Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

20.06.2011 Touch of Afrika Safari Lodge, Pandamatenga

Marina:
Am folgenden Morgen sind wir noch vor dem Frühstück mit Franz im Wagen das Gelände nördlich der Lodge abgefahren, um nach Löwenspuren zu suchen. Falls die Löwen in der Nacht einen Riss gemacht haben, müsste man die kreisenden Geier sehen. Das war leider nicht der Fall. Dafür sahen wir im schönsten Morgenlicht aus nächster Nähe eine große Herde Rappenantilopen. Franz hatte schon Bedenken, dass die Löwen seine geliebten Rappenantilopen bis über die Grenze nach Zimbabwe verscheucht haben. Und dort ist überall Jagdgebiet!

Rappenantilopen auf Touch of Africa

Direkt auf der Hunters Road positionierte sich dann auch noch eine Giraffenfamilie im besten Licht. Nach ca. 5-6 km sind wir wieder von der HR abgebogen und schließlich an einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet vorbei gefahren, dass durch einen Elektrozaun geschützt war. Dieser Zaun wird von den Löwen ganz gezielt zur Jagd eingesetzt. Sie treiben das Wild in diesem Zaun, das Wild ist durch den Elektroschock gelähmt und somit leichte Beute. Anschließend liegen sie gerne satt und zufrieden oben an der Ecke des Farmgebietes direkt an der A33.

 

Manchmal liegen sie aber auch im Kräuterbeet der Touch of Africa Lodge, wie uns Gary mitteilte... Er hatte da mal eine unangenehme Begegnung, als der Petersilie ernten wollte!

Giraffen auf der Hunters Road bei Touch of Africa
Hunters Road bei Touch of Africa
Hunters Road bei Touch of Africa

Zurück in der Lodge genossen wir das späte Frühstück sehr. Übrigens, die einzige Mücke, die wir im gesamten Urlaub gesehen haben, hat mich in der letzten Nacht gefunden!

 

Gegen 14:00 Uhr sind wir dann zusammen mit Gary und Franz im offenen Safariwagen zu einem Bushbraai in der Deka Area aufgebrochen. Noch vorher kurz in Pandamantga beim örtlichen Fleischer die Vorräte aufgefüllt und dann ging´s in Panda auf die Hunters Road so ca. 15 bis 20 km in südliche Richtung. Zwischen Sidudu Forest und Kazuma Forest liegt ein Gebiet (Deka), das direkt an den Hwange Nationalpark in Zimbabwe grenzt. Einige Kudus kreuzten unseren Weg. Das Ziel war ein Hügel, mit zwei großen Baobabs, der als Platz für unser Bushbraai ausgesucht war.

Rappenantilopen am Wasserloch der Touch of Africa SL
südliche Hunters Road
Gary und Franz kutschieren uns
Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area

Am Fuße des Hügels graste friedlich eine große Elefantenherde mit Jungtieren. In dieser fantastischen Landschaft wurde mit dem nach Sandelholz duftenden Holzscheiten ein munteres Lagerfeuer entfacht, Tische und Stühle aufgebaut und ein riesiges Rinderfilet brutzelte über dem Feuer. Sogar eine Tischdecke, frische Salate, gegrillte, belegte Sandwiches und ein guter Sauvignion Blanc rundeten dieses dekadente Ambiente unter dem riesigen Baobab ab.

 

Man, war das grandios! So weit das Auge reichte, war keine Menschenseele zu sehen. Alles nur für uns allein! Und dann natürlich der traumhafte Sonnenuntergang mit Elefantenuntermahlung. Ein Traum!

Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
Bush Braai in der Deka Area
ein stiller Genießer
Gary
Franz

Auf dem Rückweg konnten wir im Schweinwerferlicht noch einige Roanantilopen sichten und kurz vor Panda hatten sich an der Hunters Road zwei Löwinnen drapiert, die sich wohl in der Nacht an den Kühen der Dorfbewohner versuchen wollten. Scheint leichtere Beute zu sein, wie hinter den Wildtieren her zu jagen. Dieser Tag war das absolute Highlight unserer Reise!

