodilmagen verschwand. Ich habe in der Zwischenzeit die Kamera auf den Film-Modus umgestellt und filme jetzt alles bis die Speicherkarte voll ist. Mist! Hole so schnell es geht eine neue Karte aus dem Rucksack und filme weiter bis vom Impala nur noch Rückrad und Kopf (alles schön sauber abgenagt) übrig ist. Das war mit Abstand das beeindruckendste Tiererlebenis in Afrika! Auch wegen der Nähe zum Geschehen. Teilweise waren die Wilden Hunde nur ca. 10 m von uns entfernt. Im Nachhinein konnte ich mich gar nicht mehr erinnern, was ich alles fotografiert und gefilmt hatte. Ach so, nachdem das Impala verspeist war, wollten sich die Wildhunde noch mit einer Herde Wasserböcke anlegen. Haben auch die Weibchen ins tiefere Wasser getrieben, aber der Bock hat den Hunden gezeigt, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen ist.

 

Nach diesem Erlebnis, dass uns den Rest des Tages Gesprächsstoff liefern sollte, konnte ich mich kaum noch auf die weitere Tour konzentrieren. Haben aber noch viele verschiedene Vögel, Kroks, Büffel, Antilopen und Elefanten gesehen.

 

Nach einem kurzen Stopp mit Frühstück in Serondela ging es wieder auf den Rückweg. Wieder an der Chobe Lodge gibt es heißen Kaffee für alle. War ein bisschen kühl auf dem Dampfer! Anton gesellt sich zu uns. Nachdem wir uns innerlich aufgewärmt haben, verabschieden sich Annette und Anton, die heute noch bis Nata fahren möchten, um am nächsten Tag dann wieder Johannesburg zu erreichen. Wir werden uns in diesem Urlaub wohl nicht mehr begegnen! Obwohl – man kann ja hier in Afrika nie so sicher sein! Viele Wege führen nach Johannesburg.

 

Den Rest des Tages wollen wir im Senyati Camp verbringen. Endlich Zeit, das Tagebuch auf Vordermann zu bringen. In Senyati angekommen, faszinieren uns sofort wieder die Herden von Elefanten und ich entschließe mich noch einen Elefanten-Film zu drehen. Ich baue das Stativ auf, lege eine 4 GB-Karte und einen frischen Akku ein und fange an zu filmen. Das Geschehen am Wasserloch ist so interessant, dass das Tagebuch mal wieder zu kurz kommt. Am Abend steht ein Abschiedssessen mit Ute und Werner auf dem Programm. Sie möchten am nächsten Morgen weiter Richtung Ihaha Campsite im Chobe NP. Wir schmeißen unsere Fleischreste auf den Grill. Ute und Werner können Impalasteaks vom Fleischer in Kazungula beisteuern, wir noch ein paar Rindersteaks. Wir grillen was das Zeug hält und verbringen einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer. Es ist heute mal wieder schweinekalt.

Jochen und die Elis
Jochen und die Elis
abendliches Einheizen
Ute, Marina, Werner
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© Marina Meger 2017