Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

18.06.2011 Elephant Sands – Touch of Africa Safari Lodge, Pandamatenga, ca. 154 km, 3 Nächte

Marina:
Unseren geplanten Bush Walk wollen wir eisern durchziehen. Müssen wir auch, um warm zu werden, da das Duschwasser um diese frühe Stunde wirklich nur als kühl zu bezeichnen ist. Eisbaden in der Newa muss ein ähnlich amüsanter Zeitvertreib sein.

Den Walk haben wir dann wirklich nur zu dritt angetreten und genossen die Ruhe sehr. Das Gelände ist allerdings sehr buschig auf ES. Einem Elefanten sind wir auf die Pelle gerückt, zwei, drei Böckchen stoben in alle Richtungen, als sie uns hörten. Das war´s dann auch schon mit Brehm´s Tierleben.

Bush Walk, Elephant Sands
Bush Walk, Elephant Sands
Elsterwürger /Magpie Shrike (Urolestes melanoleucus), Elephant Sands

Nach dem Frühstück haben wir uns herzlich von Jim und dem Lodgemanagement (wir sind ja nette Leute) mit Ziel Pandamantenga verabschiedet. Die Baustelle zog sich bis kurz vor Panda und in einem ca. 70 km (da wäre ich Deutschland schon eine Revolution ausgebrochen und Angela abgewählt worden) langen Baustellenabschnitt war Tempo 50 angesagt. Da unsere Pulas zur Neige gingen, versuchen wir in Panda neben der Tankstelle (die aber im Januar 2011 geschlossen wurde) im Dorfladen Geld zu ziehen. Der ATM der Gaborone Bank, den wir mit unserer Visa Card fütterten, spuckte das Gewünschte aus.

Baustellen-Bypass A33 zwischen Elephant Sands und Pandamatenga
Baustellen-Bypass A33 zwischen Elephant Sands und Pandamatenga
landwirtschaftlich stark genutztes Gebiet vor Pandamatenga
Sorgum, vor Pandamatenga

Schon um 13.00 Uhr standen wir mit Franz Höbarth, einem professionellen Jäger und dem Besitzer der Touch of Africa Lodge mit österreichischen Wurzel an der Bar. Das Lodgegelände liegt nur ca. 300 m entfernt direkt an der A33. Den Verkehrslärm empfanden wir allerdings nicht als gravierend. Vom Restaurant/Bar aus schaut man in ca. 80 m Entfernung direkt auf ein beleuchtetes Wasserloch, das regelmäßig von Rappenantilopen, Riedböcken, Impalas, Giraffen, Hyänen und Löwen besucht wird. Ein bisschen abseits vom Restaurant und noch ca. 20 m näher zum Wasserloch gibt es einen Hochstand zur Wildbeobachtung. Pool und Liegestühle runden das Bild ab. Die gesamte Lodgeanlage und der grüne Garten sind sehr gepflegt.

Touch of Africa Safari Lodge
Rappenantilopen, Touch of Africa Wasserloch
Touch of Africa
Touch of Africa

Unser riedgedecktes Chalet Nr. 1, das erste über dem Restaurant verfügte über ein Doppel- und ein Einzelbett. Der Schlafraum war sehr großzügig bemessen, das Bad hatte eine riesige Dusche. Alles war sauber und ordentlich. Seife, Duschgel stand zur Verfügung. Moskitonetze waren nicht vorhanden. Die Stromgeneratorenzeiten sind von 08:00 - 11:00 Uhr und von 18:00 - 22:00 Uhr. Im Chalet selbst sind reichlich Steckdosen verbaut! Für die Nacht gibt es im Schlafzimmerzimmer und Bad ein elektrisches Notlicht, so dass man nicht immer die Taschenlampe bemühen muss.

unser Chalet, Touch of Africa
Franz mit Lodgekatze
Pool- und Restaurantbereich
Sonnendeck
Touch of Africa

Außer uns waren heute zunächst keine weiteren Reisenden anwesend. Eine Wohltat, diese Ruhe! Am frühen Nachmittag lernten wir auch Franz Frau Mandy, den gemeinsamen fünfjährigen Sohn und den Lodgemanager Gary kennen. Gary stammt ursprünglich aus Zimbabwe und ist vor vielen Jahren aufgrund der politischen Unruhen nach Südafrika ausgewandert. Dort hat er mehrere Jahre als Ranger im Krüger Nationalpark gearbeitet. Nach einigen schweren Überfällen auf Franz und Mandy, haben die beiden ihre Zelte in Johannesburg abgebrochen, sich die Lodge in Botswana aufgebaut und Gary gleich mitgenommen. Aufgrund dieser persönlichen Biografien war für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Mandy in der Mitte
Gary

