Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

23.06.2011 VicFalls – Senyati Safari Camp, Leshoma Valley, ca. 83 km, 4 Nächte

Marina:

Bevor wir Zimbabwe verließen, haben wir unseren Reifen bei Agworth Tyre Service zwecks Reparatur abgegeben und vertrieben uns die Zeit bis zur Abholung in der Victoria Falls Safari Lodge mit Blick aufs Wasserloch. Endlich mal Zeit zum Kartenschreiben, Grüße ins Namibiaforum abzusetzen und den Elefanten und Büffelherden zu zuschauen. Bereits eine Stunde vor der vereinbarten Zeit war der reifen vulkanisiert und wieder einsatzbereit. Wir haben uns dann entschlossen diesen reparierten Reifen auch wieder aufzuziehen. Mal schauen, ob die $45 gut investiert waren. Gegen 13:00 Uhr sind wir dann Richtung Kazungula Border Post aufgebrochen, nachdem die Postkarten noch im Briefkasten versenkt wurden. Wenn die Zimbabwer mit der Post genau so schnell, sind wie mit dem Geld aus der Tasche ziehen, dann dürften die Karten ja diesmal ihr Ziel schneller erreichen…

Agworth Tyre Service in Vic Falls
Victoria Falls Safari Lodge
Victoria Falls Safari Lodge
Victoria Falls Safari Lodge
Graulärmvogel/Grey Go-away-bird (Corythaixoides concolor), Victoria Falls Safari Lodge
Büffel, Victoria Falls Safari Lodge
Büffel, Victoria Falls Safari Lodge
Bahnstation Vic Falls
Vic Falls
Zimbabwe Roadblock - der stand dort zwei Tage!
Zimbabwe Roadblock - der stand dort zwei Tage!

Ungefähr 4 km vor der Grenze wurden wir von einer Polizeikorntolle gestoppt und kontrolliert. Sie kontrollieren aber lediglich unsere Pässe und möchten wissen, wie es uns in ZIM gefallen hat und ob wir wieder kommen werden. Natürlich antworten wir wahrheitsgemäß: „Great Trip. We´ll come back next year“.  Und schon durften wieder weiter fahren. Die Grenzformalitäten dauerten diesmal insgesamt nur eine halbe Stunde. Der Schrankenwärter auf ZIM-Seite hat uns vor Öffnung ganz frech um einen $1 gebeten. Naja, eigentlich verdirbt man damit die Sitten, aber Jochen hat ihm unseren letzten Dollarschein gegeben. An der Botswana-Grenze hatten wir es zum ersten Mal mit einer ziemlich unfreundlichen Grenzbeamtin zu tun.

 

Direkt von der Straße konnten wir hier schon die badenden Elefantenherden im Chobe River beobachteten.

Kazungula Border Post, ZIM-Seite
Kazungula

Gegen 14:00 Uhr erreichten wir auf der 2 km langen tiefsandigen Piste (4x4 notwendig) das Senyati Safari Camp im malerischen Leshoma Valley, gelegen in dem schmalen Streifen zwischen Hunters Road und A33. Hier ein interessanter Artikel über Senyati auf zeit online.

 

Der Besitzer Louw Barnard war gerade in Kasane, so zeigte uns nach kurzer telefonischer Rücksprache mit Louw ein Angestellter unser reserviertes voll gemauertes Chalet No. 2 mit Grasdach, direkt neben der Bar gelegen. Insgesamt verfügt das Camp über zwei Chalets mit je vier Betten und 14 luxuriösen Campsites mit jeweils eigenem Sanitär- und Küchenbereich. Der Barbereich ist ein eigenes Gebäude auf Stelzen und direkt am Wasserloch gelegen, so dass man von hier aus wunderbar die Tiere beobachten und fotografieren kann. Bingo, Hauptgewinn.

