Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

14.06.2011 Motopi, Dombo Farm – Makgadikgadi Nationalpark

Marina:

Nach dem Frühstück (dick eingemummelt) um 08.00 Uhr sind wir mit eigenem PKW Richtung und mit handgezeichneter Karte von Uli perfekt ausgestattet Richtung Makgadikgadi NP aufgebrochen.

nach dem Frühstück auf Dombo
Brücke über den Boteti River vor Khumaga
Silberreiher, Boteti

Wir haben die etwas abenteuerliche Khumaga Fähre über den Boteti genommen (von Dombo aus ca. 1,5 Stunden Fahrzeit). Die Zufahrt zur Fähre ging nur etwa 1 m durch Wasser. Zwei Wochen vorher musste man noch 7 bis 8 Meter durchs Wasser pflügen um auf die Fähre zu gelangen.

Khumaga
Khumaga
Khumaga Fähre über den Boteti River
Khumaga Fähre über den Boteti River
Khumaga Fähre über den Boteti River
Khumaga Fähre
Boteti River bei Khumaga

Gegen 11.30 Uhr war das Khumga Gate erreicht. Permitten (Parkeintritt begleichen) konnten wir hier nicht. Wir sollten dies einfach bei Ausfahrt aus dem Phuduhudu Gate erledigen. Wunderbar relaxte, afrikanische Lösung und super nettes, freundliches, gesprächsfreudiges Personal.
So sind wir hinter dem Khumaga Gate erst einmal die kurze Pad am Boteti Richtung Süden gefahren. Dort durften wir ein zur Auswilderung vorbereitetes Rhino in einem Gehege bewundern. Einige Meerkatzen und Kudus standen Spalier.

Meerkatze
Makgadikgadi Pfanne, Quelle: http://www.eyesonafrica.net/african-safari-botswana/makgadikgadi.htm

Die Makgakgadi Pfannen bestehen aus einer Vielzahl größerer und kleinerer Salzpfannen, die im nordöstlichen Bereich der Kalahari - südöstlich des Okavangodeltas liegen. Sie gelten, neben dem Salar de Uyuni und der Etosha-Pfanne, als eine der größten Salzpfannen der Erde. Die wichtigsten Zuflüsse sind der Nata River (aus dem Zusammenfluss von Maitengwe und Manzamnyama) in die Sowa-Pfanne und der aus dem Okavangodelta kommende Boteti River, der saisonal die Ntwetwe-Pfanne speist.

An der Stelle der heutigen Makgadikgadi-Salzpfannen war früher ein großer See. Er umfasste etwa 60.000 km² und erreichte eine Tiefe von bis zu 30 Metern. Da der See ohne Abfluss war, konzentrierte sich das Salz. Durch eine Klimaveränderung und Erdverschiebungen vor 10.000 Jahren trocknete der See aus und ließ an seinen tiefsten Stellen bis zu 5 Meter tiefe Salzkrusten zurück, die heutigen Salzpfannen.


Die Makgadikgadi-Salzpfannen sind die am dünnsten besiedelte Region Botsuanas. Die Pfannen sind vegetationslos, an ihren Rändern findet sich flaches Grasland. Die mit Abstand größten Pfannen sind die Ntwetwe-Pfanne und die Sowa-Pfannne. Wegen des Mopipi-Staudamms, der die Diamantmine in Orapa mit Wasser versorgt, führt der Boteti, der Zufluss zur Ntwetwe-Pfanne, heute nur noch sehr selten Wasser in die Pfanne. Daher liegt sie fast immer trocken. Die Sowa-Pfannne wird vom Nata River gespeist. Während der Regenzeit bildet sich im Nordteil meist ein großer See, der viele Vögel anzieht, darunter Pelikane, Flamingos, Reiher und Störche.

Die Salzpfannen selbst sind reine Salzwüsten, die von Grassavanne umgeben sind. Nördlich und westlich der Ntwetwe-Pfanne wachsen auch Doumpalme (Hyphaene) und insbesondere die Inseln – wie Kubu Island und Gabasedi Island – sind mit Baobab (Affenbrotbaum) bestanden, die teilweise sogar touristische Berühmtheit erlangt haben, wie Bain's Baobabs oder Chapman's Baobab.


Während in der Trockenzeit nur wenige Tierarten, vor allem Vögel, wie Strauß, Fahlregenpfeifer, Hirtenregenpfeifer, verschiedene Schildkröten und Echsen, wie Weißkehlwarane oder der endemische Makgadikgadi-Stachelagame (Agama hispida makgadikgadiensis) in dem tagsüber heißen und trockenen Klima überleben können, zieht in der hochsommerlichen Regenzeit von März bis Dezember das Wild von Chobe und Linyanti, sowie aus dem Okavangodelta auf die offenen Grasflächen. Zu der Zeit konzentriert sich das Wild in den nördlich gelegenen Gebieten von der Nxai-Pfanne im Westen bis zur Sowa-Pfanne im Osten.