Am späten Nachmittag kommt noch ein Auto mit drei Südafrikanern angefahren, die am nächsten Morgen Richtung Zimbabwe weiter wollen. Tja, und heute ist irgendein wichtiges Rugby Event (Champion Chip Spiele, Bulls gegen Sharks oder so – gähn, gähn), dass sich außer meiner Wenigkeit keiner entgehen lassen wollte. Also wurden die Generatorzeiten auf 17:00 Uhr vorverlegt, die Glotze angeschmissen und von 17:00 bis 22:00 Uhr Rugby geschaut. Freunde von Franz aus Panda erweitern die grölende, mitfiebernde Runde. Sogar Jochen hat jetzt in etwa eine Ahnung von den komplizierten Rugby-Regeln! Ich habe mir derweil die Kamera geschnappt und Lodgegelände und die Besucher des Wasserlochs (Riedböcke) in den kleinen Kasten gebannt.

Rugby, bäh!!!
Touch of Africa

Dinner kann man in Touch of Africa á la Carte bestellen. Für Jochen war´s das T-Bone Steak, für mich der letzte vorrätige Chobe Pream (Fisch) gegrillt. Beides war super lecker! Der Koch versteht sein Handwerk!

Nach Rücksprache mit Franz haben wir kurzfristig beschlossen, unseren Shuttle von Kasane nach VicFalls zu stornieren und lieber mit eigenem Wagen über den kleinen, wenig frequentierten Grenzübergang in Pandamatenga zu fahren. So sind wir in ZIM flexibler und können einige von Franz empfohlene Spots besuchen.

unser Abendessen!

Mit dem Heulen der Hyänen sind wir schließlich zufrieden in unsere wunderbaren Betten gefallen. Afrika, was bist du schön!

Sonnenuntergang, Touch of Africa

Jochen:

Um 5:30 Uhr werde ich wach und stehe auf. Da das Wasser mal wieder nicht warm ist, muss eine Katzenwäsche reichen. Am Maincamp angekommen reicht´s noch für einen Kaffee bevor wir mit unserem schwerbewaffneten Guide den Buschwalk angehen. Als wir den ersten Elefanten, dem ich zu Fuß im Busch begegnet bin hören, schnallt unser Guide die Flinte ab und wir schleichen auf den Elefanten zu. Ca.60-70 Meter vor dem Eli bleiben wir stehen. Unglaublich wie groß die Tiere sind, wenn man zu Fuß auf sie trifft und wie schwer sie im Busch zu sehen sind.


Nachdem wir noch Kudu, Steinbock und diverse Vögel gesehen haben, kommen wir nach knapp zwei Stunden wieder zum Camp. Dort nehmen wir unser Frühstück ein.

Hurra, die erste Bustruppe ist weg und die zweite noch im Koma.

Wieder im Chalet duschen wir. Ist auch etwas wärmer. Nicht das Wasser, aber draussen.


Danach packen wir unsere Sachen, fahren zur Rezeption, zahlen die Rechnung und schlendern zu Jims Camper. Wir verabschieden uns herzlich und versprechen in Verbindung zu bleiben. Dann geht's weiter Richtung Pandamatenga. Da ich mir eine richtige Stadt vorstelle, bin ich ein wenig enttäuscht.


Panda besteht im Wesentlichen aus einer Tankstelle, zwei bis drei kleinen Läden und ca. 500 Blechhütten. Im Gemischtwarenhandel gibt's einen ATM bei dem wir uns mit Pula versorgen und dann geht's weiter zur Touch of Afrika Lodge. Hier werden wir von Franz dem Besitzer empfangen. Auf die Frage was wir trinken wollen entscheide ich spontan, dass gleiche zu trinken, wie Franz und so lande ich bei Klip-Drift mit Cola.


Da wir von der Bar einen klasse Blick aufs Wasserloch haben, bleibe ich gleich sitzen. Hier sehe ich meine erste Rappenantilope. Meiner Meinung nach die schönste Antilope Afrikas.


Nachdem wir unser Chalet bezogen haben gehen wir wieder zur Bar, wo´s lustig mit Klip-Drift Cola weitergeht. Nach fünf bis sechs weiteren Klip-Drift fühle ich mich so gestärkt, dass ich mir zutraue ein Rugby-Spiel anzuschauen.


Franz Lieblingsverein - die Bulls - spielen gegen die Sharks. Die erste Halbzeit versuche ich das Spiel zu verstehen. Bis dahin glaube ich, dass der Sinn des Spiels darin liegt, sich gegenseitig in die gegnerische Hälfte zu prügeln, um dann den eiförmigen Ball durch ein großes H zu schießen. In der zweiten Hälfte erkenne ich tatsächlich Spielzüge in dem Geraufe und es scheint sogar die eine oder andere Regel zu geben. Alles in allem eine neue Erfahrung für mich. Übrigens haben die Bulls verloren.

 

Nach einem hervorragenden Abendessen gehen wir schlafen.

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© Marina Meger 2017