Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

12.06.2011 Buitepos, Kalahari Bushbreaks – Motopi, Dombo Farm, ca. 632 km, 4 Nächte

Marina:
Gegen 07:30 Uhr haben wir uns wieder auf den Trans Kalahari Highway begeben. Schon ca. 30 km weiter erreichten wir die Grenze. Auf namibianischer Seite haben wir den Hilux mit Flüssignahrung in Form von Diesel versorgt. Der Grenzübertritt in Buitepos dauerte ca. 40 Minuten. Auch in Botswana sind die Straßen sehr gut, allerdings waren links, rechts und mitten auf der Straße viele Nutztiere (Rinder, Esel, Ziegen) festgenagelt. Wahrscheinlich ist das für die Tiere wie Formel 1 schauen mit Freikarte. Kurz vor dem Abzweig nach Ghanzi habe ich dann mal das Steuer übernommen. Aber nur für ca. 120 km.

Haustiere auf der Autobahn!
Haustiere an der Autobahn!
die Schule ist aus
links und rechts der Straße
links und rechts der Straße
Handyempfang möglich!!!
weiter geht´s auf der A3

Den nächsten Stopp haben wir um 15:00 Uhr bei Toteng am Ngami Lake eingelegt. Das Wasser aus dem Okavango Delta strömte mit Macht in den See. Der Kunyere River verbindet hier Delta mit See. Zu beiden Seiten der Brücke (eigentlich nur ein Damm mit kleinem Wasserdurchlass), die dieses Jahr noch nicht überspült war, tummelten sich zahlreiche Angler. Ende August 2011 hielt diese Brücke dem Wasser übrigens nicht mehr Stand und ist eingebrochen.

 

In Maun angekommen, führte uns der erste Weg zur Stanbic Bank gegenüber vom Airport. An diesem Geldautomat (ATM) konnten wir auch mit EC-Karte einmalig 5.000 Pula abheben. (Ob wir noch höhere Beträge hätten ziehen können, haben wir nicht getestet).


Dann noch schnell das Autochen mit Diesel sondiert, unsere Wasservorräte aufgefüllt und Start Richtung Dombo Farm.

Ngami Lake
Ngami Lake
Ngami Lake
Wahnsinn, mit welcher Kraft das Wasser aus dem Delta in den See drückt!
auf der A3 Richtung Maun
auf der A3 Richtung Maun

Ich hatte mit Heike von der Dombo Farm abgemacht, dass ich sie von Maun aus telefonisch kontakte, damit sie ungefähr wissen, wann wir eintreffen. So könnte bei Verspätung ein Suchtrupp ausgesandt werden. Leider funktionierte die Telefon-Nr. nicht (Netz war mal wieder zusammengebrochen). Die alternative Tel. von Heike hatte ich nicht mitgenommen. Nun ja, wir sollten es doch eigentlich rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit schaffen mit der guten Wegbeschreibung von den Dombos...

 

Nach ca. einer Stunde erreichten wir auf der A3 den Veterinärzaun. Hier wird wegen der Maul- und Klauenseuchengefahr kotrolliert, dass man keine tierischen Produkte von Ngamiland ausführt. Sämtliche tierischen Lebensmittel müssen aufgegessen werden, oder werden beschlagnahmt und entsorgt. Alle Schuhsohlen müssen in einer Desinfektionsbrühe gebadet werden, anschließend fährt man mit dem Auto durch eine riesige Desinfektionswanne.

 

Letztendlich wurde hier auch überprüft, ob wir unseren nationalen und den internationalen Führerschein dabei haben. Hatten wir natürlich!

Lt. Beschreibung von Safari Destinations bzw. Nature Trekking, sollte die Zufahrt zur Dombo Farm 1,6 km hinter dem Abzweig/Schild nach Motopi, Rakops, Orapa sein. Leider sahen wir kein Schild, auf dem genau diese drei Städte standen.

...wir sahen nur dieses Schild...

Auf den Papierkarten sind auch zwei verschiedene Abfahrten Richtung Motopi im Abstand von ca. 12 km eingetragen. Also sind wir erst mal weiter Richtung Nata gefahren. Irgendwann rief dann plötzlich Heike an und fragte, wo wir blieben. Ich entgegnete, dass das Nüvi noch ca. 14 km Fahrt auf Teer anzeigt und dass wir dann nur noch die Farmpad bewältigen müssten. „Oh", entgegnete Heike. „dann braucht ihr noch mindestens 1,5 Stunden bis zur Farm!" Uff, konnte ich gar nicht glauben. Ab Teerstraße sind es nämlich noch ca. 30 km auf tiefsandiger Farmpad, für die man ca. eine Stunde braucht. Musste ich angesichts der einbrechenden Dunkelheit erst mal verdauen.