Vor allem Grasfresser, wie Spießbock (Oryx), Springbock, Impala, Streifengnu und Steppenzebra wandern regelmäßig zu den Makgadikgadi Pfannen. Kaffernbüffel und Elefanten hingegen, ziehen nur während sehr feuchter Jahre in diese Regionen.

Der Beute folgen natürlich die Jäger: Löwen, Leoparden, Gepard, Karakal, Hyänen, Afrikanischer Wildhund und Schakale – um nur einige zu nennen.

Dort wo die Salzpfannen in feuchten Jahren überflutet sind und riesige Seen bilden, verwandelt sich die Salzwüste in ein Paradies für Wasservögel, wie Enten, Gänse und den Rosapelikan. In diesen Jahren sind die Salzpfannen auch Heimat und Brutplatz für Tausende von Flamingos.


Am Ende der Regenzeit (gegen Mai) wandert das Wild weiter südlich, zu den Makgadikgadi-Ebenen auf die Grassavannen am Rande der Ntwetwe Pfanne. Wenn nach Ende der Regenzeit die kleineren Pfannen auszutrocknen beginnen, zieht das Wild zum Boteti und wandert diesen hinauf bis ins Okavangodelta und dann teilweise weiter nach Nordosten an Linyanti und Chobe (Quelle: wikipedia.de).

Kudu

Auf der Pad links vom Gate sind wir dann weiter gefahren Richtung Khumaga Campsite, wo ich dankend das WC aufsuchte. Der schöne Platz am Boteti war leer. Keine Camper zu sehen. Nur ein paar Meerkatzen sprangen herum. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf den breiten, mit viel Wasser gefüllten Fluss. Lt. Fährmann wird sogar noch mehr Wasser erwartet.

Khumaga Campsite
Khumaga Campsite

Kurz hinter der Campsite zeigten sich ein paar Impalas. Auf der oberen Pad zogen große Giraffenherden ihre Kreise. Plötzlich kamen uns zu Fuß (!) zwei Power Walker mit Wanderstöcken entgegen. Ich wusste gar nicht, dass man in botswanischen Nationalparks auch per Pedes unterwegs sein darf. Muss wohl neu sein. Die beiden sahen ziemlich gar aus. Zumindest, wenn ich die krebsrote Farbe im Gesicht richtig interpretiert habe. Wir hielten natürlich sofort an, und es stellte sich heraus, dass die beiden einen Batterieschaden am Wagen hatten, der unten am Boteti in der Nähe des Hippo Pools liegen geblieben war.

 

In unserem Canopy war ein Plätzchen für die beiden (Annette aus Hamburg und ihr Freund Anton aus Jo´burg, ein professioneller Tourguide) reserviert.

Nach ca. 5 km Fahrt stießen wir am Boteti auf den quietschroten Landcruiser (ohne Türen). Mit Überbrückungskabel wurde der Wagen schnell wieder belebt, der bereits schon in der Central Kalahari erste Schwächeanfälle gezeigt hatte. Wir tauschten noch einige Reisetipps und email-Adressen aus, da Annette und Anton Camper sind und erst noch über Maun, Savuti, Ihaha Richtung Kasane wollten.

Vielleicht treffen wir uns Morgen auch in der Nxai Pan.

Boteti River
Annette und Anton
Annette und Anton

Landschaftlich und tiermäßig am schönsten waren natürlich die verschiedenen Loops unten am Botetiufer. Hier hatte es viele Zebras und Gnus und die seltenen Klunkerkraniche. Außerdem konnten am Hippo Pool sechs Hippos in ihrem Element bewundern und auch viele, verschiedene Wasservögel. Wir sind die Uferstrecke bis zu der Stelle gefahren, wo der Nationalparkzaun im Wasser des Boteti endet. Auf diesem Teil sahen wir nochmals große Zebra- und Gnuherden. Krokodile und Elefanten haben wir leider nicht gesichtet. Bis auf zwei kleine Wasserdurchquerungen waren die Uferpads gut zu bewältigen. Die obere Uferpad war ab und zu mal sehr tiefsandig, aber problemlos meisterbar. Von den Boteti Loops bis zum Phuduhudu Gate waren noch ca. 25 km Strecke (teilweise wieder Tiefsand) zu bewältigen. Auch hier haben wir noch Giraffen, Zebras und Kudus gesehen.