Deka Area
Bush Braai in der Deka Area

Für die 3 Nächte im Chalet haben wir zu zweit 1722 P bezahlt. Frühstück, zwei Dinner, das Bushbraai für zwei Personen (von 14:00 bis 20:00 Uhr) und einige Getränke an der Bar betrugen insgesamt noch einmal 1327 P. Unschlagbar günstig. Der Bush Walk mit Gary wurde nicht berechnet. Dafür hat Gary direkt ein gutes Trinkgeld von uns erhalten. Hier konnten wir alle Nebenkosten per VISA Kreditkarte bezahlen.

Jochen:
Bin mal wieder früh auf und gehe zur Lodge um auf den ersten Kaffee zu warten.
Als Franz erscheint, erkunden wir erst mal das Wasserloch nach Löwenspuren.
Danach, jetzt ist auch der Rest wach, fahren wir das Farmgelände ab, um den Löwen zu suchen. Franz hat Angst, dass der Löwe seine Rappenantilopenherde vertreibt.

Nach einem späten Frühstück versuche ich den Zweitwagen von Franz zu reparieren. Schraube stundenlang an der Kiste rum. Leider ohne Erfolg.


Derweil macht Marina ein kleines Mittagsschläfchen. Gegen 14:00 Uhr brechen wir mit Franz und Gary zur deren Lieblingsplatz in den Busch auf, um dort ein Bushbraai zu verwirklichen. Zuerst fahren wir die alte Hunters Road ca. 20 km nach Süden, dann rechts ab und auf eine kleine Anhöhe, auf der ein uralter Baobab steht. Gary und Franz laden den Wagen aus: Tisch, Stühle, Teller, Besteck, Tischdecke, Salate, Saucen – halt alles, um die Dekadenz auf die Spitze zu treiben. Franz hatte mir angekündigt, dass es Filetsteak geben soll. Ich war nicht sonderlich beeindruckt (bin halt ein Vielfleischesser). Was ich dann erblicke, verschlägt mir fast die Sprache. Franz hat ein komplettes Rinderfilet ausgepackt! Gary entzündet das Feuer. Das ca. 2,5 kg schwere Filet landet auf dem Grill – super! In der Zwischenzeit genießen wir die Aussicht. Wir erfreuen uns an einem wunderbaren Rundumblick über die Ebene, durch die gerade eine grasende Elefantenherde Richtung Deka Wasserloch zieht. Ich denke, dass ich einen schöneren Ausblick wahrscheinlich in diesem Urlaub nicht mehr haben werde.


Nach mehreren Klip-Drift geht's ans Essen – war natürlich klasse! Gary ist, außer dass er 18 Jahre im Krüger als Ranger tätig war und so ziemlich alle Tiere und Pflanzen kennt, auch noch ein prima Koch! Ich bemühe mich redlich die Opulenz zu vervollkommnen und gebe eine Runde Havannas aus. So sitzen wir in einer schönen Runde zusammen, vor uns die Weite der Deka Sektion, am Fuß des Hügels die nächste Elefantenherde und genießen einfach nur. Als es dunkel wird, packen wir zusammen und machen uns auf den Rückweg. Kurz vor Panda sieht Marina rote Augen aufleuchten. Und tatsächlich liegen am Wegesrand direkt neben dem Auto, keine 500 m vom Dorf entfernt zwei Löwinnen.


Zurück im Camp gibt es noch einen Schlummertrunk oder auch zwei, drei... und dann geht's ab ins Bett. Da wir uns entschlossen haben, mit eigenem Wagen nach Zimbabwe zu fahren und nicht wie geplant ab Kasane mit dem Shuttle, wollen wir pünktlich um 08.00 Uhr in Panda zur Grenzöffnung sein.

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© Marina Meger 2017