 

Das Häuschen war noch nicht wieder für Gäste vorbereitet und so machten wir eine kurze Inspektion der vorhanden Einrichtungsgegenstände (Wasserkocher, 2-Platten-Elektroherd, Toaster, großer Kühlschrank mit Gefrierfach, ausreichend Geschirr) und beschlossen erst einmal in Kasane Essensvorräte anzulegen, da wir uns hier selbst versorgen mussten. Direkt neben dem Chalet konnten wir auch schon ersten Elefantendung identifizieren. Das ca. 50 m entfernte Wasserloch war aber noch verwaist. So gings die Sandpiste wieder zurück und wir wählten den direkten Weg über die A33 hinaus Richtung Flughafen Kasane. Ein bißchen komisch war uns schon, denn wenn wir ghier plötzlich in eine Eliherde kommen… Nach links oder rechts ausweichen ist hier schlicht einfach nicht möglich im dichten Mopanebusch. Das Sandfahren machte Jochen jedoch immer mehr Spaß.

 

In Kasane angekommen suchten wir zuerst die Chobe Safari Lodge auf, um unsere Aktivitäten im dortigen Buchungsbüro zu reservieren. Für den 25.06. haben wir uns von 07:00 bis 13:00 Uhr ein kleines Boot mit Führer nur für uns allein gemietet. Die Kosten betragen 1520 P incl. Nationalparkgebühren für uns zwei. Danke noch einmal an Rajang aus dem Namibia-Forum für diesen Tipp! Alle weiteren Unternehmungen wollten wir erst kurzfristig entscheiden. An der Rezeption erkundigen wir uns noch nach einem Frühstückspaket für die Bootstour. Können wir am Tag vorher für 55 P pP bestellen und ab 06:00 Uhr an der Rezeption abholen. Welch ein Service! Wunderbar, da ist doch schon wieder alle regelt. So liebe ich das: Keine Unklarheiten.

 

Im Choprite Supermarkt haben wir alles erstehen können, was für unseren 4 tägigen Selfcatering-Aufenthalt notwendig ist. Im benachbarten Bottlestore würden die alkoholischen Getränke komplettiert. Vor allem ausreichend Klip Drift Vorrat für Jochen.

 

Als wir gegen 17:00 Uhr zurück im Camp waren, erwarteten uns dort nicht nur die Elefanten, sondern auch Ute und Werner aus dem Forum. Durch Forumskontakt vor der Reise, wussten wir, dass wir uns hier möglicherweise über den Weg laufen werden. Eine herzliche Begrüßung – wie unter Fomis üblich – war obligatorisch. Der erste Schnack am Auto dauerte mindestens eine Stunde. Vor lauter Palaver und Erlebnisaustausch sind wir erst spät zum entladen des Autos gekommen. Unser nun gereinigtes Chalet habe ich mit Ute zusammen in Augenschein genommen. Im Untergeschoss befinden sich zwei Betten, Deckenventilator, der Kühlschrank und das große, saubere Bad mit 24-Stunden heiß Wasser und Strom lies keine Wünsche offen. Frische Handtücher, bezogene Betten, Toilettenpapier – alles war vorhanden. Sogar Seife! Ins Obergeschoss unter das Dach führte eine steile Stiege. Hier gab´s noch einmal zwei Betten ebenfalls mit eigenem Deckenventilator. Vor dem Chalet auf der Veranda war der Küchenbereich mit Waschbecken und in einiger Entfernung eine Feuerstelle und ein gemauerter Grill. Feuerholz wurde jeden Tag neu gestellt. Lediglich Geschirrtücher fehlten, die wir aber auf Nachfrage am nächsten Tag sofort erhalten haben. Die Ruhe wird durch keinen lauten Generator getrübt.

old Chalet No. 2, Senyati Safari Camp
old Chalet No. 2, Senyati Safari Camp
old Chalet No. 2, Senyati Safari Camp
Schlafplätze unterm dach, old Chalet No. 2, Senyati Safari Camp
old Chalet No. 2, Senyati Safari Camp

Ute und Werner sind mit Dachzelt unterwegs und hatten ihre Campsite hier nicht vorreserviert, aber dennoch einen schönen Platz erhalten. Wir beschlossen, heute Abend gemeinsam vor unserem Chalet mit direktem Blick auf das Wasserloch zu grillen.