 

Also sind wir weiter Richtung Osten gefahren... Irgendwann, nach ca. 30 km ohne besagtes Abzweig-Schild, es begann zu dunkeln, das Makgadikgadi-Nationalpark-Schild rauschte an uns vorbei, wurde es mir zu dumm. Alles kehrt marsch, marsch. Der Adrenalinspiegel war schon wieder im Steigen begriffen, wollte ich doch vor Dunkelheit die Farm erreichen. Da es kein leider kein Abzweigschild mit der vorhergehenden Städte-Bezeichnung gab, haben wir es mit dem Schild Gaborone, Palapye, Serowe, Rakops versucht. Ab hier 1.6 km (m.E. müsste es in Fahrtrichtung nach links abgehen) fanden wir bei ganz langsamer Fahrt schließlich eine unscheinbare Fahrspur, die man mit viel Fantasie bei Dunkelheit als Farmpad klassifizieren könnte. Ein Hinweisschild zur Dombofarm haben wir nicht gesehen.

Abfahrt A3 zur Dombo Farm
kurz vor der Abfahrt steht nun dieses Schild

Im Übrigen half hier auch mein Nüvi mit der T4A Karte nicht weiter, da nicht die aktuellste Version (never change a running system! Nach meinen Erfahrungen vom Vorjahr war ich froh, dass das Nüvi überhaupt funktioniert) installiert war. Zwar hatte ich die Koordinaten der Farm manuell aufgespielt, aber nicht die 30 km lange Farmzufahrt! Das Nüvi wollte uns über die Old Cattle Road zur Farm führen. Außerdem kann man im meinem Nüvi unter „Aktuelle Position", in den Einstellungen unter drei verschiedenen Koordinaten-Darstellungsformaten auswählen. Nur leider waren es nicht die, die ich gerade benötigte, meine mathematische Formelsammlung aus der Schulzeit lag irgendwo Zuhause im Bücherschrank rum und Jochen hatte auch mal wieder das Wichtigste vergessen: Seine Schulungsunterlagen für die diversen Motorbootscheine. Danach lernte man auch die Positionen von Hand zu berechnen...

 

Da in der Beschreibung von Safari Destinations auch etwas andere Koordinaten wie die Meinigen standen, habe ich schon wieder die Technikfreaks dieser Welt verflucht, die sich nicht über einheitliche Standards für Koordinaten einigen können! Sch...! Der Adrenalinspiegel steigt weiter.

 

Zumindest folgte relativ rasch etwas, das man als „Kleines Tor" und „Großes Tor" identifizieren konnte. So waren wir zumindest sicher, diesmal auf dem richtigen Weg zu sein. Unbekannte, tiefsandige, tierreiche Farmpad mit möglicherweise Draht auf der Pad im Dunkeln... Naja, wir wollten ja wieder mal Abenteuer erleben. Deshalb haben wir uns Afrika als Urlaubsziel ausgesucht (selbst Schuld!).

kleines Tor, großes Tor Farmpad Richtung Dombo

Nach 18 km Pad in nördlicher Richtung standen wir vor dem Dombo Farmtor. Natürlich musste ich raus und öffnen/schließen. Hier soll es doch gaaaaanz viele Leoparden geben?!? Noch schnell in alle Richtungen sichernd eine Duftmarke hinter dem Auto gesetzt (komisch immer wenn frau es am dringendsten braucht ist kein WC in der Nähe) und dann ging es weitere 8 km schnurgeradeaus gen Norden am Farmzaun entlang bis in die Ecke des Farmgrundstücks.

Dombo Farmtor nach 18 km von der A3
Dombo Farmpad
Dombo Farmpad

Dann noch einmal 2,2 km Richtung Westen und schließlich weitere 1,2 km Richtung Süden bis wir schließlich um 19:30 Uhr auf dem Lodgegelände landeten und uns Uli schon mit gezückter Taschenlampe erwartete. Kurze Geruchsprobe in der Achselgegend: Muss unbedingt mal ein neues Deo ausprobieren mit Adventure-Faktor 3!

 

Ein herzliches Willkommen (unsererseits eine erleichterte, herzliche Begrüßung) und in den Arm nehmen auch mit Heike folgte. Uli wollte gerade aufbrechen, um uns zu suchen.

unser Häuschen auf der Dombo Farm
Ausblick auf das Wasserloch

Zu unserem Bungalow - mit Blick auf das beleuchtete Wasserloch - hat uns Uli begleitet, da man sich in der Dunkelheit zur eigenen Sicherheit wegen der Leoparden und Hyänen auf Dombo nicht alleine/ungesichert bewegen darf.