 

Ein Kühlernetz wegen der Grassamen war in diesem Teil des Parks zu dieser Jahreszeit nicht notwendig.

Klunkerkraniche am Boteti Ufer
Klunkerkraniche am Boteti
Zebras am Boteti
Gnus am Boteti
Hammerkopf, Boteti
Giraffen am Boteti
Giraffe am Boteti
Weissrückengeier am Boteti
Hippos im Boteti
Waffenkiebitz am Boteti
Boteti
Botetiufer
Rotschnabelfrankolin, Boteti
Pad mit Zebras im Makgadikgadi NP
Phuduhudu Gate, Makgadikgadi NP

Um 18:30 Uhr kehrten wir heim ins Reich zu den Dombos. Am dortigen Wasserloch sagten verschiedene Eulenvögel, ein Stachelschwein, ein Duiker und ein Steinböckchen guten Abend. Das köstliche Dinner und die Quasselstunden genossen wir wieder sehr. Gegen Abend wurde es wieder sehr kühl und es war lustig anzusehen, wie sich Heike und Uli in ihre Überlebensanzüge warfen. Für uns Mitteleuropäer war es ein etwas frischerer Sommerabend.

Uli im Überlebensanzug
Heike im Überlebensanzug

Jochen:
Nach einem späten Frühstück brechen wir auf und ich stelle fest, dass die Farmpad gar nicht so schlimm ist. Wir erreichen die Teerstraße schon nach einer knappen Stunde und fahren Richtung Park. Wir kommen durch eine kleine „Stadt" und erreichen das Flussufer des Boteti-Rivers. Hier angekommen fällt mir die kleine Fähre auf – kaum größer als mein Auto und ich ahne Schreckliches: Wir müssen mit der Fähre übersetzen!
Zu diesem Zweck, muss man ein wenig durch den Fluss, um an die Auffahrrampen (kaum breiter als meine Reifen) zu gelangen.
Außerdem: Was ist wenn ich´s schaffe? Säuft der Kahn dann mitsamt des Autos ab? Immerhin 1,8T Gewicht.

Prompt geht der erste Versuch schief. Ich drücke mit dem Reifen die linke Rampe in den Boden und die ganze Fähre dreht sich nach rechts.
Beim zweiten Versuch klappt´s und wir setzen über. Dumm nur, dass ich auf der anderen Seite rückwärts wieder runter und am anderen Ufer tiefer Sand ist. Aber auch das schaffe ich.

Der Park ist mit nichts zu vergleichen, was ich bis jetzt fahrtechnisch gemacht habe. Von extremem Tiefsand bis Wasserquerungen, Abhängen und Bergauffahrten im Tiefsand war alles dabei.

An der Stelle fällt mir spontan der Moment ein, an dem ich von der Arbeit nach Hause komme und mein gerade erstandenes Seil, das 3000 kg zieht, stolz meiner Gattin präsentiere. Ich ernte nur Hohn und Spott da wir in diesem Urlaub nur auf „Teer" fahren. Wie war denn das gemeint???

Aber okay; Tiere haben wir auch gesehen. Hippos, Giraffen, Gnus, Zebras usw.

Aber das Interessanteste waren zwei Wanderer die uns entgegenkamen.
Marinas Frage „ ja geht denn das"? verneine ich. Als die beiden näher kommen erkenne ich den Erschöpfungszustand der beiden (pralle Sonne, warm und im Tiefsand laufen).Vom Hals bis unter die Haare knallrot. Anton und Annette, wie wir später erfahren, haben noch ca. drei Schluck Wasser in ihrer 0,33 er Colaflasche. Damit wollten sie die ca. 7-10 km bis zum Gate schaffen, falls sie nicht von wilden Raubtieren gefressen, oder von wilden Pflanzenfressern umgerannt werden.
Hier fällt mir wieder der Passus aus einem Reiseführer ein: "Wer sich zuerst vom Auto entfernt, stirbt zuerst"!
Die beiden hatten eine Panne (Batterie platt) und konnten den Wagen nicht mehr starten.
Also nehmen wir sie mit und fahren zu ihrem Wagen, der am Ufer des Boteti auf uns wartet (hatten schon ein beachtliches Stück zurückgelegt).
Mittels Überbrückungskabel haben wir die Kiste wieder zum Laufen gekriegt.
Abends sind wir wieder zur Farm gefahren, diesmal ohne Allrad. Nach der Tour durch den Park kann mich nicht mehr viel erschüttern.
An der Farm angekommen warten Heike u. Uli und ein wieder hervorragendes Essen auf uns. Wir sitzen noch lange zusammen und unterhalten uns.

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© Marina Meger 2017