 

Channel 2 Elephant TV – Liveübertragung:

 

Mittlerweile haben unzählig viele Elefanten das Wasserloch geentert. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Jeden Tag so zwischen 14:30 Uhr und 23:00 Uhr treffen hier bis zu 400 verschiedene Elefanten ein (Aussage von Louw). Und das Beste ist: Es kostet hier keinen Cent Nationalparkgebühr!

 

Wir vier beschlossen unsere Vorräte zusammen zu schmeißen und gegen 20:00 Uhr hatten Werner und Jochen die Braaistelle angefeuert. Ich bisschen mulmig war Jochen schon, ob der Nähe zu den Elefanten. Vor allem hat unser quietschender Geschirrschrank bestimmt 80 DB gehabt. Man weiß ja nie wie die Elis auf qualmendes Feuer und Lärm reagieren. Sie benahmen sich aber ganz artig und haben sich durch uns nicht stören lassen.

 

Es war bereits nach 24:00 Uhr, als wir völlig erschöpft vom vielen Reden und von der nächtlichen Kälte mit dem Heulen der Hyänen ins Bett gefallen sind.

Senyati Safari Camp
Senyati Safari Camp
Senyati Safari Camp
Senyati Safari Camp

Jochen:

Nach Frühstücken, Packen und Verabschiedung geht’s es wieder Richtung Zambezi Garage. Ein Angestellter zeigt und den Weg ins Township zu Agworth Tyre Service. Da der reifen vulkanisiert werden muss, wird er nicht vor 13:00 Uhr fertig sein. In der Zwischenzeit quartieren wir uns in wieder in der Victoria Falls Safari Lodge. Haben dort eine tollen Blick auf das Wasserloch. Sehe dort meine ersten Wasserbüffel. Marina ist auf einmal verschwunden. Überlegen, ob ich bezahlen und sie suchen soll. Nach einer halben Stunde kommt sie wieder zum Vorschein. Sie hat einen internetfähigen Computer (seltenes Tier!) gefunden.

 

Gegen Mittag geht´s zurück zum Reifenhändler und unser Reifen ist repariert. Toll! Sieht zwar ein bisschen komisch aus mit dem Gummipfropfen auf der Stelle mit dem Riss. Entschließe mich trotzdem diesen Reifen wieder aufziehen zu lassen. Fahre halt etwas vorsichtiger.

 

Die Strecke zum Senyati Safari Camp verläuft ohne Probleme. Super, der Reifen hält. Im Camp angekommen, begutachten wir unser Chalet. Da noch nicht alles für uns gerichtet ist, fahren wir noch einmal nach Kasane um ein paar Aktivitäten zu buchen und das Notdürftigste einzukaufen. Wieder im Camp wollen wir auspacken und lernen Ute und Werner kennen. Marina kennt sie aus dem Namibia Forum. Wir beschließen zusammen zu grillen. Am Wasserloch gegen sich ca. 100 Elefanten (immer im Wechsel) ein Stelldichein. Da wir uns nur ca. 80 Schritte vom Wasserloch einquartiert haben, ist mir ein bisschen mulmig zumute. Bis auf ca. 30 Schritte traue ich mich an die Dickhäuter heran. Bin noch nie so nah an wilden Elefanten gewesen. Versuche jedes Tier genau im Auge zu behalten. Ist ja kein Streichelzoo und es gibt keine Zäune. Der einzige Schutz ist eine Gruppe von fünf Bäumchen. Da Grillen in Afrika anders geht als in Europa (man macht erst Feuer, verbrennt das Holz bis zur Glut und legt dann einen Rost über die Glut), traue ich mich nicht, das Feuerchen vorzubereiten, da ich Angst habe, mit dem Feuer/Qualm die Elefanten zu vertreiben. Sind halt noch andere Gäste da, die Elis sehen möchten! Mit Werner entfache ich schließlich gemeinsam das Feuer und siehe da, die Elis scheint es nicht zu stören.

 

Nach erfolgreichem Grillen essen und klönen wir bis ca. 23:00 Uhr. Sitzen auf unserer schönen Terrasse mit Blick auf das immer noch von Elefanten besetzte Wasserloch.

 

Dann ist schlafen angesagt.

Blick von unserer Terrasse auf das Wasserloch
unsere Braaistelle vorm Wasserloch
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© Marina Meger 2017