Butterblume in Afrika
Butterblume in Afrika

04.06.2013 Ivory Safari Lodge, Hwange NP

Karte T4Africa Kennedy 1 - Ivory Safari Lodge

64 km

 

In den frühen Morgenstunden fährt ein weiterer Zug durch..., Jochen teilt sich mit mir in diesem Camp die Damendusche (es ist noch warmes Wasser in unserer einzigen Solardusche und ich bin großzügig). Vincent repariert schon den Campzaun. Ein Elefant ist gestern eingebrochen! Eine große Kolonie Goldbugpapageien und Rotschulterglanzstare lädt mich zum Fotografieren ein, während Jochen unser Equipment verstaut. Es werden noch einige Erinnerungsfotos gemacht, ein Trinkgeld für beide Jungs übergeben und dann folgt - wie fast immer auf dieser Tour - ein herzlicher Abschied mit dem Versprechen wieder zu kommen.

Kennedy 1 Camspite, Hwange NP
Rotschulterglanzstar / Red-shouldered Glossy Starling (Lamprotornis nitens), Kennedy 1, Hwange NP
Goldbugpapagei / Meyer´s Parrot (Poicephalus meyeri), Kennedy 1, Hwange NP
Goldbugpapagei / Meyer´s Parrot (Poicephalus meyeri), Kennedy 1, Hwange NP
Vincent, Kennedy 1, Hwange NP
Vincent, Kennedy 1, Hwange NP
Vincent, Kennedy 1, Hwange NP

In Mankwa Pan, das übrigens ein sehr schönes Wasserloch ist, sichten wir einige Giraffen und Zebras und einen bildhübschen Schikrasperber. Wir nehmen diesmal den direkten Weg zum Main Camp auf der üblen Wellblechpiste. Irgendwann kurz vor dem Main Camp überholen wir den Grader, der die Piste in Ordnung bringt.

Makwa Pan, Hwange NP
Savannenadler/Tawny Eagle (Aquila rapax), Hwange NP
Makwa Pan, Hwange NP
Makwa Pan, Hwange NP
Makwa Pan, Hwange NP
Schikrasperber / Shikra - Little banded Goshawk (Accipiter badius), Makwa Pan, Hwange NP

Im Vergleich zu anderen Orten im Hwange tobt im Main Camp das Leben. Wir sehen ganze drei Selbstfahrerfahrzeuge und mehrere Lodgefahrzeuge.
Im Tourist Office bitte ich die diensthabende Lady noch einmal eindringlich Mr. Gary zur Pumpenreparatur nach Kennedy1 zu senden. Die armen Tiere verdursten dort! Frau will sich kümmern.

 

Im kürzlich wieder eröffneten Shop erstehe ich Zigarettennachschub. Die Auswahl an Alkoholika ist groß, frische Eier, Milch und Grundnahrungsmittel sind vorhanden. Das Brot wird jeden Tag frisch geliefert, ist allerdings heute noch nicht eingetroffen. Frischfleisch, Wurstprodukte und Gemüse sind Fehlanzeige.

 

Vor dem Restaurant gönnen wir uns eine große Kanne (recht dünnen) Kaffee und studieren die Speisekarte für das Frühstück, die Speisekarte für das Lunch und die Speisekarte für das Dinner (T-Bone-Steaks, Rumpsteaks, Stew, Salads, Spagetthi etc.). Kulinarische Höhepunkte haben sie nicht zu bieten, aber man wird sicherlich gut satt und die Atmosphäre im Restaurant ist nett.

Main Camp, Hwange NP
Main Camp, Hwange NP
Braundrossling / Arrow-marked Babbler (Turdoides jardineii), Main Camp, Hwange NP

Wir verlassen den Hwange schweren Herzens ( d. h. ich glaube, dass ich an diesen Park mein Herz verloren habe) und verplempern das Permit für vier weitere Tage. Aber unser Aufenthalt in Matobo ist schon um einen Tag gekürzt worden und noch mehr Abstriche funktionieren auf der Rückfahrt Richtung Jo´burg nicht.

 

Gegen 11:40 Uhr fahren wir im Painted Dog Conservation Center gegenüber des Flughafens vor. Dieser Besuch muss einfach sein, da wir 2011 das große Glück verschiedener spektakulärer Wildhundsichtungen in Botswana hatten. Die Arbeit des Biologen Gregory Rasmussen ist für den Schutz der wenigen Wild Dogs von enormer Wichtigkeit. Im verdankt man die Wildhund-Warnschilder an der Straße und die Besenderung zu Forschungszwecken der Populationen im Hwange. Vielfach werden die Hunde im südlichen Afrika, da sie die Wärme der Asphaltstraßen lieben, an- oder überfahren.