Dombo Farm
Dusche, Waschtisch, WC
unser Chalet auf Dombo
Uli, Heike und die Dombo-Crew

Unser Zuhause für die nächsten vier Tage und Nächte war fantastisch eingerichtet. Der ideale Auftakt für einen Urlaub. Erst einmal an- und runterkommen, um die nächsten Wochen genießen zu können. Dies ist der perfekte Ort dafür!

Wir inspizierten das Zimmer, packten aus und schwups hat uns Uli schon wieder zu einem wunderbaren Abendessen abgeholt, das die liebe Heike mit ihren Mädels gezaubert hat. Das Dinner haben wir mit Heike und Uli gemeinsam auf der Terrasse des Aufenthaltsbereiches eingenommen. Natürlich auch mit Blick auf die Wasserstelle. Damit man ja nichts versäumt.

 

Tja, und dann haben wir gequatscht, gequatscht und nochmals gequatscht. Gott sei Dank habe ich genug Pflaster und Tape dabei.

Im wunderbar warmen Bettchen beschließe ich noch von jedem Fixpunkt auf der Zufahrt zur Farm ein Foto zu schießen und die GPS-Koordinaten dieser Punkte für weitere Besucher der Farm zu speichern (siehe Bilder oben).

Jochen:
Nach einem super Frühstück sind wir zur Grenze aufgebrochen, wo ich ein Meeting mit der größten Zecke der Welt (die ich je gesehen habe!) hatte. Sie ist mir im Grenzgebäude auf den Arm gehüpft und ich konnte sie gerade noch abschütteln. Auf dem Weg Richtung Maun hatten wir immer wieder Begegnungen mit irgendwelchen Nutztieren auf der Fahrbahn. Stop and Go während der gesamten Fahrt. Am schlimmsten waren die männlichen Rindviecher.
Die haben doch tatsächlich am Straßenrand „gelauert", um nur dann die Straße zu überqueren, wenn ein Auto kommt. Natürlich alle „Mädels" hinterher, so dass man schön auf -0- runter bremsen musste.

 

In Maun sind wir zum Flughafen gefahren, wo wir endlich Pulas am Automaten ziehen konnten. Eigentlich hätte ich mir Maun etwas genauer angesehen, aber Marina mahnt zum Aufbruch. Ich bin davon ausgegangen, dass Marina „streckentechnisch" alles weiß. Aber nachdem wir dreimal an der richtigen Abfahrt zur Dombo Farm vorbeigefahren sind, Marina völlig entnervt und es mittlerweile dunkel ist, nehmen wir einen Feldweg nach links, der in den Busch führt.


Nach ca. 200 Meter kommen wir an ein großes und ein kleines Tor. Wouw, wie im Reiseführer beschrieben. Da es in Botswana wahrscheinlich nicht so viele große und kleine Tore geben wird, entschließe ich mich das kleine Tor zu nehmen.
Wir fahren mit Schwung und Allrad auf einer Sandpiste Richtung Norden. Vor uns läuft in der Fahrspur ein Stachelschwein und versucht uns aufzuhalten. Als es merkt, dass ich nicht bremsen werde, schlägt es sich seitlich in die Büsche.


Nach ca. 30 Min. im zweiten Gang auf der Sandpiste bin ich mir nicht mehr sicher auf dem richtigen Weg zu sein und wir richten uns darauf ein im Auto zu schlafen. Nach weiteren 20 Min. erreichen wir das Tor zur Dombo Farm.


Nach dem Tor nochmal 6,6 km (habe diesmal auf den Tachostand geachtet) bis der Weg eine Linkskurve macht (aha richtig) dann noch 2 km am Zaun lang und wieder links ab in die „Pampa".


Nach weiteren ca.1,5 km sehe ich rechts von uns Lichter, die aber bald hinter uns sind??? Sage zu Marina, dass wir unbedingt zum Licht müssen. Licht = menschliche Behausungen. Mittlerweile ist es mir völlig egal, bei wem ich übernachte. Doch nach weiteren gefühlten zehn Kurven stehen wir direkt vor dem Farmhaus, wo Uli uns schon erwartet.


Wir werden zu unserem Chalet gebracht, wo wir uns häuslich einrichten und dann zum Abendessen abgeholt werden (nach Einbruch der Dunkelheit darf man wegen der wilden Tiere nicht alleine zum Maincamp gehen).

Nach einem hervorragenden Abendessen und ausführlichem Bekanntmachen wurden wir auch wieder zurück zum Chalet gebracht.

Am nächsten Tag werden wir einen faulen Farmtag einlegen.

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© Marina Meger 2017