Durch die gnadenlose Bejagung der Viehfarmer, die Einengung des Lebensraumes und Krankheiten wie Tollwut und Staupe zählen die Painted Dogs zu den seltensten Großsäugetieren Afrikas. Man schätzt ihren Bestand auf 3000 bis 5000 Tiere im gesamten Gebiet südlich der Sahara. Auf der Homepage der Conservation gibt es ein aktuelles, lesenswertes Update aus der Zeit unseres Aufenthaltes im Hwange.

 

Wildhundrudel haben einen enorm großen Revierbedarf und zumindest im Hwange und auch auf der Dombo Farm ist zu beobachten, dass sie saisonal spezielle Plätze zur Aufsucht ihrer Jungen aufsuchen. Wir tauschen viele interessante Informationen aus und ich überspiele der netten Rangerin einige Wild Dog Filme von meiner mobilen Festplatte auf ihren PC.

 

Die Informationszentrum (Interpretive Hall) gibt einen fundierten Einblick in die Lebensweise, den Lebensraum und in Forschungsergebnisse über die Wildhunde. Daran angeschlossen ist ein Education Center zur Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung. Außerdem führt ein 800 m langer Walkway durch ein großes Freigehege, in dem Wildhunde nach Verletzung auf ihre Auswilderung vorbereitet werden. Wir sichten in diesem Gehege jedoch keine Wild Dogs. Erst im Rehabilitation Centre werden uns von einem Ranger drei verletzte Wildhunde gezeigt, die nur teilweise wieder repatririert werden können.

 

Wir bedanken uns nach Rückkehr im Office für diese sehr informative Führung und hinterlassen eine großzügige Spende, da ansonsten keinerlei Eintrittsgelder anfallen.

Painted Dog Conservation Center, Dete
Painted Dog Conservation Center, Dete
Painted Dog Conservation Center, Dete
Painted Dog Conservation Center, Dete

Für uns geht es weiter auf der A8 Richtung Ivory Safari Lodge, die am östlichen Rand des Hwange in einer Conservancy nahe der A8 liegt. Im Restaurant sitzen gerade vier Gäste, die Managerin Janice und der Guide-Manager Roy beim gemeinsamen Lunch. Wir fragen nach einem freien Chalet mit gutem Blick auf das Wildlife und für 175 US$ pP/HB nehmen wir an. Normalerweise ist die Lodge wohl um einiges teurer.

 

Unser Chalet No. 9 liegt ganz am Rand schon mit zwei Stelzen außerhalb des Elektrozaunes mit direktem Blick auf ein Wasserloch. Die Einrichtung ist sehr luxuriös und lässt erst einmal keine Wünsche offen.

 

Wir ergattern noch ein leichtes Lunch und ziehen uns dann zwecks Mittagspäuschen in das Zelt zurück.


Tiermäßig ist hier nicht viel zu sehen: Einige Warzenschweine, Kudus und am Abend, während das Lagerfeuer entzündet wird, bricht das Personal in Verzückung aus, weil zwei oder drei Elefanten an das Wasserloch kommen. Sorry, da sind wir doch ganz anderes gewohnt. Ich bedaure bereits, dass wir nicht direkt in den Matobo Nationalpark weiter gefahren sind. Allerdings haben wir nach dem guten Barbecue Dinner eine interessante Unterhaltung mit einem weißen Tour Guide aus Bulawayo, der Matusadona und Mana Pools wie seine Westentasche kennt. Es wurde eine Menge informatives Safarigarn gesponnen. Auf Empfehlung von Mike entscheiden wir uns hinsichtlich Matobo NP nicht für das Camp Amalinda, welches zur gleichen Gruppe wie die Ivory Lodge gehört, sondern nun definitiv für das Big Cave Camp, das auch auf unserer Favoritenliste ganz oben stand.

 

Wir gehen recht früh zu Bett und sind traurig, über unsere erste Nacht ohne das zur Gewohnheit gewordene Brüllen der Löwen und Heulen der Hyänen.

A8 Richtung Ivory Lodge
A8 Richtung Ivory Lodge
Chalet No. 9, Ivory Lodge
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© Marina Meger 2017